Ein Jahr auf Rei­se – da pas­sie­ren natür­lich Pan­nen und Plei­ten. Genau wie zu Hau­se. Ist ja eigent­lich klar, dass nicht alles glatt lau­fen kann. Rich­tig Schlim­mes ist zum Glück nicht pas­siert, aber klei­ne Ärger­nis­se gab es zuhauf. Hier sind unse­re klei­nen Rei­se­ka­ta­stro­phen.

Pla­nungs­pan­nen

1. Das Kli­ma falsch ein­schät­zen

Es hat Mona­te gedau­ert, bis wir unse­re Rou­te um die Welt aus­ge­tüf­telt hat­ten. Natür­lich war es nicht mög­lich, über­all die idea­le Rei­se­zeit zu erwi­schen. Naja, die zweit­bes­te Zeit ist auch okay. Dass wir im süd­ame­ri­ka­ni­schen Herbst star­ten wür­den, war uns klar, aber ist ja SÜD­ame­ri­ka, also warm, oder? Wir woll­ten ja nicht nach Pata­go­ni­en run­ter, dass es da unge­müt­lich wird, wuss­ten wir schon. Wir hat­ten die Rech­nung ohne El Nino gemacht, der einen unge­wöhn­lich küh­len und sehr ver­reg­ne­ten Herbst in Argen­ti­ni­en bescher­te. So kamen die Dau­nen­ja­cken schon wesent­lich frü­her und öfter zum Ein­satz als gedacht.

Aber dann ging es ja Rich­tung Nor­den, also ins War­me, ne? Über­se­hen hat­ten wir dabei, dass es auf den Höhen des Alti­pla­no in Boli­vi­en und Peru im Win­ter bit­ter­kalt wird. Bei minus 20 Grad auf dem Salar de Uyu­ni fro­ren wir ganz erbärm­lich. Fazit: Für Frost­beu­len wie uns ist die idea­le Jah­res­zeit für das Hoch­land nicht gera­de der Win­ter.

Frie­rend im Son­nen­auf­gang auf dem Salar de Uyu­ni

Apro­pos Frost­beu­len: Auch Neu­see­land im Früh­jahr ist sehr kühl. In einem Mini-Cam­per­van hat­ten wir wenig Freu­de. So wichen wir zum Erho­len auch schon mal in ein AirB­nB-Quar­tier aus, wo wir vom war­men und geräu­mi­gen Zim­mer aus den pras­seln­den Regen als gemüt­lich ein­stu­fen konn­ten. Und kürz­ten unse­ren geplan­ten Auf­ent­halt um drei Wochen. Die Cam­per­van-Mie­te für die drei Wochen muss­ten wir natür­lich trotz­dem bezah­len, eben­so den bereits gebuch­ten Flug von Queens­town nach Auck­land, den wir ver­fal­len lie­ßen.

2. Die Ent­fer­nun­gen unter­schät­zen

In Aus­tra­li­en kamen wir Ende Juli, also im Win­ter an. Daher woll­ten wir bis auf eine Woche in Syd­ney die rest­li­che Zeit im Nor­den ver­brin­gen, wo es warm und tro­cken ist. Grund­sätz­lich rich­tig gedacht. Wir hat­ten unser Round-the-World-Ticket so gebucht, dass wir in Syd­ney anka­men, von dort wei­ter nach Bris­bane flie­gen und von Bris­bane wei­ter nach Neu­see­land rei­sen wür­den. Mit einem Cam­per­van woll­ten wir von Bris­bane bis Cairns und wei­ter ins Out­back Rich­tung Dar­win. Kurz nach­dem wir die Buchung abge­schlos­sen hat­ten, fiel uns auf, dass es von Bris­bane nach Cairns nicht gera­de ein Kat­zen­sprung ist. Und wenig Sinn mach­te, die Stre­cke auf Hin- und Rück­weg zurück­zu­le­gen. Also haben wir das Ticket umge­bucht, so dass wir von Syd­ney direkt nach Cairns flo­gen und von dort aus unser Out­back-Aben­teu­er star­ten konn­ten. Wäre uns das eine Woche frü­her auf­ge­fal­len, hät­ten wir die sat­te Umbu­chungs­ge­bühr gespart.

Ver­lo­ren und ver­ges­sen

Vie­le nütz­li­che Din­ge haben wir auf unse­rer Rei­se dabei gehabt. Eini­ge davon haben wir lei­der unter­wegs ver­lo­ren oder in einer Unter­kunft ver­ges­sen.

Vor der Rei­se hat­te ich mir noch einen klei­nen Vor­rat an Augen­trop­fen ver­schrei­ben las­sen. Die­se muss­ten im Kühl­schrank auf­be­wahrt wer­den. Kein Pro­blem, wenn man in AirB­nB-Woh­nun­gen unter­wegs ist. Wohl ein Pro­blem, wenn man die Augen­trop­fen beim Aus­zug aus der Woh­nung im Kühl­schrank ver­gisst. Also war ich viel frü­her als geplant gezwun­gen, in süd­ame­ri­ka­ni­schen Apo­the­ken mei­ne Augen­trop­fen ein­zu­kau­fen. Und die sind da nicht bil­li­ger als in Deutsch­land!

Sehr prak­tisch fin­den wir Tup­per­do­sen. Super, um Essen für unter­wegs mit­zu­neh­men oder ange­bro­che­ne Packun­gen in der Küche sicher auf­zu­be­wah­ren. So dien­te einer unse­rer Tup­per­do­sen immer als Behäl­ter für Kaf­fee. Bis wir sie in Til­ca­ra im Hos­tel ver­ga­ßen. Zum Glück hat­ten wir noch ein paar Dosen dabei.

In Peru erwisch­te mich ein Infekt, ich lag schlapp im Bett und hat­te offen­bar auch Fie­ber, was mir nur sehr sel­ten pas­siert. Wir such­ten nach unse­rem Fie­ber­ther­mo­me­ter, fan­den aber keins. Ich konn­te mich auch nicht mehr dar­an erin­nern, ob ich unse­re Rei­se­apo­the­ke damit bestückt hat­te. Also zog Mar­cus los und besorg­te ein Fie­ber­ther­mo­me­ter. Spä­ter fan­den wir natür­lich unser eige­nes Ther­mo­me­ter wie­der. Für den Rest der Rei­se hat­ten wir also zwei zur Ver­fü­gung. Brauch­ten wir aber zum Glück nicht mehr.

Ein wich­ti­ges Teil ist unser Pac­safe. Dar­in ver­schlie­ßen wir rela­tiv sicher unse­re Wert­ge­gen­stän­de. Zum Pac­safe gehört ein pas­sen­des Zah­len­schloss. Das leg­ten wir in San­tia­ge de Chi­le auf einem Blu­men­tisch­chen in der Woh­nung ab. Dort lag es so gut ver­steckt, dass es uns beim Packen nicht mehr in die Augen sprang. Erst als unser Ver­mie­ter uns per Whats­App ein Foto schick­te, fiel uns der Ver­lust auf. Da waren wir aller­dings schon auf der Oster­in­sel.

Pleiten Pannen Vorhängeschloss

„Habt ihr das ver­ges­sen?” – Ja, haben wir!

In Aus­tra­li­en bot uns der Haus­halt des Cam­per­vans „Ker­mit” vie­le Mög­lich­kei­ten, Din­ge zu ver­ges­sen und zu ver­lie­ren. So ver­schwan­den auf rät­sel­haf­te Art und Wei­se ein Mes­ser und ein Löf­fel. Ein­mal saßen wir in Sicht­wei­te von Ker­mit zu unse­rer Mit­tags­pau­se an einem Pick­nick­tisch auf einem Rast­platz. Es war win­dig, die Heck­klap­pe (=Küchen­tür) von Ker­mit stand offen und ein Geschirr­tuch flat­ter­te fröh­lich im Wind. In dem Moment, wo es von einer Böe weg­ge­tra­gen wur­de, haben wir offen­sicht­lich gera­de nicht hin­ge­schaut und so den Ver­lust erst abends bemerkt.

Spek­ta­ku­lär war die Art, wie Mar­cus sei­ne Son­nen­bril­le ver­lor. Beim Baden in den Buley Rock­ho­les, tief aus­ge­wa­sche­ne Fel­sen­be­cken im Litch­field Natio­nal­park, schob er sich Bril­le läs­sig auf den Kopf. Lei­der ver­gaß er, dass er sie auf hat­te, als er das nächs­te Mal aus­ge­las­sen ins Was­ser sprang. Alle Tauch­ver­su­che blie­ben erfolg­los, die Son­nen­bril­le lag uner­reich­bar auf dem Grund.

Ein­mal ver­ges­sen, den Tacho im Auge zu behal­ten und schon flat­ter­te uns ein Knöll­chen der Poli­zei von Queens­land ins Haus: Statt der erlaub­ten 60 km/h waren wir mit sagen­haf­ten 68 km/h unter­wegs. Nicht so wild, denkst du? In Aus­tra­li­en kos­te­te die­se klei­ne Geschwin­digg­keits­über­tre­tung 162 Dol­lar, das waren etwa 112 Euro! Ein teu­res Foto von Ker­mit, aber immer­hin in Far­be und es wur­de uns an unse­re Adres­se in Deutsch­land geschickt.

Pleiten Pannen Kermit

Hüb­sches, aber teu­res Farb­fo­to von Ker­mit

In Thai­land ver­miss­ten wir irgend­wann unse­re super­prak­ti­schen Sitz­kis­sen. Sie waren leicht, aus eier­kar­ton­ar­ti­gem Schaum­stoff, der warm und weich beim Drauf­set­zen war und lie­ßen sich akkor­deon­ar­tig zu einem klei­nen Pack­maß zusam­men­fal­ten. Nun waren sie weg und wir ver­such­ten zu rekon­stru­ie­ren, wo sie geblie­ben sein könn­ten. Ver­mut­lich haben wir sie in Ayutt­ha­ya im Hos­tel lie­gen gelas­sen. Genau erin­nern konn­ten wir uns nicht mehr.

Zer­bro­chen, zer­ris­sen, zer­stört…

In einem Jahr ver­schleißt so eini­ges, ins­be­son­de­re, da wir ja immer wie­der die weni­gen glei­chen Sachen benut­zen. Also nicht unbe­dingt auf unse­re Unge­schick­lich­keit zurück­zu­füh­ren. Unter­ho­sen, die aus­lei­er­ten, T‑Shirts, die löch­rig wur­den und Hosen, an denen Näh­te auf­gin­gen – alles nor­ma­ler Ver­schleiß.

Anders auf der Trek­king­tour in Myan­mar: ich leg­te einen film­rei­fen Sturz hin und zer­riss mir dabei mei­ne Wan­der­ho­se. Mehr oder weni­ger (eher weni­ger) kunst­voll geflickt dien­te sie noch bis zum Ende der Rei­se, ehe ich sie weg­warf.

Die Hose ist hin…

Die typi­schen wei­ten Pump­ho­sen, die in Süd­ost­asi­en ger­ne an Tou­ris­tin­nen ver­kauft wer­den, sind leicht und prak­tisch. Auch wenn man über den Style geteil­ter Mei­nung sein kann. Lei­der sind sie nicht sehr robust und sie hiel­ten höchs­tens drei bis vier Wochen, ehe der stra­pa­zier­te Stoff zer­riss.

Leicht, luf­tig, prak­tisch – nur lei­der nicht sehr halt­bar, die „Ele­fan­ten­ho­sen”

Direkt in der ers­ten Woche in Bue­nos Aires gab mei­ne Uhr­bat­te­rie den Geist auf. Nicht so schlimm, in der Groß­stadt war schnell Ersatz besorgt. Eini­ge Wochen spä­ter riss das Arm­band der Uhr. Da es sich um eine bil­li­ge Tchi­bo-Uhr han­del­te, ließ ich sie in der Unter­kunft zurück und pro­bier­te, ohne Uhr aus­zu­kom­men. Wie­der eini­ge Wochen spä­ter gestand ich mir ein, dass ich eine Uhr brauch­te und erstand in La Paz eine güns­ti­ge und fast ech­te „Mar­ken­uhr”.

Wie­der­um auf eige­ne Dumm­heit zurück­zu­füh­ren war der Ver­schleiß an der Schutz­hül­le für das Gepäck. Zu bequem, die Hül­le abzu­neh­men, nach­dem wir die Ruck­sä­cke vom Gepäck­band oder aus dem Bus genom­men hat­ten, schleif­ten wir sie oft hin­ter uns her. Natür­lich nur für kur­ze Stre­cken, aber das reich­te, um sie zu rui­nie­ren. Beson­ders bei mei­nem Osprey Sojourn Ruck­sack­trol­ley*, den ich hin­ter mir her­roll­te und die Schutz­hül­le nur von den Rädern frei mach­te, war das kei­ne gute Idee. So muss­te ich mir in Iqui­que eine neue Hül­le kau­fen, die ich dann auch pfleg­li­cher behan­del­te. Lern­fä­hig sind wir doch.

Das Geschirr in Ker­mit, das stil­voll aus Por­zel­lan und Glas bestand, führ­te natür­lich auch zu Ver­lus­ten. Beim Gril­len im Dun­keln (in Aus­tra­li­en wur­de es früh dun­kel) stieß Mar­cus gegen den Tel­ler mit dem Grill­gut. Der fiel run­ter, zer­barst in tau­send Scher­ben und die Kän­gu­ru­bur­ger roll­ten durch den Dreck. Beim Spü­len rutsch­te uns ein Glas aus der Hand und zer­brach. So ver­brach­ten wir eini­ge Zeit in aus­tra­li­schen Kauf­häu­sern auf der Suche nach Ersatz.

Unse­re Lade­ka­bel für Smart­pho­nes und Tablets zeig­ten im Cam­per­van schnell Auf­lö­sungs­er­schei­nun­gen. Da die Ecke, wo sich die Steck­do­se befand recht eng war, knick­ten die Kabel oft ungüns­tig ab und bra­chen schließ­lich. Dank Duc­ttape konn­ten wir sie soweit repa­rie­ren, dass sie noch den Rest der Rei­se ihren Dienst taten. Zwei­mal kauf­te ich in Asi­en für klei­nes Geld ein neu­es Lade­ka­bel, in bei­den Fäl­len funk­tio­nier­te es aber nach kur­zer Zeit nicht mehr. Also kei­ne emp­feh­lens­wer­te Lösung. Es lebe Duc­ttape!

Pleiten Pannen Ladekabel

Selbst ist der Tra­vel­ler, wenn es um Repa­ra­tur geht

Beson­ders viel Pech hat­te ich mit mei­nen Bril­len. Ich benut­ze eine Gleit­sicht­bril­le, eine Lese­bril­le und eine Son­nen­bril­le mit Gleit­sicht­glä­sern. Bei letz­te­rer begann sich das Gestell auf­zu­lö­sen, brei­te Strei­fen blät­ter­ten von der äuße­ren Kunst­stoff­schicht ab. So lie­ßen wir uns in Sal­ta (Argen­ti­ni­en) von unse­rem AirB­nb-Ver­mie­ter einen Opti­ker emp­feh­len. Ich such­te mir ein pas­sen­des Gestell aus und ließ die vor­han­de­nen Glä­ser dort ein­set­zen. Übri­gens, wie die Augen­trop­fen, ein eben­so teu­rer Spaß wie in Euro­pa.

In Aus­tra­li­en zer­brach mir aus hei­te­rem Him­mel mei­ne Lese­bril­le. Ich zog sie vom Kopf und hat­te plötz­lich zwei Hälf­ten in der Hand. Dazu kam, dass das Kunst­stoff­ge­stell der Gleit­sicht­bril­le der Hit­ze im Auto nicht gewach­sen war. Auch wenn ich sie natür­lich nicht aufs Arma­tu­ren­brett in die pral­le Son­ne leg­te, ver­bog sich das Gestell so, dass die Bril­le kaum noch auf mei­ner Nase sit­zen blieb. Immer wie­der muss­ten wir einen Opti­ker auf­su­chen, der das Gestell wie­der halb­wegs zurecht­bog. Teil­wei­se mit skur­ri­len Ergeb­nis­sen. Zum Glück war die­ser Ser­vice in Aus­tra­li­en kos­ten­los. Eine rich­ti­ge Pass­form erlang­te die Bril­le lei­der trotz aller Bemü­hun­gen nicht mehr. So nutz­te ich in Chiang Mai die Gele­gen­heit, zu güns­ti­gen thai­län­di­schen Prei­sen eine Gleit­sicht­bril­le anfer­ti­gen zu las­sen, die mir bis heu­te treue Diens­te leis­tet.

Pleiten Pannen Brillen

Die aus­ge­mus­ter­ten Bril­len

Ein klei­nes Wun­der

Zum Abschluss ein Licht­blick, den ich fast als klei­nes Wun­der bezeich­nen möch­te. Ich habe für mein Smart­pho­ne einen Mini-Ein­ga­be­stift, weil mei­ne Fin­ger irgend­wie immer zu dick für die Tas­ten sind. Lie­be­voll „Schnur­psel” genannt, hängt er mit einem klei­nen Stöp­sel am Kopf­hö­rer­aus­gang des Han­dys. Natür­lich pas­siert es dau­ernd, wenn ich das Tele­fon aus einer Tasche oder einem Ruck­sack zie­he, dass der Schnur­psel irgend­wo hän­gen­bleibt und abgeht. Oder nach Gebrauch vom Tisch rollt, in irgend­ei­ne dunk­le Ecke. Der Schnur­psel ist klein, schwarz und unschein­bar und geht stän­dig ver­lo­ren. Den­noch hat er uns die gan­ze Welt­rei­se über beglei­tet und ist mit uns nach Hau­se zurück­ge­kehrt. Wer hät­te dar­auf gewet­tet? Ich jeden­falls nicht.

Pannen Pleiten Wunder

Han­dy mit Wun­der-Schnur­psel

 

Und was hast du an Erfah­run­gen auf Rei­sen gesam­melt, was alles ver­plant, ver­ges­sen oder kaputt gemacht wer­den kann? Schreib es uns ger­ne in die Kom­men­ta­re!

*Alle mit einem * gekenn­zeich­ne­ten Links sind Affi­lia­te-Links. Das heißt, wir erhal­ten eine klei­ne Pro­vi­si­on, wenn du über die­sen Link etwas kaufst. Für dich ent­ste­hen selbst­ver­ständ­lich kei­ner­lei Nach­tei­le, du bezahlst den glei­chen Preis wie beim Ein­kauf ohne die­sen Link.

 

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken

Mer­ken