Die Rückkehr von einer Weltreise ist naturgemäß mit vielen Emotionen verbunden. Ein Jahr waren wir unterwegs. Haben die große Freiheit genossen. Großartige Landschaften bewundert. Faszinierende Einblicke in andere Kulturen gewonnen. Und getan und gelassen, wonach uns der Sinn stand.

Bereits Wochen vor der Rückkehr haben wir den Heimkehr-Blues gekriegt. Uns bang gefragt, wie es wohl sein wird, zurück in Deutschland zu sein. Graues Wetter, muffelige Menschen und trister Alltag. Wie würden wir damit zurechtkommen?

Großes Geheule: Wir fliegen nach Hause

Nun sind wir seit über zwei Monaten zurück in Deutschland. Und stellen fest: Ist ja gar nicht so schlimm! Im Gegenteil, es gibt durchaus viele positive Seiten am Leben in Deutschland. Dabei lasse ich mal die gr0ßen Dinge wie soziale Absicherung etc. außen vor. Hier ist unsere Liste der fünf Dinge, die wir an Deutschland lieben:

1. Bürgersteige ohne Fußangeln

Da staunst du, ne? Nicht etwa deutsches Brot steht an erster Stelle, sondern die Möglichkeit, sich als Fußgänger bequem und sicher so gut wie überall fortbewegen zu können.

Keine Abgründe, die sich unvermutet zwischen Bordstein und Straße auftun. Keine Löcher ohne irgendeine Absicherung oder nur notdürftig mit einem morschen Brett bedeckt. Keine Stolperkanten oder aus dem Gehweg unvermittelt aufragende Schraubbolzen. Und der Gehweg gehört den Fußgängern und wird nicht komplett mit Motorrollern zugeparkt, so dass man nur noch über die Fahrbahn ausweichen kann.

Weltreise Rückkehr Deutschland Gehweg

Ganz normaler Gehweg in Kambodscha

Die Bürgersteige hier sind ausreichend breit, im Gegensatz zu 50 Zentimetern schmalen Pfaden, die noch alle paar Meter durch einen Strommast blockiert werden.

In Australien und Neuseeland geht es etwas zivilisierter zu, was den Zustand der Gehwege betrifft. Wenn es welche gibt. Da das Fortbewegungsmittel der Wahl das Auto ist, wird auf vielen Strecken darauf verzichtet, einen Bürgersteig anzulegen.

Ich bin in diesem Weltreise-Jahr ungefähr drölfzigtausendmal über Kanten und Unebenheiten gestolpert. Hier in Deutschland genieße ich es, einfach laufen zu können, ohne dauernd den Boden vor meinen Füßen auf Stolperfallen zu scannen.

Was in Deutschland auch geil ist: Zebrastreifen, an denen Autos anhalten! Okay, gibt es in Chile, Australien und Neuseeland auch. In allen anderen Ländern, in denen wir unterwegs waren, dienten Zebrastreifen höchstens der Auflockerung des Straßenbilds.

In Australien und Neuseeland bestand für uns die Herausforderung darin, dass die Autos von der falschen Seite kommen. Ich fand es sehr schwierig, mich daran zu gewöhnen, zuerst nach rechts zu gucken.

Entgegen anderslautenden Gerüchten werden rote Ampeln, so vorhanden, in allen von uns besuchten Ländern respektiert. Zumindest von Fahrzeugen mit mehr als zwei Rädern…

2. Keiner meckert über große Scheine

Ich rede nicht davon, die Brötchen beim Bäcker mit einem Hundert-Euro-Schein zu bezahlen. In vielen Ländern ist kleines Geld, ob Münzen oder Scheine, absolute Mangelware. Es gibt oft Probleme, weil Verkäufer oder Taxifahrer kein Wechselgeld haben.

Natürlich spuckt der Geldautomat nur große Scheine aus. Vorausgesetzt, es ist uns gelungen, einen Geldautomaten zu finden, der überhaupt was rausrückt. Das war in Argentinien oft und in anderen Ländern manchmal ein Problem.

Dann heißt es strategisch bezahlen und stets darauf achten, genug kleines Geld zu haben. Klappt natürlich nicht immer. Gerade in Asien musste öfters mal der Verkäufer oder die Bedienung im Restaurant in Nachbargeschäfte laufen, um unser Geld zu wechseln.

Weltreise Rückkehr Deutschland Geld

Ganz schön fremd, das Geld

Es ist auch wieder schön, den Wert der Geldscheine und Münzen auf Anhieb erkennen zu können. Ohne Lesebrille und dreimal hin- und herdrehen.

3. Sprache, die wir mühelos verstehen

Wir können alle Schilder lesen! Nach den letzten vier Monaten in Südostasien ist das wirklich toll. Und nicht nur lesen, sondern auch verstehen. Auf den ersten Blick, ohne Rumrätseln. Meistens zumindest.

Weltreise Rückkehr Deutschland Schild

Immerhin steht es auch auf Englisch drauf

Auch dass wir alles verstehen und uns mühelos verbal mitteilen können, empfinden wir auf einmal als Luxus. Wir sprechen gut Englisch und leidlich Spanisch. Dennoch war die Kommunikation oft anstrengend. Wir mussten uns sehr konzentrieren, um alles zu verstehen und immer wieder unseren Wortschatz nach den richtigen Ausdrücken durchsuchen.

Wieder in der eigenen Sprache kommunizieren zu können, ist ein ganz starkes Stück Heimatgefühl. Unterhaltungen, die neben uns herplätschern können wir folgen. Mal eben etwas einwerfen, ohne vorher über Vokabeln oder Grammatik nachdenken zu müssen.

Weltreise Rückkehr Deutschland Schild deutsch

Trotz komplexem Text verständlich ;-)

Ebenso ist es wunderbar, anderen Menschen mit Worten und nicht nur mit Händen und Füßen klarmachen zu können, was man möchte. Zu wissen, wie die Früchte und Gemüse auf dem Markt heißen und nicht nur drauf zeigen zu müssen.

4. Das Essen

So, jetzt der Punkt, auf den du sicher schon gewartet hast.

Wir haben es genossen, fremde Speisen zu probieren. Das meiste hat uns auch gut geschmeckt. Was ich unterwegs mehr vermisst habe als den Klassiker deutsches Brot ist leckerer Käse. Den gibt es anscheinend nur in Europa. Selbst in Südamerika, dass ja von den Spaniern kolonialisiert wurde ist es schwierig, guten Käse zu finden. Anscheinend haben sie die Kenntnisse der Käseherstellung auf dem Weg über den Atlantik vergessen.

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Exotische Fleischtheke in Peru

Ja, auch deutsche Backwaren lieben wir natürlich. Von Vollkornbrot über knusprige Brötchen bis zu delikaten Kuchen, das alles ist in anderen Teilen der Welt schwer zu bekommen. Bis auf Argentinien, was bei Konditorei-Schleckereien ganz weit vorne ist (ich sag nur: dulce de leche!) war das Angebot sonst eher bescheiden. Wenn man Glück hat, trifft man in irgendwelchen Teilen der Welt mal auf einen deutschen Bäcker.

Das Lebensmittelangebot in anderen Teilen der Welt ist oft wesentlich begrenzter als bei uns. Wenn wir jetzt hier durch den Supermarkt gehen, werden wir von der Vielfalt der Möglichkeiten fast schon erschlagen. Was uns außerdem auffiel war, wie günstig Lebensmittel in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sind.

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Das gibt’s auch in Thailand, hat aber seinen gesalzenen Preis

In dem Zusammenhang freuen wir uns sehr, wieder unsere eigene, gut ausgestattete Küche zur Verfügung zu haben. Wir kochen gerne und genießen es, abwechslungsreiche Gerichte zusammenzustellen.

5. Freunde und Familie wiedersehen

Last, but not least ist es wunderbar, sich wieder mit langjährigen Freundinnen und Freunden, mit unseren Töchtern, Geschwistern, Nichten und Neffen, Cousinen und Cousins persönlich zu treffen.

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Kleines Familientreffen in Kambodscha mit Tochter Victoria

Auch wenn es heutzutage einfach ist, von fast jedem Ort der Welt aus Kontakt zu den Lieben daheim in Deutschland zu halten. Ob WhatsApp, Mail oder Skype, mehr als eine Internetverbindung braucht es nicht. Über unseren Blog haben viele unsere Weltreise mitverfolgt und manche kommentiert. Dennoch ist der persönliche Kontakt letztlich nicht zu ersetzen und wir freuen uns sehr, unsere Lieben wieder in die Arme schließen zu können.

Natürlich haben wir unterwegs auch immer wieder Menschen kennengelernt. Oft ergaben sich daraus interessante Gespräche und manchmal wertvolle Impulse. Doch dann geht jeder wieder seiner Wege, so dass intensive Beziehungen kaum entstehen können. Nichts geht über die langjährige Vertrautheit von Freundschaften und familiären Bindungen. Danke, dass es euch gibt!

Und jetzt du:Was sind für dich die Dinge, über du dich in Deutschland freust, besonders, wenn du von einer langen Reise zurückkehrst? Ab in die Kommentare damit, wir sind gespannt!

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