Aktualisiert am 24/04/2022 von Gina

Du wachst morgens in deinem kuscheligen Bett auf, schaust durchs Fenster auf das nahegelegene Meer oder eine grandiose Berglandschaft. Ein Traum? Nein, ganz und gar nicht. Und das Beste daran: Du hast das Bett selbstgebaut.

Wir zeigen dir hier wie du die für dich geeignete Schlafstätte im Van recht einfach nachbauen kannst.

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Was du vorher überlegen solltest

Anfangs gibt es einige Fragen zu beantworten:

  • Wie lang und wie breit soll dein Bett sein?
  • Wie hoch soll die Liegefläche sein?
  • Hast du unter dem Bett deinen Stauraum oder nutzt du das Bett tagsüber als Couch?
  • Möchtest du lieber ein Querbett oder ein Längsbett?
  • oder zwei Längsbetten oder gar ein Stockwerkbett?

So soll unser Bett aussehen

Hier kannst du nachlesen was sich aus der Beantwortung der Fragen für uns ergeben hat. Du bekommst dadurch eine Vorstellung, wie du das Projekt Bettbau beginnen kannst.

Unsere Erfahrungen aus Australien und Neuseeland

Während unserer Reisen mit Kermit 1 in Australien und Kermit 2 in Neuseeland hatten wir ein superbequemes Bett. Das mussten wir jeden Abend aus der Sitzgruppe bauen. Geht zwar schnell, ist jedoch lästig.

Bett im Campervan in Australien.

Der ganze Kermit wurde nachts zum Bett

Unsere Anforderungen an unser Bett im Camper

Daher möchten wir ein Festbett. Da unser Kastenwagen sechs Meter lang ist, wird ein Längsbett zuviel Platz brauchen – zumal wir auch den Einbau einer Dusche im Van einplanen. Wir entscheiden uns daher für ein Querbett. Wir sind beide groß (über 180cm) und brauchen eine Liegefläche von mindestens 190cm x 140cm.

Der Citroën Jumper ist ebenso wie ein Fiat Ducato oder Peugeot Boxer recht breit. Diese Baureihe erlaubt bei uns ein Querbett hinten im Heck mit einer Liegelänge von knapp 2 Metern.

Die Höhe unseres Bettes ist vorgegeben durch unseren 100 Liter Frischwassertank, der als Radkastentank unters Bett passen muss. Das Bett wird also knapp darüber positioniert und erlaubt so noch einen recht einfachen Einstieg und trotzdem eine ausreichende Kopffreiheit beim Sitzen auf dem Bett.

Du willst unseren Ausbau in bewegten Bildern erleben?

Hier geht`s zu unserem Video zum Fenstereinbau im Kastenwagen:

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Kopf- und Fußende mit blauem Filz gestalten

Bevor wir in die Konstruktion des Bettgestells einsteigen überlegen wir, wie wir die Seitenwände am Kopf- und Fußende verkleiden. Eine Verkleidung mit dicker Dämmung (Armaflex 19mm) und Holzwand würde uns zu viel Liegelänge nehmen.

Daher entscheiden wir uns dafür die Seitenwände mit nur 6mm dickem Armaflex zu dämmen und darauf einen Filz zu kleben. In den gängigen Shops finden wir nur Filz in mehr oder weniger tristen Grau- und Schwarztönen. Wir lieben es, Farbe in unser Heim zu bringen. Daher haben wir lange gesucht und sind endlich auf ein mittleres Blau gestoßen, das uns direkt zusagt.

Mit blauem Filz gestaltete Seitenwand am Kopfende des Betts im Camper.

Alles so schön blau hier…

Der Filz ist in allen Richtungen elastisch, so dass wir ihn gut an die Kurven der Karosserie anpassen können. Nach wir ihn zugeschnitten haben, bringen wir ihn mit einem geeigneten Sprühkleber auf. Das geht erfreulich einfach.

Benötigtes Material

So wird unser Bett stabil

Jetzt geht es an die Auswahl der Materialien, die du beim Bettbau verwenden kannst. Magst du lieber Holz oder Metall oder ein Mix daraus? Wir haben uns für eine reine Holzkonstruktion entschieden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du die Konstruktion ausführen kannst. Steht das Bett auf Stützen am Boden oder hängt es an Aufnahmen an den Seitenwänden des Fahrzeuges?

Wir haben es so gemacht: An den Querholmen des Vans schrauben wir im Abstand von 70 Zentimetern mit M8 Nietmuttern drei Holzplatten aus Multiplex (18mm) in Betthöhe fest. An diesen bringen wir später die Längslatten auf angeschraubten Metallwinkeln an.

Multiplex-Bretter sind am Querholm verschraubt.

Die Basis für die Befestigung unseres Betts

An die Multiplexplatten schrauben wir die Winkel für die Längslatten des Bettes. Insgesamt sind es vier Latten für zwei einzelne Lattenroste. Du kannst auch einen großen Lattenrost für zwei Personen nehmen, dann kannst du dir in der Mitte eine Längslatte sparen. Bedenke, dass ein einzelner breiter Lattenrost beim Einbau recht unhandlich ist und viel Platz braucht.

Nachdem die Latten an den Fahrzeugwänden befestigt sind kommt in Drittel-Abständen jeweils eine Holzstütze unter jede Längslatte. Dies dient der Verteilung des Gewichts auf den Latten. Die Holzstützen haben wir mit Metallwinkeln oben an den Längslatten und unten am Boden befestigt.

Grundgestell des Betts im Camper.

So sieht das Grundgestell unseres Bettes aus

Trick 17 für’s Arbeiten mit der Nietmutternzange

Für die Befestigung der Nietmuttern haben wir uns extra eine Nietmutternzange gekauft. Diese kommt auch bei anderen Befestigungen von Möbeln an der Karosserie – wie OberschränkenKüche oder Dusche – zum Einsatz.

Da unsere nicht hydraulische Nietmutternzange über recht kurze Griffe verfügt, ist je nach Nietmutterngröße und –material ordentlich Muskelkraft gefragt. Die ist bei uns anscheinend nicht immer ausreichend. Also muss der Grips den Bizeps unterstützen.

Nietmutternzange im Einsatz.

Viel Kraft braucht man beim Arbeiten mit der Nietmutternzange

Wir besorgen uns im Baumarkt zwei passende Gewinderohre ¾ Zoll, die wir bei Bedarf auf die Griffe der Nietmutternzange schieben. So vergrößern wir den Hebelarm und damit die Kraft. Bisher hat diese Methode sehr gut funktioniert.

Unser Lattenrost

Marcus präsentiert das Bett mit den Lattenrosten.

Tadaa! So gut wie fertig!

Als Lattenrost haben wir uns zwei einzelne Rollroste gekauft. Da diese mit zwei Metern zu lang sind, haben wir sie um jeweils zwei Querlatten gekürzt. Bei unserem Lattenrost halten zwei Nylonschnüre die Latten zusammen. Die Schnüre laufen durch Löcher der Latten und sind am hinteren Ende durch Knoten gegen verrutschen gesichert. Sind die beiden letzten Latten entfernt, fehlen die Knoten und und die letzte Querlatte hat keinen Halt mehr.

Gina sitzt auf dem Lattenrost des Betts.

Die Belastungsprobe hat der Lattenrost auch bestanden

Um zu verhindern, dass diese über die Schnur herausrutscht haben wir einfach Quetschverbinder aus der Elektrokiste genommen.  Diese haben wir über die Schnurenden geschoben und verpresst. Das hält die Latten sicher in Position. Wir haben dann jede dritte Latte vom Lattenrost auf den Längslatten des Bettes verschraubt. So kann der Lattenrost seitlich nicht verrutschen und stabilisiert das Bett nochmals.

Die Matratze für unser Bett im Camper

Bei der Auswahl der Matratze haben wir auf die Dicke geachtet. Sie soll nur so dick wie nötig sein und so dünn wie möglich.

Gängige Kaltschaummatratzen kannst du gut in der Länge und in der Breite schneiden und damit den genauen Maßen deines Bettes anpassen. Wir haben davon Abstand genommen, denn eine handelsübliche Matratze von 200 cm x 140 cm passt so gerade. Unsere Matratze ist 14 cm dick und erlaubt uns einen super Schlafkomfort. Allerdings solltest du die Dicke deinen Bedürfnissen anpassen.

Gina liegt auf der Matratze im Bett im Camper.

Erstes Probeliegen

Da wir ein Standardmaß bei der Matratze gewählt haben, können wir auch das Spannbetttuch in Standardmaßen nehmen. Das spart Kosten und Mühe beim Suchen.

Später werden wir die Bettseite die zum Wohnbereich zeigt noch verkleiden.

So machen wir unsere Schlafkoje noch gemütlicher

Um unser Schlafzimmer vom Wohnbereich abzugrenzen, haben wir uns schicke Verdunkelungsvorhänge besorgt. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben, und selbst die hellen Vorhänge halten das Licht perfekt ab. Wir haben zwei Hälften der Vorhänge an einem Drahtseil zwischen unsere Oberschränke gespannt. Bei Bedarf können wir die Vorhänge rasch auf- und zuziehen. Damit bekommt unser Schlafzimmer ein kuscheliges Höhlenfeeling. Außerdem stören wir uns nicht gegenseitig, wenn einer noch länger aufbleiben möchte als der andere.

Bett mit türkisen Vorhängen.

Sieht doch schon sehr heimelig aus

Blick von der offenen Hecktür zum Bett.

Leichte Vorhänge zum Mückenschutz am hinteren Ende

An der Hecktüre haben wir einen geteilten Vorhang angebracht, der den Blick auf die noch nackten Hecktüren verdeckt und bei geöffneten Türen als Mückenschutz dient.

Damit wir in unserer Höhle bei Bedarf auch lesen können, haben wir über jedem Kopfende eine Leselampe angebracht.