Ankunft in Cairns

Nach einem spek­ta­ku­lä­ren Anflug über die Küs­te des Gre­at Bar­ri­er Reef lan­den wir im tro­pi­schen Nor­den Queens­lands in Cairns. 

Cairns Küste

Aus­blick über die Küs­te bei Cairns

Am ers­ten Mor­gen weckt uns pras­seln­der Regen und lässt uns lang­sam ernst­haft an der Gunst des Wet­ter­got­tes zwei­feln. Doch bis wir mit früh­stü­cken fer­tig sind, ist der Regen einem Son­ne-Wol­ken-Mix gewi­chen. Wie machen uns auf ins Zen­trum, ein 40-Minu­ten-Spa­zier­gang von unse­rer Airb­nb-Woh­nung aus. Unser Weg führt an der Espla­na­de am Meer ent­lang. Über­all war­nen Schil­der vor Kro­ko­di­len, selbst hier am Stadt­strand.

Nicht sehr beru­hi­gend. Die­se Schil­der sieht man fast über­all

Cairns wirbt damit, das Tor zum Bar­ri­er Reef  zu sein. Eine Flot­te von Schif­fen ver­lässt all­mor­gend­lich den Hafen, um Tou­ris­ten zum Schnor­cheln, zum Tau­chen, zum Unter­was­ser-Spa­zier­gang oder zu Glas­bo­den­boot­fahr­ten zu brin­gen. Meist sind es rie­si­ge Kata­ma­ra­ne mit 150 bis zu 300 Pas­sa­gie­ren. Auf sol­che Mas­sen­be­lus­ti­gun­gen haben wir ja null Bock. Also wüh­len wir uns durch die man­nig­fal­ti­gen Ange­bo­te, bis wir auf eine Segel­boot­tour sto­ßen, mit maxi­mal 20 Pas­sa­gie­ren. Es geht zwar nicht bis zum Outer Reef, son­dern nur nach Green Island, dafür haben sie dort einen Schnor­chel­spot ganz für sich allein. Und auf dem Rück­weg wird garan­tiert gese­gelt. Hört sich gut an. 

Sieht doch traum­haft aus…

Ein biss­chen Bauch­schmer­zen berei­tet uns das durch­wach­se­ne Wet­ter, aber schließ­lich ent­schlie­ßen wir uns zu buchen. 

Auf­bruch zum Segeln im Regen

Es reg­net die gan­ze Nacht, am Mor­gen begrüßt uns ein grau­er Him­mel. Im Nie­sel­re­gen machen wir uns auf dem Weg zum Hafen. Die Hoff­nung dar­auf, dass es wie ges­tern am Mor­gen auf­klart, bleibt ver­ge­bens. 20 frus­trier­te Pas­sa­gie­re drän­gen sich unter der Regen­per­sen­ning der Oce­an Free und trös­ten sich mit Kaf­fee, Teil­chen und fri­schem Obst. Die Crew tut ihr Mög­lichs­tes, gute Lau­ne zu ver­brei­ten. Schließ­lich legen wir ab, unter Motor geht es los Rich­tung Green Island. Wegen Wind und Wel­len wird es eine nas­se Fahrt wer­den. Vor­sorg­lich zie­hen wir uns schon mal die Neo­prens­hor­ties an, dar­über gegen den küh­len Wind die Regen­ja­cken. Uns doch egal, wie das aus­sieht! 

Zur Sta­bi­li­sie­rung wird zusätz­lich zum Motor ein Groß­se­gel gesetzt. Das Schiff pflügt mit dem Auf und Ab der Wel­len durch das Meer. Der Regen ist einer grau­en Wol­ken­de­cke gewi­chen, durch die sich schließ­lich auch mal die Son­ne durch­kämpft. Wir stel­len uns ganz vor­ne auf den Bug und las­sen uns von der über­kom­men­den Gischt duschen. Wenigs­tens ist das Was­ser schön warm, die Lau­ne steigt wie­der. 

Schnor­cheln vor Green Island

Nach zwei Stun­den machen wir am Riff vor Green Island fest. Die Insel sieht aus der Fer­ne aus wie aus dem tro­pi­schen Bil­der­buch: tür­ki­ses Was­ser, durch­ge­hen­der hel­ler Sand­strand und dich­te, satt­grü­ne tro­pi­sche Vege­ta­ti­on in der Mit­te. 

Green Island bei Cairns

Aus der Fer­ne wun­der­schön

Wir bekom­men unse­re Schnor­chel­aus­rüs­tung und eine kur­ze Ein­füh­rung. Dann geht es über eine seit­lich am Schiff aus­ge­klapp­te Trep­pe ins Was­ser. Auch im Schutz der Insel haben wir noch etwa einen Meter hohe Wel­len und ich kann mir gar nicht vor­stel­len, wie das mit dem schnor­cheln funk­tio­nie­ren soll. Mein Bild vom Schnor­cheln bestand bis­her in spie­gel­glat­ter Ober­flä­che und natür­lich Son­nen­schein. 

Segeln vor Cairns

Die Oce­an Free vor Green Island

Doch sobald ich mit der Tau­cher­bril­le unter Was­ser bin, ist der Wel­len­gang völ­lig ver­ges­sen. Die Sicht ist zwar nicht so klar, als wenn die Son­ne schie­ne. Den­noch sehe ich sofort ein paar schwar­ze Fische mit gel­ben Flos­sen. Sie schei­nen zum Grei­fen nah und über­haupt nicht scheu. Direkt neben dem Schiff ist das Was­ser rela­tiv tief, aber ein paar Flos­sen­schlä­ge brin­gen mich unmit­tel­bar über die Koral­len. Eine unend­li­che Viel­falt von For­men und leuch­ten­de Far­ben fas­zi­nie­ren mich. Plötz­lich bin ich mit­ten in einem Schwarm klei­ner hell­blau­er Fische, die um mich her­um schwim­men. Ein rot-grau gestreif­ter Fisch knab­bert an den Koral­len. Zwei wei­te­re bun­te Fische schwim­men in einem mun­te­ren Pas-de-Deux umein­an­der her­um. Ich bin ent­zückt, es ist, als schwäm­me ich mit­ten in einem tro­pi­schen Aqua­ri­um. Ledig­lich das Salz­was­ser, das sich immer wie­der in mei­nem Mund sam­melt, zwingt mich dazu auf­zu­tau­chen.      

Schließ­lich fin­den sich alle wie­der auf dem Schiff ein und ein reich­hal­ti­ges Lunch­büf­fet wird auf­ge­tischt. Gar­ne­len, Lachs und Hähn­chen­schen­kel, dazu ver­schie­de­ne Sala­te. 

Nach­dem alle gesät­tigt sind, wer­den wir mit einem klei­nen Boot zu Green Island rüber gefah­ren. Ein Aus­flug, den man sich auch schen­ken könn­te. Die Insel, die man in 20 Minu­ten umrun­den kann, besitzt einen rie­si­gen Anle­ge­steg für die gro­ßen Aus­flugs­schif­fe. Der Strand wim­melt von Tages­tou­ris­ten und das in der Insel­mit­te lie­gen­de Resort ist auf Schnell­ab­fer­ti­gung ein­ge­stellt. Muss man nicht haben. 

Gro­ße Kata­ma­ra­ne für die Men­schen­men­gen

Unter Segeln zurück nach Cairns

Nach­dem wir zum Schiff zurück­ge­kehrt sind, wer­den die Segel gehisst für den Heim­weg. 

Hoch die Segel!

Hoch die Segel!

Der Him­mel reißt noch ein­mal auf und lässt Blau durch die Wol­ken blit­zen. Für mich beginnt der schöns­te Teil des Tages. Auf einem beque­men Am-Wind-Kurs wiegt sich die Yacht har­mo­nisch in den Wel­len. In leich­ter Schräg­la­ge pflü­gen wir durch das blaue Was­ser. 

So lässt es sich aus­hal­ten…

Ich suche mir einen Platz auf dem Ober­deck und habe Trä­nen des Glücks in den Augen. Den Blick auf die her­an rol­len­den Wel­len oder nach oben in die wei­ßen Segel gerich­tet genie­ße ich die Fahrt. 

Wei­ße Segel, blau­er Him­mel – was will man mehr

Von der Crew wird Käse und Wein gereicht, ein per­fek­ter Abschluss des Tages, der mich mit dem grau­en Wet­ter ver­söhnt.

Wolken über Cairns

Dra­ma­ti­sche Wol­ken über Cairns


        

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