Der Flug von San­tia­go de Chi­le nach Syd­ney mit kur­zem Zwi­schen­s­top in Neu­see­land war sehr lang. Trotz­dem kamen wir recht ent­spannt und gut gelaunt am Air­port an. Nach eini­gen Zoll­for­ma­li­tä­ten saßen wir auch schon im Taxi zu unse­rer AirB­nB-Unter­kunft etwas außer­halb der City.

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Die City von Syd­ney emp­fängt uns mon­dän

Syd­ney hat mich sofort in sei­nen Bann gezo­gen. Kos­mo­po­li­tisch, mul­ti­kul­tu­rell, ein sen­sa­tio­nel­ler Hafen mit Boo­ten, die zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr gehö­ren, Traum­strän­de, der Pazi­fik, im Hin­ter­land Ber­ge und sogar im Win­ter warm.

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Damp­fer meets Ope­ra

Was will man mehr? Natür­lich muss ich hier die Aus­sies erwäh­nen: „Hi, how are you doing” oder „Hi guys”, für mich als Deut­schen eher unge­wohnt immer mit einem brei­ten Grin­sen begrüßt zu wer­den. Wobei ich gleich eine Sto­ry los­wer­den muss: weni­ge Minu­ten fuss­läu­fig von unse­rer Unter­kunft gab es den Aldi. Klar muss­ten wir dort ein­kau­fen.

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Aldi – fast wie zu Hau­se ?

Beim inten­si­ven Stu­die­ren und Ver­glei­chen von Pro­duk­ten und Prei­sen mit hei­mi­schen Pro­duk­ten sprach mich ein Aus­sie an, ob er mir hel­fen kön­ne. Zwan­zig Minu­ten spä­ter ver­ab­schie­de­ten wir uns nach lan­gem Pala­ver wie alte Freun­de.

Auch auf der Stra­ße und in der Bahn wur­de uns freund­lich Hil­fe ange­bo­ten, wenn wir mal rat­los in den Stadt­plan schau­ten.

Den ers­ten Tag in Syd­ney nutz­ten wir gleich zu einer Fahrt mit der Fäh­re zur nahe­ge­le­ge­nen Wat­son Bay. Über den Strand und einen Wan­der­weg gelang­ten wir zum alten 1858 erbau­ten Leucht­turm.

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Der alte Leucht­turm

Von dort gibt es einen wun­der­schö­nen Blick aufs offe­ne Meer. Auf dem Weg erleb­ten wir den Start einer Segel­boot­re­gat­ta, in deren Fol­ge vor unse­ren Nasen drei Boo­te mit­ein­an­der kol­li­dier­ten. Gott­sei­dank gab es augen­schein­lich kei­ne Ver­letz­ten. Die Boo­te konn­ten aus eige­ner Kraft zurück zum Hafen fah­ren.

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Au weia, gleich kracht es ?

Am nächs­ten Tag besuch­ten wir auf Emp­feh­lung unse­rer Gast­ge­ber einen Bau­ern­markt. Dort gab es Bio-Pro­duk­te, diver­se Spe­zia­li­tä­ten und – deut­sches Brot. Lecker!!!

Nach­mit­tags ging es dann in der Stadt zu einem „free Walk”. Ein­hei­mi­sche füh­ren Tou­ris­ten kos­ten­los zwei Stun­den durch die Stadt. Man erfährt sehr viel über die Geschich­te und hört Geschich­ten. Unser Gui­de Gino mach­te das wirk­lich sehr gut, die Tourn kön­nen unter www.oldsydneywalk.com gebucht wer­den.

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Free walk mit Gino und zwei fran­zö­si­schen Tra­vel­lern

Natür­lich besuch­ten wir das alte Hafen­vier­tel „the Rocks” mit sei­nen inter­es­san­ten Wohn­häu­sern.

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Alte Häu­ser in „The Rocks”

Dann das Hyde Park Bar­racks Muse­um, das über die Lebens­um­stän­de der Sträf­lin­ge und spä­te­ren Sied­ler erzählt. Wirk­lich sehens­wert. Eigent­lich sind ja die meis­ten Aus­tra­li­er Nach­kom­men von Kri­mi­nel­len. Als in Eng­land im 18. Jahr­hun­dert die Gefäng­nis­se aus allen Näh­ten platz­ten, begann man, Gefan­ge­ne nach Aus­tra­li­en zu ver­schif­fen. Dort wur­den die Gefan­ge­nen erst­mal wei­ter­hin inhaf­tiert, beka­men aber spä­ter Land, um sich eine nor­ma­le Exis­tenz auf­zu­bau­en.

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Bequem ist anders

Dar­aus ent­stand kurz­ge­fasst die aus­tra­li­sche Bevöl­ke­rung. Was mit den Abori­gi­nals geschah und immer noch geschieht, ist bekannt und beschä­mend. In Syd­ney selbst sieht man nur weni­ge Abori­gi­nals, dafür umso mehr Asia­ten, aber auch Liba­ne­sen, Grie­chen und ande­re, die hier in eige­nen Stadt­tei­len leben.

Lei­der hat­ten wir auch schlech­tes Wet­ter in Syd­ney. Was bedeu­tet, dass wir aus­tra­li­schen Regen und des­sen Fol­gen erlebt haben:

Der Regen ist stär­ker als bei uns

Die Kana­li­sa­ti­on ist unter­di­men­sio­niert

Die Autos fah­ren durch das Was­ser und sprit­zen Pas­san­ten ger­ne nass

Die Bus­se sind undicht, in unse­rem Bus tropf­te es aus der geschlos­se­nen Dach­lu­ke

Beson­ders letz­te­res hat mir zu den­ken gege­ben. In Süd­ame­ri­ka waren wir da Bes­se­res gewohnt.

Was uns sonst noch bewegt:

Die Aus­tra­li­er haben irgend­was falsch gemacht, sie fah­ren näm­lich auf der fal­schen Sei­te. Left is right and right is wrong. Ist doch nicht logisch, oder? Als Fuß­gän­ger muss man beim Über­que­ren der Stra­ße erst rechts, dann links schau­en. Wobei mein Kopf erst­mal auto­ma­tisch nach links dreht, denn von dort kom­men die Autos beim Rechts­ver­kehr. Außer­dem hal­ten die Aus­sies nicht ger­ne für Fuß­gän­ger. Also ent­we­der zur nächs­ten Ampel, einen laaan­ge Autolü­cke nut­zen oder ganz ganz schnell die Stra­ße über­que­ren.

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Zum Glück wird man dar­auf hin­ge­wie­sen

Mor­gens wacht man durch komi­sche Geräu­sche auf: selbst in Syd­ney gibt es vie­le Vögel, die nicht nur zwit­schern und tiri­lie­ren, son­dern kräch­zen, krei­schen oder schrei­en. Laut, aber nicht schön. Ande­re lachen oder hören sich an wie jam­mern­de Kin­der. Übri­gen begeg­ne­ten uns auf unse­rem Weg zur Bahn Peli­ka­ne, Kaka­dus und Kor­mo­ra­ne.

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Peli­ka­ne im Park der Vor­stadt

Am Hafen ent­pupp­ten sich die Möwen als Meis­ter­die­be, indem sie den Leu­ten das Essen im Flug aus der Hand klau­ten. Dort lie­ßen sich auch Rob­ben bli­cken, die sich zur Belus­ti­gung der Pas­san­ten in der Son­ne räkel­ten.

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Son­nen­bad im Hafen

Natür­lich ist Syd­ney teu­er, auch der Aldi war teu­rer als hier. Dafür bie­tet die Stadt nicht nur dem Tou­ris­ten viel. Parks, die Strän­de, shop­ping, viel­fäl­ti­ge Küche, Pubs. Ach, wir wären ger­ne län­ger geblie­ben. Syd­ney, du bist mei­ne heim­li­che Lie­be ? (M)