Heute holen wir unseren Campervan Kermit 2 ab, mit dem wir durch Neuseeland reisen wollen. Er wartet bei Jucy in der Nähe des Flughafens Auckland auf uns. Als wir dort ankommen, stehen viele Campervans herum und wir sind gespannt, welcher der ganzen Kermits denn unserer ist.

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Das ist er

Hektik bei der Campervan-Übergabe

Die Dame am Empfang füllt erstmal den Vertrag falsch aus. Dann braucht sie ewig lange, um dies zu korrigieren. In der Zwischenzeit bekommen wir einen portablen DVD-Player in die Hand gedrückt, darin sollen wir alles Wissenswerte über den Campervan erfahren. Danach unterschreiben wir zügig den Vertrag und bekommen den Autoschlüssel. Unsere Fragen bezüglich des Vertrags und des Campervans werden sehr unwillig und unwissend beantwortet. Hoppla, das ging in Australien aber viel besser als hier in Neuseeland :-(

Als typischer Deutscher schaut man sich ja gerne das Fahrzeug mit dem Vermieter zusammen an und notiert vorhandene Kratzer, Beulen oder Auffälligkeiten am Auto. Hier brauchen wir das nicht. Ist ja alles versichert.

Trotzdem entdecken wir noch einige Dinge, die wir nachfragen müssen. Wie funktioniert das Chemie-Klo? Der Gas-Zünder am Herd funktioniert nicht, kann man das reparieren. Ich rufe eine der Angestellten herbei. Leider hat sie keine richtige Ahnung und versucht uns schnellstmöglich loszuwerden. Ein wenig frustriert fahren wir vom Hof.

Vergleich der beiden Campervans

Kermit 2 hat gegenüber dem australischen Kermit Vor- und Nachteile. Es sind kleine Unterschiede, an die wir uns erstmal gewöhnen müssen. Die coole Lenkradschaltung mit dem langen Hebel bei Kermit 1 ist einer Schaltung in der Mitte gewichen.

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Moderne Schaltung, allerdings stoße ich immer mit dem Knie an

Der Motor ist anders angeordnet als bei Kermit 1. Dadurch wird der Beifahrer nicht mehr gegrillt. Außerdem fehlt die Fußbodenheizung, die beim ersten Kermit nach der Fahrt deutlich spürbar war.

Die Aufteilung der Schränke ist anders. Wir haben mehr Platz, es gibt ein großes Fach, indem wir Kleinkram unterbringen. Das Geschirr haben wir mehrmals umgestapelt, damit es nicht bei jeder kleinen Bodenwelle markerschütternd klappert.  Auch ist die Leiter fürs obere Bett anders, was das Aufhängen von Gegenständen und Befestigen unseres Pac-Safes erschwert.

Wir haben tatsächlich ein Chemie-Klo an Bord.

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Wo find ich denn einen geeigneten Busch?

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Dieser Aufkleber ist wichtig

Die Toilette brauchen wir, damit wir als „self-contained“ gelten. Das bedeutet, wir dürfen auf den kostenlosen Overnight-Plätzen stehen. Die wollen wir auch nutzen, da Neuseeland ein sehr teures Pflaster ist.

Als zusätzliche Goodies gibt es einen Toaster und einen Heizlüfter. Diese können wir nur nutzen, wenn Kermit auf dem Camp am Stromkabel hängt. Den Heizlüfter haben wir schon mehrmals abends angeworfen.

Gina ist traurig, dass Kermit 2 einen Beifahrer-Airbag hat. Vorbei die schöne Zeit, in der sie während der Fahrt die Füße aufs Armaturenbrett legen konnte. Insgesamt ist Kermit 2 etwas moderner, aber etwas enger auf Fahrer- und Beifahrersitz. Dafür ist es beim fahren leiser als in Kermit.

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Kermit 1 hatte mehr Platz für die Knie

Motorisierung des Campervans

Kermit 1 war ja schon etwas schwach auf der Brust, aber in Australien gibt es nur wenige Steigungen, an denen man das gemerkt hat. Ganz anders hier in Neuseeland: Kermit 2 ist ähnlich schwach motorisiert und hier werden wir öfters an den recht steilen Straßen zum Verkehrshindernis.

Doch insgesamt ist es wieder ein gutes Auto, dass uns hoffentlich auf unserem Roadtrip ebenso treue Dienste leistet wie Kermit der Erste.