Was für ein tolles Thema für eine Blogparade! Andreas ruft auf seinem Blog Reisewut dazu auf, unsere schönsten Erlebnisse auf Reisen festzuhalten. Momente für die Ewigkeit, an die wir immer noch mit Gänsehaut zurückdenken.

Natürlich ist es mal wieder sauschwer, sich auf DIE schönsten Momente festzulegen. So viele großartige Erlebnisse hatten wir auf unseren Reisen. Wie sollen wir da entscheiden, was am allergroßartigsten war?

Egal, mit irgendwas müssen wir anfangen. Hier sind einige unserer schönsten und eindrucksvollsten Reisemomente.

Mit dem Kajak durch den Grand Canyon

Zu unserer ersten Fernreise überhaupt führte uns unser Hobby, das Wildwasserpaddeln. Viele klassische Wildwasserreviere hatten wir in Europa schon kennengelernt. Als ein Kajakreiseveranstalter die zweiwöchige Tour durch die Mutter aller Schluchten anbot, waren wir natürlich dabei.

Es war phänomenal! Die grandiose Natur des Grand Canyons zwölf Tage lang so intensiv zu erleben war der Hammer. Die hoch aufragenden Felswände, die wechselnden Farben des Gesteins und der gewaltige Fluss. Wir machten kurze Wanderungen in Nebencanyons mit sprudelnden Wasserfällen und schliefen unter einem gigantischen Sternenhimmel.

Blick aus einer großen Höhle auf den Grand Canyon

Die Redwall Cavern hat gigantische Ausmaße

Dazu die Herausforderung, mit dem Kajak dieses „big water“ zu bewältigen. Wir kämpften uns über zwei Meter hohe Wellenberge, wurden von tückischen Strudeln aus dem Kurs gebracht und mussten uns das ein oder andere Mal dem Fluss geschlagen geben. Abends im Camp war das fette Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern zu wischen.

Carretera Austral – das erste Mal Schotterpiste fahren

Im Süden Chiles führt die Carretera Austral als unbefestigte Schotterpiste weit hinunter in die einsamen Landschaften Patagoniens. Wir hatten zunächst gezögert, ob wir das wirklich machen wollten. Keiner von uns hatte bisher Erfahrung auf Pisten. Schließlich siegte die Abenteuerlust über die Ängste.

In Puerto Varas übernahmen wir einen auf Hochglanz polierten Geländewagen. Nachdem wir die letzten asphaltierten Straßen von Puerto Montt hinter uns gelassen hat, ging die Staubpiste immer am Meer entlang Richtung Süden. Kleine bunte Fischerboote schaukelten in den Buchten. Und plötzlich durchströmte mich ein warmes Glücksgefühl. Wir machen das tatsächlich! Wir fahren die Carretera Austral nach Patagonien!Gina und Marcus neben dem staubigen SUV auf der Carretera Austral

Unnötig zu sagen, dass es ein super Trip war. Mit einfachen Fähren überquerten wir Fjorde, wir bestaunten die riesigen Alerce-Bäume, schaukelten über Brücken aus Bretterplanken, wanderten zu blauglänzenden Gletschern und erreichten schließlich den türkisblau schimmernden Lago General Carrera, den zweitgrößten See Südamerikas.

Und der anfangs noch glänzende Geländewagen war mit einer dicken Staubschicht des Abenteuers überzogen.

Iguazú-Fälle – die donnernde Macht des Wassers

Ein Höhepunkt auf unserer Weltreise war der Besuch der Iguazú-Wasserfälle an der argentinisch-brasilianischen Grenze. Wasser fasziniert uns sowieso und die Gewalt dieses Elements zu erleben, war zutiefst bewegend.

Natürlich haben wir die Fälle sowohl von der brasilianischen als auch von der argentinischen Seite besucht. Auf der brasilianischen Seite erhascht man wunderschöne Panoramablicke auf das breite Band der Wasserfälle. Auf der Brücke zu einer Aussichtsplattform wurden wir von der Gischt der Fälle durchnässt. Wir genossen es und drehten uns in der funkelnden Wolke von Millionen winziger Wassertröpfchen.Wasserfälle und Gischt bei Iguazu

Auf der argentinischen Seite kamen wir dem spektakulärsten Fall, der Garganta del Diablo (Teufelsschlund) ganz nahe. Mit unglaublicher Gewalt zogen die Wassermassen über die Kante, donnerten in die Tiefe und produzierten einen Gischtnebel, der uns den Fuß des Falls nicht erkennen ließ. Ein Regenbogen bildete sich im Gischtnebel. Ich hätte stundenlang hier stehen und zuschauen können.

Ach ja: paddelbar sind die Iguazú-Fälle übrigens nicht…

Roadtrip durchs Outback

Ein weiterer Höhepunkt unserer Weltreise war unser Roadtrip durch Australiens Outback. Trotz aller Begeisterung für lebendiges, bewegtes Wasser gilt unsere zweite Leidenschaft kargen Landschaften wie Wüsten und Steppen.One-lane-road

In Australien faszinierte uns die rote Erde, der blaue, wolkengetüpfelte Himmel und die knorrigen Bäume der Savanne. Die Straße lag wie ein gerades Band vor uns. Hunderte von Kilometern fuhren wir, ohne auf eine Ortschaft zu treffen. Die Landschaft zog an uns vorbei, immer gleich, nie eintönig. Das Fahren wurde fast meditativ, wir hingen unsereren Gedanken nach, die sich eigene Wege bahnten und unser Leben reflektierten. Innere Konflikte, die ich lange in mir vergraben hatte, stiegen auf, beschäftigten mich eine Weile und lösten sich dann auf. Ich kam mit alten Probleme ins Reine. Das Outback hatte eine nahezu therapeutische Wirkung auf mich. Eine Erfahrung, die mir andere Outback-Reisende bestätigt haben.

Kambodscha und die Killing Fields von Choeung Ek

Das letzte Reise-Erlebnis, das ich hier aufführen möchte, ist sicher nicht schön im herkömmlichen Sinne. Aber da es mich tief berührt hat, gehört es für mich zu meinen wichtigsten Reise-Erinnerungen.

Wir begannen unsere Kambodschareise in Phnom Penh. Natürlich gehört der Besuch der Killing Fields von Choeung Ek in der Nähe von Phnom Penh zum Pflichtprogramm. In dieser Erinnerungsstätte, die vorbildlich gestaltet wurde, wird der ganze Schrecken des Regimes der Roten Khmer greifbar, ohne ins Sensationsheischende zu verfallen. Alle Besucher gingen still und nachdenklich durch das Gelände. An dem Baum, an dem die Roten Khmer Babys vor den Augen ihrer Mütter totgeschlagen hatten, konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Fassungslosigkeit darüber, wozu Menschen fähig sind mischte sich mit der traurigen Gewissheit, das so etwas immer wieder vorkommen kann.Gedenkstupa in Choeung Ek

Im krassen Gegensatz zu dieser traurigen Historie, die noch gar nicht lange her ist haben wir dagegen die Bevölkerung Kambodschas erlebt. Immer ein Lächeln im Gesicht, immer freundlich und hilfsbereit. Es war herzerwärmend, dies zu erleben und hat Kambodscha zu unserem Südostasien-Highlight gemacht.

Das waren einige unserer Reise-Erlebnisse, an die wir immer wieder zurückdenken und die uns auf die eine oder andere Art berührt haben. Natürlich gäbe es noch so viel mehr: die majestätische Schönheit der Andengipfel, der Moment, als wir einen Koala auf dem Arm halten durften, die überwältigende Pracht der Shwedagon-Pagode in Yangon…. Je länger ich nachdenke, desto mehr Momente fallen mir ein, die ich nicht missen möchte.

Was sind deine beeindruckendsten Reise-Erlebnisse? Schreib es uns gerne in die Kommentare!