Ein Jahr Welt­rei­se – was kos­tet das?

Die­se Fra­ge haben wir uns natür­lich wäh­rend der Pla­nung unse­rer Welt­rei­se auch gestellt. Und eben­so natür­lich gibt es kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort dar­auf. So vie­le Fak­to­ren müs­sen berück­sich­tigt wer­den:

  • in wel­che Län­der möch­te ich rei­sen?
  • was sind mei­ne Ansprü­che in punc­to Unter­kunft und Essen?
  • wie will ich mich fort­be­we­gen?
  • wie­vie­le Sehens­wür­dig­kei­ten muss ich sehen?

Außer­dem müs­sen noch even­tu­ell zu Hau­se anfal­len­de Kos­ten berück­sich­tigt wer­den:

  • behal­te ich mei­ne Woh­nung und zah­le die Mie­te?
  • fin­de ich einen Unter­mie­ter für mei­ne Woh­nung?
  • falls ich die Woh­nung auf­lö­se, fal­len Kos­ten für Ein­la­ge­rung von Möbeln etc. an?
  • muss ich Bei­trä­ge für Ver­si­che­run­gen wei­ter bezah­len?
  • sind Ange­hö­ri­ge auf Unter­halts­zah­lun­gen von mir ange­wie­sen?

Du siehst, es gibt vie­les zu beach­ten. Die Kos­ten, die bei dir zu Hau­se anfal­len, kannst du ganz gut abschät­zen. Anders sieht es aus mit den eigent­li­chen Rei­se­kos­ten. Es gibt ver­schie­de­ne Sei­ten im Inter­net, wo du Lebens­hal­tungs­kos­ten ein­zel­ner Län­der nach­schau­en kannst. Dar­über hin­aus gibt es eini­ge Rei­se­b­log­ger, die ihre Aus­ga­ben ver­öf­fent­li­chen. Am bes­ten, du schaust dir meh­re­re Quel­len an, um einen unge­fäh­ren Ein­druck zu erhal­ten.

Mit die­sem Arti­kel wol­len wir dazu bei­tra­gen und stel­len dir unse­re Rei­se­kos­ten für ein Jahr Welt­rei­se vor.

Die Län­der unse­rer Welt­rei­se

Auf unse­rer Rei­se­rou­te lagen teu­re und güns­ti­ge Län­der. Wir haben ver­sucht, einen guten Mix aus bei­den zu fin­den, um die Rei­se­kas­se im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Fol­gen­de Län­der haben wir besucht:

  • Argen­ti­ni­en
  • Boli­vi­en
  • Peru
  • Chi­le
  • Aus­tra­li­en
  • Neu­see­land
  • Thai­land
  • Myan­mar
  • Kam­bo­dscha
  • Laos
  • Viet­nam (nur eine Woche in Hanoi, also nicht unbe­dingt reprä­sen­ta­tiv)

Mit Aus­tra­li­en und Neu­see­land sind zwei der Lebens­hal­tungs­kos­ten-Schwer­ge­wich­te am Start. Die Län­der Süd­ost­asi­ens gel­ten als güns­ti­ge Län­der, viel­leicht mit Aus­nah­me Myan­mars. In Süd­ame­ri­ka bewegt man sich im mitt­le­ren bis güns­ti­gen Preis­be­reich. Chi­le und Argen­ti­ni­en gel­ten als teu­rer, Peru und ins­be­son­de­re Boli­vi­en als güns­tig.

Unser Rei­se­stil

Wir brau­chen weder Ster­ne-Hotels noch Ster­ne-Restau­rants. Den­noch ist uns ein gewis­ser Kom­fort wich­tig. Mit Mit­te Fünf­zig wol­len wir nicht mehr unbe­dingt im Dorm schla­fen. Daher buchen wir in der Regel ein Dop­pel­zim­mer mit eige­nem Bad im Hos­tel oder ein­fa­chen Hotel. Auch eine AirB­nb-Woh­nung bezie­hen wir ger­ne. Wenn es war­mes Was­ser zum Duschen gibt, erfreut uns das auch.

Schön bunt: Guest­house in Ayutt­ha­ya

In einer Woh­nung oder einem Hos­tel mit Küche ver­sor­gen wir uns ger­ne sel­ber. Wir genie­ßen es, auf ein­hei­mi­schen Märk­ten fri­sche Lebens­mit­tel ein­zu­kau­fen und uns ein schmack­haf­tes Essen zuzu­be­rei­ten. Ansons­ten suchen wir Loka­le auf, in denen auch die Ein­hei­mi­schen ver­keh­ren. Ein schi­ckes Restau­rant mit wei­ßer Tisch­de­cke muss es für uns nicht sein, wir lie­ben das loka­le Flair. Auch an Gar­kü­chen auf Märk­ten und Stra­ßen haben wir uns mehr und mehr her­an­ge­wagt.

Vor Ort bewe­gen wir uns zu Fuß oder mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln fort. Ein Taxi neh­men wir nur, wenn es unum­gäng­lich ist. Unum­gäng­lich ist bei uns die Taxi­fahrt vom und zum Flug­ha­fen oder Bus­bahn­hof. Mit dem gro­ßen Gepäck wol­len wir uns nicht in öffent­li­chen Bus­sen pla­gen.

Die Stre­cken von Ort zu Ort bewäl­ti­gen wir meis­tens mit Über­land­bus­sen, manch­mal auch mit dem Zug. Bei sehr lan­gen und unbe­que­men Stre­cken ent­schei­den wir uns schon mal für einen natio­na­len Flug.

Reisekosten Bus

Bus von Kam­bo­dscha nach Laos

In Aus­tra­li­en und Neu­see­land waren wir über­wie­gend mit einem Cam­per­van unter­wegs. Der war also Trans­port­mit­tel und Unter­kunft in einem.

Uns inter­es­sie­ren Kul­tur und Natur eines frem­den Lan­des. Aller­dings ent­de­cken wir das am liebs­ten auf eige­ne Faust. Daher haben wir Tou­ren nur in Aus­nah­me­fäl­len gebucht. Ein­trit­te für Sehens­wür­dig­kei­ten fal­len natür­lich auch dann an, wenn man indi­vi­du­ell unter­wegs ist.

Unse­re Rei­se­kos­ten im Über­blick

Wir haben unter­wegs knapp 16.000 Euro pro Per­son aus­ge­ge­ben. Dazu kom­men die Kos­ten für das Round-the-World-Ticket in Höhe von 3.500 Euro (inklu­si­ve Umbu­chungs­ge­büh­ren, die du dir spa­ren kannst, wenn du bes­ser planst als wir). 410 Euro haben wir für die Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung für ein Jahr bezahlt.

Alles in allem haben wir also

20.000 Euro pro Per­son

für ein Jahr Welt­rei­se aus­ge­ge­ben. Damit sind wir in dem Rah­men geblie­ben, den wir uns gesetzt hat­ten.

Hier haben wir unse­re Kos­ten nach Län­dern auf­ge­lis­tet. Detail­lier­te Aus­wer­tun­gen zu den ein­zel­nen Län­dern gibt es hier.Gesamtkosten Weltreise

 

Die Tabel­le zeigt die Aus­ga­ben pro Per­son in Euro, die wir in jeder Kate­go­rie pro Land hat­ten. Da die Kos­ten ja nicht nur von den Prei­sen, son­dern auch von der Auf­ent­halts­dau­er abhän­gen, haben wir in der letz­ten Zei­le die Kos­ten pro Tag aus­ge­wie­sen.

Wenig über­ra­schend sind Neu­see­land und Aus­tra­li­en die Spit­zen­rei­ter, was die Tages­kos­ten angeht. Uns hat über­rascht, dass der Unter­schied zwi­schen Aus­tra­li­en und Neu­see­land aber auch noch mal gewal­tig ist.

Eben­so wenig über­ra­schend ist, dass die asia­ti­schen Län­der, vor allem Thai­land, Laos und Viet­nam güns­tig zu berei­sen sind. Kam­bo­dscha war etwas teu­rer und Myan­mar wie erwar­tet noch mal etwas teu­rer. Alles aber güns­ti­ger als die süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­der.

In Süd­ame­ri­ka hat uns gewun­dert, dass unse­re Tages­kos­ten in allen vier bereis­ten Län­dern unge­fähr gleich waren. Wir hät­ten damit gerech­net, dass Argen­ti­ni­en und Chi­le teu­rer sind als Peru und Boli­vi­en.

Tages­kos­ten unse­rer Welt­rei­se

Um einen genaue­ren Blick auf die ein­zel­nen Kos­ten­ar­ten wer­fen zu kön­nen, haben wir eine Auf­stel­lung der Kos­ten pro Tag und Kate­go­rie erstellt:

Weltreise Durchschnittskosten

 

Hier kann man sehr gut erken­nen, in wel­chen Berei­chen die Kos­ten­trei­ber lie­gen. Die Mie­te für den Cam­per­van in Aus­tra­li­en und Neu­see­land haben wir gleich­mä­ßig auf die Kate­go­ri­en Unter­kunft und Trans­port auf­ge­teilt. Dazu kom­men jeweils Sprit und Cam­ping­ge­büh­ren.

Auch Cam­ping hat sei­nen Preis

In Peru hat die Besich­ti­gung von Machu Pic­chu die Kos­ten für Sights ordent­lich in die Höhe getrie­ben. Eine Erklä­rung, war­um das eigent­lich als preis­güns­tig bekann­te Land nicht bil­li­ger war als Argen­ti­ni­en und Chi­le. In Boli­vi­en haben wir uns nur kurz auf­ge­hal­ten. Wegen Pro­tes­ten auf den Stra­ßen buch­ten wir einen Inlands­flug statt den güns­ti­gen Bus. Zudem hat­ten wir in La Paz und auf der Isla del Sol rela­tiv teu­re Unter­künf­te.

In Asi­en sieht man, dass der Trans­port sehr güns­tig ist. Der Aus­rei­ßer in die­ser Kate­go­rie bei Myan­mar ist wie­der auf teu­re Inlands­flü­ge zurück­zu­füh­ren, die wir uns aus Grün­den des Kom­forts gegönnt haben.

Per Flie­ger über Myan­mar

Sehr güns­tig waren die Ein­trit­te für Sehens­wür­dig­kei­ten in den süd­ost­asia­ti­schen Län­dern. Beson­ders in Thai­land, wo wegen des Trau­er­jahrs für den ver­stor­be­nen König alle staat­li­chen Stät­ten kos­ten­frei zu besich­ti­gen waren. In Kam­bo­dscha schlug natür­lich der hor­ren­de Ein­tritt für Ang­kor Wat zu Buche. Ansons­ten waren die Ein­trit­te dort eben­falls güns­tig. Und Neu­see­land war nicht etwa im Bereich Muse­en und Tou­ren beson­ders preis­wert. Der nied­ri­ge Betrag dort ist dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass wir uns oft die teu­ren Ein­trit­te und Exkur­sio­nen ver­knif­fen haben.

Inter­es­sant ist, dass wir für Essen über­all unge­fähr das glei­che aus­ge­ge­ben haben. In Län­dern mit hohen Lebens­hal­tungs­kos­ten haben wir uns selbst ver­sorgt und viel gekocht. In Süd­ame­ri­ka hat­ten wir einen Mix aus Selbst­ver­sor­gung und essen gehen, wäh­rend in Asi­en nur Fremd­ver­sor­gung mög­lich war. Der Betrag in Myan­mar ist nur schein­bar nied­ri­ger: dort war das Früh­stück immer im Über­nach­tungs­preis ent­hal­ten, in den ande­ren Län­dern in der Regel nicht.

Reisekosten Markt Bolivien

Markt­an­ge­bot in Boli­vi­en

Die Vier­tel-Faust­re­gel

Wenn du im Inter­net nach Rei­se­kos­ten recher­chierst, wirst du frü­her oder spä­ter auf die Vier­tel-Regel sto­ßen. Die besagt, dass du unab­hän­gig vom Rei­se­land etwa je ein Vier­tel dei­ner Aus­ga­ben in fol­gen­den vier Spar­ten aus­gibst:

  • Unter­kunft
  • Essen
  • Sight­see­ing und Trans­port
  • Sons­ti­ges

Ein Vier­tel unse­rer Rei­se­kos­ten für Sons­ti­ges?? Also Zahn­bürs­te, Taschen­tü­cher, Medi­ka­men­te, Son­nen­milch, Wäsche und was sonst noch? Wie soll ich das schaf­fen? Wir haben schon gedacht, wir hät­ten rela­tiv viel in die­er Kate­go­rie aus­ge­ge­ben, weil wir immer wie­der unse­re ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Medi­ka­men­te nach­kau­fen muss­ten, die – Sur­pri­se! – nir­gend­wo auf der Welt bil­lig waren.

Reisekosten Apotheke

Kam­bo­dscha­ni­sche Apo­the­ke

Wenn ich die pro­zen­tua­le Ver­tei­lung unse­rer Rei­se­kos­ten angu­cke sieht das so aus:

  • Unter­kunft 34%
  • Essen 20%
  • Sight­see­ing 12%
  • Trans­port 25%
  • sons­ti­ges 9%

Und ent­ge­gen der Regel war das auch nicht in jedem Land gleich.

Fol­gen­de Aus­rei­ßer von unse­rem Schnitt gab es:

  • Unter­kunft: Argen­ti­ni­en 39%, Neu­see­land 40%, Peru 19%
  • Essen: Laos 39%, Viet­nam 38%, Thai­land 33%, Neu­see­land 13%, Aus­tra­li­en 16%
  • Sight­see­ing: Peru 41% (Machu Pic­chu!), Neu­see­land und Thai­land je 3%, Laos 5%
  • Trans­port: Neu­see­land 39%, Aus­tra­li­en 30%, Myan­mar 33% (Flü­ge), Viet­nam 10% (nur in Hanoi), Peru, Chi­le und Thai­land je 13%, Kam­bo­dscha 14%
  • Sons­ti­ges: Thai­land 20%, Myan­mar 4%

Also, ver­giss die Vier­tel-Regel!

 

 

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