Nach den Stra­pa­zen des gest­ri­gen Tages bei unse­rer Bestei­gung des Vul­kans las­sen wir es heu­te ent­spannt ange­hen. Wir fah­ren über Plai­ne des Pal­mis­tes zur Ost­küs­te nach St. Benoit, von dort aus die Küs­ten­stra­ße ent­lang durch den süd­li­chen Teil Reuni­ons.
Die Vege­ta­ti­on ist üppig. Dicht bewach­se­ne Hän­ge in ver­schie­de­nen Grün­schat­tie­run­gen, dar­un­ter die skur­ri­len Baum­far­ne, ein rich­ti­ger Urwald.

Im Forêt Bébour-Bélouve

Im Forêt Bébour-Bélouve

In St. Benoit ange­kom­men, set­zen wir uns im Schat­ten der Vaco­apal­men ans Meer und gucken der Bran­dung zu. Das Wet­ter ist hier strah­lend son­nig, ganz im Gegen­satz zu den grau­en Wol­ken über Plai­ne des Caf­res heu­te Mor­gen.

Vacoa-Palme

Vacoa-Pal­me

Wei­ter geht es nach Saint Anne, ein unschein­ba­res Dorf, des­sen ein­zi­ge Attrak­ti­on die Kir­che ist, die in einem extra­va­gan­ten über­bor­den­den Dekor gestal­tet wur­de. So durf­te sie auch ein­mal als Kulis­se in einem Truf­faut-Film mit­wir­ken.

Südküste

Zucker­guss-Dekor in St. Anne

In Piton de Sain­te Rose gibt es eine wei­te­re Kir­che zu besich­ti­gen. Hier ist es aller­dings nicht die archi­tek­to­ni­sche Gestal­tung, die das Beson­de­re aus­macht, son­dern die Tat­sa­che , dass der Lava­strom, der 1977 das Dorf dem Erd­bo­den gleich­mach­te, die Kir­che ver­schon­te. Alte Fotos zei­gen, wie die Lava rechts und links vor­bei­floss und eine klei­ne Zun­ge durch die Kir­chen­tür steck­te.

Was man hier an der Ost­küs­te gese­hen haben muss, ist Grand Brû­lé, das rie­si­ge Lava­feld, über das der Vul­kan ins Meer abfließt. Es gibt ver­schie­de­ne Lava­strö­me der ver­schie­de­nen Aus­brü­che, dazwi­schen immer noch grü­nen Wald. Erstaun­lich fin­den wir, wie schnell sich wie­der Leben auf dem toten Gestein ansie­delt. Selbst auf dem jüngs­ten Lava­feld von 2007 begin­nen schon Pflan­zen zu sprie­ßen. Und dabei ist der Lava­strom im Innern noch nicht erstarrt.

Grand Brûlé

Grand Brû­lé

Ein wei­te­res Must-see ist der süd­lichs­te Punkt Reuni­ons, das Cap Mechant. Wegen der tücki­schen Strö­mun­gen und der scharf­kan­ti­gen Lava­fel­sen war es bei See­leu­ten gefürchet und erhielt des­halb den Namen, der über­setzt „bös­ar­ti­ges Kap” lau­tet.
Die Wel­len don­nern unab­läs­sig gegen die Fel­sen und explo­die­ren in rie­si­gen Gischt­wol­ken, die bis weit aufs Ufer sprü­hen. Man hat den Ein­druck, der Boden zit­tert unter den Füßen, wenn das Meer sich gegen die Küs­te wirft.

Cap Mechant

Cap Mechant

Aus­klin­gen las­sen wir den Tag an einem der schöns­ten Strän­de Reuni­ons, der Gran­de Anse. Unter hohen Pal­men und mit dem Rau­schen der Bran­dung im Ohr räkeln wir uns in den letz­ten Nach­mit­tags-Son­nen­strah­len.

Grand Anse...

Grand Anse…

...mit beeindruckender Brandung

…mit beein­dru­cken­der Bran­dung

wei­ter zum Cir­que de Sala­zie…