Die Frage, wie wir unsere Decke und Wände im Van verkleiden wollen, haben wir recht lange vor uns hergeschoben. Es gibt ja Leute, die planen so etwas von Anfang an, aber ihr wisst ja, dass wir nicht dazu gehören…

Erstmal haben wir die Oberschränke gebaut. So sparen wir es uns, an diesen Stellen die Decke und Wände zu verkleiden, wo die Schränke hängen.

Langsam kommen wir nun an einem Punkt an, wo wir uns nicht länger vor der Entscheidung drücken können.

Benötigtes Material

  • Pappelsperrholz: 4mm für Decke, 6 mm für Wand (Zuschnitt im Holzfachhandel)
  • flache Holzleisten 40mm breit (Holzfachhandel)
  • Nietmuttern passend zu Lochdurchmessern im Holm
  • metrische Schrauben
  • Holzschrauben
  • Acryl-Buntlack (Baumarkt)
  • Biopin Coloröl blau (Baumarkt)
  • Kunststoff-Winkelleisten für Dachlukenausschnitt (Baumarkt)
  • Holzleim*

Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Decken-Verkleidung?

Der Grund, warum wir uns so lange davor drücken, ist mal wieder, dass wir nicht recht wissen, wie wir es angehen sollen.

Fragen wie:

  • welches Material für die Deckenverkleidung?
  • wie befestigen wir die Verkleidung?
  • wie gestalten wir die Übergänge?
  • wie bekommen wir die Ausschnitte für die Dachluken hin?

schwirrten uns im Kopf herum.

Material für die Deckenverkleidung

Klar ist, dass wir keinesfalls die bei vielen Vanausbauern beliebte „Sauna-Optik“ aus Nut- und Federlatten haben wollen. Nicht nur, dass es uns optisch nicht gefällt. Die Vollholz-Bretter sind relativ schwer und wir wollen ja möglichst wenig Gewicht in den Van bringen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Bretter bei einem Unfall zersplittern und ein erhebliches Verletzungsrisiko darstellen. Manche TÜVs sollen Campern mit solchem Material sogar die Zulassung verweigern.

Am liebsten wäre uns eine glatte Decke. Aber wie sollen wir das über die Länge von 3,70 Meter hinbekommen? Wir müssen wohl oder übel mehrere Platten aneinanderreihen.

Weiße Deckenverkleidung.

Eine schlichte weiße Decke wünschen wir uns

Schließlich entscheiden wir uns für leichte Sperrholzplatten in 4 Millimeter Stärke. Ursprünglich wollten wir die Platten mit weißem Dekorwachs behandeln, wie wir das bei unseren Oberschränken auch gemacht haben. So bliebe die Holzstruktur erkennbar. Leider waren die drei Deckenplatten aber in unterschiedlicher Richtung der Maserung zugeschnitten. Da das ein zu unruhiges Bild ergeben hätte, entscheiden wir uns für einen deckenden Anstrich mit weißem Lack.

Befestigung der Deckenverkleidung

Verschiedene Methoden zur Befestigung der Verkleidung werden in Ausbauvideos gezeigt.

Einige schrauben sie mit Blechschrauben direkt auf die Holme. Andere kleben Holzstücke oder -leisten, um die Verkleidung daran zu schrauben. Oder bauen eine komplette Unterkonstruktion, an der die Decke befestigt wird.

Uns ist wichtig, dass wir nicht viel an Höhe einbüßen, da wir beide groß sind. So kommt eine Unterkontruktion aus Latten, die unter den Holmen angebracht werden nicht in Frage.

Holzklötze an die Decke des Vans zu kleben geht auch nicht. Das hätten wir uns früher überlegen müssen (Stichwort: Planung!), bevor wir die Decke gedämmt haben. Nun ist Armaflex vollflächig verklebt. Es wäre sehr mühsam, das wieder an einigen Stellen runterzupiddeln.

Wir entscheiden uns nach reiflicher Überlegung – das heißt tagelangem Grübeln – dafür, die Sperrholzplatten an den Querholmen des Dachs zu verschrauben. Dazu nutzen wir die vorhandenen Löcher, um dort Nietmuttern einzusetzen.

Übergänge gestalten

Am liebsten wäre uns eine durchgehende weiße Decke gewesen. Leider illusorisch, denn die Verkleidung muss an den Querholmen befestigt werden, damit sie nicht durchhängt. Wir können sie nicht in einem Stück gestalten, sondern lassen uns drei Platten zuschneiden.

Blaue Leiste wird an der Decke angeschraubt.

Blaue Leisten zur Befestigung der Deckenverkleidung

Es ist uns klar, dass dort, wo die Platten aneinanderstoßen kein glatter Übergang entstehen wird. Unsere Lösung: wir überdecken diese Stellen mit Querleisten, die wir blau lasieren. Durch die Querleisten befestigen wir die Schrauben in den Nietmuttern. Die Deckenplatten selber stoßen nicht direkt zusammen, um zu verhindern, dass sie bei Bewegung knarzen. Wir lassen einen Spalt von einigen Millimetern, den die blaue Leiste elegant überdeckt.

Ausschnitte für die Dachluken

Um die Ausschnitte für die Dachluken hinzubekommen, fertigen wir große Schablonen aus Pappe an. Es ist trotzdem nicht ganz einfach, die Schablonen so an die Decke zu halten, dass es passt.

Daher sind wir beim Aussägen der Ausschnitte eher vorsichtig und bessern noch einige Male nach.

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Anbringen der Deckenverkleidung

Deckenverkleidung im Schlafbereich

Wir beginnen mit der Decke über unserem Bett, denn das erscheint uns am einfachsten. Hier brauchen wir keine Ausschnitte für Dachluken. Trotzdem tragen wir die Platte viele Male rein und wieder raus, um die Feinheiten anzupassen.

Der Oberschrank über der Küche ragt etwas in den Bereich rein, dort müssen wir eine Ecke von der Deckenplatte wegnehmen.

Am Heck ist kein Querholm, an dem wir das hintere Ende der Verkleidung befestigen könnten. Hier müssen wir doch an drei Stellen das Armaflex abkratzen und Hölzchen kleben, an denen wir die Platte festschrauben.

Außer an diesen Klötzchen soll die Decke am Querholm am vorderen Ende und am Querholm in der Mitte der Platte befestigt werden. Vorne ist kein Problem, da ist die Platte ja zu Ende. Die Bohrlöcher für den mittleren Holm sind schon schwieriger zu treffen.

Wir probieren es mit dem Lippenstift-Trick: In die Nietmuttern werden Schrauben gesteckt, deren Köpfe wir mit Lippenstift einschmieren. Dann drücken wir die Deckenplatte von unten dagegen. Wo sich der Lippenstift abgezeichnet hat, bohren wir nun die Löcher. Es ist nicht hundertprozentig exakt, da es schwierig ist, die Platte in die genaue Position zu bringen. Dafür machen wir die Löcher etwas größer, dann treffen wir die Gewinde der Nietmuttern auch. Kommt ja nachher eh die Leiste drüber….

Deckenleuchte wird an der Platte montiert.

Vorbereitung für die Beleuchtung

Für die Kabel der Deckenleuchten bohren wir kleine Löcher in die Verkleidung.

Als wir schließlich die Deckenplatte verschraubt haben und alles sitzt, stellen wir fest, dass wir vergessen haben, die Kabel für die Lampen durchzuführen. Also alles wieder runter und noch mal neu.

Aber schließlich sitzt die Verkleidung da, wo sie hinsoll und wir sind zufrieden mit unserem Werk.

Deckenverkleidung im hinteren Teil des Vans.

Fertig!

Deckenverkleidung Küche und Badbereich

Die mittlere Deckenverkleidung wird begrenzt durch die beiden Querholme, an denen wir den Küchenoberschrank angebracht haben. So ist die Platte schmal und handlich.

Einzige Hürde ist, dass wir eine Öffnung für die Dachluke im Badbereich passgenau ausschneiden müssen. Das Bad haben wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig.

Das machen wir mit Hilfe einer Pappschablone, auf der wir die Maße der Dachluke markieren und ausschneiden. Als wir die Schablone zur Kontrolle unter die Decke halten, stellen wir fest, dass wir die Rundungen an den Ecken der Luke nicht berücksichtigt haben. Zum Glück haben wir es noch nicht aus dem Holz ausgesägt.

Marcus steht am Werktisch.

Knifflig: Anpassen des Ausschnitts für die Dachluke

Schließlich hängt die Deckenverkleidung zwischen den beiden Befestigungsleisten.

Spoiler: Das mühsame Anpassen der Öffnung für die Dachluke hätten wir uns sparen können. Als wir später das Bad fertigstellen, verwenden wir eine wasserfeste PVC-Platte als Decke. Die Holzplatte fliegt an dieser Stelle wieder raus.

Deckenverkleidung im Wohnbereich

Das größte Stück Decke befindet sich im vorderen Wohnbereich.

Auch hier müssen wir die Verkleidung an den Oberschrank der Küche anpassen, der etwas herausragt. Kopfzerbrechen bereitet uns zunächst, wie wir die vordere Kante der Verkleidung befestigen können. Die Deckenplatte endet an dem Fach über der Fahrerkabine. Dort ist zwar ein Querholm unterm Dach. Allerdings ist es durch die niedrige Höhe des Fachs nicht möglich, dort die Nietmutterzange anzusetzen.

Deckenverkleidung mit Holzstützen.

Provisorische Stützen erleichtern uns das Arbeiten an der Decke

Wir versuchen zunächst, Hohlraumdübel aus Metall in die vorhandenen Löcher des Holms einzuschrauben. Den Tipp haben wir bei den Outdoornomaden gefunden. Leider hat es bei uns nicht funktioniert, denn wir haben keine Metall-Spreizdübel in der passenden Länge gefunden.

In dem Querholm gibt es einige größere Löcher. In diese haben wir schließlich Holzklötze eingeklebt. Darin konnten wir die letzte Befestigungsleiste für die Deckenverkleidung verschrauben. Dafür haben wir uns extra einen Mini-Schrauber* gegönnt, denn mit unserem Akkuschrauber konnten wir wegen der fehlenden Höhe dort nicht arbeiten.

Das Anpassen der Öffnung für die Dachluke hat uns wieder viel Nerven gekostet. Aber nachdem wir die Kanten in der Deckenplatte um die Luke mit weißen Kunststoffwinkeln verkleidet hatten, fielen unsere kleine Säge-Ungenauigkeiten nicht mehr auf.

Dachfenster mit Umrahmung.

So sieht es schick aus

Auch in der vorderen Deckenverkleidung haben wir Löcher für die Kabel der Deckenleuchten gebohrt. Diesmal haben wir auch daran gedacht, Lampen und Kabel an Ort und Stelle zu bringen, bevor wir die Platte endgültig verschraubt haben.

Seitenwandverkleidung

Vorbereitungen

Als Nächstes steht die Verkleidung der Seitenwand an unserem Sitzbereich an. Ebenso wie bei Decke gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man sie gestalten kann:

  • Nut- und Federholzbretter
  • Textile Verkleidung wie Filz oder Kunstleder
  • glatte Flächen z. B. mit Sperrholzplatten

Die Argumente gegen die Nut- und Federvariante sind die gleichen wie oben beschrieben. Kunstleder gefällt uns nicht, über Filz dachten wir nach. Das Filz konnten wir hier vorne nicht direkt auf die Wand kleben – anders als hinten im Schlafbereich. Dazu war die Fläche rund um das Seitenfenster zu uneben.

Das hieß, wir mussten auf jeden Fall erstmal eine ebene Fläche schaffen – egal, ob wir die streichen oder mit Filz bekleben wollten. Also besorgten wir uns eine Pappelsperrholzplatte. Weil wir an der Wand mehr Stabilität als an der Decke benötigen, wählten wir 6 Millimeter Stärke für die Verkleidung.

Die Sperrholzplatte lassen wir uns im Holzfachhandel auf die benötigten Maße zuschneiden. Wir müssen nur noch am unteren Ende zwei kleine Ausschnitte machen, durch die die Leitungen für den Boiler und die Standheizung durchgeführt werden.

Seitenwandverkleidung einbauen

Die Arbeiten an der Seitenwandverkleidung sind schon deshalb einfacher, weil wir nicht wie an der Decke überkopf arbeiten müssen.

Blick von außen aufs Seitenfenster mit der Sperrholzplatte dahinter.

Von außen lässt sich der Ausschnitt einfach anzeichnen

Zum Anzeichnen des Fensterausschnitts öffnen wir das Seitenfenster und stellen die Verkleidung davor an Ort und Stelle. Nun können wir einfach von außen den Umriss der Fensteröffnung auf die Platte zeichnen.

Mit der entsprechenden Zugabe für die Stärke des Innenrahmens sägen wir den Ausschnitt aus. Nachdem wir mit den Sägearbeiten fertig sind, lackieren wir die Platte weiß. Wir haben uns doch gegen Filz an dieser Stelle entschieden, da eine glatte Wand leichter zu reinigen ist. Falls mal was auf dem Tisch umfällt…

Marcus guckt von außen durchs Fenster.

Loch ist drin!

An der Wand haben wir eine Unterkonstruktion aus Latten vorbereitet. Sie sind mit Nietmuttern am Fahrzeug befestigt.

Fensterrahmen bauen

Das Seitenfenster passt sich ja der Schräge der Fahrzeugwand an. Unsere Seitenwand innen soll aber halbwegs senkrecht stehen.

Dadurch entsteht ein „Loch“ rund um das Fenster. Das sieht natürlich nicht schön aus, also wollen wir noch einen Rahmen bauen.

Wir passen Sperrholz an die Schräge rechts und links des Fensters an. Hierfür genügt eine Stärke von 4 mm für das Pappelsperrholz. Oben brauchen wir nur einen schmalen Streifen, um den Spalt abzudecken. Unten ist der Abstand zwischen Fenster und Verkleidung größer, so dass wir hier gleich eine kleine Fensterbank bauen können.

Seitenteile des FEnsterrahmens werden an die Wandverkleidung geleimt.

Konstruktion des Fensterrahmens

Die Teile des Fensterrahmens lackieren wir in Türkis, um ein bisschen Pep ins Design zu bekommen. Die Seitenteile leimen wir mit Hilfe von kleinen Stützklötzchen fest, bevor wir die Verkleidung an der Wand verschrauben. Auch die obere schmale Abdeckung verleimen wir mit der Seitenwand.

Nachdem wir die Seitenwand an der Unterkonstruktion verschraubt haben, schieben wir das Brett für die Fensterbank ein. Es liegt direkt auf dem Balken der Unterkonstruktion auf und wird damit verleimt.

Fensterbank wird mit Zwingen befestigt und verleimt.

Gleich ist der Rahmen fertig

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