Road­trip mit Ker­mit Tag 18 – 22

Kathe­ri­ne ist end­lich mal wie­der eine grö­ße­re Stadt. Das bedeu­tet, dass wir bei Woo­lies einen Groß­ein­kauf zum Auf­sto­cken unse­rer geschrumpf­ten Vor­rä­te machen. Wir fin­den einen Cam­pin­g­la­den, bei dem wir unse­re Gas­fla­sche auf­fül­len kön­nen und unse­ren Haus­halt um eine Spül­schüs­sel berei­chern. Bis­her muss­ten wir unser Geschirr immer kunst­voll gesta­pelt zum Spül­be­cken der Camp­kü­che balan­cie­ren…

Die größ­te Attrak­ti­on (außer dem Woo­lies ?) ist der Nit­mi­luk Natio­nal­park. Hier befin­det sich die Schlucht Kathe­ri­ne Gor­ge oder auch – nach dem alten Abori­gi­nal­na­men – Nit­mi­luk Gor­ge genannt.

Reise-Ringel und die Nitmiluk Gorge

Rei­se-Rin­gel und die Nit­mi­luk Gor­ge

Die Schlucht hat 13 durch Rapids von­ein­an­der getrenn­te Abschnit­te. Man kann viel Geld für Boots­rund­fahr­ten, Heli­ko­pter­flü­ge oder Kanu­mie­te aus­ge­ben. Bei der Kanu­mie­te über­le­gen wie kurz. Für einen Preis, für den man fast schon einen Sce­nic Flight bekommt, kriegt man einen klo­bi­gen Poly­est­er­zwei­er. Die­sen darf man in der zwei­ten Gor­ge (in der ers­ten gibt es mög­li­cher­wei­se Kro­ko­di­le, des­halb las­sen sie da die Tou­ris­ten nicht pad­deln) fluss­auf­wärts pad­deln, die Rapids zwi­schen zwei­ter und drit­ter Gor­ge hoch­tra­gen, um ein wenig in der drit­ten Gor­ge rum­zu­schip­pern und dann das Gan­ze wie­der zurück. Da wir Ende der Tro­cken­zeit haben, ist ver­mut­lich wenig Was­ser im Fluss und die Tra­ge­stre­cke ent­spre­chend lang. Also ent­schei­den wir uns lie­ber dafür, die Schlucht zu Fuß zu erkun­den. 

Vom Visi­tor Cen­ter aus sind ver­schie­de­ne Wan­der­we­ge mar­kiert, von 30 Minu­ten zum nächs­ten Loo­kout bis zu Mehr­ta­ges­wan­de­run­gen, bei denen man bis zur 13. Gor­ge vor­dringt. Wir ent­schei­den uns für eine vier­stün­di­ge Stre­cke. 

Zunächst geht es berg­auf bis zum ers­ten Loo­kout. Teil­wei­se sind Metall­git­ter­stu­fen vor­han­den, teils geht es über gro­be Fels­stu­fen hoch. An der Aus­sichts­platt­form ange­kom­men, erwar­tet uns ein schö­ner Blick in die ers­te Gor­ge und über die Hoch­ebe­ne jen­seits der Schlucht. 

Erster Lookout über die Schlucht

Ers­ter Loo­kout über die Schlucht

Wir fol­gen dem gut mar­kier­ten Weg wei­ter, zunächst wie­der von der Schlucht weg. Nach einer Wei­le errei­chen wir eine Weg­ga­be­lung. Hier steht ein gro­ßer Was­ser­tank, am dem der durs­ti­ge Wan­de­rer sei­nen Vor­rat auf­fül­len kann. An den Info­ta­feln wird immer wie­der dar­auf hin­ge­wie­sen, wie wich­tig Son­nen­schutz und aus­rei­chend Trink­was­ser für die Wan­de­rung im Busch sind. Unse­re Trink­bla­sen sind noch gut gefüllt, des­we­gen neh­men wie nur einen erfri­schen­den Schluck aus dem Was­ser­spen­der und fol­gen unse­rem Weg. 

Typische Bush-Vegetation

Typi­sche Bush-Vege­ta­ti­on

Die typisch gelb-grü­ne Vege­ta­ti­on der Savan­ne beglei­tet uns. Tro­cke­ne, gel­be Grä­ser, ein­zel­ne Bäu­me, strup­pi­ge Sträu­cher. Vie­le Bäu­me haben nur noch ver­trock­ne­tes, brau­nes Laub oder sind schon kahl, ande­re haben teils grü­ne, teils brau­ne Blät­ter. Schat­ten gibt es nur wenig. Über rote Erde zieht sich der Pfad, rich­ti­ges Bush­walk-Fee­ling.

Bushwalk von Feinsten

Bush­walk von Feins­ten

So ein Bush­walk ist übri­gens nicht nur Übung für die Bein­mus­keln. Auch die Arme wer­den gefor­dert, schließ­lich ist man stän­dig damit beschäf­tigt, die läs­ti­gen Flie­gen weg­zuscheu­chen. Die­se Pla­ge­geis­ter flie­gen bevor­zugt Augen, Nase und Mund an.  

Nach­dem es erst berg­ab und eben wei­ter­geht, steigt der Weg wie­der an, um das Fels­pla­teau der Schlucht zu erobern. Schließ­lich errei­chen wir ziem­lich erhitzt Pat’s Loo­kout. Unter uns zieht sich der Fluss als brei­tes, dun­kel­grü­nes Band durch die Fels­wän­de. Am gegen­über­lie­gen­den Ufer kön­nen wir einen Sand­strand erken­nen. Scha­de, dass wir da nicht hin­kom­men! Ein erfri­schen­des Bad wäre jetzt genau das rich­ti­ge.    

Blick in die Schlucht von Pat's Lookout

Blick in die Schlucht von Pat’s Loo­kout

So sichern wir uns ein halb­wegs schat­ti­ges Plätz­chen und ver­spei­sen unser Lunch – unter stän­di­gem Flie­gen-Gefuch­tel –  mit Blick auf die Schlucht. Ein Aus­flugs­boot kommt um die Kur­ve und tuckert lang­sam strom­auf.

Noch ein Blick hinunter vor dem Rückweg

Noch ein Blick hin­un­ter vor dem Rück­weg

Der Rück­weg führt an dem Abzweig zum Sou­thern Rock­ho­le Water­fall vor­bei. In dem Pool des Was­ser­falls soll man unbe­hel­ligt von Kro­ko­di­len schwim­men kön­nen. Wir sind uns zwar nicht sicher, wie­viel Was­ser­fall jetzt am Ende der Tro­cken­zeit noch da ist. Da der Weg­wei­ser nur 500 Meter als Ent­fer­nung angibt, beschlie­ßen wir, den klei­nen Umweg zu ris­kie­ren. 

Um es kurz zu machen: für die 500 Meter hin und wie­der zurück brau­chen wir eine Drei­vier­tel­stun­de. Rela­tiv schnell hört der Weg auf, ein Weg zu sein und führt quer durchs Gelän­de. Wir kra­xeln durch ein tro­cke­nes Fluss­bett, über­que­ren ein Fels­pla­teau und ste­hen schließ­lich vor einer stei­len Trep­pe, die in einen schma­len Can­yon hin­ab­führt.

Dort runter zum Wasserfall?

Dort run­ter zum Was­ser­fall?

Unten klet­tern wir über Fels­blö­cke immer wei­ter abwärts. Auf der einen Sei­te ragt eine dunk­le Fels­wand steil in die Höhe. Wenn in der Regen­zeit der Bach hier run­ter stürzt, wäre der unpad­del­bar. ?

Steil und unwegsamen geht es weiter

Steil und unweg­sam geht es wei­ter

Immer noch kein Rau­schen eines Was­ser­falls zu hören. Sol­len wir umkeh­ren? Aber jetzt sind wir schon so weit gekom­men. Und viel­leicht  kann man ja doch baden…

Wir kra­xeln den hals­bre­che­ri­schen Abstieg wei­ter. Und dann errei­chen wir Sou­thern Rock­ho­le. Die Fels­wand weicht zu einer halb­run­den Aus­buch­tung zurück. Hoch oben ist die Kan­te des Was­ser­falls, über die im Moment nur ab und zu ein Tröpf­chen her­ab sickert. Der Pool unten ist fast völ­lig ein­ge­trock­net, das rest­li­che Was­ser bra­ckig. Okay, das lädt wirk­lich nicht zum Baden ein. Das Rock­ho­le ist trotz­dem ein­drucks­voll.

Southern Rockhole. Manchmal gibt es da einen Wasserfall...

Sou­thern Rock­ho­le. Manch­mal gibt es da einen Was­ser­fall…

Nach­dem wir in der Mit­tags­hit­ze den Auf­stieg aus dem Can­yon bewäl­tigt haben, trot­ten wir schwit­zend den Weg zurück. Was für ein Fest, als wir den Was­ser­tank errei­chen! Trink­was­ser haben wir zwar noch, aber wir hal­ten jeden ver­füg­ba­ren Kör­per­teil unter den auf Knie­hö­he befind­li­chen Hahn, um uns abzu­küh­len. Die Kap­pen wer­den mit Was­ser getränkt und sor­gen so für einen küh­len Kopf.

Vier­ein­halb Stun­den nach­dem wir auf­ge­bro­chen sind, errei­chen wir wie­der das Visi­tor Cen­ter und beloh­nen uns mit einem über­teu­er­ten, aber ver­dien­ten Eis.

Nach dem anstren­gen­den Bush­walk gön­nen wir uns noch einen Pau­sen­tag, ehe wir wei­ter­fah­ren nach Pine Creek.

Pine Creek Railway Station - ein Museum

Pine Creek Rail­way Sta­ti­on – ein Muse­um

Dort gefällt es uns so gut auf dem relax­ten Camp­ground Lazy Liz­ard (der Name ist Pro­gramm), dass wir noch drei wei­te­re Tage zum Chil­len dran­hän­gen.

Kermit auf dem Lazy Lizard Campground

Ker­mit auf dem Lazy Liz­ard Camp­ground

Die Sehens­wür­dig­kei­ten des Ortes sind schnell abge­hakt: ein nicht zugäng­li­ches Well­blech­haus, das als Old Bak­e­ry his­to­ri­schen Wert haben soll, eine alte Bahn­sta­ti­on und ein Aus­sichts­punkt auf die mit Was­ser auf­ge­füll­te ehe­ma­li­ge Mine.

Old Bakery, läuft unter "Heritage"

Old Bak­e­ry, läuft unter „Heri­ta­ge”

Unter dem See liegt die alte Mine

Unter dem See liegt die alte Mine

Nach­dem wir das an einem Vor­mit­tag besich­tigt haben, wid­men wir uns dem Pool des Lazy Liz­ard und nut­zen die eine Stun­de WiFi, die uns täg­lich zur Ver­fü­gung steht, um den Blog zu aktua­li­sie­ren. Außer­dem pla­nen wir unse­ren Besuch im Kaka­du Natio­nal­park, der als nächs­tes auf dem Pro­gramm steht. (G)

Lazy Lizard Pool

Lazy Liz­ard Pool

Ker­mit-Log­buch Tag 18 – 22

Mataran­ka – Kathe­ri­ne – Pine Creek

Kilo­me­ter: 269

Camp Kathe­ri­ne: Baob Cara­van Park

Camp Pine Creek: Lazy Liz­ard Cara­van Park

Gesamt­ki­lo­me­ter: 3357