Die sieben Weltmeere auf unseren Reisen

Was bedeutet das Meer für mich? Diese Frage stellt das Deutsche Historische Museum auf seinem Blog und ruft zu einer Blogparade „Europa und das Meer“ auf. Als Europäer sind wir in der beneidenswerten Lage, beinahe unbegrenzt reisen zu dürfen. So führte uns unser Fernweh von zunächst europäischen Gestaden immer weiter hinaus – zu fast allen der Sieben Weltmeere.

Zugegeben, ich musste erst mal recherchieren, welches die sieben Weltmeere sind. Dazu gehören das Europäische Mittelmeer, der Atlantik, das Amerikanische Mittelmeer (Karibik und Golf von Mexiko), der Pazifik, der Indische Ozean, das Australasiatische Mittelmeer und das Nordpolarmeer.

Das Europäische Mittelmeer

Denke ich an meine Kindheit zurück, so war meine erste Begegnung mit dem Meer nicht etwa die unserem Wohnort Köln nächstgelegene Nordsee, sondern die Adria. Meine Eltern als begeisterte Sonnenanbeter zogen den Süden entschieden dem wechselhaften Wetter im Norden vor. Anfang der siebziger Jahre schafften sie eine kleine Segelyacht an. Das Schiffchen war gerade groß genug, dass wir zu viert darauf schlafen konnten. So verbrachten wir in den Siebzigern jeden Sommer segelnd auf der Adria im damaligen Jugoslawien.

Wir bummelten die Küste Istriens hinunter, erkundeten die Inselwelt der Kornaten und wagten uns mit steigender Erfahrung immer weiter südlich. Ich liebte die blauglitzernde Fläche des Meeres um mich herum. Ob wir bei Flaute über spiegelglatte See tuckerten oder bei einer steifen Brise durch brechende Wellen pflügten, es faszinierte mich immer. Stundenlang konnte ich dem Auf und Ab der Wellen zusehen.

Segelyacht auf abendlichem Meer
Dem Sonnenuntergang entgegen

Ob dies meine Leidenschaft fürs Meer begründet hat? Als Jugendliche verschlang ich jedenfalls Bücher von Weltumseglern und träumte mich über die Ozeane in ferne, exotische Welten.

Recht spät in meinem Leben reiste ich zum ersten Mal nach Mallorca. Der flache Sandstrand war ein idealer Platz zum Urlauben mit zwei kleinen Kindern. Aber auch die felsigen Küsten im Süden und Westen Mallorcas waren wunderschön.

Marcus mit zwei Kindern am Strand
Mit Kindern am Sandstrand geht immer

Die vom Meerwasser und Wind erodierten Felsen bildeten bizarre Formen. Tief unten klatschte gischtend die Brandung dagegen, während weiter oben tiefgrüne Vegetation einen hübschen Kontrast bildete.

Noch später reisten wir nach Korsika, der „Insel der Schönheit“, wie sie auch genannt wird. Zwar war der Grund unserer Reise, uns auf den steilen korsischen Wildbächen mit dem Kajak auszutoben. Doch an Pausentagen fuhren wir zur Küste. Dort genossen wir die wildromantische Schönheit, die uns die grüne Macchia, rötlich-braune Felsen und die tiefblaue Fläche des Meeres darboten.

Porto an der Westküste Korsikas
Porto an der Westküste Korsikas

Vor kurzem schloss sich der Kreis, der mit Segeln in der Adria begonnen hatte und weiterführte zum Paddeln auf wilden Flüssen zu einer Seekajakreise auf der Insel Rab in der kroatischen Adria. In Wind und Wellen probierten wir uns mit den schnittigen Booten aus.

Gina im weißen Seekajak
Im Seekajak auf der Adria

Der Atlantik

Ein weiteres typisches Urlaubsziel waren die Kanaren. Dort konnten wir auch in der bei uns kalten Jahreszeit angenehme Temperaturen genießen. Ob schroffe Lavaküste auf Lanzarote, die windumtoste raue Westküste Fuerteventuras oder die sanften Sanddünen auf Gran Canaria – der Ozean zeigte sich uns in vielfältiger Natur. Auch hier konnte ich stehen, aufs endlose Meer schauen und mich in Träumen verlieren.

Brandung am Hafen von El Cotillo auf Fuerteventura
Brandung am Hafen von El Cotillo auf Fuerteventura

Eine Tour durch Andalusien brachte mich in den 90er Jahren an die spanische Westküste bei Cádiz. Hier faszinierte mich das besondere Licht, das über dem Atlantik lag und allem eine fast durchscheinende Aura verlieh.

2005 machten wir einen Kurztrip nach England. Dort besuchten wir zum ersten Mal ein klassisches Seebad. In Brighton spazierten wir über die Seebrücke und futterten Fish and Chips mit Blick auf das sonnenglitzernde Meer.

Die Karibik

Unsere erste Fernreise führte uns 2010 nach Mexiko. Auf einer Rundreise von Veracruz am Golf von Mexiko bis nach Playa del Carmen an der Karibik (zwischendurch guckten wir uns natürlich jede Menge Azteken- und Mayapyramiden an) begegneten wir so dem Amerikanischen Mittelmeer.

Karibikstrand in Mexiko
Karibikstrand in Mexiko

Das türkisblaue Wasser der Karibik war so wunderschön. Bei superangenehmen Wassertemperaturen fanden wir fast gar nicht mehr heraus aus der riesigen „Badewanne“. Und als i-Tüpfelchen schaukelten nicht weit von uns entfernt malerisch Pelikane auf den sanften Wellen.

Nochmals Kontakt mit der Karibik machten wir 2013 auf unserer Kubareise. Auch hier faszinierten die weißen Strände, das unglaubliche Türkis des Wasser und die warmen Temperaturen. Das fanden auch die Schweine toll, die gerne hier baden gingen.

Zwei Schweine im Wasser am Strand
Badende Schweine in Kuba

Der Pazifik

Ein Auslandsstudienjahr unserer Tochter gab den Anstoß, Chile zu bereisen. In Valparaiso hatten wir aus unserer Unterkunft traumhaften Ausblick über die weitgeschwungene Bucht des Hafens.

Große Frachtschiffe ankern in der Bucht
Abendlicher Blick auf den großen Naturhafen von Valparaiso

Zum Baden lädt der Pazifik in Chile nur hartgesottene Naturen ein. Der kalte Humboldtstrom aus der Antarktis lässt das Wasser ganzjährig sehr frisch bleiben.

Wir fuhren ins chilenische Patagonien hinunter, wo wir auf rustikalen Fähren die Fjorde des Pazifiks durchquerten. Statt Enten schwammen Pinguine um das Schiff herum, ein Anblick, der uns sehr begeistert hat. Die Ufer säumte sattgrüner, dichter Regenwald, die Bergkuppen von Schnee bedeckt.

Schneebedeckte Berge am Ufer des Wassers
Entlang der Küste Patagoniens

Auf unserer Weltreise 2016 bereisten wir abermals Chile, diesmal den Norden. In Iquique konnten wir immerhin unsere Füße in den Pazifik stecken. Wenn ich an einem Strand spazierengehe, habe ich immer einen fast unwiderstehlichen Drang, wenigstens mit den Füßen das Wasser zu spüren. Ich liebe es, wenn die Brandung um meine Knöchel sprudelt und das Wasser in kleine Kanälen durch den Sand um meine Füße abläuft. Deshalb sind Winter-Strandspaziergänge auch nur der halbe Spaß.

Gina steht in den Wellen am Strand
Nasse Füße in Iquique

Auch auf der Osterinsel konnte ich wenigstens die Füße im Pazifik baden. Der größte Teil der Küste ist schroff und felsig. Höhlen in der Felsküste dienten den früheren Einwohnern wohl zu kulturellen Zwecken. Heute kann man sie erforschen und dabei einen großartigen Blick auf den Pazifik erhaschen.

Blick durch Felsöffnung aufs Meer
Eine Höhle mit Meerblick

Einen ganz anderen Charakter hat der Pazifik an der australischen Ostküste. Endlose Sandstrände, die allerdings im Norden auch von den berüchtigten Salzwasserkrokodilen heimgesucht werden laden dort eher zum Gucken als zum Schwimmen ein. Weiter südlich auf der wunderschönen Insel Magnetic Island oder den Whitsundays mit strahlendweißen Sandstränden konnten wir auch das Wasser genießen. Und dann gibt es natürlich noch das faszinierende Great Barrier Reef mit seiner bunten Unterwasserwelt.

Blaues Meer, im Hintergrund weißer Strand
Flache Sandstrände auf den Whitsundays

Der Indische Ozean

Eine Reise zur Vulkaninsel La Reunión gab uns die Gelegenheit, im Indischen Ozean zu baden. Der ist rund um La Reunión allerdings nicht ungefährlich. Tückische Strömungen haben schon einige Menschenleben gekostet. Außerdem gibt es immer wieder Haiangriffe. So haben wir uns nicht völlig entspannt in der Lagune von St. Gilles treiben lassen. Dort liegt vor dem langen Sandstrand ein langgestrecktes Riff, das Schutz vor Strömungen und hoffentlich auch Haien bieten soll.

Wildromantische Aussichten boten sich dafür an der schroffen Südküste, wo die Küste aus erstarrter schwarzer Lava besteht. Unerbittlich donnerte die Brandung bei Cap Méchant gegen die Felsen und ließ den Boden unter unseren Füßen erzittern. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Gewalt der Natur.

Weiße Gischt an schwarzen Felsen
Wild ist der Ozean am Cap Méchant

Das Australasiatische Mittelmeer

Kennst du nicht? War mir vorher auch kein Begriff. Das Australasiatische Mittelmeer zieht sich von Australiens Nordküste durch die Inselwelt von Indonesien bis zur asiatischen Küste hoch.

Wir haben in Darwin im Norden Australiens auf dieses Meer geblickt (ohne zu wissen, wie es heißt). Am Golf von Carpentaria haben wir einen der schönsten Sonnenuntergänge auf unserer Weltreise erlebt.

Sonnenuntergang am Gulf of Carpentaria
Sonnenuntergang am Gulf of Carpentaria

Auch die thailändische Insel Koh Chang liegt in diesem Meer. Dort haben wir an einem Strand wie aus dem Reiseprospekt ein paar entspannte Tage verbracht, bevor es weiterging nach Kambodscha. Gesäumt von Palmen, mit einem feinsandigen Strand und lauwarmem, hellblauem Wasser ließen wir es uns gutgehen.

Unser nächster Kontakt mit diesem Meer war der Ort Kep in Kambodscha. Dieser ist bekannt für seine blauen Krebse, die hier aus dem Meer gefischt werden und mit Kampot-Pfeffer zu einer lokalen Spezialität zubereitet werden. Eine riesige Skulptur eines Krebses ziert das Meer vor der Strandpromenade.

Riesige Skulptur eines Krebses
Zum Glück sind die echten Krebse kleiner als diese Skulptur

Das Nordpolarmeer

Tja, hier müssen wir passen. Aus unseren Reiseberichten geht ja hervor, dass wir eher die warmen und sonnigen Gegenden dieser Welt lieben. Daher hat uns bisher noch nichts zum Nordpolarmeer gezogen. Auch, wenn es dort mit Sicherheit faszinierende Naturphänomene wie das Nordlicht zu sehen gibt. Aber mit steifgefrorenen Fingern lässt sich so schlecht der Auslöser drücken…

Welche Meere hast du schon gesehen? Und welche haben dich besonders fasziniert? Verrate es uns doch in den Kommentaren!

 

Ähnliche Beiträge

16 Kommentare bei „Die sieben Weltmeere auf unseren Reisen“

  1. Liebe Gina,

    vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag zu #DHMMeer! Vielgereist – Wahnsinn! Meine Meereserfahrung beschränkt sich da bislang nur auf den Atlantik, dem Mittelmeer, dem Toten Meer sowie Ost- und Nordsee.

    Ich finde es klasse, dass diese Blogparade so verschiedene Blogger zusammenbringt, ob Reise-, Food-, Tagebuch-, Unternehmens-, Kultur- oder Wissenschaftsblogger. Heute Vormittag bearbeitete ich die fantastischen letzten fünf Eingänge – einer schöner als der andere und keinen mag ich mehr hergeben.

    Merci beaucoup!

    Herzlich,
    Tanja von KULTUR – MUSEUM – TALK

    1. Liebe Tanja

      vielen lieben Dank! Es freut uns sehr, dass die unser Beitrag gefällt.
      Ich finde die vielen verschiedenen Aspekte, unter denen sich bei der Blogparade dem Thema Meer genähert wird auch super interessant. Eine tolle Idee!

      Liebe Grüße Gina

  2. […] „Die sieben Weltmeere auf unseren Reisen“ […]

  3. […] von unseren Bloggerkollegen Gina und Marcus von 2 on the go  und ihrem Beitrag „Die sieben Weltmeere auf unseren Reisen“ nehmen wir Last Minute noch […]

  4. Ach wie spannend, mal so an die Sache zu gehen. 🙂
    Schon als ich die Überschrift las, fragte ich mich selber, welches Meer fehlt mir denn noch?! Bei der Überlegung mußte ich feststellen… in der Tat noch das ein oder andere.
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Liebe Tanja,

      Das ist doch schön, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt.
      Ob wir es wohl jemals zum Nordpolarmeer schaffen werden? Ich weiß es nicht…

      Liebe Grüße Gina

  5. Da sagt nochmal jemand: Internet macht dumm 😉
    Hätte ich euern schönen Beitrag zur Blogparade nicht gelesen, ich wüsste bis heute noch nicht, dass es das Australasiatische Mittelmeer gibt.
    Sehr spannend. Am Sonnenuntergangsbild bin ich hängen geblieben und glatt ins Träumen geraten.
    Sommerlich sonnige Grüße, Katja

    1. Liebe Katja,

      ich wusste vor meinen Recherchen auch nicht, wie viele Mittelmeere es gibt!
      So erweitert Reisen und darüber schreiben mal wieder den Horizont.
      Für den Sonnenuntergang sind wir eine 70 Kilometer lange Sackgasse im Outback gefahren. Das hat sich definitiv gelohnt!

      Liebe Grüße Gina

  6. Welch weit gereiste Rheinländer! Da kann ich ( übrigens Köln – Immi ) nicht mit dienen, allerdings mit dem Nordpolarmeer. Und das war schon eine sehr beeindruckende Erfahrung. Bei den fast 37°C momentan in Kölle denke ich mit Vergnügen an die -28°C in Kirkenes an der Barents-See. Ansonsten ist das Mittelmeer mein Meer, bescheide mich aber inzwischen mit der Nordsee.
    LG
    Astrid

    1. Hallo Astrid,

      so unterschiedlich sind die Menschen: uns sind die derzeitigen Temperaturen hierzulande sehe viel lieber als zweistellige Minuswerte.
      Dennoch denke ich, dass Nordpolarmeer sicher sehr schön ist. Vielleicht ziehen wir uns doch mal sehr warm an und gucken uns das an.

      Liebe Grüße Gina

  7. Hi Gina,
    toll, wo ihr schon überall wart. Und wie immer sind sehr schöne Fotos dabei und einen Sunset habt ihr auch noch obendrauf gelegt. Bei der aktuellen Hitze wäre ich jetzt gerne irgendwo in der Karibik oder zumindest am Meer.
    Viele Grüße
    Bruno

    1. Lieber Bruno,

      oh, ja irgendwo am Meer wäre jetzt toll. Und am besten, wo nicht die Massen den Strand bevölkern. Wahrscheinlich gerade schwer zu finden.

      Liebe Grüße
      Gina

  8. Liebe Gina,
    wow, da habt ihr aber schon ganz schön viele Meere gesehen, besucht und erlebt. Das Meer hat damit offenbar einen ganz schön großen Stellenwert bei euch. Ich muss gestehen, dass ich mehr der Wald- und Berge-Typ bin. Das Meer mag ich aber auch, allerdings hab ich noch nicht so viele Meere gesehen.
    Aber wenn ich mir eure Bilder so anschaue, kann es sein, dass ich doch noch zum Meeres-Fan werde. 😉

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    1. Liebe Kathi,

      ja, wir sind Meer-Fans, aber auch Berge und Wüsten faszinieren uns.
      Es gibt einfach so viele beeindruckende Landschaften, die Mutter Natur uns bietet.

      Liebe Grüße Gina

  9. Sehr interessanter Artikel zu den Weltmeeren (die hätte ich vorher auch nicht aufzählen können) und alle Achtung, wie weit ihr schon rumgekommen seid!! Das hört sich wirklich alles nach tollen Erlebnissen an! 🙂

    Da musste ich gleich mal überlegen, welche Meere ich schon besucht habe… Das Europäische Mittelmeer ist schon mehrfach dabei gewesen (Costa Dorada, Mallorca, Südfrankreich, Korsika, Malta, Kroatien, Sizilien, …). Und natürlich auch der Atlantik (Teneriffa, Lanzarote, Algarve, Südengland, Norwegen, Boston, Florida…). Exotischer wird es mit Thailand und der kleinen Insel Koh Ngai im Indischen Ozean und mit dem Amerikanischen Mittelmeer, was wir auf unserer Karibik-Kreuzfahrt sogar teilweise durchquert haben.
    Fehlt also „nur“ noch derPazifik (kommt bald mit unserer Südafrika-Reise dazu), das Australasiatische Mittelmeer (was ich bislang noch gar nicht kannte) und auch das kalte Nordpolarmeer. Das ist doch noch was für die Bucketliste. 🙂

    Liebe Grüße,
    Iris von Ich Reise Immer So
    http://www.ichreiseimmerso.wordpress.com

    1. Liebe Iris,

      auch bei dir kommt ja schon einiges zusammen an verschiedenen Meeren.
      Aber wie kommst du in Südafrika an den Pazifik? Oder meintest du Südamerika?

      Liebe Grüße Gina

Schreibe einen Kommentar