Aktualisiert am 02/08/2022 von Gina

Die Vorbereitungen auf eine Weltreise sind umfangreicher, als wir anfangs gedacht haben.

Tatsächlich haben wir mit der Überlegung angefangen welche Länder wir bereisen möchten und wie lange wir dafür brauchen bzw. wie lange wir an den einzelnen Orten bleiben wollen. Mit jeder Antwort gab es neue Fragen und unsere To-Do-Liste wurde immer länger.

Job

Ich – Marcus – habe mit den für mich wichtigsten Dingen begonnen, also mit der Bitte bei meinem Arbeitgeber, mir ein Jahr unbezahlten Urlaub zu genehmigen.

Nach anfänglicher Zurückhaltung meiner Vorgesetzten bezüglich einer solchen Anfrage (nur mein direkter Chef fand die Idee einer Auszeit gut ) wurde hin- und her diskutiert. Nachdem ich lange keine Rückmeldung bekam, klappte es doch und ich erhielt einen Vertrag über 12 Monate unbezahlten Urlaub.

Leider wird bei meiner Firma keine Lösung für ein Sabbatjahr angeboten. Das wäre natürlich ideal für ein Jahr Auszeit. Falls für dich ein Sabbatical in Frage kommt, schau mal bei Overlandtour. Dort findest du sehr ausführliche Informationen zu dem Thema.

Da Ginas Arbeitsvertrag am 31.12.2015 endete, wird sie sich erst nach unserer Rückkehr nach einer neuen Arbeitsstelle umschauen.

Wohnung

Unsere Wohnung wollen wir untervermieten. Unsere Vermieterin hat mittlerweile ihr schriftliches Einverständnis gegeben, so dass wir jetzt eine Agentur beauftragen können, einen Untermieter zu finden.

Wir haben uns entschlossen, nicht die ganze Wohnung zu vermieten: Ein Zimmer wird mit privatem Kram gefüllt (Kleidung, Fotoalben und all das, was man nicht vermieten will) und zugeschlossen. Dadurch entfällt der Umzug in eine Lagerbox und die Wohnungsmiete wird günstiger, was die Chancen auf eine Vermietung erhöht.

Auto

Marcus‘ Auto werden wir verkaufen.

Ginas Auto übernimmt unsere Tochter Jorina wird für das Jahr. So sind wir nach der Heimkehr wieder schnell mobil.

Weltreise Vorbereitung und Planung: Bild der Internationalen Führerscheine.

Möglicherweise nützlich: Internationaler Führerschein

Für die Reise besorgen wir uns jeder den Internationalen Führerschein.

Sozialversicherungen zu Hause

Für meine – Marcus – private Krankenversicherung beantrage ich für das Jahr eine Anwartschaft, d.h. die Versicherung ruht während unserer Reise und danach werde ich dort ohne erneute gesundheitliche Prüfung weiterversichert. Dafür muss ich einen monatlichen Beitrag zahlen, der deutlich geringer ist als die normale Prämie.

Gina kann sich für das Jahr von der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenkasse befreien lassen. Dazu muss sie nachweisen, dass sie sich nicht in Deutschland aufhält. Den Nachweis erbringt sie mit dem Langzeit-Auslandsreiseversicherung.

In die Rentenkasse werden wir das Jahr nichts einzahlen, die Einzahlungen würden die Erträge übersteigen.

Versichert im Ausland

Die normale Auslandsreise-Krankenversicherung gilt nur für einen beschränkten Zeitraum. In der Regel sind das sechs Wochen pro Reise, daher können wir sie nicht beanspruchen.

Wir benötigen also für das außereuropäische Ausland eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung, da gibt es einige Anbieter. Nach Vergleich haben wir uns für die Hansemerkur Versicherung entschieden.

Wie nützlich eine Reisekrankenversicherung auch im europäischen Ausland ist, kannst du hier nachlesen:

Krank im Urlaub – Erfahrungen und Tipps

Eine Haftpflichtversicherung haben wir, diese gilt weltweit.

Gesundheit im Ausland 

Wir haben uns bei einer Reisemedizinischen Beratungsstelle über die nötigen Impfungen informiert. Für die von uns geplanten Länder benötigen wir folgende Imfpungen:

  • Gelbfieber
  • Typhus
  • Japanische Enzephalitis
  • Tollwut

Die auch hierzulande empfohlenen Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Polio und Pertussis sind aktuell. Auch gegen die von Zecken übertragbare Frühsommermeningoenzephalitis sind wir geimpft.

Zwei gelbe Impfpässe.

Unseren Impfpässen sieht man schon an, dass sie einiges mitgemacht haben…

Malariatabletten nehmen wir als Stand-by-Prophylaxe mit. Da wir nicht in Hochrisikogebieten unterwegs sein werden, müssen wir keine Tabletten prophylaktisch schlucken.

Diverse Medikamente, die wir zu Hause nehmen müssen natürlich mit auf die Reise. Wenn diese zur Neige gehen, dann müssen wir eben neue kaufen, da wo wir gerade sind.

Was sonst in die Reiseapotheke kommt, haben wir hier aufgeführt: Reiseapotheke – was muss mit?

Sicherheit im Ausland

Welche Länder kann ich sicher bereisen, wo bekomme ich regelmäßig Geld her, wie sichere ich mein Gepäck vor Diebstahl, wie sichere ich Passwörter, Fotos…

Zum Glück gibt es die Seite vom Auswärtigen Amt, auf der jede Menge aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise zu allen Ländern gegeben werden. Diese Infos gibt es auf einer App fürs Handy, die wir uns herunterladen.

Rucksach mit Vorhängeschloss gesichert.

Schlösser sind nur ein Teil der Sicherheit

Mit dem Thema „Sicherung gegen Diebstahl“ haben wir uns schon intensiv auf unseren vorigen Reisen auseinandergesetzt. Beispielsweise nutzen wir einen Pacsafe. Das ist eine mit Stahldraht verstärkte abschließbare Tasche, die man mit einem Stahlkabel an den unterschiedlichsten Stellen befestigen kann, z. B. im Bus am Sitz oder in der Unterkunft am Bettpfosten.

Hier gibt’s unsere Tipps zur Sicherheit auf Reisen

Finanzen

Die Sache mit der Kohle hat uns im Vorfeld am meisten Kopfzerbrechen gemacht. Wie regeln wir von unterwegs Überweisungen? Wie behalten wir die Übersicht über die Kosten? Wieviel Geld brauchen wir überhaupt?

Wir gehen von einem monatlichen Budget von 1500 Euro pro Person aus. Das fließt per Dauerauftrag jeden Monat vom Sparkonto aufs Girokonto und von da auf unsere beiden Kreditkarten.

Mit der Kreditkarte können wir kostenlos an Geldautomaten Bargeld abheben. Vor Ort wird fast alles in bar bezahlt, bis auf Online-Buchungen von Flügen, Bustickets oder eventuell mal einen Mietwagen. Mit einer Haushaltsbuch-App führen wir Buch über unsere Ausgaben.

Unser Online-Banking haben wir vor der Reise vom TAN-Listen-Verfahren auf Secure-App umgestellt. Das ist sicherer und wir brauchen keine TAN-Listen zu hüten. Da aber alles über Dauerauftrag läuft, haben wir das bisher noch nicht benötigt.

Gepäck

Viele Koffer und Rucksäcke.

Gepäck kann man auf viele Art transportieren

Nachdem wir eine vage Vorstellung von unserer geplanten Weltreise hatten, kam eine weitere Entscheidung auf uns zu:

Worin soll das Gepäck verstaut werden, Koffer oder Rucksack?

Wir haben auf unserer Weltreise keine mehrtägigen Wanderungen geplant, daher kommt sowohl ein neuer Koffer als auch ein Rucksack in Frage. Wo liegen also die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?

Pro Koffer:

  • einfaches Packen möglich
  • heutige Koffer haben vier Rollen und können auf ebenem Untergrund bequem gezogen werden

Kontra Koffer:

  • höheres Eigengewicht als der Rucksack
  • beim Koffer ziehen hat man nur eine Hand frei. Ungünstig, wenn man am Busbahnhof oder Flughafen nach Dokumenten oder Geld kramt
  • bei unebenem Untergrund oder Treppen muss man den Koffer doch recht unbequem tragen

Pro Rucksack:

  • moderne Rucksäcke sind komfortabel zu tragen, auf unebenem Boden (den wir auch erwarten) hat das Tragen Vorteile gegenüber dem Ziehen
  • man hat beide Hände frei
  • das Packen eines Kofferrucksacks (siehe unten) ist recht bequem
  • es gibt Rucksäcke auch mit Rollen

Kontra Rucksack:

  • Rucksäcke, die alles können sind teuer
  • Rucksäcke ohne Rollen muss man tragen

Für uns zeigt der Rucksack leichte Vorteile gegenüber dem Koffer.

Somit haben wir unsere Wahl getroffen:

Marcus hat sich einen Kofferrucksack gekauft, der nicht von oben gestopft sondern ähnlich einem Koffer von der Front zu beladen ist. So hat man einen guten Überblick über den Inhalt und kommt gut an alles dran.

Großer grauer Rucksack mit Tagesrucksack und Regenhülle.

Marcus hat sich hierfür entschieden

Mit seinen 80 Liter Volumen sollte er für die Reise ausreichend sein. Hinten am Rucksack ist ein Tagesrucksack angezippt, so dass dieser für Tagestouren gefüllt allein auf den Rücken kommt und beim Weiterreisen auf dem großen Rucksack Platz findet.

Gina hat schon seit längerem einen Roll-Rucksack mit 80 Litern Volumen. Nachdem das Tragesystem praktisch hinter einer Abdeckung verstaut wird, kann man den Teleskop-Griff ausziehen und zieht den Rucksack dann wie einen normalen Koffer hinter sich her.

Rollrucksack mit ausgezogenem Handgriff

Praktisch: Zum Rollen...

Rollrucksack mit ausgepacktem Tragesystem.

... oder zum Tragen

Weitere nützliche Gegenstände sind Pack-Its. Das sind ganz dünne Packwürfel für den Rucksack oder den Koffer. Damit haben wir mehr Ordnung im Gepäck.

T-Shirts, Hemden, Unterhosen…, alles kommt in ein eigenes Pack-It. Schnelles ein- und auspacken ist so ganz einfach. Außerdem bietet es Schutz, falls der Schrank in der Unterkunft doch nicht so sauber ist wie erwartet.

Rucksack gepackt mit Packwürfeln.

Praktisch und übersichtlich

Packliste

Wie viel Zeug nimmt man mit, wenn man ein Jahr auf einer Weltreise unterwegs ist? Wir planen, nicht mehr als für eine normale Urlaubsreise einzupacken.

Für eine Woche sollte der Vorrat reichen, bevor es “Wäsche waschen“ heißt. Also Klamotten für sieben Tage. Das klingt doch einfach und überschaubar. Aber: Wir werden uns sowohl in warmen als auch in verdammt kalten Gegenden aufhalten. Neben den leichten Sommersachen müssen wir also auch lange Unterhose, Fleecejacke, Daunenjacke usw. mitnehmen.

Ein Haufen Zeug, was eingepackt werden muss für die Weltreise.

Trotz Beschränkung kommt einiges zusammen

In der Kälte nutzen wir das Zwiebelprinzip, d.h. alles wird übereinander getragen. Eine Mütze oder einen dicken Poncho für das Andenhochland kann man sich dort auf heimischen Märkten kaufen und später wieder verschenken. Gut für die Leute dort, und gut für uns, um das Packmaß und das Gewicht des Rucksacks erträglich zu halten.

Im Internet kursieren tausende Packlisten, für Weltreisen und andere Reisen. Natürlich gibt nicht die EINE ultimative Packliste für jeden. Jeder Mensch hat andere Vorlieben, Must-Haves und Eigenarten, die sich in der persönlichen Packliste widerspiegeln.

Sinnvoll ist es, die mitgenommene Kleidung so auszuwählen, dass alles zusammenpasst. Das nennt sich Capsule Wardrobe, ein Beispiel für eine Capsule-Wardrobe-Packliste findet ihr hier: Packliste Reisekeidung – Capsule Wardrobe für unterwegs

Ein paar Dinge, die für uns auf Reisen unverzichtbar sind,haben wir hier zusammengestellt: Reise-Packliste

Die Weltreise-Route: Wo geht´s denn bitte lang?

Eine der wichtigsten Fragen, die es zu entscheiden gibt, wenn man sich zu einer Weltreise entschlossen hat ist die nach der Reiseroute: „Wo soll es hingehen?“

Weltreise heißt für uns: Einmal rundherum. Natürlich wäre eine Langzeitreise auch anders möglich. Die Route der Panamericana von Feuerland bis Alaska, die Seidenstraße quer durch Asien oder unendlich viele andere Reiserouten. Wir jedenfalls wollen einmal den Globus umrunden.

Erste Überlegungen zur Weltreise-Route

Erste Frage: Linkseröm oder rächseröm? Also Richtung Westen oder Richtung Osten? Nächste Frage: Welche Kontinente sollen es sein? Alle? Nur ausgewählte?

Und innerhalb der Kontinente, welche Ziele wählen wir aus? Wie kommen wir von A nach B? Wieviel Zeit haben wir hier und da?

Wir sammelten erstmal unsere Wünsche und Vorstellungen. Dabei kam folgende bunte Mischung heraus:

  • Möglichst ein Jahr lang Flip-Flop-Wetter
  • Startzeitpunkt im Frühling, damit wir bei der Rückkehr hier in Deutschland ebenfalls Richtung Flip-Flop-Wetter gehen
  • Flugrichtung Westen, wegen der geringeren Jetlag-Beschwerden
  • Viel Natur-Erlebnisse, wir stehen auf Berge, Wüsten, Seen, wandern und paddeln gerne
  • Land und Leute erleben
  • Möglichst günstige Lebenshaltungskosten

Zu Ländern und Must-sees fiel uns dies hier ein:

  • Machu Picchu in Peru
  • Salar de Uyuni in Bolivien
  • Iguazú-Wasserfälle in Argentinien/Brasilien/Paraguay
  • Osterinsel (Chile)
  • Hawaii und/oder Südsee
  • Westküste USA
  • Kanada
  • Australien
  • Neuseeland
  • Myanmar
  • Angkor Wat in Kambodscha
  • Vietnam
  • Thailand
  • Laos

Erste Recherchen zu möglichen Reisezielen erweiterten die Liste der Länder noch um Sri Lanka, Indonesien, Malaysia und Japan. Auch weitere lateinamerikanische Länder reizten uns.

Wir sahen schnell ein, dass dies alles unmöglich in eine einjährige Reise zu packen war. Hetzen wollen wir nicht, auch keinen Tourismus von Sight zu Sight, bei dem wir wenig vom Land mitkriegen.

Planung der Route nach dem Klima

Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ ging es nun ans Streichen. Im Internet fanden wir ein Tool, mit dem die klimatisch günstigen Reisezeiten für die verschiedenen Länder angezeigt und danach die Route geplant werden kann: https://weltreise-info.de/route/reisezeiten.html

Auch dabei stellten wir fest, dass es unmöglich war, überall zur besten Reisezeit zu sein. Also begnügten wir uns mit der zweitbesten Reisezeit. Hauptsache, wir kommen nicht in klimatisch katastrophale Zeiten wie Monsun-Dauerregen. Da die beste Reisezeit in der Regel auch die Hauptsaison ist, mit entsprechenden Preisen und Rummel, hat es auch Vorteile, die Nebensaison zu wählen.

Route basteln mit Post-Its

Großes Blatt Papier mit vielen Post-It-Zetteln.

Reiseplanung analog

Wir malten uns eine Jahresübersicht und bastelten Länder-Klebezettel, die wir hin und her schoben. Von den oben genannten Wünschen blieben folgende übrig:

  • Peru mit Machu Picchu
  • Bolivien mit Salar de Uyuni
  • Iguazú-Fälle in Argentinien
  • Osterinsel
  • Australien und Neuseeland (wenn wir schon einmal um den Globus fliegen, wollen wir auf jeden Fall die Ziele besuchen, die am weitesten von uns entfernt liegen!)
  • Myanmar

Um diese herum bastelten wir unsere Route. Ob Richtung Westen oder Osten wurde egal, dauerhaftes Flip-Flop-Wetter als unrealistisch eingestuft und mit den Lebenshaltungskosten müssen wir einen Kompromiss eingehen, denn Neuseeland und Australien gehören definitiv nicht zu den günstigen Ländern.

USA und Kanada fielen schnell raus, zu teuer und auch von der klimatischen Reisezeit nicht zu realisieren. Dazu kam, dass die Kosten für eine Auslandskrankenversicherung um ein Vielfaches steigen, wenn die USA mitversichert werden sollen.

Leider schafften wir es auch nicht, die Südsee in unsere Route einzubauen. In unsere geplante Flugroute ließ sie sich nicht einbinden. Zum anderen wäre es ein weiteres teures Ziel gewesen, das unseren Lebenshaltungs-Schnitt nach oben getrieben hätte.

In Asien mussten wir einige Wunschziele streichen, zu viele Länder für zu wenig Zeit. Also fielen Malaysia, Indonesien und Sri Lanka weg, wir beschränkten uns auf den Kern Südostasiens mit Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam.

Die endgültige Weltreise-Route

Nachdem wir von zwei Online-Reisebüros Angebote für das Round-the-World-Flugticket eingeholt hatten, stellte sich die Route nun so dar:

  • Frankfurt – London – Buenos Aires (Argentinien)
  • Von hier in drei Monaten mit Bussen durch Argentinien, Bolivien, Peru und Chile
  • Santiago de Chile – Osterinsel
  • Osterinsel – Santiago de Chile – Brisbane (Australien)
  • Da wir im Süd-Winter in Australien ankommen, werden wir drei Monate lang den Norden Australiens erkunden. Da ist es immer heiß und im Winter ist keine Regenzeit
  • Brisbane – Auckland (Neuseeland)
  • Zwei Monate in Neuseeland
  • Auckland – Hongkong – Bangkok (Thailand)
  • Von hier aus Flug nach Myanmar und zurück nach Chiang Mai, dann über Land durch Laos, Kambodscha und Vietnam
  • Hanoi (Vietnam) – Hongkong – Frankfurt

Kompromisse mussten wir letztendlich in der Rubrik „möglichst günstige Lebenshaltungskosten“ und „dauerhaftes Flip-Flop-Wetter“ eingehen.

Da wir nun ein Mix aus teuren (Australien, Neuseeland), mittelteuren (Argentinien, Chile) und günstigen Ländern (Peru, Bolivien, Südostasien) haben, werden sich die Kosten auf einem verträglichen Niveau einpendeln. Hoffen wir zumindest ;-) Außerdem fahren wir ja nicht mit dem primären Ziel des Sparens auf Weltreise.

Für dauerhaftes Flip-Flop-Wetter hätten wir entlang des Tropengürtels reisen müssen. Inzwischen haben wir mit einigem Entsetzen festgestellt, dass unsere must-see-Ziele Machu Picchu und Salar de Uyuni so weit oben in den Anden liegen, dass es dort richtig kalt sein wird. Brrr…. Also muss wohl neben den Flip-Flops auch noch die Daunenjacke ins Gepäck.

Unsere gereiste Route mit allen Orten:

Karte mit Orten unserer Reise

Round the world Ticket

Jeder, der sich mit einer längeren Reise oder einer Weltreise beschäftigt, stößt irgendwann beim Flüge suchen auf das sogenannte Round-the-World-Ticket (RTW). Was ist das genau und wie funktioniert es?

Kurz: Mit dem RTW kannst du maximal ein Jahr lang in eine Richtung (Ost oder West) um die Welt fliegen. Das Ticket beinhaltet eine maximale Anzahl von Flugmeilen und Stopps. Je nach Flugmeilen, Stopps und Abflugdatum variieren die Kosten für das Ticket.

Tragfläche eines Flugzeugs über grünem Land.

Flüge sind unverzichtbar bei der Weltreise

Die Vorteile für uns liegen darin, dass die Flüge schon im Voraus gebucht und bezahlt sind und wir uns während der Reise keine Gedanken um Weiterflüge machen müssen. Durch das Ticket hat man beim Einreisen in ein Land auch immer die Bestätigung, dass man das Land auch wieder verlässt.

Die beiden Reisebüros, die wir angefragt hatten, haben uns sowohl ein RTW als auch eine Reihe von Einzelflügen angeboten. Letztendlich war der günstigere Preis für uns entscheidend.

Ein Nachteil des RTW ist, dass man nach spätestens einem Jahr wieder am Ausgangspunkt seiner Reise sein muss, was für uns jedoch kein Problem darstellt. Auch ist es nicht möglich, die Flugroute zu ändern. Allerdings sind die Flugzeiten jederzeit kostengünstig umbuchbar. Bei One-way-Tickets ist das viel teurer oder gar nicht möglich.

Reiseplanung on the go – wie plane ich von unterwegs?

Das große Gerüst für unsere Weltreise steht. Die Routenplanung ist im Vorfeld erfolgt, wir haben uns für ein Round-the-world-Ticket entschieden, das die Eckpunkte unserer Reise vorgibt. Eine gewisse Flexibilität ist dabei dennoch vorhanden, da wir die Flugdaten immer noch verschieben können.

Ein paar Sachen haben wir von zu Hause aus gebucht: die Airbnb-Wohnung in unserem ersten Ziel Buenos Aires, die Unterkünfte auf der Osterinsel und in Sydney, da wir dort für eine schon festgelegte Zeit bleiben und den Campervan in Australien.

Marcus steht vor einem grünen Campervan.

Unseren „Kermit“ hatten wir schon vorgebucht

Dazwischen ist viel freier Raum zum Planen. Unmöglich, ein Jahr im Voraus detailliert zu planen, selbst wenn wir das wollten. So hangeln wir uns von Ort zu Ort.

Vorgegeben ist, dass wir hier in Südamerika in Buenos Aires begannen und in Santiago de Chile enden werden. Die Idee war, von Buenos Aires aus entlang des Rio Paraná in Etappen bis zu den Iguazú-Fällen zu reisen, von dort aus irgendwie in den Nordwesten Argentiniens zu gelangen und weiter Chile, Bolivien und Perú zu bereisen.

Transport

Wir reisen hauptsächlich mit Bussen. Dabei legen wir, wenn möglich, auf einen gewissen Komfort Wert. Es muss nicht der billigste Bus mit starren Rückenlehnen, minimalem Sitzabstand und ohne Toilette sein. Wir machen auch mal Nachtfahrten, aber bitte mit breiten, bequemen Sitzen, die weit zurückgelegt werden können.

Zum Glück sind das in Südamerika keine unerfüllbaren Wünsche (sieht man mal von Bolivien ab), erschwinglich sind die komfortablen Busse auch.

Roter Pullman-Doppelstockbus.

Busreisen in Argentinien ist sehr komfortabel

Das Reisen mit dem Bus erwies sich in Argentinien als super easy. Überall in den Städten gibt es Reisebüros, die Bustickets verkaufen. Über die Internetseite www.plataforma10.com konnten wir uns über die Verbindungen informieren. Buchen über die Seite ist hingegen umständlich, weil das Ticket auf jeden Fall ausgedruckt werden muss. E-Tickets sind noch nicht üblich. Etwas schwierig, wenn man unterwegs ist. Daher haben wir die Bustickets in der Regel über ein Reisebüro gekauft und so den Weg zum Busbahnhof, der meist etwas außerhalb liegt gespart. Manchmal gab es über das Reisebüro sogar einen Rabatt auf den Fahrpreis. Einen Aufschlag haben wir nie zahlen müssen. Fast immer hätte man die Tickets auch kurz vor der Abfahrt lösen können. Mit ein, zwei Tagen Vorlauf haben wir aber unsere begehrten Plätze „ganz oben, ganz vorne“ in den Doppelstockbussen reservieren können.

In Bolivien geht es rustikaler zu in den Bussen.

Die Fahrten von La Paz nach Copacabana am Titicacasee und von dort nach Puno in Perú buchten wir direkt bei der Busgesellschaft, hier wäre es über eine Agentur teurer gewesen. Die Buchung von heute auf morgen war problemlos möglich. Nachtfahrten in Bolivien haben wir wegen des geringen Komfortstandards tunlichst vermieden.

In Peru gibt es wieder eine praktische Internetseite: www.busportal.pe. Hier kann man sich über Verbindungen und Preise informieren und auch direkt buchen. Man bekommt einen Voucher als pdf-Dokument,  den man auf dem Handy am Schalter der Busgesellschaft vorzeigt und dafür das Ticket erhält. Allerdings sind nicht alle Busgesellschaften auf der Seite vertreten, so fehlt z. B. die Premiumlinie Cruz del Sur. Und in Perú lohnt es sich, vor allem auf längeren Strecken, eine gute Gesellschaft auszuwählen. Andere gute Linien wie Ormeño, Oltursa oder Tepsa sind jedoch vertreten, Cruz del Sur Tickets gibt es in fast jedem Reisebüro.
Flüge sind in der Regel auch kurzfristig verfügbar. Wir sind von Puerto Iguazú nach Salta geflogen, da die Busreise uns zwei Nächte und einen Tag gekostet hätte. Zwei Nächte im Bus hintereinander möchten wir uns doch nicht antun.

Von Uyuni aus, unserem ersten Ziel in Bolivien wollen wir eigentlich nach Sucre reisen. Da die Straße nach Sucre wegen Protestaktionen gesperrt war, buchten wir spontan einen Flug nach La Paz, problemlos möglich für den nächsten Morgen.

Eine weitere recht spontane Aktion war der Flug von Cusco nach Puerto Maldonado im peruanischen Amazonasgebiet. Nachdem ich bei Skyscanner die Preise gecheckt hatte, konnten wir den Flug im Reisebüro in Cusco noch ein paar Euro billiger buchen. Den Rückflug von Puerto Maldonado nach Cusco buchten wir kurzfristig über Skyscanner, wobei sich interessanterweise der Preis während der Buchung nochmal deutlich reduzierte.

Unterkünfte

Wenn wir in einem neuen Ort ankommen, möchten wir eine Adresse haben, die wir dem Taxifahrer nennen können und nicht mit dem schweren Gepäck mehrere Hostels abklappern müssen. Wir suchen uns entweder eine Wohnung oder ein Doppelzimmer mit privatem Bad.

Das Hostel oder Hotel muss keine werweißwieviele Sterne haben, wichtig ist uns, dass es halbwegs sauber ist, möglichst ruhig liegt und man zu Fuß zu den wichtigsten Zielen gelangen kann.

Zimmer mit Doppelbett.

Gemütliche Zimmer gibt es oft schon für kleines Geld

Am Anfang unserer Reise buchten wir Wohnungen über Airbnb. Das war problemlos sehr kurzfristig möglich, oft buchten wir einen Tag im Voraus. Wenn es sehr kurzfristig ist, gibt es bei Airbnb Wohnungen mit Sofortbuchungsoption. Hier bekommt man sofort die Bestätigung und braucht nicht abzuwarten, bis der Vermieter antwortet. Nach unseren Erfahrungen erfolgen die Antworten der Vermieter aber immer sehr schnell. Da wir vorher nicht genau wissen, wie gut uns Wohnung und Ort gefallen, reservieren wir meist nur für zwei oder drei Nächte. Wollen wir länger bleiben, ist das kein Problem und wird oft auch preislich günstiger, da wir den Rest direkt an den Vermieter zahlen und daher die Provision für Airbnb für die zusätzlichen Nächte entfällt.

Je weiter wir uns von den großen Städten entfernten, desto spärlicher wurden die Airbnb-Optionen. Im Nordwesten Argentiniens, in Bolivien und Perú entpuppten sich viele Airbnb-Angebote als Hostelzimmer.
Nachdem wir in Tilcara auf diese Weise in einem sehr einfachen Hostel mit Badzugang über den Hof (und nur kaltes Wasser) gelandet waren, das wir uns so nie ausgesucht hätten, lernten wir die Airbnb-Anzeigen kritischer zu lesen.

In der Folge gucken wir bei booking.com, hostelworld.com oder despegar.com nach Unterkünften. Wir filtern nach Preis und Gästebewertung und buchen erstmal eine Nacht. Gefällt uns das Hostel, war es bisher immer möglich zu verlängern. Je nach Länge des Aufenthalts gab es auch schon mal Rabatt auf den ursprünglichen Preis.

Zweimal haben wir bisher innerhalb des Ortes die Unterkunft gewechselt. Da hat man den Vorteil, dass man schon eine Vorstellung vom Ort hat und wo was liegt.

Die Route

Grob vorgeplant hatten wir die ersten Wochen. Nach drei Wochen in Buenos Aires sollte es entlang des Rio Paraná Richtung Norden gehen.

Schon im ersten Ort nach Buenos Aires änderte sich der Zeitplan. Das vom Reiseführer hoch gelobte Rosario vermochte uns nicht zu fesseln, lag sicher auch am grauen Wetter und einer kalten, zugigen Wohnung. Durch das Hochwasser des Rio Paraná waren geplante Aktivitäten auf dem Fluss nicht möglich und so zogen wir schneller als geplant weiter nach Santa Fe. Hier stimmte sowohl Wetter als auch Wohnung und aus geplanten drei Nächten wurden sechs.

Die Route erfuhr eine erste Änderung, nachdem wir vom Naturreservat Esteros de Iberá gehört hatten. Wir machten einen Abstecher dorthin, in die Tiefe der Provinz Corrientes. Die Busverbindung mit mehrmaligem Umsteigen war nicht vorbuchbar, unser erstes Abenteuer ohne vorherige Planung. Geht auch. Macht sogar Spaß.

So ging es weiter, gefiel es uns nicht so sehr, blieben wir nur kurz. Kam uns spontan die Idee, mal eben nach Paraguay rüber zu fahren, um die dortigen Jesuitenmissionen zu besuchen, machten wir das.

Im Nordwesten Argentiniens angekommen, stellte sich die Frage nach der weiteren Route: erst nach Bolivien, dann über die Salar-de-Uyuni-Tour nach Chile oder umgekehrt?
Auch wenn die Salar-Tour von Bolivien aus billiger sein soll, entschieden wir uns wegen der landschaftlichen Schönheiten über den Paso de Jama nach Chile zu fahren. Von San Pedro de Atacama aus buchten wir diverse Touren einschließlich der Salar-de-Uyuni-Tour kurzfristig für die nächsten Tage.

In Uyuni gab es eine weitere Änderung der Route, da die Straße nach Sucre blockiert war. So flogen wir nach La Paz, was wir ursprünglich gar nicht auf dem Plan hatten und verlängerten von einer auf fünf Nächte, weil es uns unerwartet gut gefiel.

Letztlich genießen wir die große zeitliche Freiheit, die wir auf unserer Reise haben. Bei einem normalen dreiwöchigen Urlaub wäre das so nicht möglich. Da habe ich früher auch viel mehr voraus geplant und vorgebucht.

Kommunikation

Ohne Internet geht nichts. Wir haben jeder einen Tablet und ein Smartphone dabei.

2 Tablets und 2 Handys.

Ein bisschen Technik ist hilfreich

Vor der Reise hatten wir uns überlegt, für die jeweiligen Länder eine Prepaid-SIM-Karte zu kaufen. Das erwies sich als nicht nötig. Es gibt überall kostenloses WiFi. Jedes Hostel, jede Airbnb-Wohnung, viele Restaurants und Cafés bieten WiFi. Die Geschwindigkeit ist nicht immer die schnellste, aber wir konnten immer unsere Recherchen und Buchungen durchführen.

Als nützlich hat sich die Installation von Whatsapp gezeigt. Ich habe vorher Whatsapp abgelehnt, habe mich aber den pragmatischen Argumenten gebeugt. Ob Kommunikation mit Vermietern, Touragenten oder Reisebekanntschaften – Whatsapp ist super praktisch. Und mit vielen Lieben zu Hause bleibt man auch einfach in Kontakt.

Eine weitere nützliche Sache ist eine Karten-App, die über GPS und nicht über Internet läuft (also nicht Google Maps). Ich habe Navigator, Marcus hat Mapsme auf dem Handy. Das Kartenmaterial wird vorher heruntergeladen und so können wir uns in jeder fremden Stadt orientieren oder die Route verfolgen, die der Taxifahrer fährt.

Telefonieren tun wir ausgesprochen selten, wenn, dann über Skype.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich an der Blogparade von Urs auf seinem philippinen-blog.ch.