Osterinsel – da denkt man sofort an riesige Figuren und Statuen, die ein rätselhaftes Volk aus der Vorzeit hinterlassen hat. In unserem Bericht erfährst du, was es auf der Osterinsel zu sehen gibt, wie du hinkommst und wie du deine Reise relativ preiswert gestalten kannst.

Lage und Anreise

Wo liegen die Osterinseln überhaupt? Ganz weit draußen im Pazifik! Die Inseln gehören zu Chile und liegen 3800 Kilometer von der chilenischen Küste entfernt. Neben der Hauptinsel Rapa Nui gibt es noch ein paar winzige Felsinselchen, die unbewohnt sind.

Schon der Flug in den Urlaub auf der Osterinsel wird ein spürbares Loch in die Reisekasse reißen, da die staatliche Fluglinie LATAM das Monopol auf die Strecke hat. Daher ist kein Wettbewerb vorhanden. Du kannst dich nur damit trösten, dass LATAM mit modernen und komfortablen Flugzeugen unterwegs ist und guten Service bietet.

geschnitztes Holzschild am Flughafen der Osterinsel

Willkommen auf der Osterinsel

Flüge auf die Osterinsel gibt es fast nur von Santiago de Chile aus. Ab und zu soll es auch Verbindungen von Peru aus geben.

Statuen, Figuren, Köpfe – die Moai

Moai werden die gigantischen Statuen der Osterinsel genannt, die du an verschiedenen Orten auf der Insel vorfindest.

Nach heutigem Forschungsstand wurden sie im Rahmen eines Ahnenkultes hergestellt. Die verstorbenen Ahnen wurden damit geehrt und wachten über ihre Nachkommen. Sie standen auf großen, flachen Podesten, Ahu genannt, die mit einem Vorplatz und bootförmigen Häusern für die Priester und Häuptlinge eine zeremonielle Anlage bildeten.

Reihe mit 15 Statuen

Ahu Tongariki mit 15 Moai

Da die Siedlungen alle am Meer lagen, wo das im Inselinneren versickernde Wasser wieder zutage tritt, findet man die Reste der Ahus fast nur entlang der Küste.

Hier findest du die eindrucksvollsten Moai auf der Osterinsel:

  • Ahu Tahai liegt ganz in der Nähe von Hanga Roa, dem einzigen Ort der Insel. Ein großes Podest mit fünf Moais, ein weiterer einzelner Moai neben dem alten Hafen und ein komplett restaurierter Moai mit dem Pukao, der roten Kopfbedeckung und Augen aus hellen Korallen. Sehr stimmungsvoll zum Sonnenuntergang!

    Fünf Figuren von Moai im Licht des Sonnenuntergangs.

    Ahu Tahai im Abendlicht

  • Ahu Tongariki ist der größte Ahu mit 15 Moais. Er steht an der Südküste, kurz bevor die Straße nach Norden abbiegt. Die Anlage wurde 1960  bei einem Tsunami zerstört und mühsam wieder resauriert, so dass sie heute wieder in alter Pracht erstrahlt.
  • Ahu Akivi, auch Siete Moai genannt liegt als einer der wenigen Ahus im Inneren der Insel. Die sieben Moai sind die einzigen, die Richtung Meer blicken, alle anderen schauen ins Inselinnere.
  • an der Südküste entlang finden sich viele Ahus mit umgestürzten Moai: der Ahu Vinapu, Ahu Vaihu mit acht umgestürzten Moai, Ahu Akahanga, Ahu Hanga Tetenga.
  • Ahus an der Nordküste: auch hier sind weitgehend Ahus mit umgestürzten Figuren zu finden. Der Ahu Mahatua, der vermutlich Grabkammern enthält, der Ahu Te Pito Kura neben dem „Nabel der Welt“-Stein und in der Anakena-Bucht den restaurierten Ahu Nau Nau mit sieben Moai, von denen fünf den Pukao, die rote Kopfbedeckung der Statuen tragen.

    Großer runder Stein, umgeben von vier kleinen runden Steinen.

    Dies soll der „Nabel der Welt“ sein.

Die meisten Ahus auf der Insel sind zerstört. Daran sind ausnahmsweise mal nicht die weißen Eindringlinge schuld, sondern die Inselbewohner haben das selbst erledigt. Man geht heute davon aus, dass durch den stetig wachsenden Ahnenkult, der immer größere Statuen hervor brachte ein Raubbau an der einst fruchtbaren Insel erfolgte. Wälder wurden abgeholzt, als Folge davon der fruchtbare Boden weggespült.

Drei umgestürzte Moai.

Drei gestürzte Moai-Statuen.

Schließlich brach ein Krieg um die immer knapper werdenden Ressourcen aus. Da die Moai für den Schutz des entsprechenden Clans zuständig waren, wurden sie von verfeindeten Stämmen umgeworfen und die Augen zerstört. Das wurde sehr gründlich betrieben, so dass heute überwiegend Ahus in verschiedenen Stadien der Zerstörung zu bewundern sind.

Die Moai-Werkstatt am Rano Raraku  

Am Rano Raraku wurden die Moai aus dem Vulkanstein gehauen. Anscheinend wurde die Produktion ziemlich abrupt beendet, denn an die 400 fertige und fast fertige Moai wurden auf den Hängen stehen und liegen gelassen. Durch ihr tonnenschweres Gewicht sind sie über die Jahrhunderte tief in den Boden eingesunken, so dass manchmal nur noch Kopf und Schultern herausschauen.

Bis zu den Schultern im Boden eingesunkener Moai.

Bestellt und nicht abgeholt…

Im Fels gehauene Statue.

Halbfertiger Moai.

Mehrere Rundwege führen an der Außenseite des Vulkans an halb eingesunkenen und halb fertigen Moais entlang.

Zum Krater selbst geht es über einen durch den Regen aufgeweichten, schlammigen Weg empor, eine halsbrecherische Schlitterpartie. Aber die Anstrengung wird mit einem tollen Blick auf den Kratersee und die umliegenden grünen Hänge, auf denen weitere Moai verteilt sind, belohnt.

See mit rotem Boden ringsum.

Der Kratersee.

Der Vogelmannkult der Osterinsel

Der Vulkan Rano Kao und das am Kraterrand liegenden Zeremonialdorf Orongo kannst du von Hanga Roa aus mit einer kleinen Wanderung erreichen. Gut 300 Höhenmeter geht es in einer sanften Steigung hinauf.

Zwischendurch bietet sich ein großartiges Panorama auf den Ort und den weißen Küstensaum. Der Krater hat sich mit Wasser gefüllt und ist mittlerweile ein Reservat für endemische Pflanzen. In den Wasserflächen spiegelt sich der Himmel, der zum Meer hin eingebrochene Kraterrand gibt den Blick frei auf das unglaubliche Blau des Pazifiks.

Mit Wasserlachen bedeckter Krater, dahinter der Pazifik.

Vorne Krater, hinten Pazifik.

Ein Stück weiter liegt das ehemalige Dorf Orongo. Zur einen Seite geht es in den Krater hinab, auf der anderen Seite liegt die 300 Meter hohe Steilküste.

Hier ist der Ort, an dem alljährlich der Vogelmannkult begangen wurde. Drei kleine Felseninseln liegen vor der Küste. Im Frühjahr brütet hier die Rußseeschwalbe. Die Häuptlinge der verschiedenen Clans oder deren Beauftragte traten zum Wettkampf um das erste Ei des Vogels an. Sie kletterten die Steilküste hinab, schwammen die 1400 Meter zur Vogelinsel und wer mit dem ersten Ei zurück kam, durfte als Vogelmann für das nächste Jahr über die Insel herrschen. Orongo wurde nur während der Zeremonie von Priestern und den Wettbewerbern bewohnt, das restliche Jahr über war es verwaist.

Die Blick von Steilküste auf zwei kleine Inseln.

Die hintere ist die Vogelmann-Insel.

Höhlen auf der Osterinsel

Eine Wanderung führt uns entlang der Westküste der Osterinsel, vorbei am Ahu Tahai und dem Friedhof von Hanga Roa.

Rotbraune Erde, schwarzes Lavagestein und der tiefblaue Pazifik prägen das Landschaftsbild. Dazwischen immer wieder grüne Flächen, auf denen Pferde und Kühe weiden.

Loch im Boden, aus dem ein Baum wächst.

Dieses Loch ist ein Höhlen-Eingang.

Wir gelangen zu einer Höhle, ein enger Eingang, der nach unten in die Schwärze führt. Nicht gerade verlockend. Doch nachdem die chilenische Familie, die vor uns hinab steigt, wieder ans Tageslicht gelangt und begeistert berichtet, wie schön es da unten sei, fassen wir uns ein Herz und zwängen uns durch das enge Loch. Über grobe Felsen tasten wir uns in gebückter Haltung durch die Dunkelheit abwärts. Schließlich weitet sich der Gang zu einer Höhle. Sie verzweigt sich zu zwei großen Öffnungen, durch die wir aufs Meer blicken. Wir befinden uns hoch in der Steilwand der Klippe. Vorsichtig treten wir an den Rand und sehen unter uns die Wellen hereinrollen.

Marcus steht in der Öffnung der Höhle zum Meer.

Höhle mit Meerblick.

Ein Stück weiter befindet sich eine weitere Höhle, ein Tunnel in der Lava. Es geht durch einen recht komfortablen Eingang hinein. Drinnen weitet er sich zu einem großen Raum, der wohl als Zuflucht- und Zeremonialstätte diente.

Aus Steinen ist ein rechteckiges Podest gebildet worden. Weiter durch den Tunnel hindurch geht es schließlich durch ein kleines Loch wieder nach oben ans Sonnenlicht.

Puna Pau Krater

Der Puna Pau Krater liegt im Inselinneren, nicht sehr weit von Hanga Roa entfernt. Hier findet sich der rote Stein, aus dem die Pukao, die Kopfbedeckungen der Moai-Figuren hergestellt wurden.

Auch diese Stätte wurde wohl überstürzt aufgegeben, denn es liegen noch viele fertige und fast fertige Pukao herum.

Roter, zylinderförmiger Felsblock liegt im Geröll.

Ein Pukao.

Baden auf der Osterinsel

An den meisten Stellen ist die Osterinsel nicht zum Baden geeignet. Die steilen Felsen verlaufen genauso steil unter Wasser weiter. An den schroffen Lava-Klippen brechen sich weiß schäumend die Wellen.

Aber: es gibt einen sehr schönen Strand auf Rapa Nui, nämlich in der Anakena Bucht. Du findest dort einen traumhaften weißen Sandstrand und eine geschützte Lage.

Gina steht im flachen Wasser des Anakena Strandes der Osterinsel.

Einmal Füße nass machen am Anakena Strand.

Bewacht wirst du von den sieben Moai des Ahu Nau Nau, die über die Bucht blicken. Die Bucht ist sehr beliebt und es gibt einige schicke Restaurants dort, die allerdings ziemlich teuer sind.

7 Tipps, um Geld bei deinem Osterinsel-Urlaub zu sparen

Die Kosten für einen Urlaub auf der Osterinsel sind hoch. Die Osterinsel ist teuer, denn so gut wie alles muss per Schiff oder Flugzeug über fast 4000 Kilometer hierhin transportiert werden. Das schlägt sich im Preisniveau nieder. Im Restaurant kostet eine Mahlzeit das zwei- bis dreifache dessen, was man auf dem Festland bezahlt. Auch alles andere ist auf der Osterinsel deutlich teurer als im restlichen Chile.

Flugzeug auf dem Airport der Osterinsel.

Alles wird per Flugzeug zur Osterinsel gebracht.

Damit du die restlichen Kosten für deinen Urlaub auf der Osterinsel im Rahmen behältst, haben wir diese Tipps für dich:

1. Buch eine Unterkunft mit Küchenbenutzung

Restaurants in Hanga Roa sind teuer. Selber kochen kann dir sehr viel Geld sparen. Aus eigener Erfahrung können wir das Hostal Tipanie Moana* empfehlen. Du kannst dort in kleinen Bungalows übernachten, Sparfüchse können auch ein Zelt mieten. Die Küche ist groß und gut organisiert, der Besitzer achtet auf Ordnung und Sauberkeit.

Blumenkette hängt an der Zimmertür.

Auf der Osterinsel wird man traditionell mit Blumenketten begrüßt.

2. Bring für deinen Urlaub auf der Osterinsel Lebensmittel mit

Am besten, du deckst dich bereits in Chile mit Lebensmitteln ein und bringst diese auf die Osterinsel mit. Du wirst beim Einchecken sehen, dass viele Leute Kühlboxen und Kisten mit allem möglichen mitnehmen. Mach dir einen Essensplan und kauf alles, was nicht frisch sein muss vorher ein. So kannst du deine Kosten fürs Essen deutlich reduzieren.

3. Spare bei der Automiete

Du brauchst nicht für deinen gesamten Urlaub auf der Osterinsel ein Auto zu mieten. Die Insel ist klein und einige Sights sind von Hanga Roa aus zu Fuß mit einer kleinen Wanderung zu erreichen. Die weiter entfernten Sehenswürdigkeiten wie Ahu Tongariki und Rano Raraku schaffst du mit einem Auto an einem Tag. Das reicht völlig und hält deine Ausgaben im Rahmen.

Marcus steht neben einem silbernen Jeep.

Ein Auto für einen Tag reicht völlig aus.

4. Leih dir ein Fahrrad

Viele Ziele, die etwas weiter weg sind von Hanga Roa kannst du mit dem Fahrrad erreichen. Wenn du sehr sportlich bist, kannst du auch die ganze Insel mit dem Leihrad erkunden. Denk daran, dass die Osterinsel eine vulkanische Insel ist, es geht stets bergauf und bergab. Die Steigungen sind aber nicht sehr steil. So kannst du deinen Urlaub recht sportlich gestalten, wenn du möchtest.

5. Nationalpark-Eintritt

Vergiss nicht, die Eintrittskarte für den Nationalpark Rapa Nui zu kaufen, die du für alle Stätten brauchst. Du kannst sie direkt bei der Ankunft im Flughafen erwerben, dann brauchst du nicht extra zum etwas abgelegenen Büro der Conaf laufen. Bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweises ist es möglich, eine Ermäßigung zu bekommen. Ich hatte den Eindruck, dass es dafür keine feste Regel gibt, sondern nach Ermessen entschieden wird.       

6. Bring genug Pflegeprodukte mit

Sonnencreme und Mückenschutz nicht vergessen! Wenn du das für deinen Urlaub auf der Osterinsel nachkaufen musst, wird es sehr teuer. Auch bei allen anderen Pflegeprodukten darauf achten, dass du genug bei dir hast. 

7. Nimm Proviant für Ausflüge auf der Osterinsel mit

Nimm bei Ausflügen genug Essen und Trinken mit. Hanga Roa ist der einzige Ort auf der Insel, du kannst unterwegs nichts kaufen. In den Besucherzentren von Orongo und Rano Raraku gibt es einen Kiosk, der aber nochmal teurer ist als die Geschäfte in Hanga Roa. Gleiches gilt für die Restaurants am Anakena-Strand.

Marcus vor dem Haus des Besucherzentrums, auf dem Boden ein Vogelmann-Bild.

Besucherzentrum im Vogelmann-Dorf Orango.

Auch wenn es teuer ist: ein Urlaub auf der Osterinsel ist ein unvergessliches Erlebnis. Die riesigen Moai-Statuen sind super beeindruckend, die Bewohner von Rapa Nui sind sehr entspannt und freundlich. Mach dir klar, dass es kein Billig-Urlaub ist und genieße es!

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Hier geht es zu unserem Video über die Osterinsel:

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