Auf Rei­sen kannst du viel Inter­es­san­tes, Beglü­cken­des, Her­aus­for­dern­des, Berei­chern­des und ähn­li­ches erle­ben. Aber auch ver­rück­te Rei­se-Erleb­nis­se gehö­ren zu den immer wie­der ger­ne erzähl­ten Anek­do­ten.

Nico und Ina vom Blog Mit Kind im Ruck­sack rufen zu einer Blog­pa­ra­de auf unter dem Titel „Dein ver­rück­tes­tes Rei­se-Erleb­nis”. Da machen wir ger­ne mit und prä­sen­tie­ren dir hier unse­re ver­rück­tes­ten Erleb­nis­se mit Tie­ren.

Die Coatí-Ban­de an den Igua­zú-Fäl­len

Coatís oder Nasen­bä­ren bevöl­kern den Dschun­gel rund um die Igua­zú-Fäl­le. Längst haben die klei­nen Schlau­mei­er her­aus­ge­fun­den, dass es viel ein­fa­cher ist, sich von ent­zück­ten Tou­ris­ten füt­tern zu las­sen als müh­sam selbst auf Nah­rungs­su­che zu gehen. Dabei ent­wi­ckel­ten sie im Lau­fe der Zeit eine gewis­se Anspruchs­hal­tung, um nicht zu sagen Stra­ßen­räu­ber-Men­ta­li­tät.

Auf der Ter­ras­se des Fast-Food-Restau­rants auf der bra­si­lia­ni­schen Sei­te der Igua­zú-Fäl­le streu­nen die Coatís als Ban­den um die Tische. Ein Ange­stell­ter ist mit dem ver­ant­wor­tungs­vol­len Job betraut, mit einer ras­seln­den Fla­sche, die an einen Stock gebun­den ist, die flau­schi­gen Räu­ber zu ver­trei­ben. Er kann natür­lich nicht über­all gleich­zei­tig sein.

Vier jun­ge Män­ner set­zen sich mit ihren Tabletts vol­ler Pom­mes und Bur­ger an unse­ren Nach­bar­tisch. Der Ras­sel-Mann ist gera­de an der ande­ren Sei­te der Ter­ras­se beschäf­tigt und blitz­schnell nähern sich zwei, drei Coatís dem Tisch. Einer springt zwi­schen zwei der Män­ner auf die Bank und nutzt die Über­ra­schung, um mit dem nächs­ten Satz auf dem Tisch zu lan­den. Mit zwei geziel­ten Pfo­ten­hie­ben fegt er die Tabletts vom Tisch, wäh­rend die Män­ner ent­setzt auf­sprin­gen. Ein Tablett kön­nen sie ret­ten und ver­zie­hen sich ins Inne­re des Restau­rants, wäh­rend die Coatís sich genüß­lich über ihre Beu­te her­ma­chen.

Coati auf Restauranttisch

Hier wer­den die letz­ten Pom­mes ein­ge­sam­melt

Der auf­dring­li­che Papa­gei am Ama­zo­nas

In Peru ver­brin­gen wir eini­ge Tage im tro­pi­schen Ama­zo­nas­ge­biet. Von Puer­to Mal­do­na­do aus geht es zu einer Lodge im Dschun­gel. Ich lie­ge gera­de genüß­lich in einer Hän­ge­mat­te und lese, als der Haus-Papa­gei ange­flat­tert kommt. Wir wis­sen schon, dass es ein zah­mes Tier ist und sind ent­zückt, dass er sich so nahe an uns her­an­wagt. Kurz dar­auf hüpft er schon auf mei­ne Hän­ge­mat­te und stol­ziert am Rand auf und ab. Er beginnt sich für mei­nen Ebook-Reader zu inter­es­sie­ren und pickt dar­an her­um. Bis jetzt fin­de es ganz pos­sier­lich, doch so lang­sam wird der klei­ne Kerl frech und auf­dring­lich. Als er auch an mir rum­pi­cken will, wird es mir zuviel und ich ver­su­che, ihn zu vescheu­chen. Das ist gar nicht so ein­fach, denn offen­sicht­lich ist er von sei­nem Haus­recht über­zeugt. Selbst in unse­rem Zim­mer sind wir nicht vor dem grü­nen Viech sicher, denn statt einer Tür gibt es nur einen Vor­hang.

grüner Papagei auf Ebookreader

Ein lite­ra­risch inter­es­sier­ter Papa­gei?

Die nächs­ten Tage ach­ten wir sehr dar­auf, nicht noch ein­mal die Auf­merk­sam­keit der gefie­der­ten Ner­ven­sä­ge auf uns zu zie­hen!

Gefie­der­te Räu­ber im aus­tra­li­schen Out­back

Wenn du im Out­back unter­wegs bist, rech­nest du ja mit vie­len Gefah­ren tie­ri­scher Art. Aber doch nicht damit, dass dir dein Früh­stück vom Tel­ler geholt wird, sobald du ihm den Rücken zudrehst!

Gro­ße braun-graue Bower Birds hüp­fen fröh­lich um unse­ren Cam­per­van und füh­ren Balz­tän­ze auf, die uns oft zum Lachen brin­gen. Weni­ger lus­tig fin­den wir, dass sie dreist auf unse­rem Tisch lan­den, sobald wir ihn einen Moment aus den Augen las­sen. Ein­mal erbeu­tet der gefie­der­te Räu­ber ein Stück vom Toast­brot, ein ander­mal holt er sich einen Apfel­schnitz aus dem Müs­li.

Der Koo­ka­bur­ra ist deut­lich klei­ner als der Bower Bird, aber nicht weni­ger frech, wie wir in Bris­bane erfah­ren müs­sen. Nach einer Wan­de­rung am Mount Cook las­sen wir uns an einem Pick­nick­tisch im Wald nie­der, um unse­re mit­ge­brach­ten Bro­te zu ver­zeh­ren.

Kookaburra im Baum

Da sitzt er und guckt unschul­dig

„Guck mal, wie süß!”, freu­en wir uns, als wir einen Koo­ka­bur­ra und noch einen klei­ne­ren Koo­ka­bur­ra auf dem Ast eines Bau­mes ent­deck­ten. Was wir da noch nicht wis­sen: anschei­nend wur­de der Klei­ne gera­de im Fach „Tou­ris­ten über­fal­len” ange­lernt. Ich will gera­de in mein Käse­brot bei­ßen, da spü­re ich kurz ein fed­ri­ges Etwas an mei­ner Hand und schaue fas­sungs­los in die­sel­be, nun lee­re Hand – ohne Käse­brot! Das befin­det sich im Schna­bel des kecken Räu­bers. Der ist offen­sicht­lich Fein­schme­cker, denn das Brot lässt er fal­len und ver­zieht sich mit dem Käse in die siche­re Höhe des Bau­mes. So, Klei­ner, so macht man das!

Ach­tung Frö­sche!

Out­back ist Frosch­land müs­sen wir erfah­ren, als wir in Queens­land und im Nort­hern Ter­rito­ry unter­wegs sind.

Sei es, dass sie in der Däm­me­rung in Scha­ren über die Wie­se hüp­fen, so dass man schwer auf­pas­sen muss, auf kei­nen Frosch zu tre­ten. Oder sei es, dass sie ger­ne in Toi­let­ten baden. So vie­le Pfüt­zen gibt es im tro­cke­nen Busch halt nicht, da muss man als Frosch sehen, wo man bleibt. Im schlech­tes­ten Fall in der Toi­let­ten­spü­lung, wenn ein mensch­li­cher Benut­zer unbe­dacht abzieht.

Der Frosch in der Spüle

Der Frosch in der Spü­le

Auf dem Camp­ground in Pine Creek tref­fen wir ein Frösch­lein im Spül­be­cken der Camp­kü­che an. Durch leich­tes Anstup­sen ist es nicht zu bewe­gen, sei­nen Platz zu ver­las­sen. Also kommt der Soßen­löf­fel zum Ein­satz, mit des­sen Hil­fe wir das Frösch­lein behut­sam aus dem Spül­be­cken hin­aus in die Natur beför­dern.

Die Affen in Lop­bu­ri, Thai­land

Der Ort Lop­bu­ri in Thai­land ist bekannt wegen sei­nes Affen­tem­pels. Mit­ten in der Stadt gele­gen, ist er von Hor­den von Affen bevöl­kert. Genau wie die Coatís in Igua­zú haben die Affen eine Anspruchs­hal­tung gegen­über Tou­ris­ten ent­wi­ckelt, nach­dem sie immer wie­der von die­sen gefüt­tert wer­den.

Als wir uns dem Tem­pel nähern, der an einer vier­spu­rig befah­re­nen Stra­ße liegt, fal­len uns schon klei­ne Affen­grup­pen auf, die unbe­schwert auf der Stra­ße her­um­lau­fen. Die Autos brem­sen und kur­ven um sie her­um.

Am Ein­gang steht neben dem Kas­sen­häus­chen ein Motor­rol­ler, der offen­sicht­lich der Ange­stell­ten dort gehört. Auf und um den Rol­ler tum­meln sich ein Dut­zend jugend­li­che Äff­chen, die ihre Nasen in den Aus­puff ste­cken, sich im Außen­spie­gel bewun­dern oder ein­fach nur auf dem Gefährt her­um­tur­nen. Alle paar Minu­ten steckt die Frau aus dem Kas­sen­häus­chen einen Besen her­aus, um die Meu­te vom Rol­ler zu scheu­chen. Der Erfolg hält nur für Sekun­den an.

Kleiner Affe schaut in Auspuffrohr des Mopeds

Linus inspi­ziert den Aus­puff

Beson­ders nied­lich ist ein klei­nes Äff­chen, dass einen Lap­pen mit sich her­um­schleppt. Es erin­nert uns an Linus von den Pea­nuts, den mit der Schmu­se­de­cke. Das Äff­chen schleift den Lap­pen hin­ter sich her oder zieht ihn sich über den Kopf. Erfolg­reich ver­tei­digt es ihn gegen sei­ne Art­ge­nos­sen.

Kleiner Affe zieht sich Tuch über den Kopf

Linus in Akti­on

Im Gegen­satz zu eini­gen ande­ren Tou­ris­ten befol­gen wir die War­nun­gen und füt­tern die Affen nicht. Auch ver­su­chen wir, Abstand von ihnen zu hal­ten. Das ist aller­dings nicht ein­fach, denn die Affen ihrer­seits ver­su­chen das Gegen­teil. Ich tra­ge einen lan­gen, wei­ten Rock und spü­re plötz­lich, dass sich ein Affe dar­an hoch­zieht. Geis­tes­ge­gen­wär­tig dre­he ich mich im Kreis, so dass der Rock weit schwingt und der Affe sozu­sa­gen Ket­ten­ka­rus­sell fährt. Nach ein paar Sekun­den lässt er los. Anschei­nend mag er aber Karus­sell­fah­ren und springt mich noch ein paar Mal an.

Wie­der­auf­er­ste­hung eines Esels in Petra, Jor­da­ni­en

Wir erklim­men den Weg zum Hohen Opfer­platz in Petra. Ganz vor­ne, am Ran­de des Pla­teaus, hat man eine tol­le Aus­sicht über das Tal von Petra. Kurz bevor wir die Spit­ze errei­chen, sehen wir einen Esel. Er liegt auf der Sei­te und steckt die Bei­ne von sich. Wir machen uns Sor­gen um das arme Tier. Ich habe noch nie gese­hen, dass ein Esel so rum­liegt und befürch­te das Schlimms­te. Immer­hin zeigt die Bewe­gung der Flan­ken an, dass er noch atmet.

Da wir nicht wis­sen, was wir für das Grau­tier tun könn­ten, set­zen wir unse­ren Weg fort und las­sen uns schließ­lich an der Fels­kan­te nie­der. Zu unse­ren Füßen liegt das Wadi, wir sehen die Königs­grä­ber, den gro­ßen Tem­pel und die römi­schen Rui­nen. Wäh­rend wir den Aus­blick genie­ßen, neh­men wir einen klei­nen Snack zu uns.

Plötz­lich fällt von hin­ten ein Schat­ten über uns. Als wir uns umdre­hen, fin­den wir uns Nase an Nase mit dem wie­der­auf­er­stan­de­nen Esel. Schnell schlie­ßen wir die Dose mit den Nüss­chen, ehe der Esel sei­ne Schnau­ze hin­ein­steckt und über­le­gen, ob Esel schon mal zu Mör­dern wer­den. Schließ­lich sit­zen wir etwas pre­kär über einem stei­len Abfall.

Gina und Esel schauen sich an

Auge in Auge mit dem hung­ri­gen Esel

Doch der Esel, nach­dem er erkennt, dass die Nüss­chen außer­halb sei­ner Reich­wei­te sind, wen­det sich unse­rem Hoch­glanz-Plan von Petra zu. Den haben wir hin­ter uns abge­legt. Wenig wäh­le­risch macht sich der Graue über den Pro­spekt her. Mit dem Huf hält er das Papier fest, wäh­rend er sich nach und nach genüß­lich ein­ver­leibt. Hof­fent­lich bekommt es ihm!

Hast du auch schon mal ver­rück­te Erleb­nis­se mit Tie­ren auf Rei­sen gehabt? Teil es uns ger­ne in den Kom­men­ta­ren mit!