Florenz mit seinem mächtigen Dom ist der Inbegriff von Toskana. Viele haben zuerst das Bild der Medici-Stadt vor Augen, wenn sie an Florenz denken. In den letzten Jahren erstickte Florenz fast unter Strömen von Touristen. Da wir nicht gerne überlaufene Orte besuchen, stand die toskanische Hauptstadt nicht oben auf unserer Liste – obwohl sie uns wegen der vielen großartigen Sehenswürdigkeiten reizte. Die gesamte historische Altstadt von Florenz ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Daher waren wir froh, dass sich im Corona-Jahr 2020 spontan die Möglichkeit bot, die Toskana individuell zu bereisen. Wir begannen unsere Toskana-Rundreise in Florenz und erlebten die Stadt nicht leer, aber längst nicht überlaufen.

Gina und Marcus vor dem Ponte Vecchio in Florenz.

Willkommen in Florenz!

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Der Dom von Florenz

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Florenz ist der Dom mit seiner gewaltigen roten Kuppel. Wie unfassbar groß sie ist, erschließt sich besser aus der Ferne als wenn man davor steht. Sei es vom Aussichtspunkt Piazzale Michelangelo, vom Örtchen Fiesole oder einem anderen erhöhten Standort aus: ein Blick von oben auf die Dächer von Florenz macht erst die Ausmaße der Kuppel deutlich.

Mit der Piazza del Duomo erreichen wir den Mittelpunkt von Florenz. Hier tummeln sich die Touristen aus aller Welt und bewundern die charakteristischen Fassaden von Dom, Baptisterium und Campanile.

Dom von Florenz

Mit dem Bau des Duomo Santa Maria del Fiore wurde Ende des 13. Jahrhunderts begonnen – wie üblich auf den Fundamenten der Vorgängerkirche, die Santa Reparata geweiht war.

Drei Baumeister waren nacheinander mit dem Projekt beschäftigt. Brunelleschi beendete die imposante Kuppel, mit der er sich unsterblichen Ruhm schuf, im Jahr 1436.

Der Dom Santa Maria del Fiore ist eine der größten Kirchen der Welt. Durch die Fassade aus grünen, weißen und roten Marmorstreifen werden die Außenwände geschickt gegliedert. So wirkt der Bau trotz der Ausmaße harmonisch.

Ein künstlerischer Höhepunkt ist die Porta della Mandorla an der Nordseite des Doms. Das kleine Portal ist kunstvoll gestaltet: ornamentierte Pfosten, ein Madonnenrelief und ein Lünettenmosaik. An den Kunstwerken war die Creme de la Creme der florentiner Künstler beteiligt: Donatello, Ghirlandaio, Nanni di Bianco. Den Namen – Mandeltüre – erhielt das Portal von dem mandelförmigen Nimbus, der Maria auf dem Relief umgibt.

Bild von Maria und dem Engel.

Das Mosaik über der Porta della Mandorla

Das Innere des Doms ist überraschend karg, denn viele Kunstwerke befinden sich heute im Dommuseum. Uns gefiel die Weite, die das große Kirchenschiff bietet.

Im rechten Seitenschiff befindet sich der Eingang zur Krypta. Hier kannst du die Fundamente der Vorgängerkirche Santa Reparata anschauen. Das Grabmal Donatellos wurde im Jahr 1972 in der Krypta entdeckt.

Baptisterium

Als achteckiger Bau steht das Battistero vor dem Dom. Wie in Italien üblich, wurde auch in Florenz die Taufkirche als eigenständiger Bau neben dem Dom errichtet.

Das achteckige Baptisterium vor dem Dom von Florenz.

Das Baptisterium ist ein beeindruckender Bau

Ursprünglich stammt das Battistero aus dem 11. Jahrhundert. Sein heutiges Renaissance-Aussehen erhielt es durch Brunelleschi, der die bunte Marmorfassade gestaltete.

Sehenswert sind die Portale aus Bronzeguss. Auf dem Südportal findet sich die Geschichte von Johannes des Täufers, dem – naheliegenderweise – das Baptisterium geweiht ist. Auf dem gegenüberliegenden Nordportal wird das Leben Jesu dargestellt. Die beeindruckendste der Türen ist die nach Osten gehende Paradiespforte, die Szenen aus dem Alten Testament zeigt.

Die Originaltüren befinden sich im Dommuseum, die Portale am Baptisterium sind Kopien.

Wenn du das Innere des Baptisteriums betrittst, wirst du dir den Hals verrenken, um das schöne Kuppelmosaik zu betrachten. Weiter befindet sich das prächtige Grabmal von Papst Johannes XXIII. in der Apsis des Battistero.

Die Domkuppel

Für uns eindeutig der Höhepunkt unseres Besuchs im Dom von Florenz: Der Aufstieg auf die mächtige Kuppel.

Die Kuppel, die 90 Meter hoch strebt, war Brunelleschis Meisterwerk und zur damaligen Zeit eine Sensation. 14 Jahre benötigten die Bauleute, um die Domkuppel hochzuziehen. Das Besondere war, dass dies ohne ein unterstützendes Lehrgerüst gelang. 1436 war der Bau fertig, die Kuppel wurde geweiht. Die Laterne wurde erst 1467 aufgesetzt, das erlebte Brunelleschi nicht mehr.

Die Tickets für den Aufstieg sind begrenzt und sollten rechtzeitig vorher gebucht werden. Es geht über ein enges, düsteres Treppenhaus hinauf. Schließlich erreichen wir den unteren Rand der inneren Kuppel. Ein schmaler Steg führt die Rundung entlang. Wir werfen einen Blick hinunter in den Kirchenraum, wo die Besucher:innen ameisenklein herumlaufen. Noch viel faszinierender ist jedoch der Blick nach oben, zu den prachtvollen Fresken, die die Kuppel zieren. Von hier aus können wir die Darstellung des Jüngsten Gerichts viel besser erkennen als unten vom Kirchenboden aus.

Staunend wandern wir den Steg entlang, bis es durch eine schmale Öffnung ins Innere der Kuppel geht. Die Kuppel besteht aus zwei Schalen, zwischen denen wir uns nun wieder über enge Stiegen nach oben bewegen. Nach atemberaubenden 463 Stufen kommen wir schnaufend an der Kuppellaterne an.

blick von der Domkuppel über das Dach des Doms und den Campanile.

Weitblick von der Domkuppel

Eine Aussichtsterrasse führt rundum. Von hier aus genießen wir den Anblick der Dächer des Doms, blicken auf den Campanile und entdecken die weiteren Kirchen im Dächermeer von Florenz.

Der Campanile

Der freistehende Campanile glänzt im Stil der italienischen Gotik. Der Dom-Baumeister Giotto entwarf ihn und begann 1334 mit dem Bau. Wie zu der Zeit nicht ungewöhnlich, starb Giotto vor der Vollendung des Glockenturms. Das Werk wurde von Pisano fortgesetzt und von Talenti 1358 beendet. Letzterem haben wir die Aussichtsterrasse zu verdanken, die er statt der von Giotto geplanten Turmspitze baute.

Campanile des Florenzer Doms.

Stolz erhebt sich der Campanile in den blauen toskanischen Himmel

So haben wir heute nach einem schweißtreibenden Aufstieg über mehr als 400 Stufen den phantastischen Ausblick auf die Dächer des Doms und die umgebenden Gebäude.

Der Aufstieg ist nur mit einer Führung erlaubt und muss im Vorhinein gebucht werden. Die Treppen sind eng und steil, also nur etwas für fitte Menschen ohne Klaustrophobie und ohne große Rucksäcke…

Infos zum Dom Santa Maria del Fiore

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  • Adresse: Piazza del Duomo (nicht zu verfehlen ;-) )
  • Öffnungszeiten Dom: Mo – Mi, Fr 10 – 17, Do 10 – 16/17, Sa 10 – 16:45, So 13:30 – 16:45
  • Öffnungszeiten Domkuppel: Mo – Fr 8:30 – 18:20, Sa 8:30 – 17 Uhr, So 13 – 16
  • Öffnungszeiten Battistero: Mo – Sa 11:15 – 18:30, So u. 1. Sa im Monat 8:30 – 11:30
  • Öffnungszeiten Campanile: tgl. 8:15 – 19 Uhr
  • Öffnungszeiten Museum Opera del Duomo tgl. 9 – 19 Uhr
  • Eintrittspreise: Kombiticket m. Museum, Krypta, Kuppel, Battistero und Campanile 18 €
  • Infos (auf Englisch): Homepage des Dommuseums

Im Dom-Museum Opera del Duomo sind die Original-Kunstwerke ausgestellt, die an und in den Gebäuden durch Repliken ersetzt wurden. Außerdem gibt es noch eine Reihe weiterer Stücke von bedeutenden Florentiner Künstlern wie Michelangelo, Donatello und Luca della Robbia zu bewundern. Da wir mit dem, was wir bisher gesehen hatten gesättigt waren, haben wir das Museum nicht besucht.

Tipp

Wenn wir eine Stadt neu entdecken, machen wir gerne eine Stadtführung, um einen Überblick zu bekommen.

Bewährt hat sich für uns, eine Free-Walking-Tour zu buchen, die es mittlerweile in vielen Städten gibt. Die Guides sind sehr gut informiert, hochmotiviert und geben auch gerne Tipps zu außergewöhnlichen Locations. Free sind die Touren nicht wirklich, da die Teilnehmenden am Ende der Tour einen Obulus nach ihrem Ermessen zahlen.

In Florenz haben wir mit diesem Anbieter gute Erfahrungen gemacht.

Brauner Turm der Signoria.

Auch die weltliche Macht hat gerne einen Turm

Piazza della Signoria

Wenige Schritte von der Piazza del Duomo entfernt liegt das weltliche Zentrum von Florenz, die Piazza della Signoria. Beherrscht wird der Platz vom gotischen Palazzo Vecchio, über dem sich der 94 Meter hohe Turm in den Himmel reckt. Zusammen mit der Kuppel des Doms ist er das zweite charakteristische Bauwerk, das Florenz seine typische Silhouette verleiht. An das gotische Erstlings-Bauwerk erinnern die spitzbogigen Fenster und die Zinnen des Wehrgangs. Später wurde der Palazzo im Stil der Frührenaissance modernisiert.

Der Palazzo Vecchio war Sitz der Vertreter der Stadtrepublik und wurde später von den Medici als Palast genutzt. Nachdem diese ihren Wohnsitz in den Palazzo Pitti verlegt hatten, erhielt er seinen heutigen Namen „Alter Palast“.

Palazzo Vecchio mit Turm.

Ein weiteres Wahrzeichen von Florenz

Die Prachträume des Palazzo Vecchio können besichtigt werden – wenn nicht gerade eine Großveranstaltung stattfindet. Das ist leider zum Zeitpunkt unseres Besuchs der Fall. So können wir das Gebäude nur von außen betrachten. Auch der gesamte Platz wird von einer großen, abgetrennten Veranstaltungsfläche in Beschlag genommen.

Eine der größten Attraktionen Florenz steht vor dem Palast: An der Ostseite steht vor dem Eingang die weltberühmte Statue des David von Michelangelo. Es ist natürlich eine Kopie, das Original steht wohlbehütet in der Accademia. Auf der Piazza della Signoria leisten David weitere hochkarätige Kunstwerke Gesellschaft – wie der Herkules, der Neptunbrunnen und Donatellos steinerne Löwen.

Statue des David vor dem Palazzo Vecchio.

Der weltberühmte David

Lesetipp

Wer in Florenz ist, kommt an Michelangelo nicht vorbei. Ich nutze gerne die Gelegenheit, mit Büchern in historische Zeiten des Ortes einzutauchen, an dem ich gerade bin.

Empfehlen kann ich den Roman „Michelangelo“ von Irving Stone*

Das Leben in der Renaissance, die Medici-Familie, die Rivalitäten und Freundschaften mit anderen Künstlern der Epoche werden in einem bunten Zeitgemälde vorgestellt.

An der Südseite der Piazza steht die Loggia dei Lanzi, deren bauliches Vorbild aus San Gimignano stammt. Gebaut wurde die elegante Arkadenhalle als Empfangssaal der Signoria. Die Medici wandelten sie zur Kunstausstellung um, was sie noch heute ist. Besonders beeindruckend ist die Bronzestatue des Perseus, der den abgeschlagenen Kopf der Medusa in die Höhe reckt.

Bronzestatue hält abgeschlagenen Kopf hoch.

Perseus in der Loggia dei Lanzi

Infos zum Palazzo Vecchio

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  • Adresse: Piazza della Signoria
  • Öffnungszeiten: Apr – Sep 9 – 23, sonst 9 – 19, Do 9 – 14 Uhr
  • Turmbesteigung 9 – 21, Winter 10 – 17, Do immer bis 14 Uhr
  • Eintrittspreise: Museum/Turm je 10 Euro, Kombiticket 14 Euro

Ponte Vecchio

Von der Piazza della Signoria wenden wir uns Richtung Arno. Wir laufen an den weltberühmten Uffizien vorbei, vor denen auch zu Corona-Zeiten eine Warteschlange ansteht. Allerdings ist diese in „normalen“ Zeiten wohl noch viel länger. Vor den Säulengängen sind Statuen der berühmtesten Florentiner Künstler aufgestellt – von Michelangelo bis zu Donatello blicken sie würdevoll auf uns herab.

Statue des Michelangelo in einer Mauernische vor den Uffizien.

Hier guckt uns Michelangelo zu

Durch einen Bogen verlassen wir den Bereich und stehen schon am Ufer des Flusses.

Infos zu den Uffizien

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  • Adresse: Piazzale degli Uffizi 6
  • Öffnungszeiten: Di – So 8:15 – 18:50, Jun – Sep Di bis 22:00
  • Eintrittspreise: 21 Euro, am besten vorher reservieren
  • Infos und Reservierung: Homepage in Englisch

Vom Palazzo Vecchio aus führt ein überdachter Gang zum Arno, über den Ponte Vecchio und zum Palazzo Pitti. Die Medici ließen den Vasari-Korridor erbauen, um jederzeit ungestört und ungesehen zwischen den Orten wechseln zu können.

Am Ufer des Arno gehen wir ein Stück unter den Arkaden, die diesen Gang tragen entlang und erreichen nach wenigen Metern den berühmten Ponte Vecchio. Die Brücke ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Florenz.

Brücke Ponte Vecchio mit Häusern darauf gebaut.

Ponte Vecchio

Bis 1333 überquerte hier eine Holzbrücke den Fluss, bis sie bei einem der Hochwasser des Arnos weggerissen wurde. Die statt dessen errichtete steinerne Brücke ist rechts und links bebaut. Ganz früher hatten hier die Fleischer ihre Läden. Doch die vornehmen Medici störten sich am wenig erbaulichen Gestank, der von dem Gewerbe ausging. So ließen sie die Fleischer umziehen und sorgten dafür, dass statt ihrer Goldschmiede und Juweliere die Läden übernahmen. Das war doch viel stylischer. Auch heute noch wird auf dem Ponte Vecchio Schmuck und Blingbling angeboten.

Der Ponte Vecchio ist ein wahrer Touristenmagnet. Willst du die Brücke halbwegs ungestört erleben, solltest du frühmorgens kommen.

Reiseführer-Tipp

Uns gefallen sehr gut die Reiseführer aus dem Reise-Know-How-Verlag, da sie auf Individualreisende spezialisiert sind. So gibt es auch mal Tipps abseits der Haupt-Ströme.

Für Florenz gibt es den handlichen Reise Know-How CityTrip Florenz*

Im Reise Know-How Toskana Reiseführer Reise Know-How Reiseführer Toskana* ist ebenfalls ein umfangreiches Kapitel über Florenz enthalten, das uns völlig ausgereicht hat.

Wenn du sehr kunstinteressiert bist, ist für dich der DuMont Kunst Reiseführer Florenz* die beste Wahl.

San Lorenzo

Die Kirche von San Lorenzo ist eines der größten Gotteshäuser in Florenz. Durch die ungeschmückte Sandsteinfassade hat sie einen ganz eigenen Charakter. Michelangelo hatte zwar im Auftrag der Medici eine Fassade entworfen, diese wurde aber nie realisiert.

Kirche mit einfacher Sandsteinfassade.

Bis heute von außen schlicht: San Lorenzo

San Lorenzo war die Pfarrkirche der Medici. Ein Grund, warum viele der Medici den Vornamen Lorenzo trugen. Die Medici beauftragten Brunelleschi mit dem Umbau der vorigen romanischen Kirche. Brunelleschi entwarf eine architektonische Sensation: den ersten Renaissance-Kirchenbau. So wird das Langhaus von strengen geometrischen Formen dominiert, alles ist auf eine Zentralperspektive ausgerichtet.

Brunelleschi erlebte nur den Bau der Alten Sakristei, in der einige prächtige Grabmale der Medici ihren Platz gefunden haben. Nach seinem Tod setzten Brunelleschis Schüler den Bau der Kathedrale nach seinen Plänen fort.

Neben den schier endlosen Säulenreihen beeindrucken zwei Bronzekanzeln von Donatelli, auf der biblische Szenen dargestellt sind. Die beiden rechteckigen Kanzeln werden von hohen, filigranen Pfeilern gehalten. Wir fragen uns, wie der Priester dort hinaufkam, denn eine Treppe ist nicht zu erkennen.

Neben der Kirche gehört zu dem Komplex die Schatzkammer und die Biblioteca Laurenziana, die ebenfalls besichtigt werden können.

Infos zu San Lorenzo

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  • Adresse: Piazza San Lorenzo
  • Öffnungszeiten: Mrz – Okt Mo – Sa 10 – 17:30, So 13:30 – 17:30; Winter Mo – Sa 10 – 17:30
  • Eintrittspreise: Kirche und Schatzkammer 6 €, Kirche, Schatzkammer und Bibliothek 8,50 €

Tipp

Ganz in der Nähe von San Lorenzo liegt der Mercato Centrale. Die Hallen wurden nach dem Vorbilder der Pariser Markthallen erbaut. In der unteren Etage bieten Händler alles an, was du dir an italienischen Lebensmitteln vorstellen kannst. Direkt kosten und genießen kannst du in der 1. Etage, wo zahlreiche Imbiss-Stände locken.

Öffnungszeiten: Mo – Fr 7 – 14, Sa 7 – 17 Uhr, Imbiss-Stände 10 – 24 Uhr

Capelle Medicee (Medici-Kapellen)

Die nächste Attraktion liegt gleich um die Ecke: Die Medici-Kapellen bestehen aus der Fürstenkapelle Capella dei Principe und der von Michelangelo gestalteten Neuen Sakristei.

Baulich gehören die Kapellen zum Komplex von San Lorenzo, werden aber als eigenes Museum geführt. Daher gibt es einen separaten Eingang an der Rückseite von San Lorenzo.

Kuppeln von San Lorenzo vor blauem Himmel.

Die Kuppeln der Medici-Kapellen

Durch die Krypta der Kirche, in der zahlreiche bürgerliche Medici ihre bescheidene letzte Ruhestätte fanden, geht es hinauf in die Fürstenkapelle. Was für ein Prunk erwartet uns hier! Bunter Marmor, mächtige Granitsarkophage unter einer bunt ausgemalten Kuppel zeugen von der Macht der Familie Medici. Sechs Medici-Fürsten liegen hier standesgemäß beerdigt.

Dagegen wirkt die Neue Sakristei geradezu schlicht. In hellem Marmor gestaltete Michelangelo diese Grabkapelle. Vier Medici liegen hier (zwei Lorenzos und zwei Giulianos). Die beiden gigantischen Sarkophage mit überlebensgroßen Figuren darauf sind ein meisterhaftes Werk von Michelangelo.

Infos zum Museo delle Capelle Medicee

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  • Adresse: Piazza Madonna degli Aldobrandini
  • Öffnungszeiten: tgl. 8:15 – 14:00, geschlossen 2. u. 4. Sonntag und 1.,3., u. 5. Montag im Monat
  • Eintrittspreise: 14 €, am besten hier vorbestellen

Santa Croce

Eine der in unseren Augen schönsten Kirchen in Florenz ist Santa Croce.

Kirche mit weißer Fassade vor blauem Abendhimmel.

Santa Croce zur blauen Stunde

Der große Platz vor Santa Croce lässt einen freien Blick auf die bunte Marmorfassade zu. Diese wurde zwar erst im 19. Jahrhundert gestaltet, während die Kirche selbst aus dem 14. Jahrhundert stammt. Sie gehörte zum Franziskanerkloster.

Vor der Kirche steht ein Denkmal Dante Aleghieris, der mit gerafftem Umhang von seinem Sockel auf uns herabblickt. Der berühmte Dichter wurde in Florenz geboren, starb aber im Exil in Ravenna, wo er begraben ist. Daher ist in der Kirche Santa Croce nur ein Kenotaph – ein leeres Scheingrab – für Dante aufgestellt.

Andere prominente Bürger von Florenz haben dagegen ihre letzte Ruhestätte in Santa Croce gefunden. Du kannst hier die Grabmale von Michelangelo, Ghiberti, Macchiavelli und Rossini bewundern. Auch an Fresken und Statuen bekannter Künstler mangelt es nicht in der Kirche.

Durch einen Seitenausgang gelangen wir in den Kreuzgang des ehemaligen Klosters, in dem eine angenehm ruhige Atmosphäre herrscht. Im Refektorium beeindruckt uns ein großes Abendmahls-Fresko, das die gesamte Wand einnimmt.

Kreuzgang und schlanker Kirchturm.

Angenehm ruhig ist es im Kreuzgang neben Santa Croce

Infos zu Santa Croce

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  • Adresse: Piazza Santa Croce 16, Eingang Largo Bargellini
  • Öffnungszeiten: Mo – Sa 11 – 17, So 13 – 17 Uhr
  • Eintrittspreise: Kirche und Museum 8 €
  • weitere Infos: Homepage auf Englisch

Piazza Santo Spirito

Schmale Gasse in Florenz.

Typische Gasse in Oltrearno

Wir begeben uns nun nach Oltrarno, dem Stadttteil auf der der Altstadt gegenüberliegenden Seite des Flusses. Hat man das Gewusel auf dem Ponte Vecchio erstmal hinter sich gelassen, wird es deutlich ruhiger. Durch schmale Gässchen und über holpriges Pflaster laufen wir zur Piazza Santo Spirito. Kleine Lokale rahmen den Platz, in der Mitte plätschert leise ein Brunnen. Genau die richtige Atmosphäre, um sich bei gutem Essen und einem Schluck Wein ein wenig von der Stadtbesichtigung zu erholen.

Platz mit großem Brunnen im Vordergrund, hinten steht eine Kirche.

Piazza Santo Spirito

Am Ende des Platzes steht die Kirche Santo Spirito. Von außen zeigt sie eine schlicht verputzte Fassade, innen überrascht die reine Renaissance-Gestaltung. Auch diese Kirche wurde von Brunelleschi entworfen, auch bei dieser Kirche erlebte er die Fertigstellung nicht mehr.

Berühmt ist Santo Spirito, weil hier – neben Werken anderer Künstler – eines der frühen Meisterwerke Michelangelos zu sehen ist. Das Kruzifix hängt heute in der Sakristei. Michelangelo soll in dieser Kirche bzw. im dazugehörigen Augustinerkloster verbotenerweise anatomische Studien an Leichen ausgeführt haben. Damit wollte er tiefgehende Kenntnisse erwerben, um seine menschlichen Skulpuren perfekt darstellen zu können. Das ist ihm wohl gelungen.

Für einen für Florenz erstaunlich günstigen Eintrittspreis von 2 Euro kannst du Kirche, Kreuzgang, das Refektorium mit alten Fresken besichtigen und den Turm besteigen.

Infos zu Santo Spirito

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  • Adresse: Piazza Santo Spirito
  • Öffnungszeiten: Mo – Sa (außer Mi) 10 – 13, 15 – 18; So 11:30 – 13:30, 15 – 18
  • Eintrittspreise: 2 Euro

Palazzo Pitti

In Oltrearno findest du ein weiteres Schwergewicht unter den Sehenswürdigkeiten von Florenz. Der Palazzo Pitti mit dem anschließenden Boboli-Garten gehört zu den beliebtesten Attraktionen und ist entsprechend besucht.

Im 15. Jahrhundert wurde der Palazzo Pitti von einem reichen Händler errichtet. Auch bei diesem Gebäude war Brunelleschi der Architekt. 100 Jahre später waren die Pitti in Ungnade gefallen und der Palast geriet in den Besitz der Medici. Sie bauten das ohnehin schon repräsentative Gebäude zur imposanten dreiflügeligen Anlage aus. Hier endet (oder beginnt) der Vasari-Korridor, den die Medici errichten ließen, um unbehelligt über den Ponte Vecchio und die Uffizien zum Palazzo Vecchio zu gelangen.

Im 19. Jahrhundert diente der Palazzo Pitti als florentinische Residenz des italienischen Königs.

Im Palazzo Pitti findest du heute eine Reihe hochkarätiger Ausstellungen:

  • Galleria Palatina mit Werken von Raffael, Tiziano, Corregio, Rubens und weiteren Künstlern der Renaissance
  • Königliche Gemächer
  • Galerie der Modernen Künste von Klassizismus bis Neo-Klassizismus
  • Schatzkammer der Medici
  • Kostümgalerie mit 6000 historischen Kostümen

Infos zum Palazzo Pitti

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  • Adresse: Piazza Pitti
  • Öffnungszeiten: Di – So 8:30 – 19 Uhr
  • Eintrittspreise: 13 Euro
  • weitere Infos: Homepage in Englisch

Boboli-Garten

Künstliche Grotte im Boboli-Garten.

Durchs Gitter erhaschen wir einen Blick auf die Buontalenti-Grotte im Boboli-Garten

Auch der Boboli-Garten wurde von den Medici angelegt. Im Gelände eines ehemaligen Steinbruchs entstand ein weitläufiger Park mit Grotten, Skulpturen, Springbrunnen und verschiedenen Themengärten. Für standesgmäße Feiern wurde auch ein Amphitheater gebaut.

Da wir keine Zeit gefunden haben, durch den weitläufigen Park zu flanieren, empfehlen wir dir den Bericht von Ilona über den Zauber des Boboli-Gartens.

Infos zum Boboli-Garten

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  • Adresse: Piazza Pitti
  • Öffnungszeiten: Apr – Sep 8:30 – 18:30, im Winter kürzer
  • Eintrittspreise: 9 Euro
  • weitere Infos: Homepage auf Englisch

San Miniato del Monte

Wir bleiben im Oltrearno und steigen nun hügelaufwärts. Einen schönen Blick au Florenz hat man von der Piazzale Michelangelo. Auf dem riesigen Platz steht eine weitere Kopie von Michelangelos David. Hier ist allerdings schon ordentlich was los, denn der Platz ist kein Geheimtipp und auch bei den Florentinern beliebt.

Kirche und Kloster im Abendlicht.

Schöner Platz, um den Sonnenuntergang zu genießen: San Miniato del Monte

Deswegen überqueren wir die Straße und steigen weiter hinauf, an einer kleinen gelben Kapelle vorbei, bis wir unter duftenden Pinienbäumen entlang San Miniato del Monte erreichen.

Von hier oben schweift der Blick über die ziegelroten Dächer von Florenz, aus denen die gigantische Kuppel des Doms und schlanke Turm des Palazzo Vecchio herausragen. Aus dieser Perspektive kann man erst erfassen, welche ungeheuren Ausmaße der Dom hat und was für eine Meisterleistung es gewesen sein, diese Kuppel zu errichten.

Blick von oben über Florenz mit Dom und Campanile.

Was für ein Ausblick!

Die aus dem 11. Jahrhunderte stammende Kirche San Miniato del Monte lohnt ebenfalls einen Blick. Hier finden wir eine wirklich alte Marmorfassade aus weißen und grünen Streifen, die um 1100 errichtet wurde. Im Inneren des Gotteshauses gibt es schöne Fresken und einen ornamentierten Intarsienboden zu bewundern.

Infos zu San Miniato del Monte

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  • Adresse: Via Monte alle Croci
  • Öffnungszeiten: Mo – Sa 9:30 – 19 Uhr (17:30 Messe), So 12:30 – 17 Uhr
  • Eintrittspreise: frei