Eine Rundreise durch Albanien ist eine einfache und interessante Möglichkeit, dieses ursprüngliche Land zu erkunden. Noch ist das Balkanland fast ein Geheimtipp und nicht vom Massentourismus überlaufen. Der ideale Zeitpunkt, um Albanien auf eigene Faust zu bereisen.

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Anreise nach Albanien

Für uns kam wegen der großen Entfernung nur die Anreise mit dem Flugzeug in Frage. Bei drei Wochen Urlaub ist die Fahrt mit dem Auto vom Rheinland nach Albanien einfach zu lang.

Da Albanien nur einen internationalen Flughafen hat, nämlich in Tirana, ergibt sich automatisch eine Rundreise mit Start- und Zielpunkt Tirana.

Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Reiseroute durch Albanien zu gestalten. Die griechische Insel Korfu liegt direkt vor dem südlichen Zipfel Albaniens.  Von dort aus kommst du bequem mit dem Schiff in einer etwa halbstündigen Überfahrt nach Saranda.

Ebenso kannst du die Reise durch Albanien im Norden beginnen. Eine halbe Stunde von der albanischen Grenze entfernt liegt die Hauptstadt Montenegros, Podgorica mit einem internationalen Flughafen.

Wir entschieden uns für die Anreise mit dem Flugzeug nach Korfu. Wir verbrachten einen Tag in Kerkyra, der hübschen Hauptstadt Korfus.

Am nächsten Tag setzten wir mit dem Tragflügelboot über nach Saranda.

Marcus sitzt in der Kabine des Bootes.

Im Tragflügelboot nach Albanien.

Da eine Rundreise ja nicht unbedingt „rund“ sein muss, reisten wir von Süd nach Nord durch Albanien und schließlich von Podgorica aus wieder nach Hause.

Rundreise mit Mietwagen oder öffentlichen Bussen?

Wenn du nicht mit dem eigenen Auto anreist, musst du entscheiden, ob du deine Albanien-Rundreise mit dem Mietwagen* oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen möchtest.

Grundsätzlich ist beides möglich.

Die bekannten Vorteile des Mietwagens sind größere Flexibilität und Komfort. Dafür sind die Kosten höher. Du hast in den Altstädten Probleme mit der Parkplatzsuche und musst dich auf den teilweise schlechten Straßenabschnitten sehr aufs Fahren konzentrieren statt die Landschaft genießen zu können.

drei klapprige alte Busse.

Ob die noch in Betrieb sind?

Das Reisen mit öffentlichen Bussen in Albanien ist super preiswert. Beim Zustand der Busse geht es von klapprig bis fast neu. Verbindungen sind in die meisten Orte vorhanden, manchmal allerdings nur mit Umsteigen. Das Schöne beim Reisen mit öffentlichen Bussen ist, dass du leicht in Kontakt mit den Einheimischen kommst. So lernst du das ursprüngliche Leben im Land sehr hautnah kennen.

Die Route unserer Rundreise durch Albanien

Karte von Albanien mit der Route unserer Rundreise.

Die Stationen unserer Rundreise:

  • Saranda (4 Nächte)
  • Gjirokaster (2 Nächte)
  • Permet (1 Nacht)
  • Berat (3 Nächte)
  • Corovode (2 Nächte)
  • Fier (1 Nacht)
  • Tirana (2 Nächte)
  • Kruje (1 Nacht)
  • Shkodra (4 Nächte)

Hotels auf unserer Albanien-Rundreise

Wer uns kennt, weiß, dass wir gerne spontan und relativ ungeplant unterwegs sind. So buchen wir unsere Unterkünfte immer nur für das nächste Ziel.

Das funktioniert auch in Albanien einwandfrei. Auch wenn du keine Buspläne im Internet findest, die Hotels und Ferienappartements sind in den einschlägigen Portalen wie Booking* oder AirBnb vertreten.

Gartentisch unter grünen Sträuchern.

Hier gab es Frühstück im Garten.

In den meisten Hotels und Pensionen ist ein leckeres Frühstück im Preis inbegriffen. Die Übernachtungen in Albanien sind sehr preiswert: wir haben im Schnitt pro Nacht 20 Euro für zwei Personen bezahlt.

Wie funktioniert Bus fahren in Albanien?

Reisen mit öffentlichen Bussen in Albanien hat immer etwas Abenteuerliches. Es gibt keine Fahrpläne, die irgendwo aushängen, geschweige denn Infos im Internet.

Es gibt auch nur in wenigen Orten einen gekennzeichneten Busbahnhof oder Haltestellen, die als solche erkennbar sind.

Daher wird manchmal geschrieben, dass das Reisen mit Bussen umständlich und schwierig sei. Ist es nicht! Die Albaner sind sehr hilfsbereit und wir sind auch zu etwas abgelegeneren Zielen unserer Rundreise mit dem Bus gelangt.

Von allen Orten aus fahren Busse nach Tirana. Wenn dein gewünschtes Ziel also zwischen deinem Ausgangspunkt und Tirana liegt, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit eine direkte Verbindung haben. Falls nicht, musst du in der Regel so weit fahren, bis die Linie nach Tirana sich mit dem von Tirana kommenden Bus zu deinem Ziel kreuzt. Du musst dir darüber aber keine großen Gedanken machen, denn das machen die gastfreundlichen Albaner für dich.

Blauer Bus mit Schild

Bus nach Tirana.

Reserviert haben wir nie im Voraus. Wir waren in der Nebensaison im Mai unterwegs. Im Reiseführer haben wir gelesen, dass man zumindest auf den Hauptstrecken im Sommer vorreservieren sollte. Wie das funktioniert, wissen wir allerdings nicht, denn die Tickets haben wir immer direkt im Bus erworben.

Die Busse sind in der Regel mit einem Fahrer und mit einem Schaffner besetzt. Der Schaffner geht irgendwann durch den Bus und sammelt das Fahrgeld ein. In Kleinbussen ist oft nur der Fahrer im Bus, dann bezahlst du beim Aussteigen.

Das Personal in den Bussen spricht meist nur albanisch. Das macht aber nichts. Du nennst deinen Zielort und der Schaffner sagt dir Bescheid, wenn du aus- oder umsteigen sollst. Das klappt auch mit Händen und Füßen.

Wie findest du den richtigen Bus?

Du fragst dich jetzt sicher, wie du denn rauskriegst, wann und wo der Bus abfährt?

Das Zauberwort ist: fragen! Am besten jemanden, mit dem du dich in einer gemeinsamen Sprache verständigen kannst. Bei uns waren das in der Regel die Vermieter unserer Unterkunft. Wenn es Richtung Tirana geht, wissen sie meist, wann und wo der Bus fährt. In aller Regel bringen sie dich zum Abfahrtsort.

Ist es eine eher seltenere Verbindung, wird geklärt, wie du ans Ziel gelangst. Der Vermieter schnappt sich sein Handy und telefoniert rum. Oft kommen sie an die Handynummer des Busfahrers und verabreden mit ihm, wo du zusteigen kannst. Zweimal wurden wir zum Beispiel zu einer Tankstelle gebracht, an der der gewünschte Bus zum Tanken anhielt.

Eine andere Möglichkeit ist es, den Busfahrer, der dich an deinen Zielort bringt zu fragen, wie du nach XY weiterkommst. Wenn er kein Englisch spricht, wird er jemanden auftreiben, der es dir übersetzen kann.

Du brauchst also keine Sorge zu haben, dass du auf deiner Rundreise irgendwo hängen bleibst, weil du den richtigen Bus nicht findest. Wenn du mit deinem Gepäck auf der Straße stehst und verwirrt um dich guckst, hast du im Nu mehrere hilfsbereite Albaner um dich herum, die sich deiner annehmen.

Die Busse halten nicht nur an den vorgesehenen Abfahrtspunkten. Wenn du weißt, dass der Bus eine bestimmte Straße passiert, kannst du dich dort hinstellen und die Hand heben, wenn er sich nähert. Der Fahrer wird halten und dich mitnehmen.

Die Teilstrecken unserer Rundreise

Von Korfu nach Saranda

In Korfu-Stadt (Kerkyra) fahren mehrere Fähren nach Saranda in Albanien. Wir haben einen Tag vorher unser Ticket für ein Tragflügelboot gekauft. Die Büros der Fährgesellschaften findest du in der Nähe des Hafens. Sie sind nicht zu übersehen, denn große Schilder weisen auf die Ziele der Schiffe hin.

Die Passkontrollen im albanischen Hafen waren schnell und unkompliziert. Wenn du direkt weiter möchtest nach Ksamil, gehst du einfach etwa hundert Meter die Straße hoch. An dem kleinen Platz mit dem großen Baum in der Mitte ist die Haltestelle des Busses, der ungefähr stündlich fährt.

Große Bucht mit Kreuzfahrtschiff auf Reede.

Die Bucht von Saranda.

Von Saranda aus besichtigen wir die römische Ausgrabungsstätte Butrint, den Strandort Ksamil, die Karstquelle Blue Eye, das Kloster Mesopotam und die illyrische Höhensiedlung Phoenike. Nach Butrint und Ksamil gelangen wir mit dem öffentlichen Bus. Für einen Tag mieten wir uns ein Auto, um zum Blue Eye und nach Phoenike zu gelangen.

  • Entfernung Korfu – Saranda: 36 km
  • Fahrzeit: Tragflügelboot 30 Minuten, Fähre knapp zwei Stunden
  • Preis: 27 Euro pro Person
  • Unsere Unterkunft in Saranda: Appartments Klajdi*

Von Saranda nach Gjirokaster

Unsere erste Überland-Busfahrt in Albanien führt uns in die alte Stadt Gjirokaster. Da es auf der Strecke Richtung Tirana liegt, ist die Busverbindung kein Problem. Mehrmals täglich fahren Busse. Unser Vermieter bringt uns zu der Straßenecke, an der die Busse starten. Sobald wir mit unserem Gepäck auf der Straße stehen, werden wir von freundlichen Menschen gefragt: „Tirana?“. Wir antworten sicherheitshalber „Gjirokaster“ und man winkt uns zum richtigen Bus. Ein Schild in der Frontscheibe weist das Ziel Tirana aus.

Die Fahrt geht über wolkenverhangene Berge. Außer uns ist noch ein Touristenpaar im Bus, ansonsten sind nur Einheimische unterwegs.

Am Rand von Gjirokasters Altstadt werden wir abgesetzt. Wir ziehen unser Gepäck zunächst den steilen Berg hoch, stoppen dann einen städtischen Minibus, der uns für ein paar Cent in die Stadtmitte bringt.

Blauer Minibus auf einer engen Straße mit Mauern rechts und links.

Der Minibus bewältigt enge und steile Gassen.

Osmanische Wehrturmhäuser, enge und steile Gassen in der Altstadt und die über dem Ort thronende Zitadelle prägen das Bild von Gjirokaster.

  • Entfernung Saranda – Gjirokaster: 55 km
  • Fahrzeit: etwa anderthalb Stunden
  • Preis: 300 Lek pro Person (etwa 2,50 Euro)
  • unsere Unterkunft in Gjirokaster: Guesthouse Mele*

Von Gjirokaster nach Permet

Nach dem für albanische Verhältnisse großen Touristenrummel in Gjirokaster entscheiden wir uns, als nächstes einen ruhigeren Ort anzusteuern. Es braucht ein wenig Recherche seitens unseres Guesthouse-Wirts, um die Verbindung nach Permet herauszufinden.

Gina steht an einem großen Rosenstrauch mit rosa Blüten.

Permet ist als Rosenstadt bekannt.

Sicherheitshalber fragen wir auch noch bei einem Reiseveranstalter in der Stadt nach. Der junge Mann spricht hervorragend Englisch und zückt einen ausgedruckten Plan mit drei täglichen Verbindungen nach Permet. Allerdings andere Zeiten, als unser Wirt uns mitgeteilt hat. Daraufhin telefoniert der Mann und es stellt sich heraus, dass der Fahrplan leider noch nicht gilt. Merke: Nachfragen lohnt immer!

Bei unserem Wirt hat sich die Information mittlerweile auch geändert: statt um halb acht soll der Bus nun um halb neun abfahren. Um halb acht hätte er uns zum Bus bringen können, halb neun ist er leider schon unterwegs. Dann müssen wir uns eben selber auf den Weg machen.

Wohin?

„Da, wo euch der Bus, mit dem ihr gekommen seid, abgesetzt hat.“

Das bezweifeln wir, denn laut unserem Reiseführer gibt es zwei Bushalteplätze und wir wurden an dem für lokale Fahrten abgesetzt. Also beschließen wir, uns bereits eine Stunde früher von unserem Wirt zum Abfahrtsort bringen zu lassen.

Er setzt uns an einer Tankstelle in der Nähe des Haupt-Abfahrtsplatzes ab. Hier soll der Bus nach Permet tanken und wir könnten zusteigen. Ein Café befindet sich an der Tankstelle und sofort kümmern sich zwei albanische Männer um uns. Bus nach Permet? Sie beginnen zu telefonieren, holen die Englisch sprechende Bedienung dazu. Hier wird keiner allein gelassen…

Marcus steht vor einem weißen Kleinbus und spricht mit dem Fahrer.

Der moderne Kleinbus nach Permet.

Wir dürfen unser Gepäck in dem Café abstellen und gehen erstmal frühstücken. Pünktlich um halb neun rollt ein kleiner, moderner Bus vor die Tankstelle. Weiter geht unsere Rundreise in die Rosenstadt Permet.

  • Entfernung Gjirokaster – Permet: 62 Kilometer
  • Fahrzeit: ungefähr anderthalb Stunden
  • Preis: 300 Lek (etwa 2,50 Euro)
  • Unsere Unterkunft in Permet: Ilir Guest House* 

Von Permet nach Berat

Von Permet aus wollen wir nach Berat. Dazu müssen wir zum ersten Mal auf unserer Rundreise umsteigen.

Wir haben beim Aussteigen in Permet den Fahrer gefragt, wie wir nach Berat kommen. Er erklärte uns, morgens um halb sieben, halb acht und halb neun führe ein Bus Richtung Tirana. Den müssten wir nehmen und in Fier in den Bus nach Berat umsteigen. Gut, dass wir den Fahrer gefragt haben. Unsere Vermieter sprechen nämlich nur ein wenig italienisch.

Um halb neun besteigen wir den Bus nach Tirana und erklären dem nur des Albanischen mächtigen Schaffner, dass wir nach Berat wollen. Er sagt immer etwas von Lushnje. Aber wir sollten doch in Fier umsteigen? Die Unterhaltung läuft ungefähr so:

Wir: „Berat?“

Schaffner: „….. Tirana….Lushnje….Berat“

Wir: „???“

Schaffner: (unter Zuhilfenahme von Händen) „…Lushnje…. Berat.“

Wir: „Äääh…Fier – Berat?“

Schaffner: „no, no: Lushnje …. Berat!“

Ein Blick auf Google Maps verrät uns, dass sich sowohl in Fier als auch in Lushnje große Straßen kreuzen. Wir beschließen, dem Schaffner zu vertrauen. Bleibt uns auch nicht viel anderes übrig.

Gina steht vor einem blauen Bus.

Kurz vor Lushnje gibt es noch eine Pause an einer Tankstelle.

Der Bus nach Tirana setzt uns an einem Kreisverkehr bei Lushnje ab. Da ist erstmal nix außer vier große Überlandstraßen. Der Schaffner zeigt zu dem Abzweig, an dem ein Schild die Richtung nach Berat weist. Dort warten wir an der staubigen Straße keine fünf Minuten, bis der kleine Bus nach Berat vor uns hält. In der Zwischenzeit hatten auch schon drei Autos angehalten und uns angeboten, uns für einen Taxipreis mitzunehmen.

Berat ist eine der wenigen Städte in Albanien, die einen zentralen Busbahnhof haben. Von dort kommen wir problemlos mit dem Nahverkehrsbus in die Altstadt, wo uns unser Vermieter abholt.

Viele Häuser in Berat mit Fensterreihen ziehen sich einen Hang entlang.

Das typische Stadtbild von Berat – Fenster ohne Ende.

Berat ist als Stadt der 1000 Fenster bekannt. Die osmanische Altstadt ist sehr charakteristisch. Außerdem gibt es wieder eine große Burganlage auf dem Berg über dem Städtchen zu besichtigen.

  • Entfernung Permet – Berat (über Lushnje): 205 Kilometer
  • Fahrzeit: ungefähr vier Stunden
  • Preis: 930 Lek pro Person (etwa 7,65 Euro)
  • Unsere Unterkunft in Berat: Apartment Geart 2*

Von Berat nach Corovode

Nach diesem touristischen Highlight wollen wir wieder vom ausgetretenen Pfad abweichen und gucken uns Corovode als Ziel unserer Route aus.

Unser Vermieter fragt erstmal irritiert nach, ob wir das entlegene Kaff tatsächlich meinen. Dann fängt er an zu telefonieren…

Am Abfahrtstag bringt er uns mit dem Nahverkehrsbus an den Ortsausgang. Er bezahlt sogar die Tickets für den Stadtbus für uns! Wieder werden wir an einer Tankstelle abgesetzt. Im Café warten wir auf die Ankunft des Busses, die sich diesmal etwas verzögert. Als er ankommt, strömen die Passagiere raus, es ist eine kleine Pause angesagt.

Marcus sitzt am Tisch mit einem Kaffee vor sich.

Warten auf den Bus nach Corovode.

Da wir schon Pause hatten, sichern wir uns erstmal Sitzplätze. Eine gute Entscheidung, denn der Bus wird richtig voll. Wir beobachten, dass junge Leute selbstverständlich für Ältere aufstehen. Ein Verhalten, das in Deutschland selten geworden ist.

Die Straße hinter Berat ist uneben und rau. Der Bus rumpelt durch die Landschaft. In jedem Dorf wird angehalten, bis der Bus sich nach und nach leert. In Corovode steigen nur noch eine Handvoll Fahrgäste aus.

Der Ort selber ist unspektakulär. Umso spektakulärer dafür die Natur mit dem atemberaubenden Osumi Canyon.

Canyon mit steilen Felswänden und einem Fluss am Grund.

Der Osumi Canyon hat uns auf unserer Rundreise nach Corovode gelockt.

  • Entfernung Berat – Corovode: 50 km
  • Fahrzeit: 2 Stunden
  • Preis: 300 Lek pro Person (etwa 2,50 Euro)
  • Hotel in Corovode: Hotel Kalemi (nicht über Buchungsportale buchbar)

Von Corovode nach Fier

Von Corovode reisen wir nach Fier. Es gibt sogar eine Direktverbindung. Wir kommen an der Straße, an der die Busse stehen mit einem Albaner ins Gespräch, der ausgezeichnet Deutsch spricht. Er hat einige Jahre im Siegerland gelebt und gearbeitet. Mit seiner Hilfe bekommen wir schnell die gewünschte Busverbindung heraus.

Gina schaut aus der seitlichen Schiebetür eines weißen Kleinbusses.

Mit einem etwas in die Jahre gekommenen Kleinbus geht es über Berat nach Fier. In Berat am Busbahnhof gibt es eine längere Pause. Dann geht es über gut ausgebaute Straßen nach Fier. Der Busfahrer bringt uns sogar zu unserem etwas außerhalb gelegenen Hotel, obwohl er erst mal den Weg erfragen muss.

In Fier besichtigen wir die antike griechische Siedlung von Apollonia.

  • Entfernung Corovode – Fier: 100 km
  • Fahrzeit: etwa 3,5 Stunden
  • Preis: 500 Lek pro Person (etwa 4 Euro)
  • Hotel in Fier: Prince Hotel Fier

Von Fier nach Tirana

Von Fier nach Tirana zu gelangen ist einfach. Nach Tirana fahren von allen Orten Albaniens Busse.

Unser Vermieter bringt uns zur Busstation, wo ein Bus Richtung Tirana schon bereit steht. Das einzige, was etwas kompliziert in Tirana ist: in der Hauptstadt gibt es keinen zentralen Busbahnhof, wie man das vielleicht erwarten würde. Statt dessen gibt es mehrere kleinere Stationen, an denen die Busse aus und nach bestimmten Richtungen ankommen.

Reiterstatue von Skanderbeg, eine wichtige Sehenswürdigkeit in Tirana.

Nationalheld Skanderbeg auf dem zentralen Platz in Tirana.

In Tirana lassen wir uns in einer Free Tour die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigen, schweben mit der Gondelbahn auf den Hausberg Tiranas und steigen in die beklemmenden Tiefen der BunkArt-Ausstellung ab.

  • Entfernung Fier – Tirana: 117 km
  • Fahrzeit: ungefähr 2 Stunden
  • Preis: 350 Lek pro Person (etwa 2,90 Euro)
  • Unterkunft in Tirana: Über AirBnb

Von Tirana nach Kruje

Etwas tricky ist es wiederum, als wir unsere Rundreise nach Kruje fortsetzen. Das historische Kruje liegt oben auf dem Berg, der Marktort Fush Kruje im Tal ist der Endpunkt der Busse aus Tirana.

Aber auch hier klappt das Umsteigen problemlos, der Busschaffner bringt uns persönlich zu dem Kleinbus, der nach Kruje hochfährt. Hier passiert wieder einmal etwas typisch albanisches: Im Kleinbus unterhalten wir uns mit drei Brocken Italienisch und Händen und Füßen mit einem Mann. Als er vor uns aussteigt, bezahlt er unsere Tickets mit. Alles Wehren hilft nichts, er lässt sich das Geld nicht von uns zurückgeben.

In Kruje ist eine wichtige historische Stätte Albaniens zu bewundern. Auf der Burg Kruje residierte der Nationalheld Skanderbeg, der Albanien jahrzehntelang erfolgreich gegen die andrängenden Osmanen verteidigte.

  • Entfernung Tirana – Kruje: 32 km
  • Fahrzeit: ungefähr anderthalb Stunden
  • Preis: 180 Lek pro Person bis Fush Kruje (etwa 1,50 Euro)
  • Unterkunft in Kruje: Vila Ama

Von Kruje nach Shkodra

Das letzte Ziel unserer Albanien-Rundreise ist die große Stadt Shkodra. Dahin müsste doch problemlos ein Bus zu bekommen sein, oder? Ähm, im Prinzip ja. Wir müssen allerdings in Fush Kruje umsteigen. Und der Bus nach Shkodra hält nicht im Ort, wo die Kleinbusse stoppen, sondern fährt oben an der Schnellstraße entlang.

In Kruje starten die Minibusse oben unter der Burg. Unser Domizil liegt viel weiter unten. Wir haben wenig Lust, unser Gepäck den steilen Berg hochzuzerren. So wenden wir unser neu erworbenes Wissen, dass der Bus überall hält, an. Wir warten an der Straße und winken, als sich der Kleinbus nähert. Der erste ist schon voll, aber der zweite, der kurz darauf folgt nimmt uns mit. Na also! Wir fühlen uns schon wie Profi-Reisende in Albanien.

In Fush Kruje kümmern sich wieder mehrere Mitpassagiere darum, dass wir in die richtige Richtung zu unserem Bus nach Shkodra gelangen. Wir müssen etwa zwei Kilometer der Hauptstraße folgen, bis wir zu der Autobahn ähnlichen Schnellstraße gelangen. Oben stehen schon ein paar Leute wartend am Rand.

Es ist eng, ausgerechnet hier kommt die Auffahrt hoch und der linke Fahrstreifen ist gesperrt. Wir drücken uns an die Leitplanke und hoffen, dass wir nicht allzu lange ausharren müssen.

Marcus steht an der Leitplanke der Schnellstraße.

Warten auf den Bus an der Schnellstraße.

Autos im Stau, im Hintergrund nähert sich der Bus.

Da hinten kommt unser Bus nach Shkodra.

Da kommt auch schon der Bus nach Shkodra, ein großer Reisebus. Wir heben die Hand, der Bus verlangsamt, die mittlere Tür geht auf. Schnell, schnell werden wir mitsamt unseres Gepäcks vom Schaffner in den Bus gezogen, der gar nicht richtig anhält. Geschafft!

Shkodra ist eine hübsche Stadt mit schöner Fußgängerzone, interessanten Museen und einer eindrucksvollen Burg.

  • Entfernung Kruje – Shkodra: 85 Kilometer
  • Fahrzeit: 2 Stunden
  • Preis: 400 Lek pro Person (etwa 3,30 Euro)
  • Unterkunft in Shkodra: All Seasons Apartment* 

Von Shkodra nach Podgorica

In der Touristeninformation haben wir erfragt, dass der Bus nach Podgorica täglich um 11 Uhr startet. Es handelt sich um ein montenegrinisches Busunternehmen, das Handling ist professioneller als bei den albanischen. Der Schaffner spricht einigermaßen Englisch, das Gepäck wird mit Tickets versehen. Dafür ist der Fahrpreis auch deutlich höher im Vergleich zu den albanischen Bussen.

Die Entfernung nach Podgorica ist nicht sehr groß, aber an der Grenze musst du immer eine ungewisse Zeit einkalkulieren. Wir schätzen, dass wir dort etwa eine halbe Stunde gewartet haben.

Autoschlange am Grenzübergang.

Anstehen an der Grenze von Albanien nach Montenegro.

In Podgorica angekommen, stellen wir fest, dass unsere albanischen SIM-Karten hier nicht mehr funktionieren. Blöd, denn wir sollten unseren Vermieter anrufen, der uns am Busbahnhof abholen kommen wollte. So fragen wir vertrauensvoll den Busschaffner, ob er für uns anrufen könnte. Der wählt die Nummer, die Marcus ihm hinhält, drückt ihm dann sein Handy in die Hand – und verschwindet erstmal Richtung Toilette! Für uns fast unglaublich, dieses Vertrauen!

  • Entfernung Shkodra – Podgorica: 60 km
  • Fahrzeit: ungefähr anderthalb Stunden (hängt von der Wartezeit am Grenzübergang ab)
  • Preis: 1150 Lek + 3 Euro (etwa 12,50 Euro)
  • Unterkunft in Podgorica: Apartman Marko*

Fazit unserer Albanien-Rundreise mit Bus

Du siehst, die Rundreise durch Albanien mit öffentlichem Bus war überhaupt nicht schwierig. Die Albaner sind so unglaublich freundlich und hilfsbereit, dass sie auch die Sprachbarrieren überwinden.

Überdies haben wir so viele schöne Erfahrungen gemacht mit Menschen, die uns geholfen haben, die einfach nur so an uns interessiert waren und die sich gefreut haben, dass wir ihr Land bereisen.

Natürlich begegnet man auch auf einer Rundreise mit dem Auto freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Beim Reisen mit den Bussen sind jedoch noch einige Gelegenheiten mehr, diese Begegnungen zu machen.

Hast du schon mal ähnliche oder vielleicht auch ganz andere Erfahrungen gemacht? In Albanien oder in anderen Ländern? Schreib es uns gerne in die Kommentare!