Modena haben wir als Zwischenziel für die Rückreise nach unserer Rundreise durch die Toskana ausgewählt. So ist die Etappe für den Rückweg nach Deutschland nicht ganz so lang und wir können noch eine interessante Stadt besichtigen. Wir haben uns für die letzte Nacht in Italien ein Hotel etwas außerhalb von Modena gesucht.

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Wissenswertes und Geschichte von Modena

Modena liegt in der Region Emilia-Romana und ist bekannt für so unterschiedliche Dinge wie den Balsamico-Essig, Opern oder Sportwagen.

Selbst mir ist der Opernsänger Luciano Pavarotti bekannt, er war ein Kind dieser Stadt. Der Rennfahrer und Gründer von Ferrari, Enzo Ferrari wurde ebenfalls in Modena geboren. Motor-Begeisterte bekommen außerdem leuchtende Augen bei Namen wie Lamborghini, Maserati oder Pagani-Sportwagen. Ebenso wie die Motorrad-Schmiede Ducati stammen die zuvor genannten Marken aus der Region um Modena.

Platz mit romanischem Dom.

Piazza Duomo in Modena

Modena zählt etwa 185.000 Einwohner und ist eine alte Universitätsstadt. Sie hat wie viele andere italienische Städte eine lange und bewegte Vergangenheit. Ursprünglich von den Etruskern gegründet und von den Kelten Anfang des 4. Jahrhunderts erobert, ging die Stadt 222 vor Christi in römischen Besitz über.

Nach vielen Jahrhunderten mit Höhen und Tiefen wurde Modena herzögliche Residenz. Man kämpfte gegen die Franzosen und verbündete sich mit den Österreichern. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Napoleon das Sagen in Modena. Nach dem Sturz Napoleons ging die Region wieder in österreichischen Besitz über.

Diese Ära dauerte bis 1859, als Österreich eine Niederlage im Krieg gegen Frankreich und Sardinien erlitt. Seitdem gehört Modena wieder zu Italien.

Ankunft in Modena

Von Lucca aus starten wir bei Regen Richtung Norden. Etwa zwei Stunden dauert die Fahrt, bis wir unsere Unterkunft in Modena erreichen. Das Country Rooms* liegt etwa fünfzehn Autominuten vom Stadtzentrum entfernt im Grünen. Bei unserer Ankunft lässt sich die Sonne blicken.

Grüne Wiese und Bäume.

Schön im Grünen gelegen: unsere Unterkunft in Modena

Ein älteres und sehr nettes Gastgeber-Ehepaar empfängt uns. Das Haus liegt ruhig etwas abseits der Schnellstraße. Parkplätze auf dem Grundstück sind vorhanden, ein Grund, warum wir uns für diese Unterkunft entschieden haben. Schnell haben wir unser großzügiges Zimmer bezogen, denn wir wollen noch etwas von der Stadt sehen.

Die Gastgeber geben uns Tipps, wo wir in Modena parken können. Nach etwas Herumgekurve auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz finden wir die genannte Straße, wo wir unseren Wagen kostenlos abstellen können.

Leider hat sich der Himmel schon wieder bezogen und dunkle Wolken lassen nichts Gutes erahnen.

Palazzo Ducale

Die Stadt macht auf mich sofort einen frischen und modernen Eindruck. Als erste Sehenswürdigkeit passieren wir den Palazzo Ducale. Dieser befindet sich etwas abseits des historischen Zentrums. Der Bau des herzöglichen Palastes begann im Jahre 1634, wurde aber erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt. Heute befindet sich hinter der imposanten Fassade die Militärakademie. Daher können wir den Palazzo Ducale nur von außen bestaunen. Ein weiter Platz mit einer glitzernden Wasserfläche erstreckt sich vor ihm.

Palazzo Ducale in Modena.

Der Palazzo Ducale

Wir merken schnell, dass wir uns in einer Universitätsstadt befinden. Im Außenbereich eines Restaurants vor dem Palazzo Ducale mischen wir uns unters Jungvolk. Eine kulinarische Spezialität ist die Pinsa, die aussieht wie eine längliche Pizza. Im Unterschied zur Pizza besteht der Teig aus einem Mix verschiedener Mehle, der Teig muss außerdem viel länger gehen bis er fertig ist. Der Belag ist dann wieder ähnlich wie bei der Pizza, wobei die Pinsa in Italien gerne bianco, also ohne Tomatensauce gegessen wird.

Mit Tomatensauce und Käse überbackener Fladen.

Restaurant-Tipp

Pinseria Tre Farine

Piazza Roma 5, Modena

Öffnungszeiten:

Di – So 12 – 15, 19 – 23 Uhr

Montag Ruhetag

Kaum liegt das schmackhafte Gericht vor uns auf den Tellern, beginnt es zu regnen. Während sich die Meisten der Gäste mit ihren Tellern nach drinnen verziehen, harren wir aus. Wir haben Glück, es ist nur ein leichter Schauer und wir lassen es uns schmecken.

Synagoge von Modena

So gesättigt, schauen wir uns als nächstes die Synagoge von Modena an. Leider ist diese nur vormittags geöffnet, daher bewundern wir das 1873 errichtete Bauwerk von außen. Das Gebäude ist klassizistisch gestaltet, mit flachem Dreicksgiebel und hohen Säulen als Portal.

Zu traurigem Ruhm gelangte die Synagoge, als sich hier 2003 der erste islamistische Terroranschlag auf italienischem Boden ereignete. Heute steht ein Militärfahrzeug zum Schutz in der Nähe.

Klassizistische Fassade der Synagoge.

Die Synagoge in Modena

Infos zur Synagoge

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  • Adresse: Piazza Giuseppe Mazzini 26, Modena
  • Öffnungszeiten: Mo – Do 9 – 12 Uhr

Kathedrale San Geminiano

Weiter schlendern wir zur Kathedrale der Stadt. Der Dom San Geminiano mit seinem daneben stehenden 88 Meter hohen Campanile ist seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe. Das für die Stadt wichtigste Bauwerk wurde ab dem Jahre 1099 begonnen und 1322 fertiggestellt, immerhin 223 Jahre Bauzeit. Allerdings wurde es bereits im Jahre 1184 eingeweiht.

Der Duomo gilt heute als eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke in Europa. Jedoch tragen sowohl der Duomo als auch der Campanile gotische Bauelemente. Der Campanile hat beispielsweise einen romanischen Sockel und einen gotischen Glockenturm. Wegen seiner girlandenförmigen Verzierung trägt er den Namen „La Ghirlandina“ und gilt als das Wahrzeichen der Stadt Modena.

Romanischer Dom aus hellem Stein.

Der Dom San Gemiano

Benannt wurde der Dom nach dem Bischof und Schutzpatron von Modena. Die Fassade der Kathedrale hat unterschiedliche Reliefs. Interessant sind die biblischen Geschichten wie die von Adam und Eva, Kain und Abel, aber auch die der Arche Noah. Auf der anderen Seite sieht man die Darstellung des Fischmarktes.

Der Innenraum der Kathedrale hat im Gegensatz zu anderen Kirchen kein Querschiff, ihm fehlt also die Kreuzform. Erwähnenswert finden wir die zwei das romanische Haupttor flankierenden Löwen. Sind es wirklich Löwen? Auf uns machen sie jedenfalls wegen ihre eigenwilligen Form einen ulkigen Eindruck. Vielleicht doch eher Seelöwen?

Löwenskulptur am Dom.

Das soll ein Löwe sein?

Infos zum Kathedrale

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  • Adresse: Piazza Grande, Modena
  • Öffnungszeiten: Di – So 7 – 19, Mo 7 – 12:30, 15 – 19 Uhr
  • empfohlene Besuchszeiten (wegen Messen): Di – Sa 10:30 – 17:00, So 13:30 – 16:30, Mo 10:30 – 12, 15:30 – 17 Uhr

Palazzo Comunale

An der Piazza Grande an der Ostseite des Doms steht der Palazzo Communale, das Stadthaus. Ursprünglich im 12. Jahrhundert erbaut, wurde es im 16. Jahrhundert umgestaltet und teils neu errichtet. So präsentiert sich auch der zentrale Uhrturm des Ursprungsbaus heute im barocken Gewand. Die große Steinbank vor dem Gebäude wurde multifunktional genutzt: von Rednertribüne bis Pranger und Hinrichtungsstätte soll sie gedient haben.

Gebäude mit Arkaden und großem Uhrturm.

Palazzo Comunale

Mercato Albinelli

Als nächstes wollen wir den Mercato Albinelli im historischen Zentrum besuchen Die Markthalle wurde 1831 errichtet. Leider sind wir auch hier zu spät, der Markt ist schon geschlossen. Schade, denn auf solchen Märkten spürt man doch die wahre Seele einer Stadt. Und findet immer einheimische Spezialitäten.

Schmiedeeisernes Gitter vor dem Mercato Albinelli.

Leider sind die Tore verschlossen

Spezialitäten von Modena sind der berühmte Aceto Balsamico, der Käse Parmigiano Reggiano und der Schinken Prosciutto di Modena. Außerdem stammt der Lambrusco-Wein aus dieser Region. Alle diese Köstlichkeiten kannst du auf dem Mercato Albinelli von lokalen Erzeugern erstehen – wenn er denn geöffnet hat…

Infos zum Mercato Albinelli

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  • Adresse: Via Luigi Albinelli, Modena
  • Öffnungszeiten: Mo – Fr 7 – 15, Sa 7 – 18 Uhr

Casa Enzo Ferrari

Capuccino und kleiner Kuchen.

Eine süße Stärkung

Nach einem Kaffee und süßen Leckereien in der Nähe des Palazzo de Musei möchte ich mir als Autofan das nahegelegene Ferrari Museum nicht entgehen lassen.

Und das Museum hat sogar noch geöffnet. Von vorne sieht das erst 2012 eröffnete Gebäude des Museums sehr futuristisch aus. Von oben betrachtet ist neben dem alten Geburtshaus Enzo Ferraris die Ausstellungshalle in Form einer in Ferrari-Gelb gehaltenen Motorhaube eines Rennwagens zu sehen.

Ferrari-Museum mit geschwungener Glasfront.

Das hypermoderne Enzo-Ferrari-Museum

Da wir zu Fuß unterwegs sind, müssen wir einmal um das Museum herum über den Parkplatz laufen, um den Eingang des Museums zu erreichen. Die „Casa Enzo Ferrari“ ist zum größten Teil eine Hommage an den großen Rennfahrer und Konstrukteur Enzo Ferrari. Trotzdem bekommen wir neben modernen Rennwagen auch klassische Fahrzeuge zu sehen.

Ich fand die Ausstellung etwas steril und etwas zu viel der Beweihräucherung Enzos. Na ja, ich bin auch kein ausgemachter Rennwagen-Fan, aber interessant war der Besuch allemal. Wer Zeit hat und lieber Fahrzeuge sehen möchte, dem sei eher das Ferrari-Museum in nahegelegenen Maranello empfohlen. Dort befindet sich auch die bekannte Rennstrecke.

Infos zum Ferrari-Museum

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  • Adresse: Via Paolo Ferrai 85, Modena
  • Öffnungszeiten: Apr – Sep 9:30 – 19, Okt – Mrz 10 – 18 Uhr
  • Eintrittspreise: 17 Euro
  • Homepage (engl): Ferrari-Museen

Ausklang im Hotel

Es ist schon wieder früher Abend, als wir zum Hotel Country Rooms* zurückfahren. Heute wollen wir nicht in der Stadt zu Abend essen, sondern bei unseren Gastgebern. Keine schlechte Wahl, wie sich herausstellt. Mutter, Vater und Sohn arbeiten in der Küche und im Service, um uns (und anderen Gästen) italienische Spezialitäten auf den Tisch zu zaubern. „Tortellini in Brodo“ ist eine norditalienische Spezialität, die schon 1550 bei der Angelobung der Tribune des Senats in Bologna gereicht wurde. Es sind Tortellini in einer Brühe, die uns nebst des riesigen Salates satt werden lassen.

Am nächsten Morgen überrascht uns die Handhabung des Frühstück-Buffets. Während in anderen Unterkünften das Frühstück wegen Corona und der daraus resultierenden Hygieneregeln einfach ausfällt oder abgepackt im Zimmer liegt, funktioniert es hier anders: Hinter dem Büffet steht die Gastmutter mit Einweg-Handschuhen und einem Teller bewaffnet und fragt uns, was wir alles zum Frühstück haben möchten. Daraufhin nimmt sie eine Zange und häuft uns Brötchen, Käse und Marmelade oder gesondert Müsli mit Früchten und Joghurt auf den Teller. So fasst nicht jeder Gast die Lebensmittel an. Ich finde, dass dies ein Konzept zum Nachahmen für andere Hotels sein kann.

Wenig später packen wir unsere Koffer und sind bereit für die Rückreise über die Alpen.

Noch mehr schöne Städte in der Nähe

Es gibt in der Nähe noch mehr Städte, die gleichermaßen für historische Sehenswürdigkeiten wie für kulinarische Spezialitäten bekannt sind: