Wer hätte im Frühjahr gedacht, dass wir dieses Jahr noch ins Corona-gebeutelte Italien reisen würden? Jetzt, im September, sieht die Situation ganz anders aus und spontan entschließen wir uns zu einem Roadtrip in die Toskana.

An unserem Weg liegen die bekannten Perlen der Toskana wie Florenz, Siena und Lucca, aber auch unbekanntere Orte. Unsere Tipps für eine gelungene Toskana-Rundreise stellen wir dir hier vor.

Karte der Toskana mit Route der Rundreise.

Unsere Reiseroute durch die Toskana

Dieser Artikel enthält Werbung in Form von Affiliate-Links. Diese sind mit einem * gekennzeichnet. Wenn du über diese Links etwas bestellst, erhalten wir eine kleine Provision, mit der du uns hilfst, die Kosten für unseren Blog zu tragen. Für dich ändert sich am Preis natürlich nichts.

Florenz

Wer an die Toskana denkt, dem kommt sofort Florenz in den Sinn. Gleichzeitig allerdings auch Stichworte wie „Touristenmassen“ und „Overtourism“. Daher waren wir bisher etwas zwiegespalten, ob wir uns Florenz wirklich ansehen wollten.

In dieser Beziehung hat die Corona-Pandemie auch etwas Gutes: Die großen Reisegruppen aus Übersee und die Massen, die von Kreuzfahrtschiffen quellen, bleiben aus. Auf nach Florenz hieß daher die Devise!

Von unserem Wohnort im Rheinland bis nach Florenz sind es knapp 1200 Kilometer. Die Strecke haben wir uns mit einer Zwischenübernachtung bei Freiburg aufgeteilt. So kommen wir nach zwei Tagen Anreise in Florenz relativ entspannt an.

Die historische Innenstadt ist für Touristen nicht mit dem Auto zugänglich. Deshalb ist sie noch lange nicht autofrei, es gibt erstaunlich viele Fahrzeuge mit einer Genehmigung für die Innenstadtzone. Wir haben uns eine Wohnung, die Casa Deva* am Rand der Innenstadt gesucht und darauf geachtet, dass ein Parkplatz mit angeboten wurde. Von dort aus sind wir zu Fuß etwa zwanzig Minuten ins Herz von Florenz unterwegs. Die Wohnung ist superschön, großzügig, mit gut ausgestatteter Küche und einem gemütlichen Sitzplatz im Innenhof.

Für Florenz haben wir drei Übernachtungen eingeplant. Das ist die mindeste Zeit, die man braucht, um einen Eindruck von den vielen Sehenswürdigkeiten zu gewinnen.

Am ersten Tag haben wir eine Free Walking Tour durch Florenz gebucht. Das machen wir gerne, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Außerdem gibt es meist den ein oder anderen Tipp vom kundigen einheimischen Guide.

Baptisterium und Dom in Florenz.

Der Dom und das Baptisterium

Den zweiten Tag in Florenz verbringen wir damit, die Kirche San Lorenzo und die naheliegende Markthalle des Mercato Centrale anzuschauen. Nachmittags besichtigen wir die Kirche Santa Croce und steigen am frühen Abend zum Platz vor der Kirche San Miniato del Monte auf. Dort haben wir einen tollen Ausblick über Florenz.

Am dritten Tag besuchen wir die Capelle Medici. Danach lassen wir uns durch die Stadt treiben, bis wir nachmittags unseren vorgebuchten Aufstieg auf die imposante Kuppel des Doms machen.

Sehenswürdigkeiten in Florenz

  • der Duomo mit seiner einzigartigen Kuppel
  • die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio
  • Ponte Vecchio, die Brücke mit den Läden
  • der riesige Palazzo Pitti
  • für Kunstliebhaber natürlich die Uffizien
  • Ausblick über Florenz von der Piazza Michelangelo oder von San Miniato del Monte aus

Außerdem gibt es noch viele sehenswerte Kirchen, Paläste und Museen. Für einen Einblick in Sehenswürdigkeiten abseits der ausgetretenen Pfade schau mal hier.

Entfernung Neuss – Waldkirch – Florenz: 1269 Kilometer

Reisen in Corona-Zeiten

Zeichnung des Corona-Virus.

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs galten in Italien folgende Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus:

  • Maskenpflicht in Restaurants, Geschäften, Museen etc.
  • Abstandsregeln: 1 Meter Mindestabstand zu anderen Personen
  • Maskenpflicht im ÖPNV
  • ab 18 Uhr Maskenpflicht auf belebten Plätzen im Freien

Wir haben es so erlebt, dass die Angestellten in Cafés, Restaurants und Supermärkten die Masken gewissenhaft trugen. Anders als wir es hier in Deutschland sehen, wo die Maske oft nicht über die Nase gezogen wird.

Von den meisten Menschen in Italien wird die Maskenpflicht akzeptiert und umgesetzt. Viele tragen auch tagsüber auf der Straße Masken.

In manchen Supermärkten wurde beim Eingang Fieber gemessen. Kleinere Läden hatten die Anzahl der Personen begrenzt, die eintreten durften und wiesen getrennte Ein- und Ausgänge aus.

In den meisten Museen wird beim Eintritt Fieber gemessen. In der Regel ist eine Laufrichtung vorgegeben, damit sich die Wege der Besucherinnen und Besucher nicht kreuzen. Museumsangestellte achten darauf, dass die Masken korrekt getragen und die Wege eingehalten werden. Kleinere Museen haben oft nicht geöffnet, bei anderen Museen muss man mit Einschränkungen rechnen.

Auch in Italien gibt es eine Corona-Warn-App. Du findest sie unter dem Namen Immuni im App-Store. Die App kann auf Deutsch eingestellt werden.

Die Maßnahmen ändern sich laufend. Wenn du nach Italien reisen möchtest, solltest du dich vorher noch mal vergewissern, wie die Empfehlungen lauten.

Aktuelle Informationen zu Corona-Maßnahmen und eventuellen Einschränkungen in Italien findest du hier:

Re-open EU

Fiesole

Nach drei Tagen Trubel in Florenz steht uns der Sinn nach einem ruhigeren Ort. So steuern wir auf dem Weg zum nächsten Ziel Fiesole an, praktisch ein Vorort von Florenz.

Wir besuchen die römisch-etruskischen Ausgrabungen. Außer uns ist nur eine Dreiergruppe unterwegs, so dass wir in Ruhe die Ruinen in der toskanischen Landschaft auf uns wirken lassen können.

Auf dem Weg hinauf zum Kloster San Francesco haben wir wieder einen sagenhaften Blick auf die Dächer von Florenz. Von oben wird erst deutlich, wie riesig die Kuppel des Doms ist.

Das Kloster San Francesco ist eine Oase der Ruhe. Interessant finden wir, dass nirgendwo jemand zu sehen ist und alle Türen offen stehen. Wir können ungestört durch alle Räume spazieren.

Eingang zum Kloster in Fiesole.

Kloster San Francesco in Fiesole.

Auf dem Vorhof des Klosters ruhen wir uns eine Weile in der friedlichen Atmosphäre aus, bevor wir die Fahrt fortsetzen.

Sehenswürdigkeiten in Fiesole

  • Area Archeologica mit römischem Theater, etruskisch-römischer Tempelanlage und Thermen
  • Convento di San Francesco
  • Blick über die Dächer von Florenz

Zu Fiesole findest du einen interessanten Bericht auf Wandernd.

Wo wir gerade beim Kloster-Gucken sind, setzen wir als weiteres Zwischenziel Vallombrosa auf unsere Route. Dort steht ein mächtiges Kloster inmitten eines grünen Naturreservats. Hätten wir ein bisschen mehr Zeit, könnten wir hier schöne Wanderungen unternehmen. So reicht es nur für eine kleine Stippvisite, bevor wir unseren Weg nach Arezzo fortsetzen.

Arezzo

Zugegeben, Arezzo stand nicht auf der Liste der Orte, die uns im Zusammenhang mit der Toskana sofort einfallen. Dass wir dorthin fuhren, war unserer Freundin Barbara zu verdanken, die uns die hübsche Stadt wärmstens empfohlen hat. Ihren Bericht über Arezzo findest du hier.

Wir haben wieder ein kleines Appartment, die Mecenate 69 Suite* zur Selbstversorgung gebucht. Auch hier gehört ein lauschiges Plätzchen im Garten zur Ausstattung. Das Auto können wir problemlos vor der Tür parken. Der Fußweg in die Innenstadt ist kürzer als in Florenz, in einer Viertelstunde sind wir im historischen Zentrum.

Schräg abfallender Platz und Apsis der Kirche.

Piazza Grande in Arezzo

Arezzo mit seiner mittelalterlichen Innenstadt bezaubert uns. Ehrwürdige Kirchen, stattliche Palazzi und lauschige Sträßchen bieten ein entspanntes Ambiente zum Schlendern und Gucken. Besonders eindrucksvoll ist die Piazza Grande, die schräg abfällt. An drei Seiten von Palazzi gesäumt erhebt sich an der Westseite die Apsis der romanischen Kirche Santa Maria della Pieve.

Sehenswürdigkeiten in Arezzo:

  • Piazza Grande
  • Chiesa Santa Maria della Pieve
  • Chiesa San Francesco mit Fresken der Capella Bacci
  • Basilica San Domenico
  • Museo Archeologico

Entfernung Florenz – Fiesole – Vallombrosa – Arezzo: 111 Kilometer (keine Mautstraßen)

Wanderung zum Monte Penna

Auch wenn Arezzo eine sehr entspannte Stadt ist, steht uns nach so viel Pflastertreten der Sinn nach einem Tag in der Natur.

So geht es mit dem Auto zum Dörfchen Chiusi della Verna, das in der Nähe des Nationalparks Foreste Casentinesi liegt. Von dort aus steigen wir durch den Wald empor zum Santuario La Verna – ein weiteres Franziskuskloster. Dieses Kloster ist auch heute noch eine beliebte Pilgerstätte. Die Gläubigen finden hier viele Erinnerungen an Franziskus, der hier die Einsiedelei gegründet haben soll.

Klostergebäude vor blauem Himmel.

Santuario della Verna

Nachdem wir uns alles angeschaut haben, machen wir uns auf zum Ziel unserer Wanderung, dem Monte Penna. Der erste Weg, der steil durch den Wald hinauf führt ist wegen eines Erdrutschs gesperrt. Wir finden einen anderen Pfad und stapfen durch einen verwunschenen Wald mit großen, moosbewachsenen Felsen. Am Gipfel angekommen treibt uns aufkommendes Donnergrollen schnell wieder hinab.

Entfernung: Arezzo – Chiusi della Verna – Arezzo 90 Kilometer über kurvige Bergstraßen

Cortona

Es geht weiter Richtung Süden. Chiusi heißt unser nächstes Ziel, da uns dort die umfangreichen etruskischen Funde interessieren.

Wie immer planen wir einen Zwischenstopp auf unserer Route ein: Cortona.

Ein weiteres toskanisches Städtchen, das auf einem Hügel thront. Vom unterhalb des Hügels gelegenen Parkplatzes bringt uns eine lange Rolltreppe komfortabel in die Höhe.

Gasse mit alten Häusern in Cortona.

Schmale mittelalterliche Gasse

Wir lassen uns durch die malerischen Gassen treiben. Auch hier gibt es eine San Francesco Kirche zu besichtigen. Es handelt sich um die zweitälteste Franziskuskirche in Italien. Älter ist nur die in Assisi.

Sehenswert sind auch die engen Gässchen mit den mittelalterlichen Häusern, deren erstes Geschoss in die Gasse ragt.

Nach einem üppigen italienischen Mittagsmenu schwingen wir uns mit vollen Bäuchen wieder ins Auto.

Sehenswürdigkeiten in Cortona

  • Piazza della Repubblica mit Palazzo Comunale
  • Chiesa San Francesco
  • Etrusker-Museum

Die Fahrt nach Chiusi führt uns am Ufer des Lago Trasimeno vorbei. In Marcus erwachen Jugenderinnerungen, als er mit den Pfadfindern an diesem See war. So beschließen wir, an einem der nächsten Tage einen Ausflug zum Lago Trasimeno zu unternehmen.

Entfernung Arezzo – Cortona – Lago Trasimeno – Chiusi 68 Kilometer

Lago Trasimeno

Der Lago Trasimeno liegt nicht in der Toskana, sondern in Umbrien. Aber ganz nah an der Grenze, weshalb wir ihn in dieser Toskana-Rundreise einfach mit aufnehmen.

Von Chiusi aus fahren wir eine knappe halbe Stunde. Wir parken in der Nähe des Surferstrands unterhalb von Castiglione del Lago. Von dort aus schlendern wir entspannt am Ufer entlang, lassen uns den frischen Wind um die Nase wehen und schauen den türkisgrünen Wellen zu.

Castiglione del Lago liegt – natürlich – hoch auf einem Felssporn über dem See. Der Ort mit einer beeindruckenden Burg bildet eine Halbinsel, um die wir herum spazieren. Auf einer Bank mit Seeblick verzehren wir unseren Mittagsimbiss.

Burgmauer mit Zinnen und Turm.

Die Festung Rocca del Leone am Ufer des Lago Trasimeno

Gegen Nachmittag steigen wir hinauf in den Ort und laufen die zwei Hauptstraßen des historischen Kerns auf und ab. Wir besuchen den Palazzo della Corgna mit der anschließenden Festung Rocca del Leone. Auf den zinnengekrönten Burgmauern laufen wir einmal um die Festung herum. Wir steigen auf den höchsten Turm der Festung, der einen dreieckigen Grundriss hat. Von hier aus können wir weit über den Lago Trasimeno schauen.

Sehenswürdigkeiten in Castiglione del Lago

  • Palazzo della Corgna und Festung Rocca del Leone
  • Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert

Entfernung Chiusi – Castiglione del Lago – Chiusi 40 Kilometer

Chiusi

Auch Chiusi liegt – wie könnte es anders sein – auf einem Hügel. In der Nähe des Ortes wurden große etruskische Grabanlagen gefunden. Leider erfahren wir beim Besuch des Archäologischen Museums, dass die Gräber zur Zeit nicht zugänglich sind. In den engen Räumlichkeiten sind keine ausreichenden Hygienemaßnahmen möglich.

So schauen wir uns nur den umfangreichen Bestand des Museums an. Grabbeigaben, kunstvoll gestaltete Urnen und Skulpturen geben einen Eindruck von der hoch entwickelten Kultur der Etrusker.

Platz mit Kirchturm und Brunnen.

Im historischen Zentrum von Chiusi

Doch Chiusi hat noch mehr zu bieten: schon die Etrusker haben im Untergrund ein umfangreiches Kanalsystem im löchrigen Karstfelsen angelegt. Zwei verschiedene Führungen lassen uns diese Unterwelt erleben. Natürlich auch wieder Corona-bedingt mit eingeschränktem Programm, aber immerhin geht es überhaupt.

Hier findest du unseren detaillierten Bericht über Chiusi: Chiusi – Geheimtipp in der Toskana

Sehenswürdigkeiten in Chiusi

  • Archäologisches Museum
  • Kathedral-Museum mit Porsenna-Labyrinth
  • Stadtmuseum mit Führung unterirdische Tunnel
  • Etruskische Gräber

Unsere Unterkunft in Chiusi ist eine Wohnung im Agroturismo La Badiola*, also einem kleinen Landgut. Die Wohnung ist alt, wie das gesamte Gebäude und könnte ein Make-Over gut vertragen. Aber die etwas schäbige Atmosphäre wird mehr als wettgemacht durch die reizende ältere Dame, die uns dort beherbergt. Eine winzige, italienische Donna, die so freundlich und um unser Wohlergehen besorgt ist, das es wirklich rührend ist. Im Garten bekommen wir jeden Morgen ein hervorragendes Frühstück serviert.

Siena

Siena gehört zu den bekannten Highlights der Toskana. So steuern wir die Stadt nach unserem Aufenthalt in Chiusi an.

Leider verlässt uns das Wetterglück und graue Wolken hängen über uns, als wir Siena erreichen. Von unserer Unterkunft, dem Domus Il Palio* erreichen wir die historische Innenstadt in zehn Minuten. Da wir nur eine Nacht in Siena verbringen wollen, haben wir dieses Mal ein B&B gewählt. So brauchen wir nicht extra für ein Frühstück einzukaufen – haben wir uns so gedacht. Übersehen haben wir leider, dass aufgrund der Corona-Vorschriften das Frühstücksbuffet ausfiel. Immerhin gab es ein abgepacktes Frühstück und Kaffee auf dem Zimmer.

Siena hat uns leider nicht gepackt. Die Häuser in den verschiedenen Brauntönen wirken trist und ungepflegt auf uns. Im Zentrum ist die Hölle los, mit Menschenmassen, die durch die Gassen strömen. Wir besuchen den großen zentralen Platz Il Campo mit dem Palazzo Publico und dem Torre del Mangia.

Dom von Siena vor grauem Himmel.

Der Dom von Siena

Dann zieht es uns zum großen Duomo Santa Maria Assunta. Der beeindruckende Komplex aus Kathedrale, Baptisterium, Krypta und Museum ist ebenfalls gut besucht. Im Dom geht es eng und wuselig zu, mit vielen Reisegruppen und wenig Platz. Es treibt uns schnell wieder hinaus und wir verzichten auf den Besuch der weiteren Stätten.

Sehenswürdigkeiten in Siena

  • Piazza Il Campo mit Palazzo Publico, Torre del Mangia und Fonte Gaia
  • Piazza del Duomo mit Kathedrale, Libreria Piccolomini, Bapatisterium und Krypta
  • Museumskomplex Santa Maria della Scala

Im einsetzenden Regen traben wir wieder zurück in unser Hotel, nicht ohne uns zum Trost mit köstlichen Panini aus dem Feinkostgeschäft versorgt zu haben.

Entfernung: Chiusi – Siena 90 Kilometer

San Gimignano

Der Abschied von Siena fällt uns nicht schwer. Über kleine Landstraßen kurven wir dem nächsten Ziel entgegen: Lucca.

Auf dem Weg dorthin machen wir einen Zwischenstopp in San Gimignano. Die Sonne ist wieder hinter den Wolken hervorgekrochen und wir genießen auf dem Weg die Aussichten in die typische Landschaft der Toskana. Sanfte Hügel, schlanke Zypressen und mächtige Pinien säumen den Weg.

San Gimignano ist ein Touristenmagnet in der Toskana. So sind wir nach unseren Erfahrungen in Siena erstmal skeptisch, ob es uns nicht zu voll sein wird. Der erste große Parkplatz am Rand der historischen Stadtmauer ist schon belegt. Auf dem nächsten finden wir einen Platz.

Stadtsilhouette mit mehreren hohen Wehrtürmen.

Einige der Wohntürme von San Gimignano

Durch einen Durchgang in der mittelalterlichen Stadtmauer geht es ins Zentrum. San Gimignano ist berühmt für seine alten Wohntürme, die es früher überall in der Toskana gab. Nur in San Gimignano sind sie noch vollständig in der Altstadt erhalten und haben den Status des UNESCO-Weltkulturerbes.

Unsere Befürchtungen bewahrheiten sich nicht: Die Menge der Besucher hält sich in verträglichen Grenzen. Wir durchstreifen die Gassen, bewundern die wehrhaften Türme und gönnen uns mal wieder ein leckeres Mittagessen und ein Eis von einer preisgekrönten Gelateria.

Sehenswürdigkeiten in San Gimignano

  • Türme Torri deli Salvucci, Torri dei Ardinghelli, Torre dei Becchi, Torre del Diavolo
  • Piazza Duomo mit Palazzo del Popolo und Palazzo della Podestà
  • Basilica Santa Maria Asunta mit Capelle di Santa Fina
  • Ruine der ehemaligen Medici-Festung Rocca di Montestaffoli

Einen ausgedehnten Spaziergang durch San Gimignano beschreibt Thomas auf seinem Blog Reisen und Essen.

Ausführlich berichtet Martina auf ihrem Blog Places of Juma über San Gimignano.

Entfernung Siena – San Gimignano 39 Kilometer

Lucca

Spätnachmittags kommen wir in Lucca an.

Wieder haben wir darauf geachtet, eine Wohnung in Laufweite zur Innenstadt zu buchen. Die Casa Cechelli* ist zwar winzig, aber liebevoll eingerichtet. Für uns zwei reicht es und auch ein privater Stellplatz fürs Auto ist dabei.

Lucca gilt als eine der schönsten Städte der Toskana. Ein kompletter, 4 Kilometer langer Befestigungswall umgibt die mittelalterliche Stadt. Auf diesem Wall kannst du die Stadt zu Fuß oder mit dem Rad einmal umrunden.

Wir verschaffen uns am ersten Abend einen ersten Eindruck von Lucca. Spazieren ins Zentrum, nehmen einen Aperitivo mit köstlichen kleinen Snacks ein und verlaufen uns ein wenig. Der erste Eindruck ist gut, trotz durchwachsenen Wetters. Wir erleben Lucca als viel freundlicher und entspannter als Siena.

Große Kirche aus hellem Stein.

San Michele in Foro in Lucca

Das Wetter bleibt unbeständig. Nach einem Tagesausflug ans Ligurische Meer warten wir am übernächsten Tag darauf, dass der sintflutartige Regen nachlässt. Am frühen Nachmittag ist es soweit. Wir erkunden ein Stück der Stadtmauer von Lucca, mehrere schöne Kirchen, den Palazzo Controni-Pfanner und die römischen Ausgrabungen unter San Reparata.

Sehenswürdigkeiten in Lucca

  • Piazza Anfiteatro
  • Duomo San Martino
  • Chiesa San Michele in Foro
  • Basilica San Frediano
  • Palazzo Controni-Pfanner
  • Die Türme Torre delle Ore und Torre Guinigi

Einen schönen Bericht über Lucca findest du auf Road-Traveller.

Entfernung San Gimignano – Lucca 80 Kilometer

Strand bei Viareggio

Den „mittleren“ Tag in Lucca nutzen wir, um ans Meer zu fahren. Auch wenn der Himmel grau ist: einmal Strand muss sein.

Der nächstgelegene Strandort ist Viareggio, ein typisches italienisches Seebad. Der Strand ist durchgehend bewirtschaftet, Sonnenschirme und Liegen reihen sich endlos aneinander. Nur gegen Eintritt kommt man hier ans Wasser.

Das ist nicht das, was wir uns vorstellen. Im Reiseführer haben wir entdeckt, dass südlich von Viareggio am Rande des Naturschutzgebiets ein freier Strand zu finden ist. Wir steuern also Marina di Vecchiano an. Lange, leere Reihen von Parkplätzen empfangen uns und zeugen davon, dass es am Wochenende und in der Hauptsaison wohl auch nicht einsam ist.

Wir fahren bis zum Ende durch, vorbei an einigen Strandrestaurants, die alle geschlossen sind. Am Ende führt ein Holzbohlenweg durch die Dünen zum Strand.

Sandstrand und Meer unter Wolkendecke.

Einsamer Strand

Trotz grauer Wolken ist es noch warm genug, um uns in die Fluten zu stürzen. Das Meer schimmert in einem matten Smaragdgrün und hat eine angenehme Temperatur. Den Strand haben wir ganz für uns alleine.

Nach einem kurzen Abstecher in den Ort Viareggio, um einen Happen zu essen und ein wenig die Mole entlang zu spazieren geht es zurück nach Lucca.

Entfernung Lucca – Viareggio – Lucca 80 Kilometer

Modena in der Emilia-Romagna

Um uns den Rückweg in verträgliche Häppchen einzuteilen, fahren wir schon mal ein Stück Richtung Heimat. Das 200 Kilometer entfernte Modena in der Emilia-Romagna bietet sich als Zwischenstopp für einen Tag an. Parma in der gleichen Gegend kennen wir ja schon von einem früheren Besuch.

Wir finden eine schöne Unterkunft etwas außerhalb von Modena, die Country Rooms Modena*. Dort erwartet uns ein großes, gepflegtes Zimmer mit Bad und ein herzliches Gastgeber-Ehepaar. Der Parkplatz auf dem Grundstück ist natürlich inbegriffen. In zehn Minuten sind wir von hier aus in der Innenstadt von Modena.

Kopfsteinflaster und bunte Häuser.

Historisches Zentrum in Modena

Modena begeistert uns auf Anhieb. Eine freundliche, entspannte Stadt mit großzügigen Straßenzügen und Häusern in den warmen Farben des Südens. Sehr eindrucksvoll ist die Kathedrale im historischen Zentrum. Der Duomo San Geminiano wurde 1099 im romanischen Stil begonnen. Das Wahrzeichen von Modena ist der nebenstehende Campanile, der Torre Ghirlandina im romanisch-gotischen Stil.

Zur Abwechslung von den vielen historischen Sehenswürdigkeiten zieht es Marcus noch ins Ferrari-Museum. Dort werden in einem modernen Bau einige ältere und neuere Ferrari-Modelle ausgestellt und ein Hommage an Enzo Ferrari gefeiert.

Sehenswürdigkeiten in Modena

  • Duomo San Geminiano mit Torre Ghirlandina
  • Palazzo Comunale
  • Palazzo Ducale
  • für Autofans: Ferrari-Museum

In Modena endet unsere Rundreise durch Italien mit dem Schwerpunkt Toskana.

Entfernung Modena – Waldkirch – Neuss: 1063 Kilometer

Unsere Erfahrungen auf der Toskana-Rundreise

Wir sind sehr glücklich, dass wir es in diesem verrücktem Jahr doch noch ins sonnige Ausland geschafft haben. Während unseres Italien-Roadtrips haben wir immer wieder die Corona-Zahlen gecheckt. Wäre ein Anstieg der Infektionszahlen in unserem Reisegebiet gemeldet worden, hätten wir kurzfristig die Reise beendet und wären wieder zurückgekehrt.

Gina und Marcus vor dem Ponte Vecchio in Florenz.

Wir freuen uns über schöne Tage in Italien

Daher haben wir die Unterkünfte unserer Rundreise immer nur von Ort zu Ort gebucht. In der Regel ein bis zwei Tage im Voraus. Das ging alles unproblematisch.

Bei allen Unterkünften, die wir für mehrere Nächte gebucht haben, haben wir auf Apartments oder Wohnungen mit Selbstverpflegung gesetzt. In Siena und Modena, wo wir jeweils für eine Nacht waren, hatten wir B&Bs mit (mehr oder weniger) Frühstück gebucht.

Die Etappen, die wir innerhalb der Toskana bei unserer Rundreise gefahren sind, waren immer recht kurz. So hatten wir auch an den Reisetagen immer genug Zeit, etwas zu besichtigen.

Das Fahren war entspannt, wir haben ausschließlich Landstraßen benutzt. Nur für die langen Strecken auf der Hinreise nach Italien und zurück haben wir die mautpflichtigen Autobahnen genutzt.

Bei der nächsten Rundreise in die Toskana würden wir noch einen Wanderführer mitnehmen. Unser Reise Know-How Reiseführer Toskana* bot gute Informationen zu den Städten. Für zwei Wochen ist eine reine Städtereise aber zu anstrengend. Wir machen dann gerne mal eine Pause in der Natur.

Von den hygienischen Bedingungen und den Corona-Schutzmaßnahmen her haben wir uns in Italien immer sehr sicher gefühlt. Bis auf Siena hatten wir den Eindruck, dass die Maßnahmen konsequenter sind als bei uns in Deutschland. Sie werden auch von der breiten Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert und eingehalten.