Tira­na, Alba­ni­ens quir­li­ge Haupt­stadt, unter­schei­det sich deut­lich von ande­ren Städ­ten in Alba­ni­en. Des­halb soll­test du einen Besuch in Tira­na in dei­nem Urlaub ein­pla­nen. In unse­rem Bericht ver­ra­ten wir dir 3 Tipps, wie du Tira­nas Sehens­wür­dig­kei­ten auf unge­wöhn­li­che Art erle­ben kannst.

Ankunft in Tira­na

Tira­na ist für vie­le Beginn und Ende ihres Alba­ni­en­ur­laubs. Schließ­lich befin­det sich hier der ein­zi­ge inter­na­tio­na­le Flug­ha­fen Alba­ni­ens. Da wir nicht über Tira­na ein­ge­reist sind, ist es für uns ein Punkt auf unse­rer Rei­se­rou­te. Wir kom­men mit dem öffent­li­chen Bus von Fier und wer­den an einem der ver­schie­de­nen Bus­bahn­hö­fe abge­setzt.

Wir müs­sen ins Zen­trum, denn unse­re AirB­nB-Woh­nung liegt in der Nähe vom Skan­der­beg-Platz. Ori­en­tie­rungs­los wie wir im Moment sind, stol­pern wir ins nächs­te Taxi. Es soll­te uns skep­tisch machen, dass der Taxa­me­ter angeb­lich nicht funk­tio­niert. So wer­den wir nach unse­rem Emp­fin­den das ers­te (und ein­zi­ge) Mal in Alba­ni­en kräf­tig abge­zockt, als der Taxi­fah­rer bei den Ankunft sei­nen Preis nennt. Na ja, Lehr­geld mal wie­der…

Der Ver­mie­ter, ein jun­ger Mann, zeigt uns die Woh­nung, die hell und groß­zü­gig ist. Ein Aus­wahl­kri­te­ri­um war, dass eine Wasch­ma­schi­ne vor­han­den ist, denn wir müs­sen mal wie­der Wäsche waschen. Alba­ni­sche Män­ner sind in Haus­halts­din­gen so gar nicht bewan­dert. Daher tele­fo­niert der Ver­mie­ter erst­mal mit Mama, um sich die Bedie­nung der Wasch­ma­schi­ne erläu­tern zu las­sen. Immer­hin geht er danach Wäsche­klam­mern kau­fen, damit wir unse­re Kla­mot­ten an den Lei­nen vor den Fens­tern auf­hän­gen kön­nen.

Fassade eines großen fünfstöckigen Hauses in Tirana, vor den Fenstern hängt Wäsche.

Wäsche ist auf­ge­hängt, los geht’s!

Tipp 1: Free Wal­king Tour zu den Sehens­wür­dig­kei­ten Tira­nas

Nach­dem das biss­chen Haus­halt erle­digt ist und unse­re Wäsche in der Son­ne bau­melt, bre­chen wir auf zum nahe gele­ge­nen Skan­der­beg-Platz. Hier ist das Zen­trum Tira­nas und die Sehens­wür­dig­keit, die Tou­ris­ten als ers­tes ansteu­ern. Der kom­mu­nis­ti­sche Bau­stil ist unver­kenn­bar: ein rie­si­ger, recht­ecki­ger Platz, gesäumt von Beton­bau­ten wie dem Kul­tur­pa­last mit Oper und Natio­nal­bi­blio­thek oder dem Natio­nal­his­to­ri­schen Muse­um.

Fassade des Museums mit großem Bild mit sozialistischen Heldenfiguren an der Front.

Das natio­nal­his­to­ri­sche Muse­um in Tira­na.

Skan­der­beg-Platz – das Zen­trum Tira­nas

Am ande­ren Ende des Plat­zes thront die Rei­ter­sta­tue des Natio­nal­hel­den Skan­der­beg. Im 15. Jahr­hun­dert ver­tei­dig­te er Alba­ni­en sein Leben lang erfolg­reich gegen die über­mäch­ti­gen Osma­nen.  Erst zehn Jah­re nach sei­nem Tod wur­de Alba­ni­en von den Osma­nen end­gül­tig erobert. Die nächs­ten 400 Jah­re herrsch­ten sie über Alba­ni­en.

Reiterstatue von Skanderbeg, eine wichtige Sehenswürdigkeit in Tirana.

Natio­nal­held Skan­der­beg

Vor der Oper tref­fen wir uns zur Füh­rung der Free Wal­king Tour Tira­na. Eine inter­na­tio­na­le Grup­pe von Rei­sen­den ver­sam­melt sich um Gazi, unse­ren enga­gier­ten Gui­de. Wir erfah­ren, dass im Pflas­ter des Skan­der­beg-Plat­zes Spring­brun­nen ein­ge­las­sen sind. Sie sol­len die Stein­wüs­te im Som­mer zu erträg­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren abküh­len.

Nach­dem wir der Geschich­te von Skan­der­beg gelauscht haben, geht die Füh­rung zu den Sehens­wür­dig­kei­ten Tira­nas wei­ter. Über­ra­schend schön sind die Bau­ten eini­ger Minis­te­ri­en im Süden des Plat­zes. Die wur­den noch in vor­kom­mu­nis­ti­schen Zei­ten von der ita­lie­ni­schen Besat­zung gebaut. Und Archi­tek­tur kön­nen die Ita­lie­ner!

Mosche­en und Kathe­dra­len

Großer Platz mit Reiterstatue, Minarett der Moschee und Uhrturm an der Seite.

Die osma­ni­sche Et’hem Bey Moschee und der Uhr­turm am Ran­de des Skan­der­beg-Plat­zes.

Die Et’hem Bey Moschee stammt aus osma­ni­scher Zeit. Sie wur­de Ende des 18. Jahr­hun­derts errich­tet und soll sehr schö­ne Fres­ken ent­hal­ten. Davon kön­nen wir uns lei­der nicht über­zeu­gen, da sie wegen Reno­vie­rung geschlos­sen ist.

Auch der Uhr­turm neben der Moschee ist eine der bedeu­tends­ten Sehens­wür­dig­kei­ten Tira­nas aus der osma­ni­schen Zeit.

Wir lau­fen an den spär­li­chen Res­ten der Burg von Tira­na vor­bei. Ein Stück wei­ter steht die rie­si­ge, neue Gro­ße Moschee Xha­mia e Nams­gja­ze, die mit tür­ki­scher Unter­stüt­zung gebaut wird. Um die nächs­te Ecke her­um tref­fen wir auf die nicht min­der bom­bas­ti­sche katho­li­sche Pau­lus-Kathe­dra­le. Hoch oben steht der Hei­li­ge Pau­lus und reckt die Hand in Sel­fie-Pose in die Höhe. Natür­lich hat auch die Ortho­do­xe Kir­che eine gigan­ti­sche neue Ortho­do­xe Kathe­dra­le in Tira­na gebaut. Kir­chen­bau schien eines des dring­lichs­ten Din­ge zu sein, die nach dem Fall des kom­mu­nis­ti­schen Regimes anzu­ge­hen waren.

Moschee mit großem Kuppelbau und vier schlanken Minaretten vor blauem Himmel.

Hoch hin­aus: Die neue Gro­ße Moschee in Tira­na.

Moderner Betonturm mit Uhr und vier stilisierten, leuchtenden Kerzen.

Turm der neu­en Ortho­do­xen Kathe­dra­le.

Die Pyra­mi­de

Eine der skur­rils­ten Sehens­wür­dig­kei­ten in Tira­na ist die Pira­mi­da. Von der Toch­ter Enver Hoxhas als Muse­um ent­wor­fen, soll­te dort der Dik­ta­tor ent­spre­chend gewür­digt wer­den. Da die Alba­ner sich nach Hoxhas Tod vom Kom­mu­nis­mus ver­ab­schie­de­ten, wuss­te man lan­ge Zeit nicht so recht, was man mit dem Mons­trum aus Beton anfan­gen soll­te. Ziem­lich run­ter­ge­kom­men, dien­te es eini­ge Zeit als ille­ga­ler Aben­teu­er­spiel­platz. Kin­der und Jugend­li­che kra­xel­ten die schrä­gen Wän­de hoch und rutsch­ten auf Pap­pen hin­un­ter.

Flacher Pyramidenbau aus grauem Beton.

Die Pyra­mi­de ist nicht schön, aber eine skur­ri­le Sehens­wür­dig­keit.

Zur Zeit unse­res Besuchs ist das Gelän­de rund­um mit einem Zaun abge­sperrt. Gui­de Gazi berich­tet, dass es Plä­ne gibt, ein Jugend­zen­trum für Tech­nik und Inter­net ein­zu­rich­ten.

Die Natio­na­le Kunst­ga­le­rie

Die Haupt­at­trak­ti­on der Kunst­ga­le­rie befin­det sich auf dem Platz vor dem Gebäu­de. Die sie­ben Meter hohe Instal­la­ti­on eines japa­ni­schen Künst­lers trägt den Titel „Reja (Wol­ke)”. Es sieht aus wie ein über­di­men­sio­na­les Klet­ter­ge­rüst. Als wir dort sind, wird gera­de das Equip­ment für ein Kon­zert auf­ge­baut, das am Abend dort statt­fin­den soll.

Hin­ter der Kunst­ga­le­rie ste­hen wie bestellt und nicht abge­holt die Sehens­wür­dig­kei­ten aus einer ande­ren Ära: Sta­lin, Lenin und diver­se kom­mu­nis­ti­sche Pro­to­ty­pen aus Bron­ze gegos­sen. Will­kom­men sind sie im öffent­li­chen Raum nicht mehr, aber zum Weg­wer­fen irgend­wie auch zu scha­de. Mal sehen, was man sich dazu ein­fal­len las­sen wird.

Der hip­pe Stadt­teil Bllo­ku

Bllo­ku ist das ehe­ma­li­ge Bon­zen-Wohn­vier­tel. Hin­ter Mau­ern, zu denen das gemei­ne Volk kei­nen Zugang hat­te, leb­ten sie in schi­cken Vil­len in Saus und Braus. Natür­lich gibt es auch das ehe­ma­li­ge Wohn­haus von Enver Hoxha zu bestau­nen – aller­dings nur von außen durch den Zaun. Auch dies ist eines der Gebäu­de, zu denen man sich noch eine adäqua­te Nut­zung ein­fal­len las­sen muss.

Grüne Ampel mit grün leuchtendem Ampelmast.

Hoch­mo­der­ne Ampel am Rand von Bllo­ku.

Heu­te ist Bllo­ku die Par­ty- und Aus­geh­mei­le in Tira­na. Restau­rants, Cafes und Bars säu­men die Stra­ßen, die erst abends so rich­tig zum Leben erwa­chen.

Nach über zwei Stun­den endet die unter­halt­sa­me Tour wie­der am Skan­der­beg-Platz. Gazi hat uns nicht nur mit kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Infos ver­sorgt, son­dern auch von sei­nem All­tag in der kom­mu­nis­ti­schen Ära berich­tet. So war es eine sehr lebens­na­he und infor­ma­ti­ve Füh­rung, die uns selbst­ver­ständ­lich einen ange­mes­se­nen Obu­lus wert ist.

  • Die Free Wal­king Tour fin­det zwei­mal täg­lich statt: um 10 Uhr und um 18 Uhr.
  • Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich (außer für Grup­pen mit mehr als 8 Per­so­nen).
  • Dau­er der Tour: etwa 2 Stun­den.
  • Kos­ten: es gibt kei­nen fes­ten Preis. Am Ende der Tour ent­schei­dest du, wie viel dir das Erleb­nis wert war.
  • Alle Infos zur Free Wal­king Tour fin­dest du hier.

Tipp 2: Schau dir Tira­na von oben an

Ein Tipp, den wir von Gazi erhiel­ten, set­zen wir gleich am nächs­ten Tag um. Wir fah­ren mit dem Stadt­bus in den Stadt­teil Porce­la­ni. Dort befin­det sich die Sta­ti­on der Daj­ti Eks­p­res Gon­del­bahn auf den „Haus­berg” von Tira­na, den Daj­ti. Der Daj­ti ragt 1630 Meter hoch. Der Gip­fel selbst ist mili­tä­ri­sches Sperr­ge­biet.

Holländische Hinweis-Schilder im Bus.

Doch, wir fah­ren in einem alba­ni­schen Bus, nicht in einem hol­län­di­schen.…

Mit dem Daj­ti Eks­p­res auf den Haus­berg Tira­nas

Die moder­ne Gon­del­bahn, laut eige­ner Aus­sa­ge die längs­te des Bal­kan, bringt uns in einer 15-minü­ti­gen Fahrt auf den „Bal­kon des Daj­ti” in 1000 Meter Höhe. Wir schwe­ben über Wäl­der, klei­ne Gehöf­te und schließ­lich graue Karst­fel­sen. Eine atem­be­rau­ben­de Aus­sicht bie­tet sich uns aus der Gon­del. Der Tal­kes­sel von Tira­na brei­tet sich immer wei­ter vor unse­ren Augen aus.

Blick aus der Höhe über steile grüne Hänge und den Talkessel von Tirana.

Mit der Gon­del­bahn auf den Haus­berg von Tira­na.

Als wir aus­stei­gen, mer­ken wir die Höhe am Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied. Außer­dem hat sich die Son­ne ver­krü­melt, so dass wir erst­mal Jacken und Pul­lis raus­kra­men und uns warm anzie­hen. Das Daj­ti Tower Bel­ve­de­re Hotel ragt wie ein Leucht­turm an der Hang­kan­te in die Höhe.

Wir keh­ren ihm den Rücken zu, um die Gegend zu erkun­den. Das Gebiet ist ein Natio­nal­park und wir hof­fen auf einen klei­nen, hüb­schen Wan­der­weg durch die Natur.

Aben­teu­er auf dem Daj­ti

Grüner Holztisch, auf dem Gewehre und Pistolen bereit liegen.

Wenig ein­la­dend: impro­vi­sier­ter Schieß­stand auf dem Daj­ti.

Was wir auf der gro­ßen Flä­che vor den Gebäu­den antref­fen, des­il­lu­sio­niert uns aller­dings. Grün ja, aber Müll ist über die gan­ze Wie­se ver­streut. Den Zuweg zum Park­platz (der Daj­ti ist auch über eine Berg­stra­ße erreich­bar) säu­men Schieß­stän­de. Wir sind kei­ne Waf­fen­ex­per­ten, aber das Schieß­ge­rät sieht ein­deu­tig nicht nach Kir­mes-Geweh­ren aus. Noch absto­ßen­der fin­den wir, dass teil­wei­se Tor­sos von mensch­li­chen Pup­pen als Zie­le ver­wen­det wer­den.

Hin­ter dem Park­platz sto­ßen wir auf das ver­las­se­ne ehe­ma­li­ge Jugend­fe­ri­en­heim. Ein typi­scher Lost Place. In die­ser Umge­bung steht uns aller­dings nicht der Sinn nach Erkun­dung. Zumal trotz Zutritt-ver­bo­ten-Schil­dern Türen zum Kel­ler offen ste­hen und anschei­nend genutzt wer­den.

Runtergekommenes grau-gelbes Gebäude.

Der Lost Place wird für uns zum Ort des Schre­ckens…

Ein Pfad führt an dem Heim vor­bei. Laut Weg­wei­ser soll er auf einen etwa 30-minü­ti­gen Wan­der­weg füh­ren. Per­fekt, den neh­men wir! Wir lau­fen froh­ge­mut den Weg ent­lang, als es im Gebüsch raschelt. Im nächs­ten Moment stürzt ein laut kläf­fen­der, gei­fern­der, sehr böser Hund auf uns zu. Mit wild klop­fen­dem Her­zen blei­ben wir ste­hen, der Hund etwa einen Meter vor uns auf dem Weg. Gibt es einen Besit­zer in der Nähe? Offen­sicht­lich nicht, denn das wüten­de Gebell lockt nie­man­den her­bei. Vor­sich­tig tre­ten wir den Rück­zug an und atmen erleich­tert auf, als der Hund uns nicht folgt. Puh!

Jetzt reicht es uns mit Aben­teu­er. Zur Erho­lung steu­ern wir das Daj­ti Tower Hotel an. Ein Auf­zug bringt uns in den obers­ten Stock. Eine rotie­ren­de Bar bie­tet Aus­blick in alle Rich­tun­gen. Bei einem lecke­ren Getränk machen wir es uns gemüt­lich, erho­len uns von dem Schreck und genie­ßen die Aus­sicht über Tira­na.

Marcus sitzt vor dem panoramafenster in der Bar.

Vom Schreck erho­len in der Daj­ti Tower Bar.

Weiter Blick über den Talkessel von Tirana.

Top Pan­ora­ma

  • Daj­ti Eks­p­res Betriebs­zei­ten: täg­lich außer Diens­tag, Mai – Okto­ber 9 – 21 Uhr, Novem­ber bis April 9 – 19 Uhr.
  • Tickets für Hin- und Rück­fahrt 1000 Lek (ca. 8 Euro) pro Per­son. Ticket­ver­kauf nur an der Tal­sta­ti­on!
  • Hin­kom­men: Zur Tal­sta­ti­on kommst du mit der blau­en Bus­li­nie Rich­tung Porce­la­ni. Abfahrt im Zen­trum an der Rru­ga Ludo­vik Shl­la­ku öst­lich vom Skan­der­beg Platz.
  • Gas­tro­no­mie: Daj­ti Tower Hotel und Restau­rant Bal­ko­ni Daj­tit.

Wei­te­re Spots für Tira­na von oben

Wenn du einen Über­blick über die Innen­stadt von Tira­na gewin­nen willst, gibt es wei­te­re Mög­lich­kei­ten für einen Aus­blick:

  • Der His­to­ri­sche Uhr­turm am Skan­der­beg Platz.
  • Sky Tower, nahe der Pyra­mi­de, Rru­ga Ibra­him Rugo­va 58 am Ufer des Flus­ses Lana. 360 Grad Bar im 17. Stock, dar­un­ter Sky Club Café.
  • Obser­va­tor, She­shi Sel­via nord­öst­lich des Skan­der­beg Plat­zes. Bar und Café mit schö­ner Aus­sicht unter einer gro­ßen Glas­kup­pel.

Tipp 3: Aus­stel­lung Bunk­Art

Es gibt zwei Aus­stel­lun­gen, die in einem Bun­ker an die jün­ge­re Geschich­te Alba­ni­ens erin­nern.

Wir besu­chen Bunk­Art 1. Die Aus­stel­lung befin­det sich in einem rie­si­gen Bun­ker am Fuß des Ber­ges Daj­ti. Da wir ja eh schon mal hier sind, bie­tet sich das an. Außer­dem fin­den hier deut­lich weni­ger Besu­cher hin als zu Bunk­Art 2, das zen­tral in der Stadt liegt.

Der atom­bom­ben­si­che­re Bau dien­te als Regie­rungs­bun­ker. So gibt es die Räu­me von Enver Hoxha und sei­ner Frau zu besich­ti­gen, die trotz aller Bun­ker-Tris­tesse etwas „schi­cker” aus­ge­stat­tet sind als die sei­nes Stell­ver­tre­ters oder noch nied­ri­ge­rer Rän­ge.

Schlafzimmer mit gelben Wänden und Doppelbett, eine weitere Tür führt ins Bad.

Schlaf­zim­mer des Ehe­paars Hoxha, im Hin­ter­grund das Bad.

Kleines Zimmer mit schmalem Eisenbett.

Zum Ver­gleich: Stu­be eines Offi­ziers.

Doch der Bun­ker sel­ber ist nur ein klei­ner Teil der Aus­stel­lung. Haupt­säch­lich dient er als bedrü­cken­de Kulis­se für die Geschich­te Alba­ni­ens von 1939 bis 1990. Vie­le Aus­stel­lungs­stü­cke, Doku­men­te und Video­in­stal­la­tio­nen ver­an­schau­li­chen die Zeit unter faschis­ti­scher ita­lie­ni­scher, spä­ter deut­scher Besat­zung und den Par­ti­sa­nen-Wider­stand.

Ende des Krie­ges kris­tal­li­siert sich der Par­ti­sa­nen­füh­rer Enver Hoxha als neu­er Macht­ha­ber. Hoff­nun­gen und Ent­täu­schun­gen der Bevöl­ke­rung wer­den the­ma­ti­siert. Das „Neue Alba­ni­en” ent­steht als kom­mu­nis­ti­sche Dik­ta­tur mit den bei­den Werk­zeu­gen Pro­pa­gan­da und Gewalt.

Wohnzimmer mit Sofa und zwei Sesseln.

So sah fast jede Woh­nung im kom­mu­nis­ti­schen Alba­ni­en aus. Ein­heits­mö­bel für alle.

Forowand mit Bildern von pilzförmigen Bunkern in Albanien.

Bil­der von eini­gen der 200.000 Bun­ker, die in ganz Alba­ni­en gebaut wur­den.

Nach all den düs­te­ren Ein­drü­cken sind wir froh, als wir wie­der nach drau­ßen ins wär­men­de Tages­licht tre­ten. Eine fröh­li­che Zie­gen­her­de zockelt vor­bei und bringt uns zum Lachen.

  • Bun­k’Art 1 liegt an der Rru­ga Fadil Deliu in der Nähe der Gon­del­bahn­sta­ti­on Daj­ti Eks­p­res.
  • Öff­nungs­zei­ten täg­lich  9 – 18 Uhr.
  • Ein­tritt 500 Lek (etwa 4 Euro). Das im Rei­se­füh­rer genann­te Kom­bi­ti­cket für die Aus­stel­lung und die Gon­del­bahn gibt es nicht (mehr?).
  • Hin­kom­men: blau­er Bus vom Zen­trum an der Rru­ga Ludo­vik Shl­la­ku öst­lich vom Skan­der­beg Platz Rich­tung Porce­la­ni. Sag dem Schaff­ner, wo du hin möch­test, dann hält er an der rich­ti­gen Stel­le.
  • Infos über die Aus­stel­lung auf Eng­lisch auf der Home­page von Bun­k’Art fin­dest du hier.

Im Zen­trum von Tira­na gibt es die Aus­stel­lung Bun­k’Art 2, die eben­falls in einem Atom­schutz­bun­ker die Geschich­te der alba­ni­schen Geheim­po­li­zei dar­ge­stellt. Uns reich­te für heu­te aber eine depri­mie­ren­de Aus­stel­lung.

Wenn du eine Rei­se nach Alba­ni­en planst, schau auch mal auf dem Blog „Hum­meln im Arsch”. Die Bei­den haben alle Rei­se-Infos für Alba­ni­en, die du brauchst über­sicht­lich zusam­men­ge­stellt.

Warst du schon in Tira­na? Wel­che Sehens­wür­dig­kei­ten haben dich beein­druckt? Schreib es uns ger­ne in die Kom­men­ta­re!