Ein Hand­ge­päck-Ruck­sack bie­tet sich gera­de für kür­ze­re Rei­sen an. Da sich die meis­ten Air­lines das Auf­ga­be­ge­päck teu­er bezah­len las­sen, ist das Rei­sen mit Hand­ge­päck inzwi­schen eine belieb­te Alter­na­ti­ve. Auf der Suche nach dem per­fek­ten Hand­ge­päck-Ruck­sack haben wir uns zwei Model­le näher ange­schaut.

Die­ser Arti­kel ent­hält Wer­bung in Form von Affi­lia­te-Links. Die­se sind mit einem * gekenn­zeich­net. Wenn du über die­se Links etwas bestellst, erhal­ten wir eine klei­ne Pro­vi­si­on, mit der du uns hilfst, die Kos­ten für unse­ren Blog zu tra­gen. Für dich ändert sich am Preis natür­lich nichts.

Aus­wahl­kri­te­ri­en für den idea­len Hand­ge­päck-Ruck­sack

Neben Maßen, Volu­men und Preis war uns als Merk­mal wich­tig, dass wir den Ruck­sack bequem tra­gen kön­nen. Dazu ist ein gutes Tra­ge­sys­tem mit einem gepols­ter­ten Hüft­gurt wich­tig.

Dabei blie­ben bei der sowie­so über­sicht­li­chen Aus­wahl an Ruck­sä­cken nur zwei Model­le übrig: der Osprey Far­point 40* (das Damen­mo­dell heißt Osprey Fair­view 40*) und der Thu­le Land­mark 40 Woman*. Bei­de Ruck­sä­cke kos­ten je nach Anbie­ter, Grö­ße und Far­be zwi­schen 100 und 130 Euro.

Gepols­ter­te Schul­ter- und Hüft­gur­te, die man ver­stau­en kann sind bei bei­den Ruck­sä­cken vor­han­den.

Rückseite der Handgepäck-Rucksäcke mit Tragegurten.

Die Tra­ge­gur­te der bei­den Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke

Bei­de Model­le haben ein Volu­men von 40 Litern. Auch die ange­ge­be­nen Außen­ma­ße sind ähn­lich. Der Osprey wird mit 54 x 35 x 23 cm, der Thu­le mit 55 x 33 x 25 cm ange­ge­ben.

Hin­weis: Die zuge­las­se­nen Maße für das Hand­ge­päck vari­ie­ren von Flug­ge­sell­schaft zu Flug­ge­sell­schaft. Daher soll­test du immer bei der Buchung che­cken, wel­che Maße für den von dir gebuch­ten Flug zuläs­sig sind.

Optik und ers­ter Ein­druck

Da wir das übli­che Schwarz als Gepäck­far­be nicht mögen, haben wir die bei­den Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke in einem Rot­ton bestellt.

Der Osprey Far­point 40 kommt im Farb­ton „jas­per red”, ein eher bräun­li­ches Rot. Der Thu­le Land­mark 40 in „dark bor­deaux red”, ein dunk­les Wein­rot. In mei­nen Augen punk­tet bezüg­lich der Far­be ein­deu­tig der Thu­le. Aber das ist natür­lich Geschmacks­sa­che.

Das Außen­ma­te­ri­al bei­der Ruck­sä­cke macht einen sehr robus­ten Ein­druck. Auch die Reiß­ver­schlüs­se schei­nen soli­de zu sein.

Von innen ist der Osprey Ruck­sack mit einem knall­grü­nem Fut­ter aus­ge­stat­tet, der Thu­le mit einem dezent hell­grau­en.

geöffneter Rucksack.

Osprey Far­point mit knall­grü­nem Fut­ter

Aufgeklappter Rucksack.

Der Thu­le Ruck­sack mit dezen­tem grau­en Fut­ter.

Im Gesamt­ein­druck wirkt der Thu­le Land­mark etwas schi­cker. Mit der glat­ten Ober­sei­te ohne quer­lau­fen­de Kom­pres­si­ons­rie­men und auf­ge­setz­ten Außen­fä­chern sieht er sehr clean aus. Im Ver­gleich dazu wirkt der Osprey Far­point eher sport­lich-rus­ti­kal.

Tra­ge­sys­tem

Bei­de Ruck­sä­cke haben oben und an einer Längs­sei­te je einen Hand­griff. Die vom Thu­le Land­mark fal­len recht schmal aus und sind kaum gepols­tert. So schnei­den sie unan­ge­nehm in die Hand ein, wenn man den gepack­ten Ruck­sack trägt.

Links der schmale Griff des Thule, rechts Osprey mit bequemen Handgriff und Schultergurt.

Links der schma­le Griff des Thu­le, rechts Osprey mit beque­men Hand­griff und Schul­ter­gurt.

Hier punk­tet der Osprey Far­point mit sehr kom­for­ta­blen, weich gepols­ter­ten und brei­ten Grif­fen. Außer­dem hat er noch einen Schul­ter­gurt, der nach Belie­ben ange­clipst wer­den kann.

Die Schul­ter- und Hüft­gur­te sind bei bei­den Model­len gut gepols­tert. So las­sen sich die Gepäck­stü­cke bequem als Ruck­sack tra­gen. Ledig­lich die Schnal­le des Hüft­gurts beim Thu­le Land­mark gefällt uns nicht so gut. Sie ist sehr hart und man braucht viel Kraft, um sie zu bedie­nen.

Ein rie­si­ger Unter­schied offen­bart sich beim Ver­stau­en der Tra­ge­gur­te. Wenn wir die Ruck­sä­cke als Auf­ga­be­ge­päck mit­neh­men, ist es ziem­lich prak­tisch, wenn sich das Gurt­sys­tem ver­stau­en lässt. Beim Osprey wird dazu eine Abde­ckung aus einem Fach gezo­gen, ein­mal der Reiß­ver­schluss rund­um gezippt und fer­tig. Kei­ne hal­be Minu­te brau­che ich dazu.

halb abgedeckte Tragegurte.

Im Null­kom­ma­nix ver­schwin­den die Gur­te des Osprey unter der Abde­ckung.

Ganz anders beim Thu­le Land­mark: Die Schul­ter­gur­te müs­sen unten los­ge­clipst und dann ein­zeln in einen Schlitz unter das Rücken­pols­ter gestopft wer­den. Die­sel­be Pro­ze­dur erfolgt mit den Hüft­gur­ten. Es ist eine umständ­li­che Fum­me­lei. Ich benö­ti­ge über zwei Minu­ten, also vier­mal so lan­ge wie beim Osprey, bis alles ver­staut ist. Dazu ist das Rücken­pols­ter unge­schützt und kann beim Trans­port ver­schmutzt oder beschä­digt wer­den.

Hüftgurt wird in schmalen Schlitz gestopft.

Umständ­li­che Fum­me­lei beim Thu­le Hand­ge­päck-Ruck­sack.

Auf­tei­lung der Fächer

Bei­de Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke ver­fü­gen über ein gro­ßes Haupt­fach. Der Deckel lässt sich beim Thu­le Land­mark in Quer­rich­tung, beim Osprey Far­point in Längs­rich­tung öff­nen. Bei­de Deckel haben ein gro­ßes Netz­fach.

Die wei­te­re Auf­tei­lung der Fächer gefällt uns beim Thu­le Land­mark etwas bes­ser als beim Osprey Far­point.

Der Thu­le-Ruck­sack hat ein eige­nes Fach für den Lap­top an der Rücken­sei­te. Es ist mit einem seit­li­chen Reiß­ver­schluss leicht zugäng­lich. so kann der Lap­top bei der Sicher­heits­kon­trol­le mit weni­gen Grif­fen her­aus­ge­holt wer­den. Das funk­tio­niert auch bei voll gepack­tem Ruck­sack gut. Ledig­lich der Reiß­ver­schluss ist im obe­ren Teil etwas stör­risch.

Im obe­ren Teil des Thu­le Ruck­sacks befin­det sich ein mit „Safe Zone” beti­tel­tes Deckel­fach mit einem ver­stärk­ten Deckel. Es soll emp­find­li­che Gegen­stän­de wie Bril­len schüt­zen. Netz­fä­cher im Deckel und im Boden die­ses Fachs bie­ten die Mög­lich­keit, klei­ne­re Uten­si­li­en zu ver­stau­en.

Laptop ragt aus Fach, daneben Blick in geöffnetes Deckelfach vom Thule Handgepäck-Rucksack.

Lap­top-Fach und Deckel­fach des Thu­le Hand­ge­päck-Ruck­sacks.

Ein wei­te­res durch­dach­tes Fach ist die Netz­ta­sche für eine Trink­fla­sche. Unauf­fäl­lig mit einem Reiß­ver­schluss ver­schlos­sen, ent­fal­tet sich nach dem Öff­nen eine Netz­ta­sche. Auch bei gefüll­tem Ruck­sack passt hier bequem eine Trink­fla­sche hin­ein.

Ledig­lich der Sinn des Geheim­fachs im Inne­ren des gro­ßen Pack­fachs erschließt sich uns nicht. Laut Pro­spekt kann dort zum Bei­spiel der Rei­se­pass ver­staut wer­den. Irgend­wie unprak­tisch, wenn ich an der Pass­kon­trol­le erst­mal den Ruck­sack aus­pa­cken muss, um den Rei­se­pass aus sei­nem Ver­steck zu fin­gern.…

Der Osprey Far­point hat ein Haupt­fach und ein zwei­tes, gepols­ter­tes Fach davor. Dadurch fällt das Haupt­fach etwas klei­ner aus als das des Thu­le Ruck­sacks und man muss die Pack­stü­cke anders ver­tei­len. In dem zwei­ten Fach kann der Lap­top ver­staut wer­den, ist aller­dings nicht ganz so schnell zugäng­lich wie beim Thu­le.

Blick in aufgeklapptes Fach des Handgepäck-Rucksacks.

Fächer­auf­tei­lung des Osprey Hand­ge­päck-Ruck­sacks.

Ein drit­tes klei­ne­res Fach befin­det sich ober­halb der bei­den ande­ren. Es ist von außen zugäng­lich, auch wenn die bei­den ande­ren Fächer abge­schlos­sen sind.

Zwei Außen­fä­cher befin­den sich an der Rück­sei­te des Osprey Ruck­sacks, hier könn­te eine Was­ser­fla­sche unter­ge­bracht wer­den. Dies ist bei voll­ge­pack­tem Ruck­sack aber schwie­ri­ger als beim Thu­le, zumal die Fächer unter den Kom­pres­si­ons­rie­men lie­gen.

Funk­tio­na­li­tät der Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke

Wir fan­den das Packen des Thu­le Land­mark etwas ein­fa­cher. Durch das gro­ße Haupt­fach konn­ten wir alles bequem unter­brin­gen.

gepackter Rucksack mit offenem Deckel.

Alles gut ver­staut: links das Haupt­fach, rechts das Deckel­fach.

Blick in den gepackten Rucksack.

Auch im Osprey Hand­ge­päck-Ruck­sack bekom­men wir alles unter.

Die Reiß­ver­schlüs­se machen beim Osprey Far­point einen noch robus­te­ren Ein­druck als beim Kon­kur­ren­ten. Sehr deut­lich wird der Unter­schied bei den Schnal­len. Wie beim Hüft­gurt sind beim Thu­le auch die vier Schnal­len, die den Deckel des Gepäck­fachs fixie­ren sehr hart und schwer­gän­gig. Außer­dem feh­len äuße­re Kom­pres­si­ons­rie­men.

Der Brust­gurt sitzt beim Thu­le Land­mark für mich auch in der unters­ten Posi­ti­on noch zu hoch. Wäh­rend man den Brust­gurt beim Osprey Modell stu­fen­los in der Höhe ver­stel­len kann, gibt es beim Thu­le Schlau­fen und Clip­se. Mei­ne Befürch­tung wäre, dass ich irgend­wann den Brust­gurt ver­lie­re, weil der Clips aus der Schlau­fe rutscht.

Detailaufnahme vom Brustgurt, der kurz unter dem Hals sitzt.

Brust­gurt an der Keh­le.

Bei bei­den Hand­ge­päck-Ruck­sä­cken wird kei­ne Regen­schutz-Hül­le mit­ge­lie­fert.

Sicher­heit

Beim Osprey Far­point kannst du die bei­den Haupt­fä­cher mit Vor­hän­ge­schlös­sern sichern.

Großaufnahme der Reißverschlüsse.

Die Reiß­ver­schlüs­se beim Osprey Hand­ge­päck-Ruck­sack kön­nen mit Schlös­sern gesi­chert wer­den.

Der Thu­le hat nur am Reiß­ver­schluss des Haupt­fachs Ösen für ein Vor­hän­ge­schloss. Das Lap­topf­ach und das obe­re Deckel­fach kannst du nicht ohne wei­te­res absper­ren. Für das Deckel­fach hat man sich eine Siche­rung aus­ge­dacht, bei der die Kor­deln an den Reiß­ver­schlüs­sen durch eine Klem­me gezo­gen wer­den. So soll der schnel­le Zugriff ver­hin­dert wer­den, aber dies bie­tet nur begrenz­te Sicher­heit.

Klemmschnalle zur Sicherung des Deckelfachs beim Thule Rucksack.

Klemm­schnal­le zur Siche­rung des Deckel­fachs beim Thu­le Ruck­sack.

Unser Fazit zum Test der Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke

Auch wenn der Thu­le Land­mark* mit Optik und durch­dach­ter Auf­tei­lung punk­tet, fällt unse­re Ent­schei­dung zuguns­ten des Osprey Far­point* aus. Die Funk­tio­na­li­tät von Tra­ge­sys­tem, die Qua­li­tät von Reiß­ver­schlüs­sen und Schnal­len und Siche­rung des Gepäcks geben für uns den Aus­schlag.

Tabel­le: Ver­gleich Hand­ge­päck-Ruck­sack

 Osprey Far­point 40Thu­le Land­mark 40 Woman
Volu­men40 Liter40 Liter
Maße54 x 35 x 23 cm55 x 33 x 25 cm
Eigen­ge­wicht1,44 kg1,5 kg
Optikgutsehr gut
Auf­tei­lung der Fächergutsehr gut
Tra­ge­sys­temsehr gutbefrie­di­gend
Funk­tio­na­li­tätgutgut
Sicher­heitgutbefrie­di­gend

Wei­te­re Hand­ge­päck-Ruck­sä­cke

Zum Schluss stel­len wir dir der Voll­stän­dig­keit hal­ber wei­te­re Model­le vor – mit den Grün­den, war­um die­se es nicht in die enge­re Aus­wahl geschafft haben.

Eine Über­sicht über die Hand­ge­päck-Rege­lun­gen ver­schie­de­ner Flug­li­ni­en fin­dest du hier. Sicher­heits­hal­ber soll­test du trotz­dem beim Buchen dei­nes Flugs noch mal bei der Air­line sel­ber che­cken.

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