Das gro­ße Gerüst für unse­re Welt­rei­se steht. Die Rou­ten­pla­nung ist im Vor­feld erfolgt, wir haben uns für ein Round-the-world-Ticket ent­schie­den, das die Eck­punk­te unse­rer Rei­se vor­gibt. Eine gewis­se Fle­xi­bi­li­tät ist dabei den­noch vor­han­den, da wir die Flug­da­ten immer noch ver­schie­ben kön­nen.

Die grobe Route steht fest

Die gro­be Rou­te steht fest

Ein paar Sachen haben wir von zu Hau­se aus gebucht: die Airb­nb-Woh­nung in unse­rem ers­ten Ziel Bue­nos Aires, die Unter­künf­te auf der Oster­in­sel und in Syd­ney, da wir dort für eine schon fest­ge­leg­te Zeit blei­ben und den Cam­per­van in Aus­tra­li­en.

Dazwi­schen ist viel frei­er Raum zum Pla­nen. Unmög­lich, ein Jahr im Vor­aus detail­liert zu pla­nen, selbst wenn wir das woll­ten. So han­geln wir uns von Ort zu Ort.

Vor­ge­ge­ben ist, dass wir hier in Süd­ame­ri­ka in Bue­nos Aires began­nen und in San­tia­go de Chi­le enden wer­den. Die Idee war, von Bue­nos Aires aus ent­lang des Rio Paraná in Etap­pen bis zu den Igua­zú-Fäl­len zu rei­sen, von dort aus irgend­wie in den Nord­wes­ten Argen­ti­ni­ens zu gelan­gen und wei­ter Chi­le, Boli­vi­en und Perú zu berei­sen.

Trans­port 

Schicke Busse gibt es in Argentinien

Schi­cke Bus­se gibt es in Argen­ti­ni­en

Wir rei­sen haupt­säch­lich mit Bus­sen. Dabei legen wir, wenn mög­lich, auf einen gewis­sen Kom­fort Wert. Es muss nicht der bil­ligs­te Bus mit star­ren Rücken­leh­nen, mini­ma­lem Sitz­ab­stand und ohne Toi­let­te sein. Wir machen auch mal Nacht­fahr­ten, aber bit­te mit brei­ten, beque­men Sit­zen, die weit zurück­ge­legt wer­den kön­nen.

Luxus-Liegesitz. So kann man entspannt reisen.

Luxus-Lie­ge­sitz. So kann man ent­spannt rei­sen.

Zum Glück sind das in Süd­ame­ri­ka kei­ne uner­füll­ba­ren Wün­sche (sieht man mal von Boli­vi­en ab), erschwing­lich sind die kom­for­ta­blen Bus­se auch.

Das Rei­sen mit dem Bus erwies sich in Argen­ti­ni­en als super easy. Über­all in den Städ­ten gibt es Rei­se­bü­ros, die Bus­ti­ckets ver­kau­fen. Über die Inter­net­sei­te www.plataforma10.com konn­ten wir uns über die Ver­bin­dun­gen infor­mie­ren. Buchen über die Sei­te ist hin­ge­gen umständ­lich, weil das Ticket auf jeden Fall aus­ge­druckt wer­den muss. E‑Tickets sind noch nicht üblich. Etwas schwie­rig, wenn man unter­wegs ist. Daher haben wir die Bus­ti­ckets in der Regel über ein Rei­se­bü­ro gekauft und so den Weg zum Bus­bahn­hof, der meist etwas außer­halb liegt gespart. Manch­mal gab es über das Rei­se­bü­ro sogar einen Rabatt auf den Fahr­preis. Einen Auf­schlag haben wir nie zah­len müs­sen. Fast immer hät­te man die Tickets auch kurz vor der Abfahrt lösen kön­nen. Mit ein, zwei Tagen Vor­lauf haben wir aber unse­re begehr­ten Plät­ze „ganz oben, ganz vor­ne” in den Dop­pel­stock­bus­sen reser­vie­ren kön­nen.

In Boli­vi­en geht es rus­ti­ka­ler zu in den Bus­sen.

Keine Doppelachse, keine AC, keine Heizung.

Kei­ne Dop­pel­ach­se, kei­ne AC, kei­ne Hei­zung.

Die Fahr­ten von La Paz nach Copa­ca­ba­na am Titi­ca­ca­see und von dort nach Puno in Perú buch­ten wir direkt bei der Bus­ge­sell­schaft, hier wäre es über eine Agen­tur teu­rer gewe­sen. Die Buchung von heu­te auf mor­gen war pro­blem­los mög­lich. Nacht­fahr­ten in Boli­vi­en haben wir wegen des gerin­gen Kom­fortstan­dards tun­lichst ver­mie­den.

In Peru gibt es wie­der eine prak­ti­sche Inter­net­sei­te: www.busportal.pe. Hier kann man sich über Ver­bin­dun­gen und Prei­se infor­mie­ren und auch direkt buchen. Man bekommt einen Vou­cher als pdf-Doku­ment,  den man auf dem Han­dy am Schal­ter der Bus­ge­sell­schaft vor­zeigt und dafür das Ticket erhält. Aller­dings sind nicht alle Bus­ge­sell­schaf­ten auf der Sei­te ver­tre­ten, so fehlt z. B. die Pre­mi­um­li­nie Cruz del Sur. Und in Perú lohnt es sich, vor allem auf län­ge­ren Stre­cken, eine gute Gesell­schaft aus­zu­wäh­len. Ande­re gute Lini­en wie Orme­ño, Oltur­sa oder Tep­sa sind jedoch ver­tre­ten, Cruz del Sur Tickets gibt es in fast jedem Rei­se­bü­ro.
Flü­ge sind in der Regel auch kurz­fris­tig ver­füg­bar. Wir sind von Puer­to Igua­zú nach Sal­ta geflo­gen, da die Bus­rei­se uns zwei Näch­te und einen Tag gekos­tet hät­te. Zwei Näch­te im Bus hin­ter­ein­an­der möch­ten wir uns doch nicht antun.

Wüsten-Airport Uyuni

Wüs­ten-Air­port Uyu­ni

Von Uyu­ni aus, unse­rem ers­ten Ziel in Boli­vi­en wol­len wir eigent­lich nach Sucre rei­sen. Da die Stra­ße nach Sucre wegen Pro­test­ak­tio­nen gesperrt war, buch­ten wir spon­tan einen Flug nach La Paz, pro­blem­los mög­lich für den nächs­ten Mor­gen.

Eine wei­te­re recht spon­ta­ne Akti­on war der Flug von Cus­co nach Puer­to Mal­do­na­do im perua­ni­schen Ama­zo­nas­ge­biet. Nach­dem ich bei Sky­scan­ner die Prei­se gecheckt hat­te, konn­ten wir den Flug im Rei­se­bü­ro in Cus­co noch ein paar Euro bil­li­ger buchen. Den Rück­flug von Puer­to Mal­do­na­do nach Cus­co buch­ten wir kurz­fris­tig über Sky­scan­ner, wobei sich inter­es­san­ter­wei­se der Preis wäh­rend der Buchung noch­mal deut­lich redu­zier­te.

Unter­künf­te

Wenn wir in einem neu­en Ort ankom­men, möch­ten wir eine Adres­se haben, die wir dem Taxi­fah­rer nen­nen kön­nen und nicht mit dem schwe­ren Gepäck meh­re­re Hos­tels abklap­pern müs­sen. Wir suchen uns ent­we­der eine Woh­nung oder ein Dop­pel­zim­mer mit pri­va­tem Bad.

Es müssen nicht unbedingt Handtuch-Schwäne sein...

Es müs­sen nicht unbe­dingt Hand­tuch-Schwä­ne sein…

Das Hos­tel oder Hotel muss kei­ne wer­weiß­wie­vie­le Ster­ne haben, wich­tig ist uns, dass es halb­wegs sau­ber ist, mög­lichst ruhig liegt und man zu Fuß zu den wich­tigs­ten Zie­len gelan­gen kann.

Am Anfang unse­rer Rei­se buch­ten wir Woh­nun­gen über Airb­nb. Das war pro­blem­los sehr kurz­fris­tig mög­lich, oft buch­ten wir einen Tag im Vor­aus. Wenn es sehr kurz­fris­tig ist, gibt es bei Airb­nb Woh­nun­gen mit Sofort­bu­chungs­op­ti­on. Hier bekommt man sofort die Bestä­ti­gung und braucht nicht abzu­war­ten, bis der Ver­mie­ter ant­wor­tet. Nach unse­ren Erfah­run­gen erfol­gen die Ant­wor­ten der Ver­mie­ter aber immer sehr schnell. Da wir vor­her nicht genau wis­sen, wie gut uns Woh­nung und Ort gefal­len, reser­vie­ren wir meist nur für zwei oder drei Näch­te. Wol­len wir län­ger blei­ben, ist das kein Pro­blem und wird oft auch preis­lich güns­ti­ger, da wir den Rest direkt an den Ver­mie­ter zah­len und daher die Pro­vi­si­on für Airb­nb für die zusätz­li­chen Näch­te ent­fällt.

Hauptgewinn: Wohnung mit Sonnenbalkon

Haupt­ge­winn: Woh­nung mit Son­nen­bal­kon

Je wei­ter wir uns von den gro­ßen Städ­ten ent­fern­ten, des­to spär­li­cher wur­den die Airb­nb-Optio­nen. Im Nord­wes­ten Argen­ti­ni­ens, in Boli­vi­en und Perú ent­pupp­ten sich vie­le Airb­nb-Ange­bo­te als Hostel­zim­mer.
Nach­dem wir in Til­ca­ra auf die­se Wei­se in einem sehr ein­fa­chen Hos­tel mit Bad­zu­gang über den Hof (und nur kal­tes Was­ser) gelan­det waren, das wir uns so nie aus­ge­sucht hät­ten, lern­ten wir die Airb­nb-Anzei­gen kri­ti­scher zu lesen.

In der Fol­ge gucken wir bei booking.com, hostelworld.com oder despegar.com nach Unter­künf­ten. Wir fil­tern nach Preis und Gäs­te­be­wer­tung und buchen erst­mal eine Nacht. Gefällt uns das Hos­tel, war es bis­her immer mög­lich zu ver­län­gern. Je nach Län­ge des Auf­ent­halts gab es auch schon mal Rabatt auf den ursprüng­li­chen Preis.

Schön bunt: Hostel in La Paz

Schön bunt: Hos­tel in La Paz

Zwei­mal haben wir bis­her inner­halb des Ortes die Unter­kunft gewech­selt. Da hat man den Vor­teil, dass man schon eine Vor­stel­lung vom Ort hat und wo was liegt.

Die Rou­te

Grob vor­ge­plant hat­ten wir die ers­ten Wochen. Nach drei Wochen in Bue­nos Aires soll­te es ent­lang des Rio Paraná Rich­tung Nor­den gehen.

Schon im ers­ten Ort nach Bue­nos Aires änder­te sich der Zeit­plan. Das vom Rei­se­füh­rer hoch gelob­te Rosa­rio ver­moch­te uns nicht zu fes­seln, lag sicher auch am grau­en Wet­ter und einer kal­ten, zugi­gen Woh­nung. Durch das Hoch­was­ser des Rio Paraná waren geplan­te Akti­vi­tä­ten auf dem Fluss nicht mög­lich und so zogen wir schnel­ler als geplant wei­ter nach San­ta Fe. Hier stimm­te sowohl Wet­ter als auch Woh­nung und aus geplan­ten drei Näch­ten wur­den sechs.

Die Rou­te erfuhr eine ers­te Ände­rung, nach­dem wir vom Natur­re­ser­vat Este­ros de Iberá gehört hat­ten. Wir mach­ten einen Abste­cher dort­hin, in die Tie­fe der Pro­vinz Cor­ri­en­tes. Die Bus­ver­bin­dung mit mehr­ma­li­gem Umstei­gen war nicht vor­buch­bar, unser ers­tes Aben­teu­er ohne vor­he­ri­ge Pla­nung. Geht auch. Macht sogar Spaß.

Über Piste in die Provinz

Über Pis­te in die Pro­vinz

So ging es wei­ter, gefiel es uns nicht so sehr, blie­ben wir nur kurz. Kam uns spon­tan die Idee, mal eben nach Para­gu­ay rüber zu fah­ren, um die dor­ti­gen Jesui­ten­mis­sio­nen zu besu­chen, mach­ten wir das.

Im Nord­wes­ten Argen­ti­ni­ens ange­kom­men, stell­te sich die Fra­ge nach der wei­te­ren Rou­te: erst nach Boli­vi­en, dann über die Salar-de-Uyu­ni-Tour nach Chi­le oder umge­kehrt?
Auch wenn die Salar-Tour von Boli­vi­en aus bil­li­ger sein soll, ent­schie­den wir uns wegen der land­schaft­li­chen Schön­hei­ten über den Paso de Jama nach Chi­le zu fah­ren. Von San Pedro de Ata­ca­ma aus buch­ten wir diver­se Tou­ren ein­schließ­lich der Salar-Tour kurz­fris­tig für die nächs­ten Tage.

In Uyu­ni gab es eine wei­te­re Ände­rung der Rou­te, da die Stra­ße nach Sucre blo­ckiert war. So flo­gen wir nach La Paz, was wir ursprüng­lich gar nicht auf dem Plan hat­ten und ver­län­ger­ten von einer auf fünf Näch­te, weil es uns uner­war­tet gut gefiel.

La Paz: tiefes Tal, steile Hänge

La Paz: tie­fes Tal, stei­le Hän­ge

Letzt­lich genie­ßen wir die gro­ße zeit­li­che Frei­heit, die wir auf unse­rer Rei­se haben. Bei einem nor­ma­len drei­wö­chi­gen Urlaub wäre das so nicht mög­lich. Da habe ich frü­her auch viel mehr vor­aus geplant und vor­ge­bucht.

Kom­mu­ni­ka­ti­on

Ohne Inter­net geht nichts. Wir haben jeder einen Tablet und ein Smart­pho­ne dabei.

Kompakte und ausreichende Technik

Kom­pak­te und aus­rei­chen­de Tech­nik

Vor der Rei­se hat­ten wir uns über­legt, für die jewei­li­gen Län­der eine Pre­paid-SIM-Kar­te zu kau­fen. Das erwies sich als nicht nötig. Es gibt über­all kos­ten­lo­ses WiFi. Jedes Hos­tel, jede Airb­nb-Woh­nung, vie­le Restau­rants und Cafés bie­ten WiFi. Die Geschwin­dig­keit ist nicht immer die schnells­te, aber wir konn­ten immer unse­re Recher­chen und Buchun­gen durch­füh­ren.

Als nütz­lich hat sich die Instal­la­ti­on von Whats­app gezeigt. Ich habe vor­her Whats­app abge­lehnt, habe mich aber den prag­ma­ti­schen Argu­men­ten gebeugt. Ob Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Ver­mie­tern, Tou­ragen­ten oder Rei­se­be­kannt­schaf­ten – Whats­app ist super prak­tisch. Und mit vie­len Lie­ben zu Hau­se bleibt man auch ein­fach in Kon­takt.

Eine wei­te­re nütz­li­che Sache ist eine Kar­ten-App, die über GPS und nicht über Inter­net läuft (also nicht Goog­le Maps). Ich habe Navi­ga­tor, Mar­cus hat Maps­me auf dem Han­dy. Das Kar­ten­ma­te­ri­al wird vor­her her­un­ter­ge­la­den und so kann ich mich in jeder frem­den Stadt ori­en­tie­ren oder die Rou­te ver­fol­gen, die der Taxi­fah­rer fährt.

Tele­fo­nie­ren tun wir aus­ge­spro­chen sel­ten, wenn, dann über Sky­pe.

Finan­zen

Die Sache mit der Koh­le hat uns im Vor­feld am meis­ten Kopf­zer­bre­chen gemacht. Wie regeln wir von unter­wegs Über­wei­sun­gen? Wie behal­ten wir die Über­sicht über die Kos­ten? Wie­viel Geld brau­chen wir über­haupt?

Was kostet die Welt?

Was kos­tet die Welt?

Wir gehen von einem monat­li­chen Bud­get von 1500 Euro pro Per­son aus. Das fließt per Dau­er­auf­trag jeden Monat vom Spar­kon­to aufs Giro­kon­to und von da auf unse­re bei­den Kre­dit­kar­ten.

Mit der Kre­dit­kar­te kön­nen wir kos­ten­los an Geld­au­to­ma­ten Bar­geld abhe­ben. Vor Ort wird fast alles in bar bezahlt, bis auf Online-Buchun­gen von Flü­gen, Bus­ti­ckets oder even­tu­ell mal einen Miet­wa­gen. Mit einer Haus­halts­buch-App füh­ren wir Buch über unse­re Aus­ga­ben.

Unser Online-Ban­king haben wir vor der Rei­se vom TAN-Lis­ten-Ver­fah­ren auf Secu­re-App umge­stellt. Das ist siche­rer und wir brau­chen kei­ne TAN-Lis­ten zu hüten. Da aber alles über Dau­er­auf­trag läuft, haben wir das bis­her noch nicht benö­tigt.

Mit die­sem Bei­trag betei­li­ge ich mich an der Blog­pa­ra­de von Urs auf sei­nem philippinen-blog.ch.