Nach vier Stunden Busfahrt von Phnom Penh aus erreichen wir am Nachmittag auch schon unser nächstes Ziel, Kampot. Einchecken im Hotel, herumlaufen und essen gehen, mehr machen wir nicht an diesem Abend.

Wo der Pfeffer wächst: Kep

Am nächsten Tag wollen wir den beschaulichen Küstenort Kep besuchen. Dieser ist bekannt für hervorragende Krebse, die in mehreren Varianten der Zubereitung frisch auf den Tisch kommen. Ein Sandstrand lädt zum Baden ein und in der nahen Umgebung kann man eine Pfefferplantage besuchen. Wir sind nämlich an dem Ort, an dem der Pfeffer wächst.

Riesen Winke-Krabbe

Wir wundern uns ein wenig, dass der Bus mehrmals einen Stau in Richtung Kep überholt. Unfall oder Baustelle? Nein, als wir in Kep ankommen, gleicht der Ort einem Jahrmarkt. Sonntags scheint halb Kambodscha in Kep einen lauschigen Tag am Meer zu verbringen. Lange Autoschlangen schieben sich an der kleinen Küstenstrasse entlang, Tausende von Menschen haben an der Uferpromenade ihre großen Decken ausgebreitet und picknicken.

Überall Leute beim Picknick

Ein Tuktukfahrer bietet uns an, eine Tour durch den Ort und zur Pfefferplantage zu machen. Mit seinem Charme fängt er uns ein und das Argument, dass der Ort auch nach der Tour noch da sei, zieht. Also geht es erstmal raus aus dem Rummel.

Kep war bis in die 60er Jahre der Badeort für die Reichen und Mächtigen. Dann kam der Bürgerkrieg und zerstörte Kep großflächig. Heute sehen wir die Ruinen der ehemals hochherrschaftlichen Häuser, zerstört und mit vielen Einschusslöchern versehen.

Alte Villa mit Einschusslöchern

Besichtigung der Pfefferplantage

Dann geht es weiter zur Pfefferplantage. Nach einer holprigen Fahrt über eine staubige Buckelpiste erreichen wir unser Ziel. Ein junger Mann empfängt uns und fragt ob wir die kostenlose Führung mitmachen wollen. Klar, wollen wir.

Dann mal alle hinsetzen: es gibt zum Auftakt etwas Theorie über die Pfefferpflanze und deren Anbau, Pflege und Ernte. Der gesamte Betrieb ist ökologisch, das gefällt uns. Jetzt geht’s zur eigentlichen Führung. Ich bestaune einen Solar-Wasserkocher, der in seiner Mitte bis zu 400 Grad heiß werden kann. Wir sehen die Pfefferpflanzen in verschiedenem Alter und die Wasserversorgung. Wir erfahren, wie der Pfeffer geerntet wird und schauen uns eine Pfeffer-Trockenkammer an. Wir wundern uns, dass in Handarbeit mit der Pinzette gute von schlechten Körnern getrennt werden. Aha, deshalb ist der berühmte Kampot-Pfeffer so teuer. Übrigens geht 80% der Pfefferproduktion ins Ausland, hauptsächlich nach Australien und nach Europa.

Pfeffer-Anbau

So sieht der Pfeffer aus

Solarkocher, in der Mitte steht die Wasserkanne

Wenn mir heute jemand wünscht, ich möge doch bleiben, wo der Pfeffer wächst, freu ich mich. Denn da ist es schön. Ich muss nur noch die Sprache der Khmer lernen.

Unser Tuktukfahrer wartet schon auf uns, als wir von der Tour auf den Parkplatz zurückkommen. Er erklärt uns sehr viel und hat auch einige persönliche Geschichten auf Lager, denen wir gespannt zuhören.

Der Tuktuk-Fahrer hat was zu erzählen

Unser Tuktuk-Zugfahrzeug

Trubel in Kep

Dann fahren wir auch schon zurück in den Trubel, zumindest wollen wir Krebse essen und den Strand sehen. Es ist unglaublich voll am Strand, die Familien haben alle schon gegessen, es ertönt laute Musik. Man kann am Strand nicht weit gehen und auf den Gehwegen sitzen die Kambodschaner auf ihren ausgebreiteten Decken. So quetschen wir uns auf der Straße zwischen Menschen, Motorrollern und Autos hindurch. Auf ins nächste Restaurant. Puh, geschafft, eine Bedienung weist uns einen Platz zu. Als wir nach den Krebsen fragen, erhalten wir eine ernüchternde Antwort. Die Küche hat schon zu, es gibt nur noch Getränke. Enttäuscht machen wir uns wieder auf, ein weiteres Restaurant liegt in der Nähe. Dort sind die Krebse aus. Allerdings müssen wir jetzt essen, wir haben Hunger und der Bus geht in einer Stunde zurück nach Kampot.

Familien auf dem Gehsteig

Überdachte Picknick-Plätze

Das Alternativ-Menu steht nach ungefähr 40 Minuten Wartezeit auf dem Tisch. Bleibt nicht viel Zeit zum gemütlichen Essen.

Rückfahrt mit Hindernissen

Kurz vor halb vier erreichen wir unsere Bus-Station. Am Schalter der Busgesellschaft sitzen zwei junge Frauen, tief in ihre Smartphones versunken. Auf meine Frage, ob der Bus pünktlich sei, reagieren beide sichtlich nervös und fangen an zu telefonieren.

Das bedeutet nichts Gutes.

Der Bus sei schon um drei gefahren, der nächste gehe um vier für uns, sorry, bitte warten!! Komisch, laut Plan soll der Bus um halb vier und um fünf fahren, was soll das mit vier Uhr?

Natürlich ist um vier kein Bus zu sehen. Sorry, hat Verspätung, sorry, hat Panne. Langsam wird es uns zu bunt.

Wir gehen zu einer anderen Busgesellschaft. Sorry, Bus full. Dann nehmen wir eben ein Tuktuk zurück, nicht ohne das Geld von der ursprünglichen Busgesellschaft wieder zu bekommen. Tuktuks fahren immer.

Was für ein Tag! Kep ist bestimmt ein schöner Ort, außerhalb des Wochenendes. Die Tour durch den Ort und zur Pfefferplantage ist absolut lohnenswert, wir haben dafür 14 Dollar bezahlt. Ob die falschen Abfahrtszeiten des Busses unserer Hotel-Rezeption (wo wir die Tickets gekauft haben) oder der Busgesellschaft geschuldet sind, wissen wir nicht. Die Hinhaltetaktik der beiden jungen Frauen war jedenfalls nicht in Ordnung.

Bummel durch Kampot

Eigentlich haben wir für den nächsten Tag eine Wanderung geplant. Was wäre eine Reise, ohne dass Pläne geändert werden? Wir müssen Bustickets kaufen, und den Ort Kampot kennen wir auch noch nicht richtig. Also machen wir einen Stadtspaziergang, gehen zum Markt und schlendern am Ufer des Flusses Kampot River entlang. Es gibt einige recht schöne Brücken zu sehen, die den breiten Fluss überspannen.

Zwei Brücken liegen dicht nebeneinander. Eine alte Holzbrücke, über die Motorroller rumpeln und daneben die moderne Brücke, über die der alltägliche Verkehr rauscht. Natürlich schauen wir uns lieber die alte Brücke an.
Die stammt nämlich noch aus der französischen Kolonialzeit. Leider wurde sie von den roten Khmer Ende der 70er zerstört. Später wurde sie aus einem Mischmasch von unterschiedlichen Baustilen wieder aufgebaut und sieht daher so speziell aus.

Zugang zur alten Brücke

Brücke mit unterschiedlichen Baustilen

So vergeht ein entspannter Tag. Kampot hat uns gut gefallen. Eine ruhige Stadt, nicht viel Autoverkehr, ideal, um nach dem Trubel in Phnom Penh wieder zur Ruhe zu kommen.