Mit unse­rer Welt­rei­se haben wir einen gro­ßen Traum ver­wirk­licht und mer­ken immer wie­der, wie gut uns das tut. Wir freu­en uns daher, dass Chris­tin Wan­der­lust uns einen Gast­bei­trag schenkt, in dem sie über Lebens­träu­me phi­lo­so­phiert. Die­ser Bei­trag ist im Rah­men der von Sabi­ne Olsch­ner initi­ier­ten Akti­on Blog­wich­teln ent­stan­den, bei der als Geschen­ke Gast­bei­trä­ge für ande­re Blogs zuge­lost wur­den.

Unser Blog­wich­tel-Gast­bei­trag erscheint dem­nächst bei Elly unter­wegs.

Ups, ich habe mein Leben ver­passt

Ich wache auf, bin alt und habe mein Leben ver­passt. Als ich jung war, hat­te ich Träu­me und Ide­en. Damals woll­te ich die Welt berei­sen und frei sein. Men­schen aus allen Tei­len der Erde ken­nen­ler­nen und unbe­kann­te Län­der erkun­den, das war mein Ziel.

Doch dann habe ich ein­fach in den Tag rein gelebt, mich vom Leben trei­ben las­sen und auf mor­gen gewar­tet. Ich habe für die Ren­te gespart, Kre­di­te abbe­zahlt und mir immer gesagt, eines Tages … !

Die Angst davor, dass die­ser eine Tag nie­mals kom­men wür­de, hat mich bewahrt. Sie hat mich vor dem beschrie­be­nen Sze­na­rio geret­tet und mich gelehrt, mei­ne Träu­me zu leben.

Der Traum vom Rei­sen

Seit vie­len Jah­ren rei­se ich durch die Welt. Dabei hat­te ich in den ers­ten Jah­ren, so mit Anfang 20, immer das Gefühl, ich müs­se die gan­ze Welt jetzt erle­ben.

Ein­mal bin ich mit dem Indo­ne­si­er Fer­ry durch Neu­see­land gewan­dert. Wir haben uns dar­über unter­hal­ten, wann im Leben wohl die bes­te Zeit sei, um zu rei­sen. Ich sag­te damals: „Ich rei­se jetzt, so viel ich kann. Wenn ich älter bin, wird das sicher nicht mehr so ein­fach sein“. „Rei­sen kannst du immer, egal wie alt du bist“, sag­te Fer­ry dar­auf­hin. Die­ser Satz ist mir wie ein Schwur im Kopf geblie­ben!

Los­sa­gen von Ver­pflich­tun­gen der Gesell­schaft

So ganz über­zeugt war ich damals nicht von der Aus­sa­ge. Ich dach­te an die gan­zen Ver­pflich­tun­gen der Gesell­schaft. Wenn es dann irgend­wann auf die 30 zugin­ge, müss­te ich doch sicher einen ordent­li­chen Job haben. Dann war­te­ten eine Fami­lie und ein Haus auf mich. Von Kin­dern ganz zu schwei­gen. Wenn es erst­mal so weit sein wür­de, dann könn­te ich mir lan­ge Rei­sen sicher nicht mehr erlau­ben.

Genau so kam es, dass ich es nie län­ger als ein Jahr im glei­chen Job aus­ge­hal­ten habe. Dann näm­lich kam die Angst, dass ich ja noch schnell rei­sen müss­te, so lan­ge ich noch jung bin.

Man ist nie zu alt zu rei­sen

Heu­te bin ich 33. Manch Einer wird jetzt sagen: das ist doch immer noch jung. Ja, wahr­schein­lich! Aber die 30iger sind – viel­leicht für uns Frau­en mehr als für die Män­ner – die Zei­ten der Refle­xi­on.

Was habe ich bis­her mit mei­nem Leben gemacht? Wohin woll­te ich damals und wo ste­he ich heu­te? Bei­spiels­wei­se woll­te ich mit 30 immer einen Dok­tor­ti­tel haben. Davon bin ich heu­te so weit ent­fernt, wie der Nord­pol von der Ant­ark­tis.

Gleich­zei­tig haben mich die letz­ten Jah­re eini­ges gelehrt. Tat­säch­lich kann man immer rei­sen. Es gibt kein jetzt oder spä­ter! Es gibt nur Träu­me und die müs­sen wir leben!

Träu­me ver­wirk­li­chen

Wir alle haben Träu­me. Ich ken­ne vie­le, die den Traum vom Rei­sen inne­ha­ben. Men­schen, die an die gro­ße, wei­te Welt den­ken und davon träu­men, sie zu berei­sen.

Es ist so viel leich­ter gesagt, als getan! Doch wir müs­sen unse­re Träu­me ver­wirk­li­chen! Heu­te leben wir in einer Genera­ti­on, die sich mehr denn je auf sich selbst kon­zen­trie­ren kann. Wir haben die Chan­ce, unse­re Ide­en und Wün­sche in die Tat umzu­set­zen.

War­um das alles doch nicht geht

Manch­mal höre ich von Freun­den, dass sie doch aber die­se Woh­nung hät­ten und die­sen Job. Eigent­lich woll­ten sie ja auch immer mal rei­sen, aber bei ihnen geht das nicht.

Klar, geht es! Oft haben wir vir­tu­el­le Bar­rie­ren im Kopf, die uns auf­zei­gen, war­um etwas nicht geht. Ein Teil davon sind Gren­zen, die uns die Gesell­schaft auf­er­legt. „Wir müs­sen für die Ren­te spa­ren!“

Wenn wir mal ganz ehr­lich zu uns sel­ber sind, dann sind die meis­ten die­ser „Bar­rie­ren“ dank­ba­re Gren­zen, die wir uns suchen. Immer­hin schüt­zen uns die­se künst­li­chen Gebil­de vor der Not­wen­dig­keit, aus unse­rer Kom­fort­zo­ne her­aus­zu­kom­men. Denn eigent­lich wür­den wir es ja ger­ne machen, doch da es eh nicht geht, brau­chen wir es auch gar nicht erst ver­su­chen. Puh, noch­mal Glück gehabt … oder?

Die Träu­me pas­sen nur in die­ses eine Leben

Tja, lei­der ist es nun so, dass wir nur ein ein­zi­ges Leben haben. Alle Träu­me, die wir uns in die­sem einen Leben nicht ver­wirk­li­chen wer­den, kön­nen wir nie wie­der erle­ben. Genau des­we­gen bleibt uns für ein erfüll­tes Dasein gar nichts ande­res übrig, als unse­re Träu­me Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen.

Des­we­gen fra­ge ich mich stets, was ich bereu­en wür­de, wenn ich eines Tages dem Leben adé sagen muss. Wür­de ich dann rei­sen gehen, einen Mara­thon lau­fen, einen VW-Bul­li kau­fen und ans Nord­cap fah­ren oder end­lich mal gesün­der leben? Die Träu­me, bei denen ich am Tage mei­nes Abschieds irgend­wann mal in Trau­er über die Nicht­ver­wirk­li­chung ver­fal­len wür­de, set­ze ich dann um.

Auch der höchs­te Berg wird nur Schritt für Schritt erklom­men

Das klingt so ein­fach. Ist es aber nicht. Für nie­man­den. Es ist eine Fra­ge der Prio­ri­tä­ten! Wie wich­tig sind mir mei­ne Träu­me? Wenn sie mir nur wich­tig genug sind, dann wer­de ich sie auch umset­zen.

Dabei muss es ja nicht immer gleich das ganz gro­ße Los sein. Wenn du ger­ne rei­sen möch­test, rei­se doch mal einen Monat durch Süd­ost­asi­en. Wenn du wan­dern willst, wan­de­re ein paar Wochen durch das Hima­la­ya-Gebir­ge in Nepal. Soll­test du einen Mara­thon im Kopf haben, dann absol­vie­re erst­mal einen hal­ben.

So kannst du dich schritt­wei­se an dei­ne Träu­me annä­hern. Manch­mal fin­den wir auch her­aus, dass wir uns eine Idee ganz anders vor­ge­stellt haben. Auch gut. Dann träu­men wir wei­ter und ver­wirk­li­chen ande­re Gedan­ken.

War­um es sich lohnt

Rei­sen lohnt sich dabei natür­lich immer! Wenn du schon ein­mal gereist bist, dann weißt du es! Wenn nicht, wirst du es bald erfah­ren!

Es ist eine unend­li­che Viel­falt, die da drau­ßen auf uns war­tet! Die Exo­tik ande­rer Kul­tu­ren, frem­der Men­schen und uns unbe­kann­ter Land­schaf­ten. In Asi­en gibt es Früch­te, die gar nicht nach Deutsch­land impor­tiert wer­den. Nicht immer rie­chen die­se gut, wenn ich da an die Frucht Duri­an den­ke. Außer­dem geben uns ande­re Län­der mit ihrem Men­schen neue Impul­se. Wir kön­nen ein­ma­li­ge Sachen sehen. Die größ­ten Was­ser­fäl­le, rie­si­ge Berg­ket­ten, beein­dru­cken­de Urwäl­der, ein­ma­li­ge Strän­de, blaue Seen, Wüs­ten, ver­rück­te Städ­te – das alles war­tet auf uns.

Die Moral von der Geschicht’

„Wer nicht reist, liest nur die ers­te Sei­te eines Buches“, hat mal ein wei­ser Mann gesagt. Des­we­gen ist die Moral von der Geschicht’, ver­pas­se dei­ne Träu­me nicht.
Egal wel­chen Alters und unab­hän­gig vom Lebens­rhyth­mus – dei­ne Träu­me kannst du dir immer ver­wirk­li­chen. Fang ein­fach mal an, gehe die ers­ten Schrit­te und lebe dein Leben!

Alle Bil­der von Chris­tin Wan­der­lust.

Über die Autorin:

Chris­tin hat wäh­rend ihres Stu­di­ums ent­deckt, dass Rei­sen und das Unter­wegs­sein sie wei­ter­brin­gen, als allei­ne irgend­ei­ne Kar­rie­re­lei­ter hoch zu klet­tern. Seit­dem ver­sucht sie den Spa­gat zwi­schen Arbei­ten und Rei­sen. Sie war mehr­mals auf Welt­rei­se und hat inzwi­schen über 40 Län­der und 5 Kon­ti­nen­te bereist. Auf ihrem Blog Frau Wan­der­lust schreibt sie dar­über, wie du das Rei­sen mit dem Leben in der Hei­mat und dem Arbei­ten ver­bin­den kannst.