Ein Road­trip durch Aus­tra­li­ens Out­back ist für vie­le der Inbe­griff einer Aus­tra­li­en-Rei­se. Doch wie ein­fach oder schwie­rig lässt sich so ein Road­trip rea­li­sie­ren? Was für Gefah­ren dro­hen im Out­back? Wie sieht es mit gefähr­li­chen Tie­ren aus? Brau­che ich ein 4WD-Fahr­zeug? Was ist die rich­ti­ge Rei­se­zeit? Muss ich Cam­ping machen oder gibt es ande­re Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten? Fra­gen über Fra­gen, die auch uns vor unse­rem Trip von Cairns nach Dar­win beschäf­tig­ten.

Das Fahr­zeug für dei­nen Road­trip durchs Out­back

Natür­lich ist ein Gelän­de­wa­gen mit 4WD-Antrieb die Alter­na­ti­ve, die dir für dein Aben­teu­er so gut wie alle Stra­ßen im Out­back offen ste­hen lässt. Es gibt genü­gend Ange­bo­te, vom Gelän­de­wa­gen mit Dach­zelt bis zum rela­tiv kom­for­ta­blen gelän­de­taug­li­chen Cam­per­van.

Der Nach­teil ist, dass die­se Autos natür­lich ziem­lich teu­er sind. Nicht nur wegen der hohen Miet­prei­se, son­dern auch durch den in der Regel durch hohen Sprit­ver­brauch. Viel­leicht möch­test du bei dei­nem Road­trip auch kei­nen Gelän­de­wa­gen fah­ren, weil du mit der Fahr­tech­nik nicht ver­traut bist. In dem Fall ist es eine wei­se Ent­schei­dung, ein Fahr­zeug zu wäh­len, mit dem du sicher umge­hen kannst. Das Fah­ren im unebe­nen Gelän­de des Out­backs setzt näm­lich nicht nur ein gelän­de­taug­li­ches Auto, son­dern auch einen ver­sier­ten Fah­rer vor­aus.

Ein nor­ma­ler Cam­per­van oder ein Wohn­mo­bil ist eine durch­aus ver­nünf­ti­ge Wahl für einen Rund­rei­se ins Nort­hern Ter­rito­ry. Du fin­dest genü­gend asphal­tier­te Stra­ßen vor, auf denen du dich mit dem Cam­per­van sicher bewe­gen kannst. Der klei­ne Wer­muts­trop­fen ist, dass dir das Fah­ren auf unbe­fes­tig­ten Pis­ten ver­wehrt ist. Schau genau in die Bedin­gun­gen dei­nes Miet­ver­trags. Wir durf­ten mit unse­rem Cam­per­van bei­spiels­wei­se unbe­fes­tig­te Stra­ßen befah­ren, wenn sie zu einem offi­zi­el­len Cam­ping­platz führ­ten.

grüner Campervan an der Grenze zu Queensland

Out­back-Road­trip mit dem Cam­per­van

Du fühlst dich auch mit einem Cam­per­van nicht wohl? Natür­lich kannst du auch mit einem PKW los­fah­ren und in Road­houses oder in klei­nen Orten Zim­mer zum Über­nach­ten mie­ten. Du bist damit auf dei­nem Road­trip ein wenig unfle­xi­bler als mit dem Cam­per­van unter­wegs, da du auf die­se Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten ange­wie­sen bist. Viel­leicht ist es dir der zusätz­li­che Kom­fort aber wert.

Rei­se­rou­ten und Rei­se­zeit für den Road­trip durchs Out­back

Die gute Nach­richt: Out­back fin­dest du über­all in Aus­tra­li­en, da Aus­tra­li­en zum größ­ten Teil aus Busch oder Savan­ne besteht. Du kannst zum Bei­spiel auf dem Stuart High­way von Süd nach Nord Aus­tra­li­en durch­que­ren.

Unse­re Rou­te durchs Out­back führ­te uns auf dem Savan­nah Way von Cairns bis Nor­man­ton. Ab Nor­man­ton führt der Savan­nah Way als unbe­fes­tig­te Stra­ße (unsea­led road) bis Dar­win. Daher bogen wir in Nor­man­ton auf den Matil­da Deve­lop­men­tal High­way nach Clon­cur­ry ab. Von dort ging es auf dem Bark­ly High­way Rich­tung Wes­ten, bis wir bei Three Ways im Nort­hern Ter­rito­ry den berühm­ten Stuart High­way erreich­ten, der uns nach Dar­win führ­te.

Auf dem Rück­weg fuh­ren wir ab Clon­cur­ry den Flin­ders High­way, der bei Towns­vil­le auf die Küs­te Queens­lands stößt.

Die­se High­ways im Out­back sind alle asphal­tiert und pro­blem­los mit einem nor­ma­len Cam­per­van oder PKW zu befah­ren. Aller­dings kann es dir pas­sie­ren, dass eine Bau­stel­le über einen unbe­fes­tig­ten Sei­ten­strei­fen umfah­ren wer­den muss. Eine wei­te­re Beson­der­heit eines Road­trips im Inne­ren Asu­tra­li­ens sind One-Lane-Roads. Die­se haben nur in der Mit­te einen ein­zel­nen Asphalt­strei­fen, auf dem ein Fahr­zeug fah­ren kann. Bei Gegen­ver­kehr weicht jeder Fah­rer mit zwei Rädern auf den unbe­fes­tig­ten Rand aus. Kommt dir auf einer sol­chen One-Lane-Road ein Road­train ent­ge­gen, emp­fiehlt es sich, ganz auf den Sei­ten­strei­fen aus­zu­wei­chen und dem Unge­tüm die asphal­tier­te Fahr­bahn zu über­las­sen. Das ist nicht Feig­heit, son­dern in dei­nem eige­nen Inter­es­se. Der Road­train wir­belt näm­lich sonst eine Wol­ke an Stein­chen auf, die wie ein Hagel­schau­er auf dei­nen Wagen pras­seln wer­den.

One-lane-road

One-lane-road

Etwa alle 200 Kilo­me­ter pas­sierst du einen klei­nen Out­back-Ort oder zumin­dest ein Road­house. Dort fin­dest du eine Tank­stel­le und die Mög­lich­keit, dich mit Was­ser und ein paar Basics an Lebens­mit­teln zu ver­sor­gen. Du musst also nicht unbe­dingt für Tage Was­ser und Sprit bun­kern. Die Ben­zin­prei­se stei­gen, je wei­ter du ins Lan­des­in­ne­re vor­dringst. Es macht also Sinn, jedes­mal voll­zu­tan­ken, wenn du auf dem Weg ins Out­back vor­dringst. Die nächs­te Tank­stel­le ist wahr­schein­lich noch teu­rer. Auf unse­rem Road­trip haben wir im Bark­ly Road­house kurz vor Three Ways die höchs­ten Sprit­prei­se gezahlt.

Typisches Roadhouse im Outback

Typi­sches Road­house

Im tro­pi­schen Nor­den, wo wir unter­wegs waren, ist die Tro­cken­zeit die güns­tigs­te Rei­se­zeit. Zwi­schen April und Oktober/November herr­schen ange­nehm war­me Tem­pe­ra­tu­ren tags­über, nachts kannst du mit etwas Abküh­lung rech­nen. Nach Ende der Regen­zeit, also im April/Mai ist die Vege­ta­ti­on noch üppig und die Was­ser­fäl­le sind gut ein­ge­schenkt. Wir waren im September/Oktober unter­wegs, da waren vie­le Pflan­zen ver­dorrt und braun und ein paar Was­ser­fäl­le nicht mehr besu­chens­wert.

Ausgetrocknetes Flussbett im Outback

Ganz schön tro­cken

In der Regen­zeit wird es uner­träg­lich schwül-heiß, sint­flut­ar­ti­ge Regen­fäl­le und Gewit­ter kön­nen Stra­ßen über­flu­ten und unpas­sier­bar machen. Nicht wirk­lich ide­al für einen Road­trip mit dem Cam­per­van.

Wenn du ins Zen­trum Aus­tra­li­ens möch­test, wählst du eben­falls den aus­tra­li­schen Win­ter von Mai bis Okto­ber als Rei­se­zeit. Tags­über ist es warm, nachts kann es sehr kalt wer­den, im Juli/August sogar bis zum Gefrier­punkt. Im Som­mer herrscht Back­ofen­hit­ze von bis 40 – 45 Grad im Lan­des­in­ne­ren. In Extrem­fäl­len wird sogar die 50-Grad-Mar­ke geknackt.

Was benö­tigst du für einen Out­back-Road­trip?

Wie oben erwähnt kannst du mit einem ganz nor­ma­len Cam­per­van durchs Out­back rei­sen, wenn du dich auf den High­ways bewegst. Bevor du auf dei­nen Road­trip star­test, soll­te natür­lich Tank und Was­ser­tank gefüllt sein. Du musst aber nicht befürch­ten, dich für meh­re­re Tage bevor­ra­ten zu müs­sen. Du pas­sierst regel­mä­ßig (min­des­tens alle 200 Kilo­me­ter) einen Ort oder ein Road­house, wo du tan­ken und dich mit dem Nötigs­ten ver­sor­gen kannst.

Für den Ein­kauf von Lebens­mit­teln emp­feh­len wir dir hin­ge­gen eine klei­ne Vor­rats­hal­tung. In grö­ße­ren Orten wirst du Super­märk­te wie Wool­worths oder Coles fin­den, in denen du dich ein­de­cken soll­test. Fri­sche Lebens­mit­tel sind in klei­nen Dör­fern oder Road­houses nur schwer zu bekom­men und sehr teu­er.

Wir raten dir, dei­nen Cam­per­van mit Mücken­schutz-Git­tern aus­zu­rüs­ten, falls die­se nicht schon vor­han­den sind. So kannst du nachts Luft durchs Auto las­sen, ohne die klei­nen Quäl­geis­ter her­ein­zu­las­sen. Du bekommst den fle­xi­blen Mücken­schutz zum Zuschnei­den unter der Bezeich­nung „fly screen” in Bau­märk­ten. Auch eine Pla­ne als Son­nen­schutz für die Wind­schutz­schei­be ist emp­feh­lens­wert, wenn du auf einem son­ni­gen Stell­platz stehst.

Campervan mit Plane über der Windschutzscheibe

Pla­ne als Son­nen­schutz

Fürs Zurecht­fin­den im Out­back kannst du ent­we­der Off­line-Kar­ten wie maps.me benut­zen oder du besorgst dir Über­sichts­kar­ten in den Tou­rist-Infos. Da es nur eine Stra­ße gibt, sind die für einen Road­trip völ­lig aus­rei­chend. In einem klei­nen Ort namens Prai­rie beka­men wir mal eine Weg­be­schrei­bung nach Dar­win: Gera­de­aus bis Mount Isa, rechts abbie­gen, gera­de­aus bis Three Ways, rechts abbie­gen, gera­de­aus bis Dar­win. Stre­cke etwa 2000 Kilo­me­ter!

Sehr hilf­reich und abso­lut emp­feh­lens­wert ist die App Wiki­Camps. Dort fin­dest du nicht nur Cam­ping­plät­ze mit Aus­stat­tung, Preis und Bewer­tung, son­dern noch vie­le ande­re nütz­li­che Infos. Wir haben so man­chen schö­nen Rast­platz für eine Pau­se über die­se App gefun­den. Wiki­Camps zeigt dir auch an, wo du legal kos­ten­los auf einem Rast­platz über­nach­ten kannst.

Marcus an schattigem Picknicktisch

Idyl­li­scher Pick­nick­platz dank Wiki­Camps

Du kannst die Kar­ten run­ter­la­den und off­line nut­zen, wozu wir dir raten, da die Mobil­funk­ab­de­ckung im Out­back schlecht bis nicht vor­han­den ist.

Apro­pos Mobil­funk: eine aus­tra­li­sche SIM-Kar­te für dein Han­dy ist sicher nütz­lich. Stell dich aber dar­auf ein, dass du außer­halb grö­ße­rer Ort­schaf­ten kei­nen Emp­fang haben wirst. Wenn du nach Mobil­funk­an­bie­tern in Aus­tra­li­en schaust, wird dir oft das rela­tiv teu­re Tel­s­tra emp­foh­len, da es eine grö­ße­rer Netz­ab­de­ckung hat als bil­li­ge Anbie­ter wie Optus oder Voda­fone. Wir hat­ten bei­de Kar­ten (Tel­s­tra gab es über Aldi, nur im Süden Aus­tra­li­ens erhält­lich) und hat­ten bei­de kei­nen Emp­fang im Out­back.

Wenn du vor­hast, Bush­walks im Out­back zu unter­neh­men, soll­test du mit adäqua­tem Son­nen­schutz (Kopf- und Nacken­be­de­ckung, Son­nen­milch Fak­tor 50) und fes­ten, am bes­ten knö­chel­ho­hen Schu­hen aus­ge­rüs­tet sein. Sehr wich­tig ist auch, genü­gend Was­ser dabei zu haben. Wir haben jeder in unse­rem Ruck­sack eine Zwei-Liter-Trink­bla­se und haben für län­ge­re Wan­de­run­gen noch zusätz­lich eine Was­ser­fla­sche mit­ge­nom­men.

Marcus mit Wanderschuhen und Sonnenkäppi beim Bushwalk

Aus­ge­rüs­tet zum Bush­walk

Das Was­ser aus unse­rem Was­ser­tank im Cam­per­van haben wir übri­gens nur zum Kochen und Spü­len benutzt. Da es wäh­rend des Road­rips tage­lang in einem gut gewärm­ten Tank schwappt, trau­ten wir der Qua­li­tät nicht so recht. Hat­ten wir mal kein fri­sches Trink­was­ser mehr, haben wir das Tank­was­ser mit Micropur Tablet­ten auf­be­rei­tet.

Stra­ßen­ver­kehr im Out­back

Natür­lich herrscht im Out­back, genau wie im rest­li­chen Aus­tra­li­en, Links­ver­kehr. Wir haben uns ziem­lich schnell dar­an gewöhnt. Ich fin­de, dadurch dass man einen Cam­per­van mit Rechts­len­ker hat, fällt die Ori­en­tie­rung auf die „rich­ti­ge” Stra­ßen­sei­te leich­ter. Den­noch ist es uns auch nach Wochen der Fahr­pra­xis mal pas­siert, dass wir unauf­merk­sam waren und uns nach dem Abbie­gen auf der fal­schen Stra­ßen­sei­te wie­der­fan­den.

Auf dei­nem Road­trip durchs Out­back wer­den dir auf den High­ways regel­mä­ßig ande­re Fahr­zeu­ge begeg­nen. Du musst also nicht befürch­ten, im Fal­le einer Pan­ne stun­den­lang auf Hil­fe war­ten zu müs­sen. Natür­lich ist die Ver­kehrs­dich­te den­noch ziem­lich gering und du kannst die ein­sa­me Land­schaft genie­ßen.

Wenn du auf den Stra­ßen des Out­backs unter­wegs bist, wird dir bald auf­fal­len, dass ent­ge­gen­kom­men­de Auto­fah­rer die Fin­ger der lin­ken Hand kurz vom Lenk­rad heben. Die­ser „Busch­gruß” ist eine der net­ten Ges­ten des aus­tra­li­schen Out­backs.

Schild mit der Warnung vor Roadtrains, 50 Meter lang

Schil­der war­nen vor Road­trains

Wei­ter oben habe ich schon die Road­trains erwähnt. Wie du sicher weißt, sind das rie­si­ge Last­zü­ge, die bis zu 50 Meter lang sind und meist drei schwer bela­de­ne Anhän­ger hin­ter sich her­zie­hen. Sie sind stark moto­ri­siert und brau­sen mit 100 km/h über die High­ways. Wir hat­ten anfangs gro­ßen Respekt vor den Unge­tü­men. Es emp­fiehlt sich, weit am Rand zu fah­ren und das Lenk­rad gut fest­zu­hal­ten, denn ein ent­ge­gen­kom­men­der Road­train ent­wi­ckelt einen gewis­sen Luft­zug. Gera­de ein rela­tiv hohes Fahr­zeug wie ein Cam­per­van kann da emp­find­lich reagie­ren. Mit einem biss­chen Umsicht ist das aber gut zu meis­tern.

Roadtrain mit drei Anhängern kommt auf der Straße entgegen

Road­train vor­aus!

Das Schild „Grid” kün­digt ein Git­ter im Stra­ßen­ni­veau an. Es soll Rin­der dar­an hin­dern, ihre Wei­de­grün­de im Out­back zu ver­las­sen. Anfangs haben wir vor die­sen Eisen­git­tern immer abge­bremst, um vor­sich­tig dar­über zu zuckeln. Trotz­dem schep­per­te das Geschirr im Schrank. Spä­ter haben wir gelernt, dass man mit nor­ma­ler Geschwin­dig­keit die Git­ter pas­siert. Dann flutscht man flüs­sig drü­ber. Daher rech­nen aus­tra­li­sche Auto­fah­rer auch nicht damit, dass ein vor ihnen fah­ren­des Fahr­zeug vor den Grids abbremst.

Schild "Grid" am Straßenrand

Nicht irri­tie­ren las­sen und wei­ter­bret­tern

Oft wirst du auf dei­ner Fahrt ein Schild sehen, dass vor „Flood­way” warnt. Meist ste­hen auch Mess­lat­ten am Stra­ßen­rand, die im Fal­le der Über­flu­tung die Was­ser­tie­fe anzei­gen. Wir waren sehr beein­druckt, dass die Ska­la oft bis 2 Meter reich­te. Da wir in der Tro­cken­zeit unter­wegs waren, haben wir kei­ne über­flu­te­ten Stra­ßen erlebt. Unnö­tig zu sagen, dass du mit einem Cam­per­van nicht durch einen unter Was­ser ste­hen­den Flood­way fah­ren soll­test, oder?

Schild, das vor Überflutung der Straße warnt

Nach Regen­fäl­len kann die Fahr­bahn geflu­tet sein

Gefah­ren im Stra­ßen­ver­kehr

Auf­grund der gerin­gen Ver­kehrs­dich­te ist das Fah­ren auf den High­ways des Out­backs sehr sicher. Die größ­te Gefahr auf einem Road­trip ist die der Über­mü­dung am Steu­er. Auf­grund der ein­tö­ni­gen Stre­cke, die meist nur gera­de­aus führt kön­nen sich leicht Müdig­keit und Unauf­merk­sam­keit ein­stel­len. Immer wie­der wei­sen Warn­schil­der die aus­tra­li­schen Auto­fah­rer dar­auf hin.

Schild "Don't sleep and drive"

Sehr hilf­rei­cher Hin­weis!

Dage­gen hilft, regel­mä­ßig Pau­sen ein­zu­le­gen und sich mit dem Fah­ren abzu­wech­seln, wenn man zu zweit oder meh­re­ren unter­wegs ist. Es gibt immer wie­der Rast­plät­ze an der Stre­cke, oft auch mit öffent­li­chen Toi­let­ten, die in einem erstaun­lich akzep­ta­blen Zustand sind. Benut­ze nicht die Park­buch­ten, die aus­drück­lich für die Trucks aus­ge­wie­sen sind!

Schild, das vor Kollision mit einem Rind warnt

Rind frisst Auto – oder was?

Eine wei­te­re Gefahr auf den Stra­ßen des Out­back stel­len Tie­re dar. Zur Abwechs­lung mal nicht die hoch­gif­ti­gen Spin­nen und Schlan­gen, für die Aus­tra­li­en berüch­tigt ist, son­dern die etwas gewich­ti­ge­ren Ver­tre­ter der Fau­na. Zahl­lo­se tote Walla­bys und Kän­gu­ruhs am Stra­ßen­rand zeu­gen von der man­geln­den Ver­kehrs­taug­lich­keit die­ser süßen Spe­zi­es. Noch gra­vie­ren­der ist die Gefahr, wenn dir wäh­rend der Fahrt ein Rind vor die Stoß­stan­ge läuft. Da die rie­si­gen Wei­de­flä­chen des Out­backs in der Regel nicht ein­ge­zäunt wer­den kön­nen, läuft das Vieh unge­hin­dert auf der Stra­ße. Daher blei­be bei dei­nem Road­trip immer auf­merk­sam und fah­re mög­lichst nicht in der Däm­me­rung oder Dun­kel­heit.

Rind läuft vor Vorfahrt-achten-Schild über die Straße

Klar, wer hier Vor­fahrt hat…

Was uns anfangs auf unse­rer Rei­se etwas Sor­gen mach­te, war die Gefahr von Busch­feu­ern. Da wir am Ende der Tro­cken­zeit unter­wegs waren, war der Busch aus­ge­dörrt. Am Stra­ßen­rand ste­hen immer wie­der Schil­der, die auf mit einer Ska­la das Busch­feu­er-Risi­ko anzei­gen. Es war meist im obe­ren Bereich. Wir sahen vie­le geschwärz­te Baum­stäm­me, die auf vor­an­ge­gan­ge­ne Brän­de hin­wie­sen. Manch­mal schwel­te es auch noch im Gestrüpp unter den Bäu­men. Spä­ter erfuh­ren wir, dass die meis­ten die­ser Feu­er gezielt abge­brannt wer­den und waren etwas beru­hig­ter.

feuergeschwärzte Baumstämme am Straßenrand im Outback

Vom Feu­er geschwärz­te Stäm­me sind kei­ne Sel­ten­heit im Out­back

Tie­re im Out­back

Rie­si­ge Spin­nen und hoch­gif­ti­ge Schlan­gen – das ist das ers­te, wor­an vie­le den­ken, wenn es um Tier­be­geg­nun­gen im Out­back geht. Zur Beru­hi­gung: wir haben weder die einen noch die ande­ren ange­trof­fen. Natür­lich heißt das nicht, dass es kei­ne gif­ti­gen Tie­re gibt, aber die Gefahr wird oft über­schätzt.

Um dich vor gif­ti­gen Schlan­gen zu schüt­zen, soll­test du am bes­ten knö­chel­ho­he Stie­fel tra­gen, wenn du zu Fuß im Gelän­de unter­wegs bist. Außer­dem wird gera­ten, beherzt auf­zu­tre­ten. Schlan­gen spü­ren dann, dass du kommst und machen sich in der Regel davon. Ent­ge­gen ver­brei­te­ter Befürch­tun­gen gehört der Mensch näm­lich nicht in die Nah­rungs­ket­te der Rep­ti­li­en.

Modell des größten jemals gefangenen Krokodils. Es war 8,63 m lang!

Modell des größ­ten jemals gefan­ge­nen Kro­ko­dils. Es war 8,63 m lang!

Eine reel­le Gefahr sind Kro­ko­di­le, die berüch­tig­ten „Sal­ties”. Die­se leben im Nor­den Aus­tra­li­ens ent­lang der Fluss­läu­fe und Küs­te. Du soll­test kei­nes­falls die Warn­schil­der igno­rie­ren und in sol­chen Gewäs­sern baden gehen. Auch von Fluss­durch­que­run­gen – die du mit dem Cam­per­van eh nicht machen soll­test – raten wir dir ab. In der Regen­zeit kön­nen die Crocs mit den hohen Was­ser­stän­den weit land­ein­wärts gelan­gen.

Krokodile im East Alligator River

Kro­ko­di­le im East Alli­ga­tor River

Weni­ger gefähr­lich als läs­tig kön­nen die grü­nen Amei­sen wer­den. Bei den Abori­gi­nals gel­ten sie als Deli­ka­tes­se, da sie zitro­nig schme­cken. Auf Natur­füh­run­gen im Out­back bekommst du mög­li­cher­wei­se die Gele­gen­heit, an einer grü­nen Amei­se zu lecken. Ich konn­te mich aller­dings nicht dazu über­win­den. Wir hat­ten ein­mal nicht auf­ge­passt und eine Wäsche­lei­ne vom Cam­per­van zu einem Baum gespannt, auf dem grü­ne Amei­sen leb­ten. Am nächs­ten Mor­gen hat­ten wir ordent­lich zu tun, die Ameisen­hor­den vom Auto zu fegen. Zum Glück waren sie nur außen hin gelangt.

Einem ande­ren Ver­tre­ter der Spe­zi­es Krab­bel­tie­re wirst du nicht direkt begeg­nen. Ter­mi­ten sind jedoch an ihren cha­rak­te­ris­ti­schen Bau­ten unschwer zu erken­nen. Es gibt klei­ne und rie­si­ge Ter­mi­ten­hü­gel, rund und bucke­lig oder schnur­ge­ra­de wie Bret­ter. Das Out­back ist voll damit.

Gigantischer Termitenhügel

Gigan­ti­scher Ter­mi­ten­hü­gel

Was dir auf jeden Fall in Mas­sen im Out­back begeg­nen wird, sind Frö­sche. Vor allem in Toi­let­ten hal­ten sie sich ger­ne auf und wir haben uns ange­wöhnt, erst mal einen prü­fen­den Blick in die Schüs­sel zu wer­fen. Aber auch auf den Cam­ping­plät­zen hüp­fen sie ger­ne abends durchs Gelän­de.

kleiner grüner Frosch in Edelstahlspüle

Sogar in der Spü­le tra­fen wir Frö­sche an

Im Gebiet der Ost­küs­te gibt es die gif­ti­gen Cane Toads, eine miss­glück­te Maß­nah­me der Schäd­lings­be­kämp­fung in den Zucker­rohr­fel­dern. Sie wur­den aus Bra­si­li­en ein­ge­führt und haben in Aus­tra­li­en kei­ne natür­li­chen Fein­de, so dass sie sich unge­hemmt ver­mehr­ten und zur Pla­ge wur­den. Du brauchst aber kei­ne Angst vor ihnen zu haben, ihr Gift sitzt in der Haut. Solan­ge du nicht auf den abwe­gi­gen Gedan­ken kommst, eine Cane Toad zu küs­sen, sind sie nicht schäd­lich für dei­ne Gesund­heit.

So, jetzt aber zu den Tie­ren, die unser Herz höher schla­gen las­sen! Kän­gu­rus zum Bei­spiel.

Warnschild mit Känguruh

Lei­der sind Kän­gu­ruhs wenig ver­kehrs­taug­lich

Lei­der haben wir fast mehr tote als leben­di­ge die­ser Hüp­fer auf unse­rem Road­trip durchs Out­back gese­hen. Doch manch­mal raschel­te und hüpf­te es um uns her­um, sobald die Däm­me­rung auf dem Cam­ping­platz ein­brach. Dann konn­ten wir schon mal einen Blick auf die pos­sier­li­chen Tier­chen wer­fen.

Känguruh grast

Kän­gu­ruh mit vol­lem Beu­tel

Ab und zu wirst du Kame­le im Out­back zu Gesicht bekom­men. Sie wur­den als Last­tie­re impor­tiert und sind teils ver­wil­dert, teils auf Far­men zu fin­den. Auf der Banka Banka Sta­ti­on im Nort­hern Ter­rito­ry konn­ten wir Kame­le von nahem bewun­dern. Ab und zu sahen wir auch wel­che in der Savan­ne.

Vie­le ver­schie­de­ne Vögel sind im Out­back unter­wegs. Schnee­wei­ße Kaka­dus, pin­ke Galahs, Apost­le Birds, die meist im Dut­zend auf­tau­chen, zig Arten von Was­ser­vö­geln in den Sumpf­land­schaf­ten des Nor­dens…

Kakadus an einem Rasensprenger

Die Kaka­dus fan­den den Rasen­spren­ger ganz toll

Wir genos­sen vor allem die exo­ti­sche Geräusch­ku­lis­se, die die­se Vögel uns boten. Aber Ach­tung: mehr als ein­mal ist uns pas­siert, dass ein gefie­der­ter Räu­ber sich an unse­rem Früh­stücks­tisch bedient hat, sobald wir dem kurz den Rücken kehr­ten.

Zwei­mal sahen wir einen oder meh­re­re Emus majes­tä­tisch über die Stra­ße schrei­ten.

Sehr typisch fürs Out­back sind Flug­hun­de, die tags­über in den Bäu­men abhän­gen und abends auf die Nah­rungs­su­che gehen. Sie sind im Gegen­satz zu Fle­der­mäu­sen Vege­ta­ri­er und ernäh­ren sich rein pflanz­lich. In so einer Flug­hund-Kolo­nie ist immer was los. Auch tags­über herrscht ein stän­di­ges Schub­sen und Quie­ken.

Flughunde im Baum

Flug­hun­de im Baum

Men­schen im Out­back

Auch wenn es recht ein­sam ist im Inne­ren Aus­tra­li­ens wirst du auf dei­nem Road­trip auf Men­schen tref­fen. Am häu­figs­ten wer­den dir die „Grey Nomads” begeg­nen, die die Cam­ping­plät­ze bevöl­kern. Vie­le Aus­tra­li­er im Ren­ten­al­ter flie­hen vor dem feucht­kal­ten Win­ter der aus­tra­li­schen Süd­küs­te und ver­brin­gen die­se Mona­te im war­men Nor­den. Dabei ist vor allem die Ost­küs­te Queens­lands beliebt, aber auch im Out­back wirst du sie in Scha­ren antref­fen. Aus­ge­rüs­tet mit PS-star­ken Gelän­de­wa­gen, an die hoch­räd­ri­ge robus­te Wohn­wa­gen gekop­pelt sind, sind sie auch für die unsea­led roads gerüs­tet. Wir haben immer wie­der gestaunt, was für rie­si­ge Wohn­wa­gen Out­back-taug­lich sind. Die Grey Nomads sind sehr umgäng­lich und erstaun­lich dis­zi­pli­niert. Auch wenn sich am Nach­mit­tag fürs gemein­sa­me Bier zusam­men­ge­setzt wird, ist spä­tes­tens um neun Uhr Ruhe auf dem Camp­ground.

Je wei­ter du nach Nor­den und ins Lan­des­in­ne­re kommst, des­to öfter wer­den dir die Urein­woh­ner Aus­tra­li­ens begeg­nen. Die Abori­gi­nals leben aller­dings deut­lich getrennt von der wei­ßen Bevöl­ke­rung. Wir hat­ten sehr stark den Ein­druck, dass von gelun­ge­ner Inte­gra­ti­on noch lan­ge nicht gespro­chen wer­den kann. Wegen der elen­den Situa­ti­on ist Alko­ho­lis­mus ein gro­ßes Pro­blem. Du wirst auf Orte sto­ßen, in denen öffent­li­cher Alko­hol­kon­sum strikt ver­bo­ten ist.

In klei­nen Orten wirst du auch mit der loka­len wei­ßen Bevöl­ke­rung in Berüh­rung kom­men. Es sind oft skur­ri­le, lie­bens­wer­te Cha­rak­te­re, die wie die meis­ten Aus­tra­li­er freund­lich und hilfs­be­reit sind. Viel­leicht hast du die Gele­gen­heit, einen Abend mit bush poe­try zu erle­ben. Das sind kurio­se und wit­zi­ge Gedich­te, die vom Leben im Out­back han­deln.

Plakat mit Ankündigung eines Bush Poetry Abends

Nix wie hin – Ankün­di­gung eines Bush Poe­try Abends

Eine typi­sche Figur des Out­backs, auf die du eher in Form von Denk­mä­lern oder Geschich­ten sto­ßen wirst, ist der Dro­ver. Das ist sozu­sa­gen der aus­tra­li­sche Cow­boy. Wochen­lang in den Wei­ten der Savan­ne unter­wegs ist er heu­te ein Sinn­bild rau­er Roman­tik gewor­den.

Nütz­li­che Tipps und Links für dei­nen Road­trip im Out­back

  • Cam­per­van mie­ten: unse­rer Erfah­rung nach ist es am güns­tigs­ten, den Cam­per­van über eine deut­sche Agen­tur zu mie­ten. Die Prei­se waren deut­lich bes­ser als direkt bei den aus­tra­li­schen Ver­lei­hern. Ach­te auf die Län­ge der Bet­ten, die sind oft sehr kurz! Wir hat­ten unse­ren Cam­per­van von Jucy gemie­tet, unter ande­rem wegen der kom­for­ta­blen Bett­grö­ße.
  • Unver­zicht­bar fürs Cam­ping: Wiki­Camps
  • Wo fin­dest du die nächs­ten Super­märk­te: Wool­worths und Coles
  • Mobil­funk­an­bie­ter in Aus­tra­li­en: Optus, Voda­fone, Tel­s­tra

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