Aktualisiert am 03/06/2024 von Gina

In diesem Artikel zeigen wir dir wir alle Ausgaben auf, die wir im Laufe des Van-Ausbaus getätigt haben. Wir teilen die Kosten in einzelnen Kategorien auf und zeigen dir welche Kategorie wie viel Geld verschlungen hat. Zusätzlich bekommst du von uns Tipps, wie du beim Van-Ausbau Geld sparen kannst.

Als wir uns Ende 2020 dazu entschlossen, einen Kastenwagen zu kaufen und diesen zum Van auszubauen, hätten wir nicht gedacht dass wir Anfang 2023 immer noch nicht ganz fertig sind.

Allerdings hatten wir auch noch nicht die Idee, ein ganzes Jahr in den Van zu ziehen und eine Tour durch Europa und Nordafrika zu unternehmen.

Die Suche nach dem Van – Kosten für den Kauf

Zuerst einmal mussten wir uns nach einem geeigneten Basisfahrzeug umschauen. Es sollte Platz für uns zum Querliegen haben, Stehhöhe bieten und das Bett sollte fest sein.

Da kamen für uns die Kandidaten Fiat Ducato, Citroen Jumper oder Peugeot Boxer in Frage und zwar in den Höhen H2 oder H3 und der Länge L3 (5,99m).

Rasch erkannten wir, dass der Markt an gebrauchten, erschwinglichen und nicht heruntergerockten Vans überschaubar war. Schließlich fanden wir nach einigem Suchen unseren Van Balu. Dieser schlug mit 15.690,- € zu Buche. In den Kosten war eine einjährige Car-Garantie in Höhe von 690,-€ enthalten, die wir kaufen mussten.

Marcus steht vor einem weißen Kastenwagen.

Hurra, endlich haben wir unseren Balu gefunden

Die Kosten überschreiten unseren Van-Ausbauplan

Anfangs dachten wir noch, wir könnten Balu kostengünstig ausbauen, ohne Dusche und ohne 230V. Im Laufe der Zeit wurden die Wünsche allerdings größer. Und damit auch teurer.

Außerdem sorgte Corona für einen deftigen Anstieg der Preise für Anbauteile wie beispielsweise elektrische Komponenten und Ausbauteile wie zum Beispiel Holz.

Unsere Einkaufsstrategie für den Van-Ausbau

Bei der Auswahl der eingesetzten Anbauteile und Materialien sind wir wie folgt vorgegangen:

  • Verbrauchsmaterial kaufen wir beim Baumarkt oder bei Amazon.
  • Holz beziehen wir beim örtlichen Fachhändler.
  • Den Beifahrersitz haben wir gebraucht gekauft.
  • Alles andere bestellen wir beim Camping-Fachhandel.

Einige Dinge wie Werkzeuge oder zu viel gekaufte Dinge haben wir nach Abschluss der Arbeiten wieder verkauft. In der nachfolgenden Aufstellung sind die Preise und bei größeren Ausgaben zusätzlich die Bezugsquellen aufgelistet.

Wir stellen dir unseren zukünftigen Campervan vor

Erwerb Basisfahrzeug: 15.690,-€ beim Citroen Händler in Bocholt.

Natürlich sagt eine Zahl nicht viel. Daher ein paar Eckdaten zu unserem Balu:

  • Citroen Jumper L3 H2 Kastenwagen
  • 130 PS Diesel Euro 6 mit Adblue
  • Erstzulassung 07/2016
  • 70.000km
  • 1 Vorbesitzer (ein Körnerkissen Hersteller, wie wir nachher bei der Demontage des Bodens anhand der verbliebenen Körner sehen konnten)
  • Unfallfrei laut Händler
  • Ausstattung: mit Tempomat, Freisprecheinrichtung, Rückfahrkamera

Der Wagen sah gut aus und ließ sich auch gut fahren. Schon bei der Hinfahrt zum Händler hatte ich das Bauchgefühl, dass dies unser Campervan wird.

Werkzeug für den Van-Ausbau

Da wir einen durchaus überschaubaren Umfang an geeignetem Werkzeug besaßen und keine Halle zum Umbau zur Verfügung hatten, haben wir uns im Laufe der Zeit mit umfangreichem Akku-Werkzeug ausgestattet. Das waren nicht nur Stichsäge und Kreissäge, sondern auch Fräse samt Fräsköpfe, Schleifer, zusätzliche Akkus sowie Bohrer, Sägeblätter und Handwerkszeug (Werkbank, Zwingen, Lineal, Winkel, Raspel und Zusatzakkus).

Gina hat einen Akkuschrauber in ihrer Hand

Gutes Werkzeug ist wichtig

Die Kosten für unser Werkzeug

Das neue Werkzeug haben wir nicht komplett direkt gekauft. Wir wussten anfangs gar nicht, was wir alles brauchen. Außerdem hat sich der eine oder andere Kauf als nicht optimal erwiesen. Beim Akku-Werkzeug sind wir im Laufe der Zeit von 12V auf 18V umgestiegen.

Insgesamt haben wir für den Posten Werkzeug 1.400,32€ ausgegeben.

Heute würde ich statt preiswerter Neuware lieber gebrauchte Markenprodukte kaufen.

Rostschutz und Dämmung für den Campervan

Kaum hatten wir unseren Van, da fingen wir an das Auto mit Rostschutz zu behandeln und mit Armaflex zu dämmen. Zusätzlich verwendeten wir Alubutyl um die Karosserie zu entdröhnen.

Dafür haben wir 554,-€ ausgegeben. Die Hohlraumversiegelung hat 48,-€ gekostet.

Kosten für Standheizung, Fenster und Dachluken im Van

Das erste Loch in Balu zu bohren war das schwerste, zumindest mental. Wir haben  frühzeitig unsere Standheizung in Balu montiert, wo das besagte Loch die Ansaug- und Abluft zuführt. Die Heizung hat 994,54€ incl. Boiler gekostet.

Als nächstes bestellten wir zwei Fenster für die Seiten und zwei Dachluken. Ein Jahr später kauften wir nochmal zwei Fenster, diesmal für die Hecktüren. Insgesamt haben wir 1.090.90€ für Licht und Luft in Balu ausgegeben.

Marcus sägt mit der Stichsäge an der Seitenwand.

Einmal rundum mit der Stichsäge

Großer Kostenfaktor: Holz im Van-Ausbau

Bei fast allen Van-Ausbau Arbeiten benötigten wir Holz. Dazu zählt neben dem Möbelbau auch der Konstruktionsbau, also Bettgestell, die Unterkonstruktion der Decke und der Wände, die Wände der Dusche, die Rahmen für die Abstandshalter der Fenster, Bodenunterbau fürs Armaflex, die Befestigung Toilette und vieles mehr.

Da wir das Holz nach und nach brauchten, waren wir insgesamt 44-mal bei unserem Holzhändler und haben dabei 1.881,-€ ausgegeben.

Gina trägt mit der Kartusche Kleber auf die Wand der Dusche auf.

Auch die Duschwände sind aus Holz

Teure Elektrik

Recht bald haben wir uns mit der Auslegung der Elektrik im Campervan beschäftigt.

Wir wollen auf jeden Fall  ein paar Tage autark stehen können. Zudem haben wir uns intensiv mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt, wie wir warmes Wasser zum duschen erzeugen können. Das funktioniert mit einem Warmwasserboiler, der mit 230V betrieben wird. So können wir bei Bedarf auch unsere Laptops  laden oder ein Haushalts-Küchengerät betreiben.

Wir haben uns für eine 100 Ah Lithiumbatterie in Kombination mit 240Wp Solar auf dem Dach entschieden.

Für das Setup, Kabel und einen anschließenden Checkup durch einen Fachmann haben wir 2.802,63€ ausgegeben.

Sicherungskasten mit FI/LS-Schaltern.

Die Elektrik hats in sich – kompliziert und teuer

Kosten für Drehsitze und Sitzkonsolen

Zum bequemeren Sitzen haben wir die Beifahrer Doppelsitzbank durch einen gebrauchten Einzelsitz ausgetauscht. Beide Sitze wurden mit Drehkonsolen versehen. Leider saßen wir dadurch zu hoch. Daher haben wir die Original Sitzkonsolen durch flachere Konsolen ersetzt.

Der gebrauchte Sitz, die Drehkonsolen und die flacheren Konsolen haben zusammen 1.343,90 € gekostet.

Der Drehsitz in Aktion

Auch der Beifahrer bekommt einen Drehsitz

Kosten für Wasser, Bad und Einrichtung im Van

Ein weiterer Posten für unsere Ausgaben ist das Frisch- und Abwasser. Zu kaufende Bauteile dabei waren Tanks, Pumpe, Schläuche, Filter und Anschlüsse. Dafür haben wir 944,40€ ausgegeben.

Für die Einrichtung haben wir außer für das Holz weitere 1458,09€ bezahlt. Diese Summe beinhaltet Boden, Matratzen, Lattenroste, Scharniere, Schubladenauszüge, Griffe etc.

Gina liegt auf der Matratze im Bett im Camper.

Ist richtig bequem

Unser Bad hat dann nochmal 151,90€ gekostet. Das beinhaltet den Bausatz der Trockentrenntoilette, die Duschtasse und die Brausearmatur.

Kosten für den Ausbau der Küche im Van

Für unsere Gasversorgung (Gaskasten mit Flasche und Anschluss, Rohr, Druckminderer) haben wir 319,-€ ausgegeben. Die Montage der Gasleitungen haben wir bei der obligatorischen Gasprüfung direkt mitmachen lassen.

Für den Gasherd und den 12V Kühlschrank mussten wir 921,04€ bezahlen.

Beim Herd hatten wir etwas Pech. Anfang 2021 hatten wir uns ein Dometic Gaskochfeld für 220,-€ gekauft und in unsere Küchenarbeitsplatte eingebaut. Kurz vor unserer ersten Reise gab es von Dometic eine Rückrufaktion für das Kochfeld.

Da es seitens Dometic keine Lösung für das Problem gab, mussten wir das Kochfeld wieder ausbauen und an den Händler zurückschicken. Leider gab es von Dometic keinen Ersatz für das Modell.

Da wir unsere Küche auf das Maß des Kochfeldes ausgelegt hatten, mussten wir auf einen passenden Gasherd ausweichen, der leider mehr als doppelt so teuer war wie der ursprüngliche.

Verbrauchsmaterial und weitere Kosten des Van-Ausbaus

Last but not least kommt jetzt noch ein Posten, in den wir fast alles fassen können: Das Verbrauchsmaterial.

Kleber, Schrauben, Niete, Befestigungswinkel, Farben, Lacke, Pinsel und Rollen, Schleifpapier, Reiniger, Schutzbrillen, Einmalhandschuhe. Das hat insgesamt 2.179,39€ gekostet.

Es gibt noch weitere Kosten, die in unserer Übersicht nicht aufgeführt sind. Bei uns waren das beispielsweise die Besuche beim TÜV, die Umschreibung, die Stellplatzmiete oder die Zeit in der Mietwerkstatt. Diese Kosten finden wir zu individuell, um hier aufgezeigt zu werden. Allerdings sind das Kosten, die du bei der Planung eines Umbaus und deines Budgets berücksichtigen solltest.

6 Tipps zum Kosten sparen beim Van-Ausbau

Welche Einsparungen kannst du an deinem Van-Ausbau Projekt umsetzen? Wir haben da sechs Tipps für dich:

  1. Planung

Mach dir einen Plan, wie dein Van am Schluss aussehen soll. Schon beim Basis-Fahrzeug kannst du sparen.

Überlege, was du wirklich brauchst. Wie lang, wie breit, wie hoch soll dein Van sein? Wie viel Zuladung benötigst du? Ein kleineres Fahrzeug ist meist in der Anschaffung und im Unterhalt günstiger als ein großes.

Fährst du in Gegenden, in denen es kalt ist oder sehr warm? Brauchst du eine Standheizung oder eine wirklich gute Isolierung? Bist du mehr auf Campingplätzen unterwegs oder möchtest du auch frei stehen? Dein Strom-Setup und dein Bad-Konzept sollten darauf optimal angepasst sein.

  1. Kaufe gutes Werkzeug gebraucht

Die ersten Akku-Werkzeuge haben wir neu in einem großen Discounter gekauft. Die waren auch gar nicht schlecht.

Dann hatten wir mal ein Markenwerkzeug in der Hand und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen: Es geht so viel einfacher und das Ergebnis wird besser, wenn man vernünftiges Werkzeug hat.

Das wussten wir vorher auch schon, aber das Discounter Werkzeug war so schön billig. Irgendwie schön dumm.

  1. Kaufe dein Holz im Fachmarkt

Unser Baumarkt mit dem Biber ist nicht weit entfernt von uns und hat fast alles, was wir für den Ausbau benötigen. Auch Holz. Günstiger und mit besserer Qualität haben wir es allerdings in unserem Holz-Fachhandel bekommen. Aber auch hier ist es gut, immer mal wieder die Preise zu vergleichen.

  1. Amazon ist nicht immer günstig

Man kann über Amazon denken, was man will – es ist praktisch und oft sehr günstig. Oft, nicht immer. Bei manchen Artikeln haben wir festgestellt, dass diese beim Camping-Ausstatter wesentlich günstiger sind.

  1. Kaufe gebrauchte Sachen

Generell gilt, wenn du sparen willst oder musst, kaufe gebraucht. Auch ein Gang am Sperrmüll vorbei lohnt sich oftmals. Dort haben wir schon Holzlatten, Körbe oder Deko gefunden und mitgenommen. Eine gute Quelle ist immer Ebay-Kleinanzeigen. Wir hatten da kostenlos eine Tischplatte bekommen, die wir seitdem als Werkbank auf zwei Maler-Böcken nutzen. Nimm dir für Gebraucht-Käufe Zeit, oft sucht man eine Weile, bis der passende Artikel auftaucht.

  1. Verkaufe Werkzeug nach dem Van-Ausbau wieder

Wenn du mit deinem Ausbau fertig bist, brauchst du vielleicht manches Werkzeug nie mehr. Dann verkaufe es doch. Du erhältst Geld und jemand anderes kauft günstig statt neu. Eine Win-win Situation.

Van-Ausbau: Never ending Story

Wir haben festgestellt, dass wir mit dem Van-Ausbau immer noch nicht fertig sind. Und dass ein selbst ausgebauter Van immer gewissermaßen eine Baustelle bleiben wird.

Für Optimierungen haben wir noch zahlreiche Ideen. Da wären eine Auflastung auf 3500kg (derzeit haben wir ein zulässiges Gesamtgewicht von 3300kg), stärkere Federn, ein Luftfahrwerk oder eine Zweifarblackierung am Basisfahrzeug. Das sind Ideen, die wir derzeit nicht dringend umsetzen müssen, die uns aber im Kopf herumspuken.

Eher werden wir auf die pragmatischen Wünsche eingehen, Dinge, die den Ausbau betreffen: ein weiteres ausfahrbares Regal in der Heckgarage, die Dämmung der Fahrertüren oder die farbige Gestaltung der Fahrerkabine. Die Liste ist lang.

Balu wird sich demnächst erstmal einem Langzeittest unterziehen. Nach einem Jahr werden wir dann sehen, wie sich unser Umbau bewährt hat.

Profilbild von Marcus

Hi, ich bin Marcus,

Zusammen mit meiner Frau Gina habe ich einen nackten Kastenwagen zum Van ausgebaut.

Ich bin zwar Ingenieur, aber viel handwerkliche Erfahrung hatte ich vorher nicht. Mit viel Recherche, Grübeln und Ausprobieren ist uns ein großartiger Ausbau gelungen.

Mit unseren Berichten und Videos wollen wir dir helfen, deinen Traum vom selbstausgebauten Van wahr werden zu lassen. Denn: Was wir können, kannst du auch!

Mehr über mich erfährst du auf unserer Über-uns-Seite