Uuuh, große Löcher in den Kastenwagen zu sägen – das ist aufregend. Aber da wir es hell und luftig haben wollen, führt kein Weg daran vorbei. Fenster einbauen ist der nächste Schritt auf unserem Weg zu einem gemütlichen Wohnmobil.

Dass wir keine Handwerker sind, hast du sicher schon mitbekommen. So tasten wir uns langsam an die Arbeiten ran und es geht auch mal das ein oder andere schief. Wir zeigen dir in diesem Bericht, wie wir vorgegangen sind.

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Übersicht der Arbeitsschritte

Für den schnellen Überblick listen wir die Arbeitsschritte zum Einbauen der Fenster im Kastenwagen auf:

  • Größe bestimmen, dabei Ausschnitt- UND Rahmenmaße berücksichtigen
  • Holzzwischenrahmen zur Unterfütterung anfertigen
  • gegebenenfalls störende Flatterholme entfernen
  • Schablone des Ausschnitts anfertigen
  • von innen Ausschnittmaße aufs Blech auftragen
  • Schutzfolie gegen Metallspäne anbringen
  • in den vier Ecken vorbohren (erst kleiner Bohrer, dann großer)
  • von außen Ausschnitt markieren, Malerkrepp kleben zum Blechschutz
  • mit der Stichsäge Ausschnitt sägen, lieber ein paar Millimeter größer als kleiner
  • Sägekante mit der Feile nacharbeiten
  • Sägekante mit Rostschutz behandeln
  • Ausschnitt innen und außen mit Bremsenreiniger säubern
  • Holzrahmen mit Montagekleber (z. B. Sikaflex 221i*) sparsam bestreichen
  • Holzrahmen mit Schraubzwingen am Ausschnitt anbringen und Kleber trocknen lassen
  • den Außenrahmen SEHR üppig mit Dichtmittel versehen (z. B. Dekaseal 8936 *), besonders obere Kante!
  • Außenrahmen aufsetzen und gut andrücken
  • Zwischenrahmen von innen verschrauben, gegebenenfalls Löcher vorbohren
  • Innenrahmen aufschrauben

Benötigtes Werkzeug

Benötigtes Material

Welche Fenster wollen wir in unserem Kastenwagen einbauen?

Fenster für den Einbau im Wohnmobil müssen eine TÜV-Zulassung haben. Da dies alle Fenster, die im Zubehörhandel angeboten werden haben, ist dies keine besondere Schwierigkeit. Lediglich wenn man auf exotische Wünsche wie zum Beispiel Bullaugen verfällt, muss man aufpassen. Denn Fenster, die für Yachten gedacht sind, haben möglicherweise keine TÜV-Zulassung. Wir sind eher konventionell unterwegs und möchten ganz „normale“ Fenster einbauen.

Wo wir Fenster im Campervan haben wollen, war uns schnell klar: vorne an der Sitzgruppe und in der Schiebetür. Da im hinteren Bereich unser Bett sein wird, ist dort kein Platz für vernünftig dimensionierte Fenster. Und hell wollen wir es ja da haben, wo wir uns tagsüber aufhalten.

Daher stand auch schnell die Größe fest: so groß wie möglich! Nachdem wir die Blechflächen, die zur Verfügung stehen, ausgemessen haben, haben wir uns für die Größe 90 cm x 50 cm entschieden.

Eine weitere Entscheidung: Schiebefenster oder Ausstellfenster? Wir waren uns schnell einig. Ausstellfenster können auch mal bei Regen offen bleiben. Sie sind leichter zu bedienen und sehen schicker aus. Oft werden sie mit einem passenden Satz Fliegenschutzrollo und Verdunkelungsrollo geliefert. Von Schiebefenstern hatten wir gehört, dass sie gerne mal undicht werden oder sich während der Fahrt aufrappeln.

Dann gibt es noch Fenster, die leicht gebogen sind, um sich der Krümmung der Fahrzeugwand besser anzupassen. Unser Citroen Jumper hat relativ gerade Wände, daher haben wir uns für gerade Fenster entschieden.

Leichte Schnappatmung haben wir bekommen, als wir die Preise gesehen haben, die für Wohnmobil-Fenster verlangt werden. Schließlich wurden wir bei einem kleineren Hersteller fündig, der Fenster zu annehmbaren Preisen verkaufte. Im Netz hatten wir viel Gutes über die Belluna-Fenster gelesen, sodass wir sie dort bestellten.

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Vorbereitung für den Einbau der Fenster

Die vorgesehene Stelle für unser Fenster war mit einem Flatterholm versehen. Das ist kein tragendes Teil der Karosserie und kann daher entfernt werden. Diesen Arbeitsschritt hatten wir schon im Rahmen der Dämmung erledigt: Wir dämmen unseren Kastenwagen

Die Wohnmobil-Fenster sind nicht für den unmittelbaren Einbau im Kastenwagen geeignet. Da sie für „richtige“ Wohnmobile mit einer Sandwich-Wand gedacht sind, müssen wir die fehlende Wandstärke mit einem Holzrahmen ausgleichen.

Der Jumper hat zwei Millimeter Blechstärke, benötigt werden je nach Fenster zwei bis drei Zentimeter. Wir haben Dachlatten in der passenden Stärke besorgt und einen Holzrahmen gebaut. Schön dabei war, dass wir diese Arbeit im relativ warmen Keller und nicht auf der winterlichen Baustelle ausführen konnten.

Schrauben für die Befestigung von Zwischen- und Innenrahmen lagen der Lieferung bei. Je nach Hersteller ist das nicht selbstverständlich. Dann musst du dich um passendes Befestigungsmaterial selber kümmern.

Auf der Einkaufsliste stand noch Dichtmasse, mit der der Außenrahmen beim Einbau des Fensters abgedichtet wird. Für den Holzrahmen benötigten wir Karosseriekleber. Bremsenreiniger, Rostschutzzeug und Kartuschenpresse hatten wir ja schon.

Aus Pappe fertigten wir eine Schablone in der Größe des Ausschnitts, um damit die Maße auf die Blechwand des Jumpers zu übertragen.

Ausschnitte für die Fenster

Nun wurde es spannend: Der Ausschnitt fürs erste Seitenfenster! Wir haben sehr, sehr oft nachgemessen, ob wir uns nicht irgendwo vertan hatten.

Marcus mit Zollstock und Stift beim Markieren des Ausschnitts für das Kastenwagen-Fenster.

Lieber einmal mehr nachmessen

Schließlich hatten wir die vier Eckpunkte markiert. Hier bohrten wir zunächst mit einem dünnen, dann einem dickeren Metallbohrer Löcher, in denen wir die Stichsäge ansetzen würden.

Wichtig ist, bei allen Metallarbeiten die entstehenden Metallspäne gut aufzufangen. Wenn sie irgendwo im Kastenwagen liegen bleiben, fangen sie über kurz oder lang an zu rosten. Wir haben die Öffnungen in der Karosserie unterhalb des Fensterausschnitts daher mit selbstklebender Glasschutzfolie geschützt. So konnten keine Späne in unzugängliche Ecken gelangen.

Noch wichtiger: mit Schutzbrille und Gehörschutz arbeiten!

Nachdem die Löcher gebohrt waren, haben wir auf der Außenseite des Campers die Stichsäge angesetzt. Vorher klebten wir breite Streifen Malerkrepp auf, um den Lack zu schützen. Das Sägen mit der Stichsäge ging relativ leicht. Das Unangenehmste war der Höllenlärm, den wir dabei verursachten.

Marcus sägt mit der Stichsäge an der Seitenwand.

Einmal rundum mit der Stichsäge

Und dann – war das erste Blech rausgeschnitten! Licht strömte in den Campervan, es war ein deutlicher Unterschied. Nach der ersten Euphorie folgte die Ernüchterung: Als wir den Rahmen einpassten, stellten wir fest, dass der Ausschnitt zu eng war. Vor lauter Angst, ein zu großes Loch ins Auto zu sägen, waren wir zu vorsichtig gewesen.

Wir versuchten zunächst mit der Metallfeile, die Engstellen zu erweitern. Das funktionierte nicht wir gewünscht, also mussten wir noch mal zur Stichsäge greifen. Schließlich machte der Akku am Ende des Tages schlapp und wir mussten weitere Arbeiten auf den nächsten Tag verschieben.

Das Loch deckten wir mit Folie ab, dann ging’s nach Hause.

Wir dichten die Fensterrahmen ein

Mit frischen Kräften ging es am folgenden Tag ans Werk. Endlich war der zu enge Ausschnitt so weit abgeknabbert, dass der Rahmen des Fensters hineinpasste.

Unser Learning: Lieber ein paar Millimeter größer aussägen als ein paar Millimeter kleiner. Der größere Ausschnitt wird locker vom Rahmen verdeckt, aber das Nacharbeiten am zu kleinen Ausschnitt ist sehr mühsam.

Die Sägekanten behandelten wir mit Rostschutzlack. Den Holzrahmen haben wir mit einer (zu) dicken Schicht Kleber versehen und mit Zwingen im Ausschnitt befestigt. Das war nicht so einfach, wie es sich anhört, denn die Klebemasse ließ den Rahmen immer wieder aus der Position glitschen. So war es etwas nervenaufreibend, bis alle Zwingen saßen und den Rahmen an Ort und Stelle hielten.

Ausschnitt für das Seitenfenster mit Holzrahmen und Zwingen.

Endlich alles an Ort und Stelle

Während Rostschutzlack und Kleber trockneten, sägten wir schon mal den Ausschnitt für das gegenüberliegende Fenster. Diesmal achteten wir darauf, dass der Ausschnitt nicht zu klein wurde. Kanten abfeilen, Rostschutz auftupfen, Holzrahmen mit wenig(!) Kleber versehen und festklemmen.

Inzwischen war das rechte Fenster so weit, dass wir den Außenrahmen anbringen konnten. Der wichtigste Schritt: genug Dichtmasse auf den Rahmen aufbringen, damit das Fenster Regen und Wind trotzen kann. Einmal rund um den Rahmen trugen wir das Dichtmittel auf. Es kam uns ordentlich dick vor, das müsste reichen! Diese Dichtmittel sind dauerelastische Massen mit einer Kaugummi-artigen Konsistenz. Ich neige dazu, mich mit allem, was klebrig ist einzusauen und so hatte ich auch jetzt das Zeug an den Handschuhen. Es zog lange Fäden und war kaum wieder loszukriegen. So ein bisschen wie die Käsefondue-Szene bei Asterix…

Dicker Wulst Dichtmittel um den Fensterrahmen.

Bloß nicht am Dichtmittel sparen

Den Außenrahmen setzten wir zusammen ein. Während ich festhielt, steckte Marcus von innen den Zwischenrahmen dagegen. Die beiden Rahmen werden miteinander verschraubt und halten so das Fenster an Ort und Stelle. Es war eine ziemlich fummelige Arbeit. Mit den Schrauben mussten wir die schmale Nut im Außenrahmen treffen, in der sie befestigt werden sollten.

Als wir zum Metallbohrer griffen und die Schraublöcher vorbohrten, ging es besser.

Sind die Fenster dicht?

Die spannende Frage, ob unsere selbst eingebauten Fenster im Kastenwagen dicht sind, klärte der nächste Regen. Leider zu unserer Ernüchterung. Das rechte Fenster in der Schiebetür war eindeutig nicht dicht.

Da half nichts anderes, als alles noch mal abzubauen. In einem solchen Fall ist es gut, wenn man Dichtmasse und keinen Karosseriekleber zur Einpassung der Fenster genommen hat. In letzterem Fall lässt sich der Rahmen nämlich nur sehr schwer wieder vom Blech entfernen.

Wir hatten diesen Fehler zum Glück nicht gemacht – man muss ja nicht jeden Fehler mitnehmen…

Also haben wir die Schrauben wieder gelöst und mit vereinten Kräften – einer drückte, eine zog – den Außenrahmen herausgedrückt. Die folgenden zwei Stunden verbrachten wir mehr oder weniger kontemplativ damit, die Dichtmasse von Rahmen und Blech zu entfernen. Wie oben erwähnt, eine zähe, klebrige Angelegenheit.

Die Flächen säuberten wir erneut mit Bremsenreiniger und trugen dann so richtig üppig die Dichtmasse auf. Diesmal verwendeten wir das Dichtmittel von Dekalin, das Dekaseal 8936. Wir fanden, dass es sich besser verarbeiten ließ. Es zog nicht ganz so schlimm Fäden wie das Sika Lastomer, das wir vorher verwendet hatten.

Im Einsetzen des Fensters waren wir mittlerweile geübt. Trotz der dick aufgetragenen Dichtmasse war es am oberen Rand wieder nicht so, dass die Masse über den Rahmen hinausquoll. Wir vermuten, es liegt daran, dass die Blechwand nach oben leicht gebogen ist und dadurch der Abstand zwischen Fensterrahmen und Blech größer ist. Auch wenn das handwerklich nicht korrekt ist, haben wir von außen noch einmal Dichtmasse drauf gegeben.

Kastenwagen mit Seitenfenster.

Sieht doch schick aus!

Die nächsten Regenschauer ließen nicht lange auf sich warten. Zu unserer großen Erleichterung war das Fenster nun dicht. Heureka!

Einsetzen der Innenrahmen

Es verging einige Zeit, bis wir unser Werk vollendeten. Zum einen wollten wir ein paar Regengüsse abwarten, um wirklich sicher zu sein, dass alles dicht war. Zum anderen waren wir mit weiteren Arbeiten im Campervan beschäftigt, sodass wir es vergaßen, dass wir die Innenrahmen noch einsetzen mussten.

Aber schließlich machten wir uns an die Arbeit. Sollte ja schnell erledigt sein. Dachten wir. Dem war natürlich nicht so, denn wie immer traten unerwartete Schwierigkeiten auf.

Die Innenrahmen hatten vorgebohrte Schraublöcher. Leider gab es keine entsprechenden Löcher auf dem Zwischenrahmen. So mussten wir die Löcher markieren, mit einem Metallbohrer vorbohren und konnten dann den Rahmen anschrauben.

Allerdings funktionierte das nur bei den seitlichen Schraublöchern. Die Öffnungen im oberen und unteren Teil des Rahmens landeten nämlich nicht auf dem Metall-Zwischenrahmen. Sondern knapp darüber und darunter. In unserem Fall hieß das: in der Luft. Unser Holzrahmen ragte nicht über den Zwischenrahmen hinaus, wir hatten ihn passgenau angefertigt.

Das Fenster im Kastenwagen von innen.

Die Befestigung des Innenrahmens verlangte Kreativität

Nun hieß es wieder improvisieren. Wir sägten kleine Klötzchen aus Multiplex-Holz zu und verleimten sie am Holzrahmen. Dort, wo die Schrauben greifen sollten. Das dauerte einen Tag, bis alles angepasst, gesägt, verleimt und getrocknet war.

Dann konnten wir den Rahmen endlich befestigen. Nun sieht es schick aus, Fliegenschutz- und Verdunkelungsrollo sind im Einsatz. Unser Kastenwagen-Umbau ist einen Schritt weiter auf dem Weg zum Wohnmobil.

Innenrahmen mit Fliegenschutz- und Verdunkelungsrollo.

Endlich fertig!