Eine Rund­rei­se durch Alba­ni­en ist eine ein­fa­che und inter­es­san­te Mög­lich­keit, die­ses ursprüng­li­che Land zu erkun­den. Noch ist das Bal­kan­land fast ein Geheim­tipp und nicht vom Mas­sen­tou­ris­mus über­lau­fen. Der idea­le Zeit­punkt, um Alba­ni­en auf eige­ne Faust zu berei­sen.

Die­ser Arti­kel ent­hält Wer­bung in Form von Affi­lia­te-Links. Die­se sind mit einem * gekenn­zeich­net. Wenn du über die­se Links etwas bestellst, erhal­ten wir eine klei­ne Pro­vi­si­on, mit der du uns hilfst, die Kos­ten für unse­ren Blog zu tra­gen. Für dich ändert sich am Preis natür­lich nichts.

Anrei­se nach Alba­ni­en

Für uns kam wegen der gro­ßen Ent­fer­nung nur die Anrei­se mit dem Flug­zeug in Fra­ge. Bei drei Wochen Urlaub ist die Fahrt mit dem Auto vom Rhein­land nach Alba­ni­en ein­fach zu lang.

Da Alba­ni­en nur einen inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen hat, näm­lich in Tira­na, ergibt sich auto­ma­tisch eine Rund­rei­se mit Start- und Ziel­punkt Tira­na.

Doch es gibt noch wei­te­re Mög­lich­kei­ten, die Rei­se­rou­te durch Alba­ni­en zu gestal­ten. Die grie­chi­sche Insel Kor­fu liegt direkt vor dem süd­li­chen Zip­fel Alba­ni­ens.  Von dort aus kommst du bequem mit dem Schiff in einer etwa halb­stün­di­gen Über­fahrt nach Saran­da.

Eben­so kannst du die Rei­se durch Alba­ni­en im Nor­den begin­nen. Eine hal­be Stun­de von der alba­ni­schen Gren­ze ent­fernt liegt die Haupt­stadt Mon­te­ne­gros, Pod­go­ri­ca mit einem inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen.

Wir ent­schie­den uns für die Anrei­se mit dem Flug­zeug nach Kor­fu. Wir ver­brach­ten einen Tag in Ker­ky­ra, der hüb­schen Haupt­stadt Kor­fus.

Am nächs­ten Tag setz­ten wir mit dem Trag­flü­gel­boot über nach Saran­da.

Marcus sitzt in der Kabine des Bootes.

Im Trag­flü­gel­boot nach Alba­ni­en.

Da eine Rund­rei­se ja nicht unbe­dingt „rund” sein muss, reis­ten wir von Süd nach Nord durch Alba­ni­en und schließ­lich von Pod­go­ri­ca aus wie­der nach Hau­se.

Rund­rei­se mit Miet­wa­gen oder öffent­li­chen Bus­sen?

Wenn du nicht mit dem eige­nen Auto anreist, musst du ent­schei­den, ob du dei­ne Alba­ni­en-Rund­rei­se mit dem Miet­wa­gen* oder mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln machen möch­test.

Grund­sätz­lich ist bei­des mög­lich.

Die bekann­ten Vor­tei­le des Miet­wa­gens sind grö­ße­re Fle­xi­bi­li­tät und Kom­fort. Dafür sind die Kos­ten höher. Du hast in den Alt­städ­ten Pro­ble­me mit der Park­platz­su­che und musst dich auf den teil­wei­se schlech­ten Stra­ßen­ab­schnit­ten sehr aufs Fah­ren kon­zen­trie­ren statt die Land­schaft genie­ßen zu kön­nen.

drei klapprige alte Busse.

Ob die noch in Betrieb sind?

Das Rei­sen mit öffent­li­chen Bus­sen in Alba­ni­en ist super preis­wert. Beim Zustand der Bus­se geht es von klapp­rig bis fast neu. Ver­bin­dun­gen sind in die meis­ten Orte vor­han­den, manch­mal aller­dings nur mit Umstei­gen. Das Schö­ne beim Rei­sen mit öffent­li­chen Bus­sen ist, dass du leicht in Kon­takt mit den Ein­hei­mi­schen kommst. So lernst du das ursprüng­li­che Leben im Land sehr haut­nah ken­nen.

Die Rou­te unse­rer Rund­rei­se durch Alba­ni­en

Karte von Albanien mit der Route unserer Rundreise.

Die Sta­tio­nen unse­rer Rund­rei­se:

  • Saran­da (4 Näch­te)
  • Gji­ro­kas­ter (2 Näch­te)
  • Per­met (1 Nacht)
  • Berat (3 Näch­te)
  • Coro­vo­de (2 Näch­te)
  • Fier (1 Nacht)
  • Tira­na (2 Näch­te)
  • Kru­je (1 Nacht)
  • Shko­dra (4 Näch­te)

Hotels auf unse­rer Alba­ni­en-Rund­rei­se

Wer uns kennt, weiß, dass wir ger­ne spon­tan und rela­tiv unge­plant unter­wegs sind. So buchen wir unse­re Unter­künf­te immer nur für das nächs­te Ziel.

Das funk­tio­niert auch in Alba­ni­en ein­wand­frei. Auch wenn du kei­ne Bus­plä­ne im Inter­net fin­dest, die Hotels und Feri­en­ap­par­te­ments sind in den ein­schlä­gi­gen Por­ta­len wie Boo­king* oder AirB­nb ver­tre­ten.

Gartentisch unter grünen Sträuchern.

Hier gab es Früh­stück im Gar­ten.

In den meis­ten Hotels und Pen­sio­nen ist ein lecke­res Früh­stück im Preis inbe­grif­fen. Die Über­nach­tun­gen in Alba­ni­en sind sehr preis­wert: wir haben im Schnitt pro Nacht 20 Euro für zwei Per­so­nen bezahlt.

Wie funk­tio­niert Bus fah­ren in Alba­ni­en?

Rei­sen mit öffent­li­chen Bus­sen in Alba­ni­en hat immer etwas Aben­teu­er­li­ches. Es gibt kei­ne Fahr­plä­ne, die irgend­wo aus­hän­gen, geschwei­ge denn Infos im Inter­net.

Es gibt auch nur in weni­gen Orten einen gekenn­zeich­ne­ten Bus­bahn­hof oder Hal­te­stel­len, die als sol­che erkenn­bar sind.

Daher wird manch­mal geschrie­ben, dass das Rei­sen mit Bus­sen umständ­lich und schwie­rig sei. Ist es nicht! Die Alba­ner sind sehr hilfs­be­reit und wir sind auch zu etwas abge­le­ge­ne­ren Zie­len unse­rer Rund­rei­se mit dem Bus gelangt.

Von allen Orten aus fah­ren Bus­se nach Tira­na. Wenn dein gewünsch­tes Ziel also zwi­schen dei­nem Aus­gangs­punkt und Tira­na liegt, wirst du mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit eine direk­te Ver­bin­dung haben. Falls nicht, musst du in der Regel so weit fah­ren, bis die Linie nach Tira­na sich mit dem von Tira­na kom­men­den Bus zu dei­nem Ziel kreuzt. Du musst dir dar­über aber kei­ne gro­ßen Gedan­ken machen, denn das machen die gast­freund­li­chen Alba­ner für dich.

Blauer Bus mit Schild

Bus nach Tira­na.

Reser­viert haben wir nie im Vor­aus. Wir waren in der Neben­sai­son im Mai unter­wegs. Im Rei­se­füh­rer haben wir gele­sen, dass man zumin­dest auf den Haupt­stre­cken im Som­mer vor­re­ser­vie­ren soll­te. Wie das funk­tio­niert, wis­sen wir aller­dings nicht, denn die Tickets haben wir immer direkt im Bus erwor­ben.

Die Bus­se sind in der Regel mit einem Fah­rer und mit einem Schaff­ner besetzt. Der Schaff­ner geht irgend­wann durch den Bus und sam­melt das Fahr­geld ein. In Klein­bus­sen ist oft nur der Fah­rer im Bus, dann bezahlst du beim Aus­stei­gen.

Das Per­so­nal in den Bus­sen spricht meist nur alba­nisch. Das macht aber nichts. Du nennst dei­nen Ziel­ort und der Schaff­ner sagt dir Bescheid, wenn du aus- oder umstei­gen sollst. Das klappt auch mit Hän­den und Füßen.

Wie fin­dest du den rich­ti­gen Bus?

Du fragst dich jetzt sicher, wie du denn raus­kriegst, wann und wo der Bus abfährt?

Das Zau­ber­wort ist: fra­gen! Am bes­ten jeman­den, mit dem du dich in einer gemein­sa­men Spra­che ver­stän­di­gen kannst. Bei uns waren das in der Regel die Ver­mie­ter unse­rer Unter­kunft. Wenn es Rich­tung Tira­na geht, wis­sen sie meist, wann und wo der Bus fährt. In aller Regel brin­gen sie dich zum Abfahrts­ort.

Ist es eine eher sel­te­ne­re Ver­bin­dung, wird geklärt, wie du ans Ziel gelangst. Der Ver­mie­ter schnappt sich sein Han­dy und tele­fo­niert rum. Oft kom­men sie an die Han­dy­num­mer des Bus­fah­rers und ver­ab­re­den mit ihm, wo du zustei­gen kannst. Zwei­mal wur­den wir zum Bei­spiel zu einer Tank­stel­le gebracht, an der der gewünsch­te Bus zum Tan­ken anhielt.

Eine ande­re Mög­lich­keit ist es, den Bus­fah­rer, der dich an dei­nen Ziel­ort bringt zu fra­gen, wie du nach XY wei­ter­kommst. Wenn er kein Eng­lisch spricht, wird er jeman­den auf­trei­ben, der es dir über­set­zen kann.

Du brauchst also kei­ne Sor­ge zu haben, dass du auf dei­ner Rund­rei­se irgend­wo hän­gen bleibst, weil du den rich­ti­gen Bus nicht fin­dest. Wenn du mit dei­nem Gepäck auf der Stra­ße stehst und ver­wirrt um dich guckst, hast du im Nu meh­re­re hilfs­be­rei­te Alba­ner um dich her­um, die sich dei­ner anneh­men.

Die Bus­se hal­ten nicht nur an den vor­ge­se­he­nen Abfahrts­punk­ten. Wenn du weißt, dass der Bus eine bestimm­te Stra­ße pas­siert, kannst du dich dort hin­stel­len und die Hand heben, wenn er sich nähert. Der Fah­rer wird hal­ten und dich mit­neh­men.

Die Teil­stre­cken unse­rer Rund­rei­se

Von Kor­fu nach Saran­da

In Kor­fu-Stadt (Ker­ky­ra) fah­ren meh­re­re Fäh­ren nach Saran­da in Alba­ni­en. Wir haben einen Tag vor­her unser Ticket für ein Trag­flü­gel­boot gekauft. Die Büros der Fähr­ge­sell­schaf­ten fin­dest du in der Nähe des Hafens. Sie sind nicht zu über­se­hen, denn gro­ße Schil­der wei­sen auf die Zie­le der Schif­fe hin.

Die Pass­kon­trol­len im alba­ni­schen Hafen waren schnell und unkom­pli­ziert. Wenn du direkt wei­ter möch­test nach Ksa­mil, gehst du ein­fach etwa hun­dert Meter die Stra­ße hoch. An dem klei­nen Platz mit dem gro­ßen Baum in der Mit­te ist die Hal­te­stel­le des Bus­ses, der unge­fähr stünd­lich fährt.

Große Bucht mit Kreuzfahrtschiff auf Reede.

Die Bucht von Saran­da.

Von Saran­da aus besich­ti­gen wir die römi­sche Aus­gra­bungs­stät­te Butrint, den Strand­ort Ksa­mil, die Karst­quel­le Blue Eye, das Klos­ter Meso­po­tam und die illy­ri­sche Höhen­sied­lung Phoe­ni­ke. Nach Butrint und Ksa­mil gelan­gen wir mit dem öffent­li­chen Bus. Für einen Tag mie­ten wir uns ein Auto, um zum Blue Eye und nach Phoe­ni­ke zu gelan­gen.

  • Ent­fer­nung Kor­fu – Saran­da: 36 km
  • Fahr­zeit: Trag­flü­gel­boot 30 Minu­ten, Fäh­re knapp zwei Stun­den
  • Preis: 27 Euro pro Per­son
  • Unse­re Unter­kunft in Saran­da: Appart­ments Klaj­di*

Von Saran­da nach Gji­ro­kas­ter

Unse­re ers­te Über­land-Bus­fahrt in Alba­ni­en führt uns in die alte Stadt Gji­ro­kas­ter. Da es auf der Stre­cke Rich­tung Tira­na liegt, ist die Bus­ver­bin­dung kein Pro­blem. Mehr­mals täg­lich fah­ren Bus­se. Unser Ver­mie­ter bringt uns zu der Stra­ßen­ecke, an der die Bus­se star­ten. Sobald wir mit unse­rem Gepäck auf der Stra­ße ste­hen, wer­den wir von freund­li­chen Men­schen gefragt: „Tira­na?”. Wir ant­wor­ten sicher­heits­hal­ber „Gji­ro­kas­ter” und man winkt uns zum rich­ti­gen Bus. Ein Schild in der Front­schei­be weist das Ziel Tira­na aus.

Die Fahrt geht über wol­ken­ver­han­ge­ne Ber­ge. Außer uns ist noch ein Tou­ris­ten­paar im Bus, ansons­ten sind nur Ein­hei­mi­sche unter­wegs.

Am Rand von Gji­ro­kasters Alt­stadt wer­den wir abge­setzt. Wir zie­hen unser Gepäck zunächst den stei­len Berg hoch, stop­pen dann einen städ­ti­schen Mini­bus, der uns für ein paar Cent in die Stadt­mit­te bringt.

Blauer Minibus auf einer engen Straße mit Mauern rechts und links.

Der Mini­bus bewäl­tigt enge und stei­le Gas­sen.

Osma­ni­sche Wehr­turm­häu­ser, enge und stei­le Gas­sen in der Alt­stadt und die über dem Ort thro­nen­de Zita­del­le prä­gen das Bild von Gji­ro­kas­ter.

  • Ent­fer­nung Saran­da – Gji­ro­kas­ter: 55 km
  • Fahr­zeit: etwa andert­halb Stun­den
  • Preis: 300 Lek pro Per­son (etwa 2,50 Euro)
  • unse­re Unter­kunft in Gji­ro­kas­ter: Guest­house Mele*

Von Gji­ro­kas­ter nach Per­met

Nach dem für alba­ni­sche Ver­hält­nis­se gro­ßen Tou­ris­ten­rum­mel in Gji­ro­kas­ter ent­schei­den wir uns, als nächs­tes einen ruhi­ge­ren Ort anzu­steu­ern. Es braucht ein wenig Recher­che sei­tens unse­res Guest­house-Wirts, um die Ver­bin­dung nach Per­met her­aus­zu­fin­den.

Gina steht an einem großen Rosenstrauch mit rosa Blüten.

Per­met ist als Rosen­stadt bekannt.

Sicher­heits­hal­ber fra­gen wir auch noch bei einem Rei­se­ver­an­stal­ter in der Stadt nach. Der jun­ge Mann spricht her­vor­ra­gend Eng­lisch und zückt einen aus­ge­druck­ten Plan mit drei täg­li­chen Ver­bin­dun­gen nach Per­met. Aller­dings ande­re Zei­ten, als unser Wirt uns mit­ge­teilt hat. Dar­auf­hin tele­fo­niert der Mann und es stellt sich her­aus, dass der Fahr­plan lei­der noch nicht gilt. Mer­ke: Nach­fra­gen lohnt immer!

Bei unse­rem Wirt hat sich die Infor­ma­ti­on mitt­ler­wei­le auch geän­dert: statt um halb acht soll der Bus nun um halb neun abfah­ren. Um halb acht hät­te er uns zum Bus brin­gen kön­nen, halb neun ist er lei­der schon unter­wegs. Dann müs­sen wir uns eben sel­ber auf den Weg machen.

Wohin?

„Da, wo euch der Bus, mit dem ihr gekom­men seid, abge­setzt hat.”

Das bezwei­feln wir, denn laut unse­rem Rei­se­füh­rer gibt es zwei Bus­hal­te­plät­ze und wir wur­den an dem für loka­le Fahr­ten abge­setzt. Also beschlie­ßen wir, uns bereits eine Stun­de frü­her von unse­rem Wirt zum Abfahrts­ort brin­gen zu las­sen.

Er setzt uns an einer Tank­stel­le in der Nähe des Haupt-Abfahrts­plat­zes ab. Hier soll der Bus nach Per­met tan­ken und wir könn­ten zustei­gen. Ein Café befin­det sich an der Tank­stel­le und sofort küm­mern sich zwei alba­ni­sche Män­ner um uns. Bus nach Per­met? Sie begin­nen zu tele­fo­nie­ren, holen die Eng­lisch spre­chen­de Bedie­nung dazu. Hier wird kei­ner allein gelas­sen…

Marcus steht vor einem weißen Kleinbus und spricht mit dem Fahrer.

Der moder­ne Klein­bus nach Per­met.

Wir dür­fen unser Gepäck in dem Café abstel­len und gehen erst­mal früh­stü­cken. Pünkt­lich um halb neun rollt ein klei­ner, moder­ner Bus vor die Tank­stel­le. Wei­ter geht unse­re Rund­rei­se in die Rosen­stadt Per­met.

  • Ent­fer­nung Gji­ro­kas­ter – Per­met: 62 Kilo­me­ter
  • Fahr­zeit: unge­fähr andert­halb Stun­den
  • Preis: 300 Lek (etwa 2,50 Euro)
  • Unse­re Unter­kunft in Per­met: Ilir Guest House* 

Von Per­met nach Berat

Von Per­met aus wol­len wir nach Berat. Dazu müs­sen wir zum ers­ten Mal auf unse­rer Rund­rei­se umstei­gen.

Wir haben beim Aus­stei­gen in Per­met den Fah­rer gefragt, wie wir nach Berat kom­men. Er erklär­te uns, mor­gens um halb sie­ben, halb acht und halb neun füh­re ein Bus Rich­tung Tira­na. Den müss­ten wir neh­men und in Fier in den Bus nach Berat umstei­gen. Gut, dass wir den Fah­rer gefragt haben. Unse­re Ver­mie­ter spre­chen näm­lich nur ein wenig ita­lie­nisch.

Um halb neun bestei­gen wir den Bus nach Tira­na und erklä­ren dem nur des Alba­ni­schen mäch­ti­gen Schaff­ner, dass wir nach Berat wol­len. Er sagt immer etwas von Lush­n­je. Aber wir soll­ten doch in Fier umstei­gen? Die Unter­hal­tung läuft unge­fähr so:

Wir: „Berat?”

Schaff­ner: „.…. Tirana.…Lushnje.…Berat”

Wir: „???”

Schaff­ner: (unter Zuhil­fe­nah­me von Hän­den) „…Lush­n­je.… Berat.”

Wir: „Äääh…Fier – Berat?”

Schaff­ner: „no, no: Lush­n­je .… Berat!”

Ein Blick auf Goog­le Maps ver­rät uns, dass sich sowohl in Fier als auch in Lush­n­je gro­ße Stra­ßen kreu­zen. Wir beschlie­ßen, dem Schaff­ner zu ver­trau­en. Bleibt uns auch nicht viel ande­res übrig.

Gina steht vor einem blauen Bus.

Kurz vor Lush­n­je gibt es noch eine Pau­se an einer Tank­stel­le.

Der Bus nach Tira­na setzt uns an einem Kreis­ver­kehr bei Lush­n­je ab. Da ist erst­mal nix außer vier gro­ße Über­land­stra­ßen. Der Schaff­ner zeigt zu dem Abzweig, an dem ein Schild die Rich­tung nach Berat weist. Dort war­ten wir an der stau­bi­gen Stra­ße kei­ne fünf Minu­ten, bis der klei­ne Bus nach Berat vor uns hält. In der Zwi­schen­zeit hat­ten auch schon drei Autos ange­hal­ten und uns ange­bo­ten, uns für einen Taxi­preis mit­zu­neh­men.

Berat ist eine der weni­gen Städ­te in Alba­ni­en, die einen zen­tra­len Bus­bahn­hof haben. Von dort kom­men wir pro­blem­los mit dem Nah­ver­kehrs­bus in die Alt­stadt, wo uns unser Ver­mie­ter abholt.

Viele Häuser in Berat mit Fensterreihen ziehen sich einen Hang entlang.

Das typi­sche Stadt­bild von Berat – Fens­ter ohne Ende.

Berat ist als Stadt der 1000 Fens­ter bekannt. Die osma­ni­sche Alt­stadt ist sehr cha­rak­te­ris­tisch. Außer­dem gibt es wie­der eine gro­ße Burg­an­la­ge auf dem Berg über dem Städt­chen zu besich­ti­gen.

  • Ent­fer­nung Per­met – Berat (über Lush­n­je): 205 Kilo­me­ter
  • Fahr­zeit: unge­fähr vier Stun­den
  • Preis: 930 Lek pro Per­son (etwa 7,65 Euro)
  • Unse­re Unter­kunft in Berat: Apart­ment Geart 2*

Von Berat nach Coro­vo­de

Nach die­sem tou­ris­ti­schen High­light wol­len wir wie­der vom aus­ge­tre­te­nen Pfad abwei­chen und gucken uns Coro­vo­de als Ziel unse­rer Rou­te aus.

Unser Ver­mie­ter fragt erst­mal irri­tiert nach, ob wir das ent­le­ge­ne Kaff tat­säch­lich mei­nen. Dann fängt er an zu tele­fo­nie­ren…

Am Abfahrts­tag bringt er uns mit dem Nah­ver­kehrs­bus an den Orts­aus­gang. Er bezahlt sogar die Tickets für den Stadt­bus für uns! Wie­der wer­den wir an einer Tank­stel­le abge­setzt. Im Café war­ten wir auf die Ankunft des Bus­ses, die sich dies­mal etwas ver­zö­gert. Als er ankommt, strö­men die Pas­sa­gie­re raus, es ist eine klei­ne Pau­se ange­sagt.

Marcus sitzt am Tisch mit einem Kaffee vor sich.

War­ten auf den Bus nach Coro­vo­de.

Da wir schon Pau­se hat­ten, sichern wir uns erst­mal Sitz­plät­ze. Eine gute Ent­schei­dung, denn der Bus wird rich­tig voll. Wir beob­ach­ten, dass jun­ge Leu­te selbst­ver­ständ­lich für Älte­re auf­ste­hen. Ein Ver­hal­ten, das in Deutsch­land sel­ten gewor­den ist.

Die Stra­ße hin­ter Berat ist uneben und rau. Der Bus rum­pelt durch die Land­schaft. In jedem Dorf wird ange­hal­ten, bis der Bus sich nach und nach leert. In Coro­vo­de stei­gen nur noch eine Hand­voll Fahr­gäs­te aus.

Der Ort sel­ber ist unspek­ta­ku­lär. Umso spek­ta­ku­lä­rer dafür die Natur mit dem atem­be­rau­ben­den Osumi Can­yon.

Canyon mit steilen Felswänden und einem Fluss am Grund.

Der Osumi Can­yon hat uns auf unse­rer Rund­rei­se nach Coro­vo­de gelockt.

  • Ent­fer­nung Berat – Coro­vo­de: 50 km
  • Fahr­zeit: 2 Stun­den
  • Preis: 300 Lek pro Per­son (etwa 2,50 Euro)
  • Hotel in Coro­vo­de: Hotel Kal­emi (nicht über Buchungs­por­ta­le buch­bar)

Von Coro­vo­de nach Fier

Von Coro­vo­de rei­sen wir nach Fier. Es gibt sogar eine Direkt­ver­bin­dung. Wir kom­men an der Stra­ße, an der die Bus­se ste­hen mit einem Alba­ner ins Gespräch, der aus­ge­zeich­net Deutsch spricht. Er hat eini­ge Jah­re im Sie­ger­land gelebt und gear­bei­tet. Mit sei­ner Hil­fe bekom­men wir schnell die gewünsch­te Bus­ver­bin­dung her­aus.

Gina schaut aus der seitlichen Schiebetür eines weißen Kleinbusses.

Mit einem etwas in die Jah­re gekom­me­nen Klein­bus geht es über Berat nach Fier. In Berat am Bus­bahn­hof gibt es eine län­ge­re Pau­se. Dann geht es über gut aus­ge­bau­te Stra­ßen nach Fier. Der Bus­fah­rer bringt uns sogar zu unse­rem etwas außer­halb gele­ge­nen Hotel, obwohl er erst mal den Weg erfra­gen muss.

In Fier besich­ti­gen wir die anti­ke grie­chi­sche Sied­lung von Apol­lo­nia.

  • Ent­fer­nung Coro­vo­de – Fier: 100 km
  • Fahr­zeit: etwa 3,5 Stun­den
  • Preis: 500 Lek pro Per­son (etwa 4 Euro)
  • Hotel in Fier: Prince Hotel Fier

Von Fier nach Tira­na

Von Fier nach Tira­na zu gelan­gen ist ein­fach. Nach Tira­na fah­ren von allen Orten Alba­ni­ens Bus­se.

Unser Ver­mie­ter bringt uns zur Bus­sta­ti­on, wo ein Bus Rich­tung Tira­na schon bereit steht. Das ein­zi­ge, was etwas kom­pli­ziert in Tira­na ist: in der Haupt­stadt gibt es kei­nen zen­tra­len Bus­bahn­hof, wie man das viel­leicht erwar­ten wür­de. Statt des­sen gibt es meh­re­re klei­ne­re Sta­tio­nen, an denen die Bus­se aus und nach bestimm­ten Rich­tun­gen ankom­men.

Reiterstatue von Skanderbeg, eine wichtige Sehenswürdigkeit in Tirana.

Natio­nal­held Skan­der­beg auf dem zen­tra­len Platz in Tira­na.

In Tira­na las­sen wir uns in einer Free Tour die wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten zei­gen, schwe­ben mit der Gon­del­bahn auf den Haus­berg Tira­nas und stei­gen in die beklem­men­den Tie­fen der Bunk­Art-Aus­stel­lung ab.

  • Ent­fer­nung Fier – Tira­na: 117 km
  • Fahr­zeit: unge­fähr 2 Stun­den
  • Preis: 350 Lek pro Per­son (etwa 2,90 Euro)
  • Unter­kunft in Tira­na: Über AirB­nb

Von Tira­na nach Kru­je

Etwas tri­cky ist es wie­der­um, als wir unse­re Rund­rei­se nach Kru­je fort­set­zen. Das his­to­ri­sche Kru­je liegt oben auf dem Berg, der Markt­ort Fush Kru­je im Tal ist der End­punkt der Bus­se aus Tira­na.

Aber auch hier klappt das Umstei­gen pro­blem­los, der Bus­schaff­ner bringt uns per­sön­lich zu dem Klein­bus, der nach Kru­je hoch­fährt. Hier pas­siert wie­der ein­mal etwas typisch alba­ni­sches: Im Klein­bus unter­hal­ten wir uns mit drei Bro­cken Ita­lie­nisch und Hän­den und Füßen mit einem Mann. Als er vor uns aus­steigt, bezahlt er unse­re Tickets mit. Alles Weh­ren hilft nichts, er lässt sich das Geld nicht von uns zurück­ge­ben.

In Kru­je ist eine wich­ti­ge his­to­ri­sche Stät­te Alba­ni­ens zu bewun­dern. Auf der Burg Kru­je resi­dier­te der Natio­nal­held Skan­der­beg, der Alba­ni­en jahr­zehn­te­lang erfolg­reich gegen die andrän­gen­den Osma­nen ver­tei­dig­te.

  • Ent­fer­nung Tira­na – Kru­je: 32 km
  • Fahr­zeit: unge­fähr andert­halb Stun­den
  • Preis: 180 Lek pro Per­son bis Fush Kru­je (etwa 1,50 Euro)
  • Unter­kunft in Kru­je: Vila Ama

Von Kru­je nach Shko­dra

Das letz­te Ziel unse­rer Alba­ni­en-Rund­rei­se ist die gro­ße Stadt Shko­dra. Dahin müss­te doch pro­blem­los ein Bus zu bekom­men sein, oder? Ähm, im Prin­zip ja. Wir müs­sen aller­dings in Fush Kru­je umstei­gen. Und der Bus nach Shko­dra hält nicht im Ort, wo die Klein­bus­se stop­pen, son­dern fährt oben an der Schnell­stra­ße ent­lang.

In Kru­je star­ten die Mini­bus­se oben unter der Burg. Unser Domi­zil liegt viel wei­ter unten. Wir haben wenig Lust, unser Gepäck den stei­len Berg hoch­zu­zer­ren. So wen­den wir unser neu erwor­be­nes Wis­sen, dass der Bus über­all hält, an. Wir war­ten an der Stra­ße und win­ken, als sich der Klein­bus nähert. Der ers­te ist schon voll, aber der zwei­te, der kurz dar­auf folgt nimmt uns mit. Na also! Wir füh­len uns schon wie Pro­fi-Rei­sen­de in Alba­ni­en.

In Fush Kru­je küm­mern sich wie­der meh­re­re Mit­pas­sa­gie­re dar­um, dass wir in die rich­ti­ge Rich­tung zu unse­rem Bus nach Shko­dra gelan­gen. Wir müs­sen etwa zwei Kilo­me­ter der Haupt­stra­ße fol­gen, bis wir zu der Auto­bahn ähn­li­chen Schnell­stra­ße gelan­gen. Oben ste­hen schon ein paar Leu­te war­tend am Rand.

Es ist eng, aus­ge­rech­net hier kommt die Auf­fahrt hoch und der lin­ke Fahr­strei­fen ist gesperrt. Wir drü­cken uns an die Leit­plan­ke und hof­fen, dass wir nicht all­zu lan­ge aus­har­ren müs­sen.

Marcus steht an der Leitplanke der Schnellstraße.

War­ten auf den Bus an der Schnell­stra­ße.

Autos im Stau, im Hintergrund nähert sich der Bus.

Da hin­ten kommt unser Bus nach Shko­dra.

Da kommt auch schon der Bus nach Shko­dra, ein gro­ßer Rei­se­bus. Wir heben die Hand, der Bus ver­lang­samt, die mitt­le­re Tür geht auf. Schnell, schnell wer­den wir mit­samt unse­res Gepäcks vom Schaff­ner in den Bus gezo­gen, der gar nicht rich­tig anhält. Geschafft!

Shko­dra ist eine hüb­sche Stadt mit schö­ner Fuß­gän­ger­zo­ne, inter­es­san­ten Muse­en und einer ein­drucks­vol­len Burg.

  • Ent­fer­nung Kru­je – Shko­dra: 85 Kilo­me­ter
  • Fahr­zeit: 2 Stun­den
  • Preis: 400 Lek pro Per­son (etwa 3,30 Euro)
  • Unter­kunft in Shko­dra: All Sea­sons Apart­ment* 

Von Shko­dra nach Pod­go­ri­ca

In der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on haben wir erfragt, dass der Bus nach Pod­go­ri­ca täg­lich um 11 Uhr star­tet. Es han­delt sich um ein mon­te­ne­gri­ni­sches Bus­un­ter­neh­men, das Hand­ling ist pro­fes­sio­nel­ler als bei den alba­ni­schen. Der Schaff­ner spricht eini­ger­ma­ßen Eng­lisch, das Gepäck wird mit Tickets ver­se­hen. Dafür ist der Fahr­preis auch deut­lich höher im Ver­gleich zu den alba­ni­schen Bus­sen.

Die Ent­fer­nung nach Pod­go­ri­ca ist nicht sehr groß, aber an der Gren­ze musst du immer eine unge­wis­se Zeit ein­kal­ku­lie­ren. Wir schät­zen, dass wir dort etwa eine hal­be Stun­de gewar­tet haben.

Autoschlange am Grenzübergang.

Anste­hen an der Gren­ze von Alba­ni­en nach Mon­te­ne­gro.

In Pod­go­ri­ca ange­kom­men, stel­len wir fest, dass unse­re alba­ni­schen SIM-Kar­ten hier nicht mehr funk­tio­nie­ren. Blöd, denn wir soll­ten unse­ren Ver­mie­ter anru­fen, der uns am Bus­bahn­hof abho­len kom­men woll­te. So fra­gen wir ver­trau­ens­voll den Bus­schaff­ner, ob er für uns anru­fen könn­te. Der wählt die Num­mer, die Mar­cus ihm hin­hält, drückt ihm dann sein Han­dy in die Hand – und ver­schwin­det erst­mal Rich­tung Toi­let­te! Für uns fast unglaub­lich, die­ses Ver­trau­en!

  • Ent­fer­nung Shko­dra – Pod­go­ri­ca: 60 km
  • Fahr­zeit: unge­fähr andert­halb Stun­den (hängt von der War­te­zeit am Grenz­über­gang ab)
  • Preis: 1150 Lek + 3 Euro (etwa 12,50 Euro)
  • Unter­kunft in Pod­go­ri­ca: Apart­man Mar­ko*

Fazit unse­rer Alba­ni­en-Rund­rei­se mit Bus

Du siehst, die Rund­rei­se durch Alba­ni­en mit öffent­li­chem Bus war über­haupt nicht schwie­rig. Die Alba­ner sind so unglaub­lich freund­lich und hilfs­be­reit, dass sie auch die Sprach­bar­rie­ren über­win­den.

Über­dies haben wir so vie­le schö­ne Erfah­run­gen gemacht mit Men­schen, die uns gehol­fen haben, die ein­fach nur so an uns inter­es­siert waren und die sich gefreut haben, dass wir ihr Land berei­sen.

Natür­lich begeg­net man auch auf einer Rund­rei­se mit dem Auto freund­li­chen und hilfs­be­rei­ten Men­schen. Beim Rei­sen mit den Bus­sen sind jedoch noch eini­ge Gele­gen­hei­ten mehr, die­se Begeg­nun­gen zu machen.

Hast du schon mal ähn­li­che oder viel­leicht auch ganz ande­re Erfah­run­gen gemacht? In Alba­ni­en oder in ande­ren Län­dern? Schreib es uns ger­ne in die Kom­men­ta­re!