Eine Städtereise im Winter – kann eine gute Idee sein. Muss es aber nicht. Gerade wenn du so verfroren bist wie wir, zweifelst du vielleicht daran, ob eine Städtereise im Winter das Richtige für dich ist.

Diese Entscheidung können wir dir nicht abnehmen. Aber mit unseren selbsterprobten und bewährten Tipps, wie du eine Städtereise im Winter überlebst, geben wir dir eine kleine Hilfestellung.

Wir gehen mal davon aus, dass du für eine Städtereise nicht mal eben nach Bangkok, Singapur oder Buenos Aires fliegst, wo es in unserem Winter muckelig warm ist. Was in erreichbarer Nähe liegt, hier in Europa, hat den Nachteil – dass es eben Winter ist. Und damit kalt und meist ungemütlich. Dafür ist es mit Glück weniger voll und die Preise sind niedriger als im Sommer.

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Die richtige Ausrüstung für deinen Städtetrip im Winter

Das oberste Ziel bei deiner Reise im Winter ist es, nicht zu erfrieren. Noch besser wäre es, überhaupt nicht zu frieren. Da du dich bei einem Citytrip immer wieder draußen bewegst, ist es selbstverständlich, einen dicken Wintermantel und warme, bequeme und auch wasserdichte Schuhe oder Stiefel mitzunehmen. Die wärmsten Schuhe nutzen nichts, wenn sie bei feuchtem Schmuddelwetter durchnässen und deine Füße in Eisklumpen verwandeln.

Darüber hinaus haben wir noch ein paar Tipps, um dich warmzuhalten:

Warme, winddichte Mütze

Ja, ich trage auch nicht gerne Mützen. Meine feinen Haare danken Mütze-tragen mit einer platten Frisur, die unsensible Zeitgenossen schon mal mit Lachen quittieren. Außerdem habe ich kein Mützen-Gesicht. Also sehe ich mit Mütze scheiße aus und wenn ich sie dann abnehme, auch.

Zum Glück bin ich aus dem Alter raus, in dem mir das Aussehen wichtiger war als das Wohlfühlen. Also ziehe ich bei niedrigen Temperaturen eine Mütze auf und genieße es, meinen Kopf nicht mehr der eisigen Luft auszusetzen. Das macht gleich einen großen Unterschied im Wohlgefühl.

Marcus in dicker Jacke und Mütze.

Mut zur ausgefallenen Mütze.

Wichtig: Achte darauf, dass die Mütze auch winddicht ist. In Budapest hatte ich eine schöne Mütze aus dickem Strick dabei. Leider war sie so grobmaschig, dass der Wind durchpfiff und die ganze Wärme wegwehte. Zum Glück kann man zur Winterzeit in kalten Gegenden immer Mützen kaufen, was ich auch gemacht habe.

Eine große Auswahl an wärmenden Mützen findest du hier*

Schlauch-Schal (Buff-Tuch)

Zusätzlich zu einem dicken, warmen Schal, in den du dich einmummelst eignet sich ein dünner Schlauchschal, um ihn schützend vors Gesicht zu ziehen, wenn die Luft zu eisig wird.

Tipp: Bevor du eine Bank betrittst, solltest du den Schal unbedingt vom Gesicht entfernen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Hier* ist eine Auswahl von Schlauch-Schals in allen Farben und Ausführungen.

Thermo-Unterwäsche

Aus Erfahrung können wir dir versichern, dass eine Merino-Leggings* unter der Jeans Wunder wirkt, um sich gegen die Winterkälte zu schützen. Wenn du Wolle nicht magst, geht natürlich auch eine Leggings aus Funktionsfasern. Und im Gegensatz zu Mütze und Schlauchschal sieht sie auch keiner…

Wir schwören auf Merino, es kratzt nicht, es müffelt nicht und wirkt temperaturausgleichend, so dass dir im warmen Café nicht gleich der Schweiß ausbricht.

Am Oberkörper schätzen wir Merino-Shirts ebenfalls sehr. Es gibt sie in schönen Farben und Mustern, so dass man sich damit auch sehen lassen kann.

Zwei Paar Handschuhe

Ja, du hast richtig gelesen. Das ist unser ultimativer Tipp: Zieh ein paar dünne Unterzieh-Handschuhe* und darüber dicke, wärmende an. Bei den dicken Handschuhen* kannst du entscheiden, ob es Fingerhandschuhe oder Fäustlinge sein sollen. Fäustlinge wärmen grundsätzlich etwas besser als Fingerhandschuhe.

Die dünnen Handschuhe schützen deine Finger vor dem sofortigen Auskühlen, wenn du die dicken mal ausziehen musst, um Handy oder Kamera zu bedienen oder im Reiseführer zu blättern. Glaub uns, das macht viel aus. Am geschicktesten entscheidest du dich für Handschuhe, mit deren Fingerspitze du ein Smartphone bedienen kannst.

Gina mit Handschuhen und Reiseführer.

Mit dicken Handschuhen lässt sich nicht gut im Reiseführer blättern.

Handwärmer

Hände und Füße werden immer als erstes kalt im Winter. Um die Hände wieder warm zu bekommen, gibt es Taschenwärmer* in allen möglichen Ausführungen.

Zum einen die Wegwerf-Variante: Die Mischung in dem Beutel erwärmt sich durch einen chemischen Prozess beim Öffnen der Umhüllung. Er soll dann bis zu 12 Stunden Wärme spenden und wird im Restmüll entsorgt. Das ist natürlich unter Nachhaltigkeits-Aspekten nicht so gut, aber vielleicht als Ausnahme bei einer Städtereise vertretbar.

Zum anderen gibt es kleine Taschenöfen, die mit Kohlestäbchen oder Benzin beheizt werden. Falls du für deinen Städtetrip mit dem Flugzeug anreist darfst du Benzin natürlich nicht einpacken. Das müsstest du in diesem Fall vor Ort erwerben.

Wärmende Sohlen

Auch gegen kalte Füße gibt es diverse Hilfsmittel. Am besten sind natürlich Schuhe mit dicken, isolierenden Sohlen. Bekommst du trotzdem schnell kalte Füße, gibt es Thermopacks für den Einmalgebrauch wie auch bei den Handwärmern.

Eine einfache Möglichkeit, die Füße warm zu halten sind Wollsohlen* . Die Einlegesohlen aus kuscheliger Wolle isolieren gegen die Kälte von unten.

Wer High-Tech mag, sollte sich diese beheizbaren Einlegesohlen* ansehen. Sie werden mit einem wiederaufladbaren Akku beheizt und sind sogar übers Smartphone steuerbar.

Voraussetzung für alle diese Lösungen ist, dass in deinen Schuhen genug Platz für die zusätzliche Sohle ist. Schließlich läuft man auch bei einer Städtereise im Winter viel herum. Da sind bequeme, nicht zu enge Schuhe Pflicht.

Diebstahlsichere Handtasche

Dieser Tipp gilt natürlich nicht nur im Winter, sondern ganzjährig. Wo sich viele Touristen tummeln, finden sich auch geschickte Taschendiebe ein. Wir haben es in Lissabon erlebt, als ein schreckensbleicher Tourist hektisch seine Taschen durchwühlte und den Verlust des Portemonnaies feststellen musste.

Von Pacsafe gibt es inzwischen nicht nur Gürteltaschen, sondern richtig schöne Handtaschen* mit Sicherheitsmerkmalen wie drahtverstärktes Gewebe und Riemen, damit die Tasche nicht aufgeschnitten werden kann. Der Reißverschluss des Hauptfachs und des Außenfachs wird durch einen verdeckten Karabiner bzw. eine Schlaufe gegen unbemerktes Aufziehen gesichert. Dazu sieht die Tasche auch recht stylish aus und ist damit gut für ein Städtetour-Outfit geeignet.

lilafarbene Handtasche.

Die Pacsafe-Tasche gibt es auch in neutralem Schwarz.

Aktivitäten bei einer Städtereise im Winter

Bei richtig klirrender Kälte oder bei nassem Wetter ist die Lust, durch die Straßen einer Stadt zu streifen nur begrenzt. Unser erster Tipp ist daher:

Kauf dir ein Ticket für den Nahverkehr

Ob Tages- oder Mehrtageskarte – je nach Dauer deines Aufenthalts – gerade im Winter lohnt sich das. So kannst du schnell mal in die nächste Bahn oder den nächsten Bus hüpfen, auch wenn es nur für ein oder zwei Stationen ist. Damit bist du schon mal für eine Weile aus der Kälte raus und kannst dich ein wenig aufwärmen.

Gelbe Straßenbahn bei Nacht.

Bahn und Bus sind bei einer Städtereise im Winter sehr nützlich.

In vielen Städten gibt es Linien, die sich gut für eine Stadtrundfahrt eignen. Das ist außerdem viel preiswerter als die üblichen Hop-On-Hop-Off-Busse. In den öffentlichen Verkehrsmitteln bekommst du dazu einen authentischen Eindruck vom Leben in der betreffenden Stadt.

Wähle die richtige Unterkunft

Für die Unterkunft solltest du im Winter etwas mehr ausgeben. Du wirst dort mehr Zeit verbringen als an lauschigen Sommertagen. Dann möchtest du eine hübsche Umgebung, in der du dich wohlfühlst. Bei sehr preiswerten Unterkünften ist unter Umständen auch die Heizung nicht so gut. Und es reicht ja, wenn du draußen frierst, in deinem Zimmer möchtest du es sicher warm haben.

Appartment mit Küche und Essplatz.

Eine schöne Unterkunft trägt zum Wohlfühlen bei.

Wir bevorzugen Unterkünfte, in denen wir uns auch mal selbst versorgen können. So frühstücken wir gerne gemütlich und können uns nachmittags einen heißen Tee machen. Und falls wir abends keine Lust mehr haben, uns nochmal in die Kälte zu begeben, können wir uns schnell etwas zum Essen bereiten.

Besuche Museen

Das ist fast ein No-Brainer. Museen sind gerade in den Wintermonaten sehr beliebt. Das sehen auch die anderen Touristen so, deshalb musst du mit ziemlich viel Andrang rechnen.

Klassizistische Front eines Museums.

Museumsbesuche bilden und wärmen auf.

Unser Tipp: Versuche so früh wie möglich dort zu sein. Oder suche dir Museen aus, die etwas abseits der Hauptattraktionen liegen. In Parma haben wir zum Beispiel ein super interessantes Marionetten-Museum besucht.

Falls du im Winter bei schönem Wetter ein Freilichtmuseum besuchen möchtest, informiere dich vorher, ob es überhaupt geöffnet hat. Manche Open-Air-Museen sind während der Wintersaison komplett geschlossen.

Wärm dich im Café auf

Zugegeben, auch ein No-Brainer. Aber der Vollständigkeit halber wollten wir das erwähnt haben. Ein heißer Kaffee oder Tee, dazu eine lokale Köstlichkeit wecken die Lebensgeister wieder.

Auch hier der Tipp, nicht unbedingt die „Must-See-Cafés“ aus dem Reiseführer zu wählen. Diese werden in der kalten Jahreszeit brechend voll sein. Schau lieber in den Nebenstraßen. Wenn du weißt, in welcher Gegend du dich rumtreiben möchtest, schau vorher (zu Hause im Warmen!) in Google Maps, wo in der Gegend sich Cafés befinden und markiere sie. Das erspart dir nervendes Suchen, wenn du schon durchgefroren bist.

Café bei einer Städtereise im Winter.

Schöne Cafés sind ein angenehmer Aufenthalt bei einer Städtereise im Winter.

Besuche eine Therme

Wenn du dich in einer Stadt wie Budapest aufhältst, kommst du um den Besuch einer Therme fast nicht herum.

Aber auch Städte, die keine große Badekultur haben, werden heutzutage Thermen und Wellness-Oasen im Angebot haben. Wichtig: Falls du eine Sauna besuchen möchtest, informiere dich vorher über die lokalen Gepflogenheiten! Nicht überall wird textilfrei sauniert wie bei uns oder in den skandinavischen Ländern.

Shoppen im Einkaufscenter

Falls Shoppen auf deiner To-Do-Liste für Stadtereisen steht, bieten sich im Winter große Malls an. Dort kannst du geschützt vor Wind und Wetter deiner Shopping-Leidenschaft frönen.

Ein Nachteil dieser großen Shopping-Center ist, dass es dort meist nur die großen Ketten gibt, die du auch von zu Hause kennst. Aber manchmal kannst du Glück haben und originelle, landestypische Produkte finden.

Shoppingcenter mit Glitzerdeko.

Glitzerwelt im Shopping-Center.

Falls es in der von dir besuchten Stadt große Markthallen gibt, sind diese auch ein Anlaufpunkt, wo du unter einem Dach flanieren kannst und typische Produkte findest – meist im kulinarischen Bereich.

Ziele für Städtereisen im Winter

Je nachdem, in welche Richtung du dich bewegst, musst du mit mehr oder weniger ausgeprägtem Winterwetter rechnen.

Sehr kalt wird es in Nord- und Osteuropa.

In Nordeuropa sorgt an der Küste Norwegens der Golfstrom für etwas mildere Winter. Der Osten Skandinaviens ist dagegen sehr kalt. Im Norden Schwedens und in Finnland herrscht subpolares Klima. Dazu kommen sehr kurze Tage im Winter.

Berichte über Städtreisen im Winter in Nordeuropa findest du bei Claudia, die Vilnius besucht und bei Ines und Thomas, die in Kopenhagen waren.

Im kontinentalen Klima Osteuropas sind die Winter ebenfalls sehr kalt. Da musst du teilweise mit deutlichen Minustemperaturen und möglicherweise auch mit viel Schnee rechnen.

Inka hat dem kalten Klima getrotzt und Lemberg (Lviv) in der Ukraine besucht.

In Mitteleuropa ist bei gemäßigtem Klima mit milderen Wintern zu rechnen. Der Norden und Westen wird vom maritimen Klima beeinflusst, das oft viel Feuchtigkeit mit sich bringt. Im Süden und Osten Mitteleuropas spielt das kontinentale Klima mit rein, die Winter sind eher kalt und trockener. Oft ist es neblig und kalt, besonders an den Küsten musst du auch mit heftigen Stürmen rechnen. Die Temperatur hängt auch von der Höhe ab. In den Mittelgebirgen und Alpen ist es mit jedem Höhenmeter kälter als in den milderen Tälern.

Berichte von Städtetrips im Winter in Mitteleuropa findest du bei Denise, die in Dresden war und bei Marion, die sich Basel angesehen hat.

Westeuropa gehört der feucht-gemäßigten Klimazone an. Hier gibt es selten Minusgrade im Winter. Dafür muss mit viel Regen gerechnet werden. Auch Stürme und Nebel gehören zu den üblichen Wetterphänomenen dieser Gebiete.

Silke und Markus haben Paris bei regenerischem Winterwetter besichtigt.

In Südeuropa variiert das Klima je nach Lage. Grundsätzlich sind die Winter hier mild. An der Nordküste der Iberischen Halbinsel ist es regenreich und oft neblig, im Zentrum (Madrid) kann es deutlich kälter werden. Rund ums Mittelmeer herrscht subtropisches Klima mit milden, feuchten Wintern. Achtung: In diesen Gegenden sind nicht immer Heizungen in der Unterkunft üblich. So kann es bei 12 – 15 Grad sehr ungemütlich im Zimmer werden. In den Gebirgsregionen Südeuropas wie Alpen, Pyrenäen und Abruzzen sind die Winter wiederum lang und kalt.

Barbara stellt uns die slowenische Hauptstadt Ljubljana vor und Ilona hat vom Karneval in Venedig faszinierende Fotos mitgebracht.

Ausführlichere Infos zum Klima in Europa findest du hier.

In Nordafrika herrschen an der Mittelmeerküste milde Winter mit Durchschnittstemperaturen zwischen 10 – 15 Grad. Von Westen nach Osten nimmt die Niederschlagsmenge deutlich ab. Im Landesinneren wird es in den Gebirgen sehr kalt, auch Schnee ist nicht selten.