Da der Flug nach Bang­kok erst am frü­hen Nach­mit­tag los­geht, kom­men wir auch erst um Mit­ter­nacht an. Wir sind wirk­lich gespannt, was auf uns zukommt, da wir zum ers­ten Mal nach Asi­en rei­sen.

Bangkok Tempel

Über­all gibt es Tem­pel zu sehen

Ich war zwar schon­mal dienst­lich in Peking, aber irgend­wie zählt das nicht wirk­lich. Der Immi­gra­ti­ons­pro­zess ist ein­fach und gegen 02:00 ste­hen wir am Taxi­stand. Die Fahrt mit dem Taxi gestal­tet sich aller­dings schwie­ri­ger als gedacht. Der Taxi­fah­rer kennt weder die Unter­kunft noch die Adres­se, also geht er mit Gina zur nahe­ge­le­ge­nen Taxi­zen­tra­le, wäh­rend ich auf unser Gepäck auf­pas­se. Nach zehn Minu­ten kom­men bei­de wie­der. Dank Goog­le Maps kann es los­ge­hen. Kurz vor dem Hos­tel dre­hen wir noch zwei Ehren­run­den, dann ist end­lich das Hos­tel erreicht. Da wir am Geld­au­to­ma­ten nur gro­ße Schei­ne bekom­men haben, wird das Bezah­len des Taxis zum Pro­blem, äh, nicht wirk­lich ein Pro­blem. Der Taxi­fah­rer läuft mit unse­rem gro­ßen Schein zu irgend­ei­nem Laden und wech­selt. Und das mit­ten in der Nacht. Wir erah­nen schon, wie es hier in Thai­land läuft. Wort­reich und ent­schul­di­gend wegen der War­te­rei ver­ab­schie­det er sich.

Was uns jetzt schon ent­zückt, ist die Tat­sa­che, dass es selbst jetzt noch schön warm ist. Da haben wir mit dem Kli­ma mal wirk­lich Glück. Obwohl es kei­ne wirk­lich schlech­te Zeit für Thai­land gibt, wie Thai­land-Exper­te Chris Dian in sei­nem Arti­kel „Bes­te Rei­se­zeit für Thai­land” aus­führt.

Am nächs­ten Mor­gen sind wir erstaunt: die in der Nacht frei­en Bür­ger­stei­ge vor unse­rer Unter­kunft sind über und über mit klei­nen Ver­kaufs­stän­den besetzt. Es herrscht ein emsi­ges Trei­ben, dich­tes Gedrän­ge und auf der Stra­ße schie­ben sich Autos und unzäh­li­ge Mopeds durch den Ver­kehr.

Bangkok Blumenmarkt

Blu­men­händ­le­rin auf dem Markt

Da wir in der Nacht nicht viel geschla­fen haben, gehen wir es heu­te lang­sam an. Erst­mal ori­en­tie­ren, wo gibt es Früh­stück, wo kann man was ein­kau­fen, was gibt es zu essen?

Bang­kok macht es uns da recht leicht, nach weni­gen hun­dert Metern haben wir einen klei­nen Laden ent­deckt, der Toasts und Kaf­fee anbie­tet. Als Spe­zia­li­tät erweist sich dicke, süße Kon­dens­milch als Brot­auf­strich, lecker.

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Toast mit dicker, süßer Kon­dens­milch – lecker!!

Wir pro­bie­ren unse­re kürz­lich erwor­be­nen Thai-Wör­ter aus. Hal­lo, dan­ke, tschüss, allein die­se drei Wör­ter zu behal­ten, fällt uns schwer.

Per Express­boot durch Bang­kok

Neben der Tou­ris­ten-Info wol­len wir noch den Bahn­hof auf­su­chen, um Fahr­kar­ten für den Nacht­zug nach Chiang-Mai zu kau­fen. Das Ver­kehrs­mit­tel unse­rer Wahl in der Stadt ist das Express-Boot. Zehn Minu­ten fuß­läu­fig vom Hos­tel ent­fernt ver­keh­ren tags­über zahl­rei­che Boo­te. Die Fahr­ten sind preis­wert und für sich schon eine klei­ne Attrak­ti­on. Wir haben schnell mit­ge­kriegt, dass es in Bang­kok sehr laut zugeht. Die­se Tat­sa­che macht auch vor den Boo­ten nicht halt. Die­se sind mit dicken, qual­men­den Die­sel­mo­to­ren aus­ge­rüs­tet. Wenn ein Boot an einer Hal­te­stel­le anlegt, erfolgt ein stän­di­ges Gepfei­fe vom  Boots-Maat aus und Geru­fe vom an Land win­ken­den Fahr­kar­ten­ver­käu­fer. Das Boot knallt mit Wucht an den Pon­ton und lässt die dar­auf war­ten­den Pas­sa­gie­re tau­meln. Dann wer­den die Pas­sa­gie­re unter lau­ten Anwei­sun­gen vom Boot bzw. aufs Boot getrie­ben. Auf dem Fluss knat­tert und röhrt es ste­tig. Trotz­dem ist das Boot das schnells­te Ver­kehrs­mit­tel, weil staufrei. Manch­mal müs­sen wir beim Anlan­den war­ten, bis ein Schlepp­ver­band vor­bei­ge­tu­ckert ist.

Bangkok Expressboot

Die Boo­te sind oft ziem­lich voll. Das hier nicht!

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Schi­cke Boo­te :-)

Bangkok Chao Praya

Der Fluss ist lei­der ziem­lich dre­ckig

Abends suchen wir ein klei­nes Lokal fürs Abend­essen auf, wo wir zusam­men für umge­rech­net drei Euro essen.

Märk­te und Essen

Uns inter­es­sie­ren immer auch die ört­li­chen Märk­te. Die gibt es in Bang­kok zuhauf, wir wäh­len den Flower- and Fruit­mar­ket aus. Ob Obst, Gemü­se, Fleisch oder Fisch, hier gibt es alles, was man zum Leben braucht. Es wim­melt vor Men­schen und Waren, zwi­schen­drin zie­hen die Händ­ler voll­be­la­de­ne Kar­ren hin­ter sich her oder ein Motor­rol­ler lie­fert Waren an. Ein beein­dru­cken­des Sze­na­rio.

Bangkok Blumenmarkt

Märk­te, immer wie­der inter­es­sant

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Fürs leib­li­che Wohl ist auch gesorgt

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Erin­nert mich irgend­wie an die Geschich­te von Max und Moritz und Wit­we Bol­te

Die nächs­ten bei­den Tage ver­brin­gen wir mit dem Ein­le­ben in die für uns noch frem­de Kul­tur. Immer wie­der pro­bie­ren wir neue Gerich­te zu essen. Mei­ne Aver­si­on gegen Kori­an­der schrumpft spür­bar. Auch das Obst ist super­le­cker.

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Ist zwar kein Obst,  aber die­ser Bäcker hat­te sooo schö­ne Tor­ten :-)

Sight­see­ing in Bang­kok

Wir wol­len ins Muse­um of Siam, in der es um die Geschich­te und die Kul­tur Thai­lands geht. Gera­de zu Anfang unse­res Auf­ent­halts fin­den wir sol­che Infor­ma­ti­on wich­tig. Scha­de nur, dass wir vor ver­schlos­se­nen Türen ankom­men, denn das Muse­um wird bis Anfang nächs­ten Jah­res reno­viert.

Also gehen wir statt­des­sen zum Platz vor dem Königs­pa­last. Die­ser ist unge­wöhn­lich voll. Seit König Bhu­mi­pol gestor­ben ist, gilt eine ein­jäh­ri­ge Staats­trau­er. Vie­le Men­schen haben eine schwar­ze Schlei­fe ange­steckt oder tra­gen schwar­ze Klei­dung. Sie kom­men hier hin, um sich vom König zu ver­ab­schie­den. Der Platz ist abge­sperrt, man kommt nur durch weni­ge Ein­gän­ge hin­ein und wird wie beim Check-In am Flug­ha­fen kon­trol­liert.

Als wir auf dem Platz sind, stau­nen wir nicht schlecht. Tau­sen­de von Men­schen ste­hen in lan­gen Schlan­gen zur Trau­er­fei­er an. Dann geht man zu den Essens­stän­den, an denen gra­tis Essen und Geträn­ke gereicht wer­den. Auch wir pro­fi­tie­ren davon. So kön­nen wir noch eini­ge lecke­re Spe­zia­li­tä­ten pro­bie­ren und es uns wie die ande­ren auf dem Rasen  gemüt­lich machen.

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Alle wol­len sich vom König ver­ab­schie­den

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Und dann essen und trin­ken

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Hier wird im Akkord auf­ge­schöpft

Wir fin­den schließ­lich das Natio­nal­mu­se­um. Der Ein­tritt ist frei, da der König ver­stor­ben ist. Wir schau­en uns bud­dhis­ti­sche Sta­tu­en aus ver­schie­de­nen Epo­chen an. Auch so bekommt man einen Ein­blick in die Kul­tur des Lan­des.

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Die­se Figur fin­de ich unglaub­lich schön

Am nächs­ten Abend geht der Nacht­zug nach Chiang Mai. Wir kau­fen am Tag noch Lebens­mit­tel ein und besu­chen ein Ein­kaufs­zen­trum. Die­se Malls sind bei Wei­tem nicht so inter­es­sant wie die Märk­te. Aber hier gibt es SIM-Kar­ten, die wir kau­fen wol­len. Nach­mit­tags bestel­len das Taxi, das uns zum Bahn­hof bringt. Unse­re ers­te Zug­fahrt in Asi­en steht bevor.

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