Road­trip mit Ker­mit Tag 46 – 49

Die Insel­grup­pe der Whits­undays gehört zu den must-sees, wenn man die Ost­küs­te bereist. Von Air­lie Beach aus gibt es unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten, die Inseln zu besu­chen.

Segeln in den Whitsundays ist sehr beliebt

Segeln in den Whits­undays ist sehr beliebt

Ob mit moto­ri­sier­ten Kata­ma­ra­nen, ver­schie­dens­ten Arten von Segel­jach­ten, als Tagestrip oder mehr­tä­gi­ge Mini-Kreuz­fahrt, als Rund­flug per Flug­zeug oder per Hub­schrau­ber – die Ange­bo­te sind nahe­zu unüber­schau­bar.

Insel­er­kun­dung mit dem See­ka­jak

Uns sticht eine See­ka­jak­tour ins Auge. Die Tages­tour ist für die fol­gen­den Tage schon aus­ver­kauft, aber eine Halb­ta­ges­tour kön­nen wir für den nächs­ten Tag buchen. Jetzt gilt es noch, den Anbie­ter zu über­zeu­gen, dass wir in Einer­ka­jaks pad­deln dür­fen statt in den übli­cher­wei­se ver­mie­te­ten Zwei­ern. Ja, wir sind schon mal See­ka­jak gefah­ren, ja, wir haben auch sonst eini­ge Jah­re Pad­del­erfah­rung und nein, wir befürch­ten nicht, schon im Hafen zu ken­tern. Nach­dem wir noch ein­mal dar­auf hin­ge­wie­sen wur­den, dass die Einer­ka­jaks sehr kip­pe­lig und insta­bil sei­en im Ver­gleich zu den Zwei­ern und wir dar­über offen­sicht­lich nicht in Schnapp­at­mung fal­len, ist man schließ­lich bereit, uns Einer­ka­jaks zu ver­mie­ten.

Startklar

Start­klar

Die Boo­te lie­gen ordent­lich auf­ge­reiht an der Ram­pe in Shu­te Har­bour, als wir am Mor­gen dort ein­tref­fen. Außer uns ist noch ein bri­ti­sches Paar und ein aus­tra­li­sches Vater-Sohn-Gespann mit von der Par­tie. Unser Gui­de Nad­ja ist eine Deut­sche.

Start zur Seekajaktour

Auf zur See­ka­jak­tour

Die Schnor­chel­aus­rüs­tung wird in den Luken ver­staut, Schwimm­wes­ten ver­teilt und los geht’s. Wie wir uns gedacht hat­ten, sind die Boo­te sta­bi­le, brei­te PE-Kajaks, weit davon ent­fernt kip­pe­lig oder insta­bil zu sein. Nach­dem alle auf dem Was­ser sind, pad­deln wir aus dem Sport­ha­fen hin­aus. Das Meer leuch­tet sma­ragd­grün, wei­ter drau­ßen tief­blau. Da nur ein leich­tes Lüft­chen weht, ist es völ­lig glatt. Ruhig glei­ten wir über die Was­ser­flä­che zur gegen­über­lie­gen­den Insel, Repair Island. Sie ist gesäumt von Man­gro­ven, deren hohe Wur­zeln weit aus dem Was­ser ragen. Wei­ter oben wach­sen mäch­ti­ge Nadel­bäu­me, die Cook Pines.

Mangroven von ganz nah

Man­gro­ven von ganz nah

Von hier aus geht es wei­ter zwi­schen zwei Inseln hin­durch. Unter uns sehen wir Koral­len, die als Saum­riff die Inseln umge­ben. Um zu unse­rem Ziel, der Insel White Rock zu kom­men, müs­sen wir aus dem Schutz der Inseln her­aus und einen brei­ten Strei­fen Meer über­que­ren.

Gemächlich übers Meer

Gemäch­lich übers Meer

Der Wind hat etwas auf­ge­frischt, leich­te Wel­len bil­den sich, über die wir hin­weg glei­ten. Schließ­lich errei­chen wir den klei­nen Strand der Insel.

Am Ziel angekommen

Am Ziel ange­kom­men

Die Kajaks wer­den an Land gezo­gen. Wir zie­hen vor­sichts­hal­ber die zuvor ver­tei­len Stin­ger­suits an, die uns schüt­zen sol­len, falls sich doch vor­zei­tig Wür­fel­qual­len hier­hin ver­irrt haben. Mit Flos­sen und Schnor­chel­bril­len bewaff­net stür­zen wir uns ins Meer. Lei­der ist das hier ziem­lich trüb, der auf­ge­wühl­te Sand ver­schlei­ert die Sicht. Da ich zudem Pro­ble­me mit mei­nem Schnor­chel habe und stän­dig Salz­was­ser in den Mund bekom­me, gebe ich das Unter­fan­gen bald auf. Lie­ber schwim­me ich ein wenig und las­se mich von den Wel­len schau­keln.

Nach einem klei­nen Imbiss am Strand stei­gen wir wie­der in die Boo­te. Der Wind hat wei­ter auf­ge­frischt, klei­ne stei­le Wel­len trei­ben von Meer her­ein. Nad­ja ändert die vor­ge­se­he­ne Rou­te, so dass wir nicht gegen den Wind ankämp­fen müs­sen. Mit seit­li­chem Wind über­que­ren wir die offe­ne Flä­che und schau­keln auf den Wel­len, bis wir im Wind­schat­ten der nächs­ten Insel wei­ter­fah­ren kön­nen. Bald ist der Hafen schon wie­der in Sicht, den wir müde und glück­lich errei­chen.

Rückkehr in den Hafen

Rück­kehr in den Hafen

Den Rest des Tages rela­xen wir auf dem Cam­ping­platz.

Viel Grün auf dem Campingplatz - nicht nur Kermit ?

Viel Grün auf dem Cam­ping­platz – nicht nur Ker­mit ?

Mar­cus stat­tet dem direkt neben dem Platz gele­ge­nen Flug­ha­fen einen Besuch ab, von dem die klei­nen Flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber für die Insel­rund­flü­ge star­ten.

Mit kleinen Flugzeugen geht es zum Rundflug über die Whitsundays

Mit klei­nen Flug­zeu­gen geht es zum Rund­flug über die Whits­undays

Segeln durch die Whits­undays

Eine Segel­tour soll aber auch noch sein. Wir haben uns für eine Tages­tour mit einem tall ship ent­schie­den, ein gro­ßes Segel­schiff mit zwei Mas­ten. Aller­dings geht es nicht zum berühm­ten White­ha­ven Beach, der angeb­lich schöns­te Sand­strand Aus­tra­li­ens. Dafür wer­den zwei Schnor­chel­spots ange­fah­ren.

Die Derwent Hunter erwartet uns

Die Der­went Hun­ter erwar­tet uns

Nach­dem wir den Hafen ver­las­sen haben, wer­den die Segel gesetzt. Dazu braucht die nur drei­köp­fi­ge Crew Frei­wil­li­ge aus den Rei­hen der Pas­sa­gie­re, um mit anzu­pa­cken. Die fin­den sich schnell und mit ver­ein­ten Kräf­ten wer­den die schwe­ren Gaf­fel­se­gel hoch­ge­zo­gen. Unter einer ste­ten Bri­se segeln wir unse­rem ers­ten Ziel ent­ge­gen, das wir nach zwei Stun­den errei­chen.

Segel hoch!

Segel hoch!

In der Zwi­schen­zeit wur­den die auch hier obli­ga­to­ri­schen Stin­ger­suits und die Schnor­chel­aus­rüs­tung ver­teilt.

So sehen wir im Stingersuit aus

So sehen wir im Stin­ger­su­it aus

Mit zwei Bei­boo­ten wer­den wir zum Strand über­ge­setzt, der rela­tiv klein ist und aus gro­bem Sand und Stei­nen besteht. Nichts Tol­les also. In Strand­nä­he befin­den sich die ers­ten Koral­len. Sie rei­chen teil­wei­se so dicht unter die Ober­flä­che, dass wir Angst haben, sie beim Drü­ber­glei­ten zu berüh­ren. Bun­te Fische tum­meln sich dar­in. Wenn ich ganz ruhig dahin glei­te, kom­men sie neu­gie­rig auf mich zu geschwom­men. Ein beson­ders muti­ger Zebra­fisch kommt direkt vor mei­ne Bril­le und schaut mir ins Auge. Lei­der ist auch hier das Was­ser recht trüb durch den auf­ge­wir­bel­ten Sand. 

Insel in Sicht!

Insel in Sicht!

Wäh­rend wir zu unse­rem zwei­ten Ziel fah­ren, wird das Lunch­büf­fet auf­ge­baut. Ist ganz okay, aller­dings war das Essen bei unse­rer Segel­tour in Cairns um Län­gen bes­ser. Dafür ist der Aus­blick auf die Insel, auf die wir nun zusteu­ern, umso schö­ner. Blen­dendwei­ßer Sand säumt den dun­kel­grü­nen Hügel, davor tür­ki­ses Was­ser. Ein tro­pi­scher Traum!

Leuchtende Farben von Meer und Strand, typisch Whitsundays

Leuch­ten­de Far­ben von Meer und Strand, typisch Whits­undays

Sandstrand bis fast zum Horizont

Sand­strand bis fast zum Hori­zont

Wir machen zunächst einen Spa­zier­gang über den wei­chen Sand, gehen dann noch eine Run­de schnor­cheln und genie­ßen schließ­lich ein­fach, uns im war­men Was­ser zu aalen.

Wasser und Sonne genießen...

Was­ser und Son­ne genie­ßen…

Segeln oder pad­deln – was war bes­ser? 

Bei der Pad­del­tour hat uns gut gefal­len, dass wir nur eine klei­ne Grup­pe waren. Außer­dem ist der Akti­vi­täts­fak­tor beim Pad­deln natür­lich wesent­lich höher als beim Segeln-las­sen, das fan­den wir super. Dadurch war das Natur­er­leb­nis viel inten­si­ver. Im Kajak sind wir viel näher am Meer, an den Koral­len, an den Man­gro­ven. Der Strand von White Rock war aller­dings nicht beson­ders beein­dru­ckend und das Schnor­cheln wegen der schlech­ten Sicht auch nicht.

Kajak rockt ?

Kajak rockt ?

Die Segel­tour hat nicht nur den Ver­gleich mit dem See­ka­jak son­dern auch mit der sehr schö­nen Segel­tour in Cairns zu bestehen. Dage­gen fiel sie deut­lich ab: zu viel Leu­te, näm­lich fast 40 Pas­sa­gie­re, mit­tel­mä­ßi­ges Essen und auch die Crew wirk­te weni­ger sym­pa­thisch. Dafür war das Wet­ter hier deut­lich schö­ner.

Die Derwent Hunter vor Anker

Die Der­went Hun­ter vor Anker

Das Segeln hat uns auf dem klei­ne­ren Schiff in Cairns mehr Spaß gemacht. Der ers­te Strand, den wir anfuh­ren hät­te man sich auch schen­ken kön­nen. Weder als Strand noch als Schnor­chel­spot konn­te er punk­ten. Dafür war der zwei­te Strand sehr schön.

Ins­ge­samt hat uns daher die Pad­del­tour bes­ser gefal­len: akti­ver, näher an der Natur und indi­vi­du­el­ler. (G)

Ker­mit-Log­buch Tag 46 – 49

Magne­tic Island – Bran­don – Air­lie Beach

Kilo­me­ter: 298

Camp Bran­don: Hotel Bran­don Camp­ground

Camp Air­lie Beach: Fla­me­tree Tou­rist Vil­la­ge

Gesamt­ki­lo­me­ter: 7371