Die Bus­fahrt nach Ayutt­ha­ya geht ziem­lich früh mor­gens los und dau­ert sechs Stun­den. Der First-Class Bus ist nicht so kom­for­ta­bel wie erwar­tet, hat aber eine Toi­let­te an Bord und es soll Essen geben. Kaum sit­zen wir im Bus, geht es auch schon los, fünf­zehn Minu­ten vor der geplan­ten Abfahrts­zeit.

Los gehts!!

Ein Ange­stell­ter ver­teilt Muf­fins, Kaf­fee und Saft. Die Fahrt ver­läuft unspek­ta­ku­lär, aber mit­tags hal­ten wir in einem Bus­bahn­hof, wo es Mit­tag­essen gibt. An meh­re­ren Stän­den in der Abfahrts­hal­le war­ten war­me Geri­che auf uns. Bezahlt wird mit dem Gut­schein, der unse­rem Bus­ti­cket bei­gelegt wur­de.

Das Früh­stück war ganz lecker

Wir nähern uns Ayutt­a­hya. Irgend­wo muss der Bus­bahn­hof sein. Wir wer­den plötz­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass wir jetzt aus­stei­gen müs­sen. Eigent­lich gibt es hier kei­ne erkenn­ba­re Hal­te­stel­le, gegen­über ist aber ein Ein­kaufs­zen­trum. Komisch!

Wir stei­gen als ein­zi­ge aus und ste­hen etwas ver­lo­ren neben der sechs­spu­ri­gen Schnell­stra­ße. Weit und breit kein Schild zu sehen, wo es hin­ge­hen soll. Ein Mini­bus-Fah­rer zeigt Rich­tung Ein­kaufs­zen­trum, also über­que­ren wir eine rie­si­ge Fuß­gän­ger­brü­cke, um zum Ein­kaufs­cen­ter zu gelan­gen. Hof­fent­lich gibt es da einen Bus, der uns in den Ort bringt. Wir fra­gen eine Grup­pe anschei­nend auf einen Bus war­ten­der Frau­en. Betre­te­nes Geki­cher, man ver­steht uns nicht. Dann dreht sich eine jün­ge­re Frau zu uns, sie spricht Eng­lisch. Sie löst sich aus der Grup­pe, führt uns zum gesuch­ten Bus, kauft für uns die Fahr­kar­ten und wünscht gute Rei­se. Wir sind wie­der mal platt über die Hilfs­be­reit­schaft und Freund­lich­keit der Men­schen. Es sind natür­lich nicht alle so, es gibt auch unfreund­li­che Thais, aber wir erle­ben doch mehr freund­li­che.

Der Bus ist ein neun­sit­zi­ger Mini­bus ohne Gepäck­ab­teil, also müs­sen wir für unse­re Ruck­sä­cke jeweils einen eige­nen Sitz­platz kau­fen. Ok, beim Fahr­preis von 10 Baht pro Sitz­platz ( ent­spricht 25 Cent) nicht wirk­lich schlimm. Der Bus hält auf Anfor­de­rung an bestimm­ten Sta­tio­nen, gebannt ver­fol­gen wir auf dem Han­dy, wo wir gera­de sind und wo unser Hotel ist. Als es nah genug erscheint, signa­li­sie­ren wir dem Fah­rer, zu stop­pen. Er fährt wei­ter. Hat er uns nicht ver­stan­den? Doch, er hält an der nächs­ten Sta­ti­on an. Wir müs­sen noch zehn Minu­ten lau­fen, dann sind wir da.

Der Tag ist schon fort­ge­schrit­ten, jedoch wol­len wir nach dem lan­gen Sit­zen im Bus noch etwas lau­fen. Nicht weit vom Hos­tel gibt es die Tem­pel-Rui­ne Wat Rad­ja­burana,  der wir einen Besuch abstat­ten. Es gibt wie­der eini­ges zu ent­de­cken und die Zeit ver­geht wie im Flu­ge. Wir las­sen den Abend in einem Restau­rant aus­klin­gen.

Rui­nen wohin man schaut

Rei­se-Rin­gel ist auch dabei

Und der Mond schaut zu

Am nächs­ten Tag besich­ti­gen wir eine wei­te­re Tem­pel-Rui­ne, das Wat Mahatat. Dort gibt es den sagen­haf­ten, von Baum­wur­zeln umschlun­ge­nen Bud­dha­kopf. Irgend­wann ist die Bud­dha-Sta­tue umge­fal­len und der Kopf an den Baum gerollt. Der Anblick hat etwas Mys­ti­sches.

Bud­dha­kopf von Wur­zeln umrankt

Man­che Prangs kann man erklim­men

Wir lau­fen wei­ter durch den Park, irgend­wo soll die Tou­ris­ten-Info sein. Es ist wei­ter, als wir den­ken. Und die Infor­ma­ti­on, die wir erhal­ten, geht wenig über das hin­aus, was wir schon wis­sen. Wir suchen uns etwas zu essen. Auch nicht so ein­fach, wir sind abseits vom Zen­trum. Aber wir fin­den eine klei­ne Gar­kü­che, wo wir satt wer­den und beim Essen sogar sit­zen kön­nen. Es ist heiß und nach dem Essen haben wir kei­ne Lust mehr auf Sight­see­ing. Also gehts zurück zum Hos­tel. Den Nach­mit­tag ver­brin­gen wir chil­lend. Gina gönnt sich noch eine Mas­sa­ge, wäh­rend ich ein Nicker­chen hal­te. Was für ein Leben !!

Wir haben gehört, dass es in der Nähe einen Tem­pel gibt, in dem vie­le Affen rum­lau­fen. Das müs­sen wir sehen. Mit dem Zug geht es nach Lop­bu­ri. Die Fahrt dau­ert eine Stun­de und beginnt so: Nach­dem wir uns erkun­digt haben, wann ein Zug nach Lop­bu­ri fährt, ent­schei­den wir uns für den 9:30 Uhr Zug. Das soll­te mit früh­stü­cken im nahe­ge­le­ge­nen Cafe und Fahrt mit dem Tuk­tuk zum Bahn­hof mög­lich sein. Wir kön­nen ja auch mal früh auf­ste­hen. Alles klappt pri­ma, wir sind um 9 Uhr am Bahn­hof. Zwei Fahr­kar­ten bit­te für den Zug. Kein Pro­blem, das macht 700 Baht. Wie bit­te? Wir haben mit 30 Baht gerech­net. Ja, alle ande­ren Züge außer dem um 9:30 Uhr gibt es für 30 Baht. Der nächs­te um 11:30 Uhr, den gibts für 30 Baht. Ok, wir ent­schei­den uns für den spä­te­ren Zug und schau­en uns die Gegend um den Bahn­hof an. Dafür müs­sen wir mit der Fäh­re über einen klei­nen Kanal über­set­zen. Die­se nimmt Zwei­rä­der und Fuß­gän­ger mit. Als wir am Steg ankom­men, fährt die Fäh­re gera­de los. Als die Frau am Steu­er uns sieht, heißt es ” Maschi­nen vol­le Kraft zurück” und eine Minu­te spä­ter sind wir an Deck. Die Fäh­re ist sehr klein, beim Anle­gen wird nicht fest­ge­macht, son­dern ein­fach mit Motor­kraft gegen den Steg gedrückt, sodass man bequem an- und von Bord gehen kann.

Da pas­sen ganz schön vie­le Leu­te und Zwei­rä­der drauf

Die zwei Stun­den bis zum nächs­ten Zug ver­brin­gen wir an einem Tem­pel, am Markt und auf den Stras­sen, wo immer was los ist und es viel zu gucken gibt.

Zurück am Bahn­hof erfah­ren wir, dass unser Zug eine drei­vier­tel Sun­de Ver­spä­tung hat. Ach ja, es gibt Schlim­me­res.

Die Zug­fahrt ist wie­der inter­es­sant. Ich kom­me mir vor wie in den spä­ten 7oern. Lau­te Die­sel­loks, Wag­gons, an denen man die Fens­ter öff­nen kann und die Türen vor­ne und hin­ten auch wäh­rend der Fahrt zu öff­nen sind. Durchs Klo kann man auf die Schie­nen gucken. Kurz bevor der Zug in den Bahn­hof ein­fährt, que­ren vie­le noch die Schie­nen, um aufs rich­ti­ge Gleis zu kom­men. Der Zug ist fast voll. Es ist warm und durchs offe­ne Fens­ter strömt rußi­ge Luft. Nach einer Stun­de Geschau­kel sind wir da.

Alles noch Hand­ar­beit

Kurz bevor der Zug kommt, wech­selt man noch schnell den Bahn­steig

Der Affen-Tem­pel ist nicht weit weg vom Bahn­hof in Lop­bu­ri. Schon von Wei­tem sehen wir Affen in Hor­den über die Stras­se ren­nen, die Autos zir­keln ganz cool drum­her­um. Hier seht ihr unser Video dazu:

Affen­stadt Lop­bu­ri

Die­ses Video anse­hen auf You­Tube.

Am Ein­gang des Tem­pel sitzt eine Frau im Kas­sen­häus­chen, davor steht ein Rol­ler. Die­ser erregt die Auf­merk­sam­keit eini­ger Affen. Gemein­sam erklim­men sie den Fah­rer­sitz, machen Gri­mas­sen im Rück­spie­gel oder schau­en neu­gie­rig in den Aus­puff. Nur kurz las­sen sie sich fort­ja­gen, wenn die Kas­sie­re­rin mit einem Besen von ihrem Stuhl in Rich­tung der Affen wedelt. Ein Affe hat es mir ange­tan. Linus!! Wie die gleich­na­mi­ge Figur aus den „The Pea­nuts” mit einer Schmu­se­de­cke bewaff­net hat auch der klei­ne Affe sei­ne Schmu­se­de­cke (oder ollen Lap­pen) dabei und ver­tei­digt die­se gegen ande­re Affen.

Neu­gie­ri­ge Affen…

… und eit­le Affen

Huhu, wo bin ich??

Wei­ter beim Tem­pel wer­den die Affen gefüt­tert, aber sie sprin­gen uns auch an und ver­su­chen, Gegen­stän­de zu ergat­tern. Also alles gut fest­hal­ten. Mehr­mals schwin­gen Affen an Ginas wei­tem Rock, mir sprin­gen sie an den Arm. Ande­re Leu­te las­sen sich aber auch extra erklet­tern, bis die Affen ihnen dann auf den Köp­fen sit­zen und ein Foto­mo­tiv geben. Man­che Affen haben Trink­tü­ten mit Fruch­saft, die sie geschickt öff­nen und trin­ken.

Lecker!!

Irgend­wann haben wir genug von dem Tru­bel. Auf dem Rück­weg zum Bahn­hof gibt es noch ein Are­al, an dem die Affen über­all sit­zen, an den Haus­wän­den, auf den Dach­rin­nen, den Later­nen­mas­ten. Hier stinkt es stark nach Fäka­li­en, auf dem Geh­weg liegt Dreck. Nicht so schön.

Die Affen erobern die Stadt

Bald geht es auch schon zurück mit dem Zug. Vom Bahn­hof lau­fen wir zum Hos­tal, an einer Gar­kü­che gibt es noch etwas Lecke­res zu essen.

Am nächs­ten Tag steht, welch Wun­der, eine Tem­pel­be­sich­ti­gung auf dem Plan. Da die nächs­ten Tem­pel etwas wei­ter weg sind, lei­hen wir uns wie­der Fahr­rä­der. Vie­le Tem­pel krie­gen wir zu sehen und fas­zi­nie­ren­de Bud­dhas. Hier gibts wie­der ein Video:

Fahr­rad­tour Ayutt­ha­ya

Die­ses Video anse­hen auf You­Tube.

 

Gemüt­lich lie­gen­der Bud­dha

Und noch einer, der liegt

Prang oder Raum­schiff?

Es sind nur weni­ge Tou­ris­ten unter­wegs.  Mit­tags machen wir Rast an einem See. Wir sehen einen gro­ßen Waran (zumin­dest glau­ben wir das) her­um­lau­fen und dann schwim­men.

Gleich gibts Essen

Da läuft der Waran

Zurück neh­men wir als Abkür­zung die klei­ne Fäh­re. Dies­mal mit den Fahr­rä­dern, wie­der span­nend, aber pro­blem­los. Wir ste­hen wäh­rend der Über­fahrt neben den Rädern und hal­ten die­se fest. Kurz dar­auf sind wir schon am ande­ren Ufer. Nach­dem wir die Fahr­rä­der abge­ge­ben haben, haben wir uns noch eine Mas­sa­ge ver­dient. Der Abend klingt wie so oft mit einem Abend­essen aus, dies­mal an einer Gar­kü­che auf dem Nacht­markt.

Den nächs­ten Mor­gen ver­brin­gen wir mit früh­stü­cken und packen, es geht wei­ter nach Bang­kok. (M)