Budapest ist längst kein Geheimtipp mehr. Die ungarische Hauptstadt zieht Massen von Touristen an, so dass an den Haupt-Sehenswürdigkeiten oft großes Gedränge herrscht. Es gibt wenig Sehenswürdigkeiten, für die wir uns eine Stunde irgendwo anstellen möchten. So sind wir immer auf der Suche nach schönen Orten und Erlebnissen, die wir ohne den dicksten Touristenrummel erleben können.

Bevor du deine Reise nach Budapest antrittst, lies unseren Bericht 11 Fehler, die du in Budapest vermeiden solltest.

Wir waren im Winter in Budapest unterwegs. Unsere Tipps für eine Städtereise im Winter helfen dir, nicht zu erfrieren.

Hier sind unsere 9 Budapest-Tipps für Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse, die du bei deiner Städtereise abseits der Touristenpfade nicht verpassen solltest. 

1. Free Walking Tour Budapest

Der erste unserer Budapest-Tipps: Mach eine Führung durch die Stadt. Eine Free Walking Tour ist immer eine gute Möglichkeit, einen Ort kennenzulernen.

Unternimm die Tour am besten am Anfang deiner Städtereise. So bekommst du einen guten Überblick, was es alles zu sehen gibt und kannst deine folgenden Besichtigungen planen.

Die Kettenbrücke in Budapest.

Die Hauptsehenswürdigkeiten in Budapest siehst du auf der Tour, hier die Kettenbrücke.

Die Guides, die die Free Walking Tour machen, sind sehr engagiert und haben viele Tipps, die du nicht im Reiseführer findest.

Free Walking Tour bedeutet übrigens nicht, dass die Tour kostenlos ist. Du zahlst aber keine feste Summe, sondern gibst am Ende der Tour einen Betrag, der dir angemessen erscheint.

Wir haben unsere Free Walking Tour bei diesem Anbieter gebucht. Neben der klassischen Tour werden verschiedenen Touren unter thematischen Aspekten angeboten, wie zum Beispiel „Budapest im Kommunismus“ oder „Das jüdische Viertel“.

2. Mach eine Rundfahrt mit der Straßenbahn

Verzichte auf den teuren Hop-On-Hop-Off-Bus und kaufe dir lieber ein Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr. Der ist in Budapest sehr gut. Busse und Bahnen fahren in einem dichten Takt.

Schöne Aussichten auf Buda hast du bei einer Fahrt mit der Linie 2. Die Straßenbahn fährt auf der Pester Seite am Donauufer entlang und du kannst die Burg Buda, die Fischerbastei, die Matthiaskirche und alle weiteren Sehenswürdigkeiten auf der Budaer Seite bewundern.

Straßenbahn auf der Freiheitsbrücke in Budapest.

Die Bahnen in Budapest fahren in einem dichten Takt.

In Buda fährt auch eine Straßenbahn am Donauufer entlang. Die Linien 19 und 41 verkehren von der Margit-Brücke bis zur Szabadsag-Brücke (Freiheitsbrücke) am Fluss entlang. Hier hast du Ausblicke aufs Parlament, die Stephansbasilika und natürlich auf die schönen Donaubrücken.

Am besten holst du dir eine Tageskarte oder eine Mehrtageskarte, je nachdem wie lange dein Aufenthalt ist. Falls du mit Einzeltickets unterwegs bist, achte darauf, dass bei jedem Umsteigen (außer innerhalb der Metro) ein neues Ticket gelöst oder entwertet werden muss! Es werden viele Fahrkartenkontrollen durchgeführt und die Kontrolleure geben keinen Touristenbonus, wenn du ohne gültiges Ticket erwischt wirst.

Infos zu den Budapester Verkehrsbetrieben findest du auf deren Homepage (auf Englisch). Hier kannst du Fahrpläne sehen und Routen planen. Du kannst dir auch die entsprechende App aufs Handy laden. So bist du auch unterwegs immer im Bilde, wo der nächste Bus oder die nächste Bahn fährt.

3. Genieße das nächtliche Budapest

Wenn du deinen Trip mit der Straßenbahn bis abends ausdehnst, kannst du die beeindruckende Kulisse Budapests bei stimmungsvoller Beleuchtung genießen.

Alle Bauwerke in Budapest sind super schön ausgeleuchtet. Ob du die Budaer Burg und die Matthiaskirche anschaust oder auf der gegenüberliegenden Seite das eindrucksvolle Gebäude des Parlaments – alles strahlt und glitzert.

Das beleuchtete Parlamentsgebäude.

Ein strahlender Anblick: Das Parlament bei Nacht.

Auch die Kettenbrücke und die Freiheitsbrücke sind bei Nacht schön anzusehen.

Laufe oder fahre mit der Tram an der Donau entlang und du wirst viele tolle Motive für Nachtfotos finden.

4. Lieber Matthiaskirche als Stephansbasilika

Das ist jetzt fast schon ein ketzerische Aussage, denn schließlich ist der Heilige Stephan als Staatsgründer und Nationalheiliger unbestritten eine wichtige historische Person.

Wir fanden die St.-Stephans-Basilika, ein im Stil der Neorenaissance errichteter Monumentalbau düster und bedrückend. Es war natürlich sehr voll darin. Für Menschen mit einem Hang zum Makabren ist vielleicht die Reliquie von Stephans Mittelhandknochen eine Attraktion. Sie wird in einem kleinen, dunklen Schrein aufbewahrt. Wenn man eine Münze einwirft, geht für ein paar Minuten das Licht an – wie auf dem Jahrmarkt. Erkennen konnte man dennoch nicht viel.

Schrein in der Stephansbasilika.

Der Schrein in der Stephansbasilika.

St.-Stephans-Basilika (Szent Istvan Bazilika)

Szent Istvan ter 1, Besichtigung Mo – Fr 9 – 17 Uhr, Sa 9 – 13 Uhr, So 13 – 17 Uhr.

Eintritt 200 Ft.

Auch an der Matthiaskirche herrscht reger Andrang. Je früher du da bist, desto besser. Wir waren am ersten Tag gegen Mittag dort. Da reichte die Schlange vor dem Ticketschalter einmal über den Platz vor der Kirche. Daher haben wir auf den Besuch verzichtet und sind an einem anderen Tag morgens hin.

Die Kirche ist im Inneren über und über bunt ausgemalt. So herrscht eine fröhliche Atmosphäre aus einem wilden Stilmix. Der Architekt Frigyes Schulek, der die vielfach umgebaute Kirche wieder in ihren gotischen „Normalzustand“ versetzen sollte war sehr kreativ. Er ersann Muster aus Jugendstil und ungarischer Folklore, die die ursprünglichen mittelalterlichen Wandmalereien zum Vorbild haben sollten. Auf jeden Fall ist so ein fantasievolles Unikat entstanden.

Bunte gotische Bögen in der Matthiaskirche.

Schön bunt hier…

Matthiaskirche (Matyas-templom)

Szentharomsag ter, Besichtigung Mo – Fr 9 – 17 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr, So 13 – 17 Uhr.

Eintritt 1500 Ft.

5. Das Felsenkrankenhaus

Ganz unbekannt ist das Felsenkrankenhaus unter dem Burgberg heute nicht mehr, aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

In dem Karstgestein des Burgbergs wurde ein natürliches Höhlensystem zu einem unterirdischen Krankenhaus ausgebaut. Es wurde im Zweiten Weltkrieg und während der Ungarischen Revolution 1956 als Lazarett benutzt. Im Kalten Krieg baute man einen Atombunker in den Höhlen.

Burgmauer, darunter Eingang zum Felsenkrankenhaus.

Der Eingang zum Felsenkrankenhaus ist recht unscheinbar.

In einer anschaulichen Führung kannst du dich über das Felsenkrankenhaus informieren. Mit Möbeln und lebensgroßen Puppen werden Szenen im Krankensaal, im Arztzimmer und im OP lebendig. Auch über den geschichtlichen Zusammenhang erfährst du viel Interessantes.

Wir fanden das Felsenkrankenhaus sehr spannend und können den Besuch dort unbedingt empfehlen.

Felsenkrankenhaus (Sziklakorhaz)

Lovas ut. 4/c, Öffnungszeiten täglich 10 – 20 Uhr, nur mit Führung.

Eintritt 4000 Ft.

Homepage

6. Das U-Bahn-Museum

Wo wir gerade bei ungewöhnlichen Museen sind: Sehr ruhig geht es in dem kleinen U-Bahn-Museum zu.

In Budapest fuhr 1896 die erste elektrische Untergrundbahn des Kontinents. Als Unterpflasterbahn existiert die Strecke zwischen dem Vörösmarty Ter und dem Heldenplatz heute noch. Das mit der Unterpflasterbahn ist wörtlich zu nehmen. Wenn du oben auf der Straße stehst, spürst du die Bahn, die nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche fährt unter deinen Füßen.

In einem stillgelegten Teil der historischen Strecke ist heute das U-Bahn-Museum am Deak Ferenc Ter untergebracht. Drei originale Waggons aus dem Eröffnungsjahr stehen dort. Weiterhin gibt es Baupläne und Schautafeln mit der Geschichte des U-Bahn-Baus.

Alter U-Bahn-Wagen.

Historischer Wagen der Unterpflasterbahn.

In diesem Museum lässt du wirklich den Trubel der Stadt hinter dir und kannst dich in aller Ruhe umsehen.

U-Bahn-Museum (Földalatti Vasuti Muzeum)

Deak Ferenc Ter, Zugang in der Unterführung durch die Ticket-Verkaufsstelle. Öffnungszeiten Di – So 10 – 17 Uhr

Eintritt 350 Ft.

7. Entspannen in der Veli Bej Therme

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Budapest zählen die zahlreichen Thermen. Sie sind ein Erbe der Osmanen, die die Badekultur nach Budapest brachten.

Es gibt verschiedene bekannte Bäder in Budapest, in Stilrichtungen von türkischem Stil über Neoklassizismus bis zum Jugendstil.

Kassenschalter.

Eingangsbereich im Lukasz-Bad.

Die Bäder sind bei Einheimischen wie Touristen beliebt, so dass es besonders abends recht voll werden kann. Unser Geheimtipp ist das Veli Bej Bad, ein kleines Bad im türkischen Stil, das erst vor kurzem restauriert wurde. Es liegt noch etwas außerhalb des Fokus der Städte-Touristen und du hast hier am ehesten Chancen auf ungestörtes Relaxen.

Veli Bej Therme (Veli Bej Fürdö)

Arpad fejedelem ut. 7, geöffnet täglich 6 – 12 und 15 – 21 Uhr.

Eintritt 2800 – 3500 Ft. (je nach Zeit)

8. Das Urania-Kino

Nicht versäumen solltest du einen Besuch im Urania-Kino. Es ist ein eindrucksvolles Gebäude im gotisch-maurischen Historismus. Drinnen findest du prächtig dekorierte Räume mit Säulen, Wandtapeten und glänzenden Holzdecken.

Der Kinosaal ist wie ein altmodisches Theater gebaut. Sitzreihen mit rotem Plüschbezug und ein roter Samtvorhang lassen eine gediegene Atmosphäre entstehen. Ganz im Stil eines Theaters gibt es auch eine Garderobe, an der die Kinobesucher ihre Mäntel abgeben.

Kinosaal in altmodischem Stil.

Gediegenes Ambiente im Urania-Kino.

Da in Ungarn viele internationale Filme nicht synchronisiert, sondern nur untertitelt werden, hast du eine gute Chance, im Programm fündig zu werden. Als wir dort waren wurde zum Beispiel gerade ein alter Beatles-Film gespielt.

In der ersten Etage befindet sich ein Café, wo du eine Kleinigkeit zu dir nehmen und dabei die Architektur bewundern kannst.

Urania Kino (Urania Nemzeti Filmszinhaz)

Rakoczi ut. 21

Homepage

9. Unsere Budapest-Tipps für Restaurants

Viele Restaurants findest du in Buda, im jüdischen Viertel und auf der Vaci Utja. Da dies die typischen Touristen- und Ausgehviertel sind, sind die Lokale hier meist voll und auch nicht gerade preiswert.

Wie so oft reicht es aus, sich ein, zwei Ecken von den Hauptstraßen zu entfernen, um auf typische und urige Restaurants zu stoßen.

Die von uns getesteten und für gut befundenen Lokale stellen wir dir hier vor:

Hanna

Das Hanna ist ein koscheres Restaurant im jüdischen Viertel. Es liegt etwas versteckt im Hof der Orthodoxen Synagoge (nicht verwechseln mit der Großen Synagoge!).

Es werden traditionelle jüdische Speisen serviert, wie Cholent oder Gefilte Fisch. Auch wenn das Innere auf den ersten Blick sehr gediegen aussieht, mit weißen Stofftischdecken, haben wir dort preiswert und lecker gegessen. Die Atmosphäre war sehr herzlich.

Ein rechteckiges Kuchenstück auf dem Teller.

Koscheres Dessert: Flodni, mit Äpfeln, Walnüssen und Mohn gefüllter Kuchen.

Adresse: Von der Kazinczy ut. und der Dob Ut. gibt es einen Zugang in den Hinterhof der Synagoge. Einfach so lange weiterlaufen, bis du auf das Restaurant stößt.

Öffnungszeiten: So – Fr 8 – 22 Uhr

Ruben Etterem

Unweit vom Ungarischen Nationalmuseum liegt dieses Restaurant etwas abseits der Hauptstraße.

Uns hat die warme, moderne Einrichtung gut gefallen. Es gibt moderne ungarische Küche zu günstigen Preisen. Ich habe das Welsgulasch mit hausgemachten Nockerln genossen.

Adresse: Magyar ut. 12-14

Öffnungszeiten: täglich 12 – 23 Uhr

Hummus Bar

Die Hummus Bar ist eine Kette mit vielen Filialen in Budapest. Wir haben die Hummus Bar in der Oktober 6 ut. besucht.

Wie der Name schon verrät, gibt es viele Gerichte mit Hummus, aber auch andere Speisen aus dem Nahen Osten, wie Mezze oder köstliche Suppen. Vegetarier und Veganer finden hier reichlich Auswahl, Fleischgerichte gibt es ebenfalls. Das ganze in einem jungen, lockeren Ambiente. Perfekt für den kleinen Imbiss zwischendurch.

Adresse: Oktober 6 ut. 9 (Nähe Stephansbasilika) und viele weitere Filialen in Budapest. Öffnungszeiten: Mo – Fr 11:30 – 22 Uhr, Sa/So 12 – 22 Uhr

Falls du Tipps für das abendliche Ausgehen suchst (wir sind ja nicht so die Nightlife-Besucher) dann schau mal bei Indigoblau.

Weitere Budapest-Tipps von anderen Reisebloggern:

  • Viele Tipps für die Reisevorbereitung für deinen Städtetrip nach Budapest findest du bei Kulturtänzer.
  • Weitere fünf Tipps abseits der üblichen Pfade hat Christian aufgeschrieben.
  • Wenn du mehr über die Highlights von Budapest wissen willst, schau mal bei Travelinspired.
  • Henrik macht dir auf Fernwehkoch den Mund wässrig, indem er über die kulinarischen Höhepunkte in Budapest schreibt.
  • Noch mehr Tipps zu Budapest findestdu bei Imprintmytravel.

 

Kennst du noch weitere Geheimtipps in Budapest? Gerne schreibe uns deine Budapest-Tipps in die Kommentare!