Wer unse­rem Blog schon eine Wei­le folgt weiß, dass unser Rei­se­mas­kott­chen Rei­se-Rin­gel unser treu­er Beglei­ter ist. Ein klei­ner, rot-gelb gerin­gel­ter Strick­ha­se war von Anfang an bei unse­rer Welt­rei­se dabei. Er pos­te mit uns vor den Igua­zú-Fäl­len , wuchs in der Uyu­ni-Salz­wüs­te über sich hin­aus,  schmück­te sich auf der Oster­in­sel mit bun­ten Blü­ten, chill­te in Aus­tra­li­en am Strand, umarm­te in Neu­see­land einen Kiwi und begeis­ter­te sich für die vie­len Motor­rol­ler in Süd­ost­asi­en.

Reisemaskottchen Reise-Ringel und Souvenir-Kiwi

Rei­se-Rin­gel und Kiwi

Mehr als ein Rei­se­mas­kott­chen – Rei­se-Rin­gels Vor­fahr

Da muss ich bis in mei­ne Kind­heit aus­ho­len. Ende der Sech­zi­ger-Jah­re gab es die Sen­dung „Schla­ger für Schlapp­oh­ren” im Kin­der­fern­se­hen. Mode­riert von der Hand­pup­pe Hase Cäsar und dem mensch­li­chen Ko-Mode­ra­tor Arno wur­den aktu­el­le Schla­ger gespielt. Wir Kin­der lieb­ten den Hasen Cäsar mit sei­ner fre­chen Klap­pe.

1970 ent­deck­te mei­ne Mut­ter eine Strick­an­lei­tung für „Rin­gel-Cäsar” in einer Zeit­schrift. Mut­ter und Oma setz­ten sich hin und stri­cken zwei gerin­gel­te Hasen, die mein Bru­der und ich zu Ostern beka­men. Da es zwei waren, wur­den aus Rin­gel-Cäsar ein Rin­gel und ein Cäsar. Par­don, eine Rin­gel, denn mein Hase soll­te ein Mäd­chen sein.

Zwei Kinder mit zwei rot-gelb geringelten Strickhasen

Der ers­te Urlaub mit Rin­gel und Cäsar in Däne­mark

Die bei­den kata­pul­tier­ten sich auf der Favo­ri­ten­lis­te unse­rer liebs­ten Spiel­zeu­ge ganz schnell an die Spit­ze. Sie beglei­te­ten uns auf fast allen Wegen, wir wur­den unzer­trenn­lich. Rin­gel war die gro­ße Lie­be mei­ner Kind­heit. Ver­mut­lich hat sich mei­ne Mut­ter irgend­wann gewünscht, Rin­gel und Cäsar wären etwas klei­ner aus­ge­fal­len, denn wir schlepp­ten unse­re heiß­ge­lieb­ten Hasen über­all mit. Ein Urlaub ohne Rin­gel war lan­ge Jah­re undenk­bar. Sozu­sa­gen unser Rie­sen-Mas­kott­chen.

Vater mit Kindern und Strickhasen

Auch in Jugo­sla­wi­en waren die Hasen dabei

Rin­gel konn­te ich umar­men und Trost suchend an mich drü­cken, wenn mich kind­li­cher und spä­ter auch jugend­li­cher Kum­mer über­mann­te. Wäre Rin­gel wäh­rend unse­rer Segel­trips auf der Adria über Bord gefal­len, ich wäre ohne Zögern hin­ter­her gesprun­gen. In unse­rer dys­funk­tio­na­len Fami­lie war Rin­gel mir Bezugs­per­so­nen-Ersatz und Anker.

Selbst­ver­ständ­lich zog Rin­gel mit mir in mei­ne Stu­den­ten­bu­de, auch wenn er zu dem Zeit­punkt nicht mehr mit in Urlaub fah­ren durf­te.

Als ich spä­ter sel­ber Kin­der hat­te, wünsch­te ich mir, dass Rin­gel und Cäsar (den ich irgend­wann von mei­nem Bru­der geerbt hat­te)  bei ihnen auch in die Rol­le des heiß­ge­lieb­ten Lieb­lings schlüp­fen wür­den. Taten sie natür­lich nicht. Jedes Kind ent­wi­ckelt sei­ne ganz eige­nen Vor­lie­ben.

Rin­gel und Cäsar zu ent­sor­gen brach­te ich nicht übers Herz. So blieb immer ein Eck­chen in unse­rer Woh­nung für die bei­den.

Wo kommt der Rei­se-Rin­gel her?

Als wir in den Vor­be­rei­tun­gen für unse­re Welt­rei­se waren, erzähl­te ich mei­nen inzwi­schen erwach­se­nen Töch­tern, welch wich­ti­ge Rol­le Rin­gel als Beglei­ter mei­ner Kind­heit und Jugend gespielt hat­te. Sehr rich­tig bemerk­ten sie, das Rin­gel zu volu­mi­nös sei, um als Rei­se­mas­kott­chen ins mini­ma­lis­ti­sche Welt­rei­se­ge­päck zu pas­sen.

Ein lie­be­vol­ler fami­liä­rer Kom­plott nahm sei­nen Lauf. Mei­ne Töch­ter Vic­to­ria und Jori­na, Mar­cus und selbst die Oma taten sich zusam­men, um den klei­nen rei­se­taug­li­chen Rin­gel her­zu­stel­len, den Rei­se-Rin­gel.

Großer und kleiner Strickhase

Gro­ße Rin­gel und Rei­se-Rin­gel

Ostern, zwei Wochen vor dem Start unse­rer Welt­rei­se traf sich die Fami­lie. Und nein, wir wer­den nie­mals zu alt sein, um uns gegen­sei­tig Oster­ha­sen und Oster­ei­er suchen zu las­sen. Ver­steckt im Bücher­re­gal, hin­ter den Rei­se­füh­rern (wie pas­send! ) stieß ich beim Suchen auf Rei­se-Rin­gel.

Als ich den klei­nen Strick­ha­sen in der Hand hielt, brach ich in Trä­nen der Rüh­rung aus. Womit für die Fami­lie klar war, dass sie mit ihrem Geschenk ins Schwar­ze getrof­fen hat­ten.

Gina und Reise-Ringel

Fami­li­en­zu­wachs: der Rei­se-Rin­gel

Rei­se-Rin­gel on the go

So wur­de die Welt­rei­se Rei­se-Rin­gels ers­te Rei­se. Der Klei­ne stieg gleich groß ein.

Gina und Reise-Ringel am Flughafen von Buenos Aires

Tag 1 der Welt­rei­se: Ankunft in Bue­nos Aires

Zunächst wur­de das Rei­se­mas­kott­chen in ein Etui gebet­tet und im Hand­ge­päck trans­por­tiert. Das wur­de mir bald zu umständ­lich. Ich ent­deck­te, dass Rei­se-Rin­gel in das klei­ne Fach am Hüft­gurt mei­nes Tages­ruck­sacks pass­te.  So war er immer griff­be­reit dabei und konn­te für unse­re Rei­se-Rin­gel-Fotos posie­ren.

Reise-Ringel im Bus in Argentinien

Rei­se-Rin­gel im Bus in Argen­ti­ni­en

In Aus­tra­li­en tausch­te ich mei­nen Tages­ruck­sack gegen einen ande­ren aus. Das Hüft­gurt­fach war etwas klei­ner,  so dass Rei­se-Rin­gel sich ziem­lich zusam­men­rol­len muss­te, um hin­ein­zu­pas­sen. Dadurch ent­wi­ckel­te er einen ver­we­ge­nen Schwung sei­ner Ohren, die sich immer wei­ter nach rechts bogen. Das kann man sehr schön an den Bil­dern im Lau­fe der Welt­rei­se nach­voll­zie­hen.

Reise-Ringel vor einem großen Wasserfall

Rei­se-Rin­gel in den Ather­ton Tab­le­lands in Aus­tra­li­en

Natür­lich beglei­tet Rei­se-Rin­gel uns auch als Rei­se­mas­kott­chen bei unse­ren Rei­sen nach der Welt­rei­se. So hat er mit­ter­wei­le Ita­li­en, die Schweiz und Fuer­te­ven­tu­ra besucht, eben­so wie diver­se Wochen­end­zie­le in Deutsch­land.

Reise-Ringel auf dem Simplon Pass in der Schweiz

Rei­se-Rin­gel auf dem Sim­plon Pass in der Schweiz

In Jor­da­ni­en hat er mit Vic­to­ria und mir die Fel­sen­stadt Petra und die Wüs­te von Wadi Rum erkun­det. Nur im Toten Meer schwim­men durf­te er aus nahe­lie­gen­den Grün­den nicht. Naja, als Hase hat er es sowie­so nicht sehr mit Baden.

Reise-Ringel schaut aus der Seitentasche des Rucksacks

Beim Wan­dern in Jor­da­ni­en konn­te auch Rei­se-Rin­gel die Aus­sicht genie­ßen

Wir hof­fen, dass unser Rei­se­mas­kott­chen uns noch auf vie­len Rei­sen beglei­ten  und viel von der Welt sehen wird.

Und du? Hast du auch einen klei­nen oder gro­ßen Rei­se­be­glei­ter? Ob als Rei­se­mas­kott­chen oder Erin­ne­rung an Zuhau­se, ver­rat es uns in den Kom­men­ta­ren!