Eine ausziehbare Toilette im Camper ist eine großartige Möglichkeit, Platz zu sparen, ohne auf Komfort zu verzichten.

Wir wollten auf jeden Fall die Toilette in einem separaten Bereich haben. Lösungen, die das Klo unter der Sitzbank am Tisch oder aus einem Schrank unter der Küche hervorholen, sagen uns nicht zu. Ein Minimum an Privatsphäre ist auch im kleinsten Campervan schön.

Wenn schon separater Raum, dann können wir auch eine Dusche einbauen. Dusche und Toilette nehmen allerdings schon einiges an Platz ein. So entstand die Idee, das Örtchen bei Nichtgebrauch in der Wand verschwinden zu lassen.

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Planung des Duschbads im Kastenwagen

Der Grundriss unseres Vans ist der klassische, den viele fertige Wohnmobile auch haben. Hinten das Bett, vorne die Sitzecke und dazwischen planen wir ein kleines Duschbad.

Damit im Mittelgang noch genügend Platz bleibt, soll das Bad nicht tiefer als 70 Zentimeter werden. In der Länge planen wir etwa 80 Zentimeter.

Duschwanne liegt im Kastenwagen.

Grobe Vorplanung des Bads im Camper

Die Toilette kann entweder in der hinteren Wand verschwinden, dann wäre sie unter dem Bett. Planen wir sie in der vorderen Wand des Bads, müsste sie unter die Sitzbank geschoben werden. Die Entscheidung ist schnell gefällt, denn unter die Sitzbank kommt der Boiler für die Warmwasserversorgung der Dusche. Also kommt die Toilette unters Bett.

Wie wir die Trockentrenntoilette selber zusammengebaut haben, kannst du in diesem Artikel nachlesen:

Trockentrenntoilette fürs Wohnmobil selber bauen

Gina hämmert den Korpus der Trockentrenntoilette zusammen.

Die Trockentrenntoilette haben wir selber zusammengebaut

Kasten als Erweiterung der Dusche

Um den Kasten der Trockentrenntoilette bauen wir einen weiteren Kasten, damit der Raum gegen Feuchtigkeit abgedichtet ist. Schließlich befindet sich im hinteren Teil unsere Elektroversorgung.

Den Kasten bauen wir aus Siebdruckplatten, da diese feuchtigkeitsresistent sind. Die offenen Schnittkanten versiegeln wir mit Bootslack. Nach altbewährter Weise verbinden wir die Wände, Boden und Decke des Kastens mit Holzleim und Dübeln. Da das Teil kompakt ist, ist das eine Arbeit, die wir bei winterlichem Wetter im heimischen Wohnzimmer erledigen können.

Holzkasten steht im Wohnzimmer vor der Duschtasse.

So sieht der Holzkasten aus

Als wir den verfügbaren Raum ausmessen, zeigt sich schon die erste Hürde: Nicht weit hinter der Dusche befindet sich der Radkasten, der die Breite deutlich begrenzt. Unser Kasten muss ziemlich schmal werden, um da rein zu passen.

Die eigentliche Toilette passt so gerade rein. Aber wie sieht das mit den Auszügen aus?

Benötigtes Material

Schwerlastauszüge für die Toilette

Die Toilette soll auf Schwerlastauszügen laufen. Das sind Teleskopauszüge, die auf eine Belastung bis 130 Kilogramm ausgelegt sind. Sollte für uns reichen…

Wir wählen Auszüge, die sowohl in eingezogener als auch in ausgezogener Position verriegeln. So ist die Toilette dagegen gesichert, während der Fahrt unkontrolliert hin- und her zu rutschen.

Allerdings ist der Kasten zu schmal, um die Teleskopschienen wie vorgesehen seitlich an der Toilette befestigen zu können. Wieder mal sitzen wir da, grübeln, planen, verwerfen, planen neu…

Schließlich finden wir eine Lösung: Die Schwerlastschienen werden mit Metallwinkeln auf dem Boden des Kastens verschraubt. Seitlich an die Auszüge schrauben wir Kanthölzer, auf die wir wiederum von oben den Kasten unserer Toilette setzen. Klingt kompliziert, aber Hauptsache es funktioniert.

Toilette im Holzkasten auf Teleskopschienen.

Die Auszüge haben wir unter die Toilette gebaut – passt!

Auch diese Vorrichtung basteln wir zu Hause zusammen und testen, ob es auch klappt. Tatsächlich! Hocherfreut schleppen wir unser Material zu Balu, um es dort final zu montieren.

Du willst unseren Ausbau in bewegten Bildern erleben?

Hier geht`s zu unserem Video zum Einbau der ausziehbaren Toilette im Van:

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Einbau der ausziehbaren Toilette

Der Auszug der Toilette muss hoch genug sein, um über die Duschtasse zu passen. Daher bauen wir den Siebdruckkasten auf zwei Kanthölzer, die die nötige Höhe bieten. Auf der Unterseite der Hölzer schlagen wir Einschlagmuttern ein. So können wir den Kasten mit stabilen metrischen Schrauben befestigen.

Die Kanthölzer werden mit großen Holzschrauben im Boden verschraubt. Wir haben uns vorher markiert, wo die Latten der Unterkonstruktion unseres Bodens verlaufen. An diesen Stellen verschrauben wir die Kanthölzer fest und sicher.

Unsere Auszugskonstruktion wird ebenfalls mit metrischen Schrauben und mit selbstsichernden Muttern am Boden des Kastens verschraubt. In den Hölzern an den Teleskopschienen sind wiederum Einschlagmuttern angebracht, mit denen wir die Toilette auf dem Auszug befestigen. Das sollte alles stabil sein und sicher halten.

Toilette ist im Camper eingebaut.

So sieht das Werk nun aus

Zu unserem großen Erstaunen gelingt es uns auf Anhieb, die Öffnung für den Toilettenkasten in der Duschwand passgenau auszusägen. Am Toilettenkasten befestigen wir einen Griff, um ihn bequem ausziehen zu können.

Fails und Probleme der ausziehbaren Toilette

Natürlich lief nicht alles glatt und problemlos ab – kennen wir ja schon.

Bei der ersten Wochenendtour stellten wir fest, dass

  • die Toilette etwas zu hoch für bequeme Nutzung ist
  • etwas zu eng an die vordere Wand ausfährt
  • der Umbau-Kasten an den Kanten auseinander geht

Da die Duschwanne ja tiefer ist als der Rand, über den der Auszug fährt, sitzen wir – die wir ja relativ groß sind – zu hoch. Abhilfe werden wir schaffen, indem wir einen Holzrost in die Duschwanne einlegen, der etwas Höhe ausgleichen wird.

Ausgezogene Toilette schwebt über der Duschwanne.

Ganz schön hoch – das Wort Thron trifft es ganz gut

Das zweite Problem ergibt sich dadurch, dass die Teleskopschiene länger ist als der Toilettenkasten. Wir könnten die Toilette etwas weiter nach hinten auf die Schienen setzen, aber dann würden sie vorne rausragen. Und wir vermutlich dauernd drüber stolpern. Wir versuchten, den Schwerlastauszug nicht ganz nach vorne auszuziehen, wenn die Toilette benutzten. Dann rutschen wir aber bei jeder Bewegung mit der Schiene hin und her. Ist auch nix.

Schließlich kam Marcus auf die Lösung: Wir montierten einen Haken, mit dem wir die Toilette in der nicht ganz ausgefahrenen Position sichern können. Jetzt ist genug Platz für die Füße.

Sturmhaken ist an der Toilette eingehakt.

Der rettende Haken

Das dritte Problem fällt in die Rubrik Anwenderfehler. In unserem Eifer hatten wir sämtliche Kanten der Siebdruckplatten mit Bootslack versiegelt. Dadurch konnte der Holzleim nicht richtig halten und es bildeten sich Spalten zwischen Wänden und Decke. Hier mussten wir nochmal mit Holzschrauben nachbessern.