Ein Roadtrip mit dem Mietwagen durch Marokko ist eine wunderbare Möglichkeit, das Land abseits vom Massentourismus der Küste kennenzulernen. Insbesondere eine Route im Süden Marokkos mit den Gebirgsregionen des Anti-Atlas und des Hohen Atlas ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig zu bereisen.

Da wir auf einsame, wilde Landschaften stehen, war uns schnell klar, dass unser Marokko-Urlaub als Roadtrip angelegt sein muss.

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Welches Fahrzeug für den Roadtrip durch Marokko?

Soll der Mietwagen für unseren Roadtrip ein PKW oder ein Allrad-Auto sein?

Diese Frage stellte sich als erstes und wurde mit einem eindeutigen „Kommt darauf an…“ beantwortet. Viele Straßen in Marokko sind tatsächlich nicht asphaltiert. Einige von ihnen sind auch mit einem normalen PKW befahrbar, andere sind üble Schotterpisten. Für einen Ausflug in die Sahara ist ein Allrad-Fahrzeug Pflicht. Mit einem Geländewagen stehen dir also mehr Möglichkeiten offen, deinen Roadtrip auch in abgelegenste Gebiete zu unternehmen.

Es gibt jedoch genug asphaltierte Straßen auf der Route, um auch über die Berge des Anti-Atlas und des Hohen Atlas zu fahren. Ein Geländewagen als Mietwagen reißt ein deutlich größeres Loch in die Reisekasse. So haben wir uns für unseren ersten Marokko-Urlaub entschieden, einen normalen PKW zu mieten.

Enge Gasse im Dorf

Nein, das ist keine Einbahnstraße! Da ist man über ein kleines Auto froh…

Ein Kleinwagen stellte für uns die richtige Wahl für unseren Roadtrip durch Marokko dar. Mit zwei Personen bekommen wir unser Gepäck unter und das Auto ist wendig genug für marokkanische Gassen und enge Bergstraßen.

Bei der Auswahl unseres Mietwagens gucken wir am liebsten auf Billiger-Mietwagen*. Auf dem Portal findest du verschiedene Anbieter und kannst filtern, was dir wichtig ist. Bei uns ist das zum Beispiel die Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung.

Unsere Route durch Marokko

Karte unseres Roadtrips in Marokko

Unsere Route durch Marokko

Von Agadir nach Tafraoute im Anti-Atlas – 166 km

Abgeholt haben wir den Mietwagen für unseren Roadtrip in Agadir. Der Mitarbeiter im Büro der Verleihfirma war super freundlich und hilfsbereit. Er hat sich sogar eine längere Zeit damit beschäftigt, zu versuchen, meine marokkanische SIM-Karte zu aktivieren.

Agadir ist eine moderne Stadt, die wegen eines Erdbebens 1962 komplett neu aufgebaut wurde. So können wir auf breiten, gut angelegten Straßen recht entspannt die ersten Kilometer unserer Route im marokkanischen Verkehr fahren.

Von Agadir aus starten wir unseren Roadtrip nach Tafraoute im Anti-Atlas. Auf zweispurigen Schnellstraßen geht es aus der Stadt hinaus. Um uns mit guten Straßen nicht allzu sehr zu verwöhnen, lotst uns unser Navi auf eine Nebenstrecke. Das löchrige Asphaltband der Straße geht bald in eine staubige Piste über, die von Mopeds, klapprigen Lastwagen und Pferdekutschen frequentiert wird.

Pferdekutsche auf der Dorfstraße

Pferdekutsche auf der Dorfstraße

Wir rumpeln durch einen kleinen, lebendigen Ort, in dem wir im Vorbeifahren als offenbar seltene Attraktion neugierig beäugt werden. Gruppen von Schulkindern sind auf der Straße unterwegs, wie in Marokko üblich meist in einen weißen Kittel als Schuluniform gekleidet. Vor einer kleinen Bäckerei und vor einem Gemüseladen halten wir an und versorgen uns mit Lebensmitteln für einen Mittagssnack. Die Verständigung erfolgt mit bruchstückhaftem Französisch (auf beiden Seiten) und der internationalen Sprache von Händen und Füßen.

Wenig später erreichen wir die Hauptstraße, auf der unser Roadtrip zügig Richtung Tafraoute weitergeht. Zunächst eintönig schnurgerade zieht sich die Straße durch die Gegend. Wir passieren einige Orte. Dazwischen erstrecken sich struppige Weiden, getüpfelt von den dunkelgrünen Kronen der knorrigen Arganbäume, eine Spezialität von Marokko. Das berühmte Bild der in den Bäumen herumkletternden Ziegen bietet sich uns leider nicht. Jetzt im Frühjahr finden sie noch genug Nahrung auf dem Boden. Dafür hoppeln sie ab und zu quer über die Straße.

Arganbäume

Arganbäume, leider ohne Ziegen drauf

Eine Ziegenherde überquert die Straße

Ziegenherde auf der Straße

Hinter Ait Baha beginnt die landschaftlich spektakuläre Strecke unseres Roadtrips. Immer höher schraubt sich die Straße. Sie ist in einem guten Zustand und mit unserem Mietwagen leicht zu befahren. Rechts und links eröffnen sich Blicke auf beeindruckende Bergkulissen. Ab und zu sehen wir rote Lehmdörfer förmlich in den steilen Hängen kleben. Zur Rechten ragt der höchste Berg des Anti-Atlas, der Djebel Lekst mit 2459 Metern empor.

Nach einem letzten Pass rollen wir am Tal der Ammeln entlang hinunter nach Tafraoute, der ersten Station unseres Roadtrips. Hier bleiben wir drei Nächte und erkunden die traumhafte Landschaft des Anti-Atlas. Näheres dazu findest du in unserem Bericht Tafraoute im Anti-Atlas – Touren und Tipps.

Roadtrip durch die Gebirgswüste – von Tafraoute nach Tata – 161 km

Weiter geht unsere Route Richtung Sahara. Entlang des Draa-Tals liegen mehrere Orte, von denen aus man eine Tour in die Wüste unternehmen kann. Wir haben nichts vorgebucht und verlassen uns darauf, dass wir auf unserem Roadtrip irgendwo vor Ort etwas finden werden.

In Tafraoute haben wir mehrere Händler, die sehr gut Deutsch sprechen, kennengelernt. Von ihnen erfahren wir, dass eine neue Straße fertig sein soll, die wir auch mit dem Mietwagen befahren können. So ersparen wir uns den weiten Schlenker über Igherm. Google Maps weiß anscheinend noch nichts von der neuen Route und so verlassen wir uns auf die detaillierte Beschreibung, die wir von den Einheimischen bekommen.

Tatsächlich finden wir den geschilderten Abzweig von der R106 und rollen durch eine einsame Wüstenlandschaft, die uns den Atem raubt. Karge Berge und Hügel, von der Erosion rund geschliffen säumen in den warmen Farben Marokkos unsere Route. Immer wieder mal springt ein zotteliges Atlashörnchen über die Straße. Sie wirken hier in der Wüsteneinsamkeit deutlich weniger wohlgenährt als ihre nach Fuerteventura ausgewanderten Artgenossen.

Straße in felsiger Umgebung

Gut asphaltiert geht es durch die Gebirgswüste

Ockerfarbene, felsige Hügel

Nackte Felslandschaft

Atlashörnchen am Straßenrand

Vorsichtig-neugieriges Atlashörnchen

Ein paar mal überqueren wir auf unserem Roadtrip riesig breite Flusstäler, die völlig trocken daliegen. Wir können uns kaum vorstellen, dass in der Regenzeit hier Wassermassen entlang strömen. Das muss ein gewaltiger Anblick sein! Die flachen Brücken über die Wadis haben keine Brückengeländer. Diese würden von der Flutwelle in der Regenzeit zerstört werden, so spart man sie sich gleich.

Breites Wadi mit Brücke

Breites Wadi mit Brücke

Kleinwagen fährt durch eine trockene Furt

Durch trockene Furten geht es auch mit dem PKW

Noch tiefer hinein in der Wüstenlandschaft führen nur noch Furten durch die trockenen Flussbetten. Bei Regen wäre ein Roadtrip über diese Strecke für einen PKW problematisch.

Auch die schönste Wüsteneinsamkeit hat mal ein Ende, schließlich biegen wir auf die R109, die hinunter ins Draa-Tal nach Tata führt. Struppige Einzelbäume stehen in der gerölligen Ebene. Wir parken den Mietwagen am Straßenrand, um im Schatten eines dieser Exemplare unser Mittagspicknick mit dem köstlichen Berberbrot aus Tafraoute zu verzehren.

Baum in Geröll-Ebene

Unser Picknickbaum – sorgfältig ausgewählt!

Tata erreichen wir in den frühen Nachmittagsstunden. Der Ort ist wie ausgestorben. Wir tun uns etwas schwer mit der Unterkunftssuche, viel Auswahl bietet die kleine marokkanische Verwaltungsstadt nicht. Schließlich finden wir ein halbwegs akzeptables Zimmer im Hotel des städtischen Schwimmbads! Ja, richtig gelesen, ein Schwimmbad mit riesigen Pools hat man hier am Rand der Sahara für nötig erachtet. Wir brauchen uns jedoch nicht auf ein kühles Bad zu freuen, denn die Pools sind leer. War vielleicht doch nicht die Knaller-Idee mit dem Schwimmbad…

Leeres, poolblaues Schwimmbecken

Tolles Schwimmbad – leider trocken

Abends wird der Ort lebendig, die Lädchen haben wieder geöffnet, die Menschen schlendern durch die Straßen und stehen in Grüppchen zusammen. Wir lassen die Atmosphäre auf uns wirken und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten zum Essen ein.

Entlang der Wüste: von Tata nach Foum Zguid – 137 km

In Tata haben wir keinen Anbieter von Wüstentouren gefunden. So heißt das nächste Ziel unsres Roadtrips Foum Zguid.

Die Route über die N12 führt durch die karge Wüstenlandschaft. Ockerfarbene Berge erheben sich zu den Seiten. Kurz vor der Oase Tissint verläuft direkt neben der Straße in der tief eingeschnittenen Schlucht ein Flüsschen.

Verbotsschild "Nicht schwimmen" in der Wüste

Echt jetzt?

tief eingeschnittenen Schlucht mit Wasserlauf und Palmen

Schlucht vor Tissint

In Tissint parken wir unseren Mietwagen an den Cascades de Tissint, kleine Wasserfälle mitten im Ort. Über einen ein paar Meter hohen Felsriegel stürzt sich das Wasser in das darunterliegende Becken. Die Dorfjugend tollt im Fluss herum, springt den Wasserfall hinunter und hat sichtlich Spaß. Natürlich nur die männliche Dorfjugend. Ein paar Frauen und Mädchen, züchtig verhüllt, waten oberhalb der Kaskade im knöcheltiefen Wasser.

Wasserfälle

Cascades de Tissint

Als bekennende Wasserratte würde ich mich am liebsten sofort ins smaragdfarbene Wasser werfen. So ganz wohl fühle ich mich allerdings nicht bei der Idee, mich als einzige Frau unter die männlichen Jugendlichen zu mischen. So folgen wir dem Ufer zunächst ein paar hundert Meter flussabwärts. Im Schatten der Palmen lassen wir uns auf dem sandigen Boden nieder, um unser unser Mittagspicknick zu genießen.

Aber zuerst ins Wasser! Ich lasse meine leichte, lange Baumwollhose und das T-Shirt an, denn im Badeanzug schwimmen zu gehen wäre ein Affront gegen die guten Sitten Marokkos. Das Wasser ist angenehm und ich schwimme glücklich ein paar Runden zwischen den rötlich-sandfarbenen Ufern. Baden in der Wüste, wie geil ist das denn! Ein kleiner Höhepunkt auf unserem Roadtrip.

Reise-Ringel auf einem roten Felsen an der Oase

Reise-Ringel darf nicht ins Wasser

Gina schwimmt in der Oase

Aber ich!

Nachmittags endet die heutige Etappe unseres Roadtrips in der Wüstenstadt Foum Zguid. Viele Männer sind hier in den auffallenden blauen Tuniken der Sahara-Bewohner gekleidet. Von unserem Guesthouse wird uns eine Tour in die Sahara angeboten, die uns für zwei Tage und eine Nacht in die Wüste entführt. Alles über unser Wüsten-Abenteuer findest du in diesem Artikel: Sahara-Wüstentour in den Erg Chegaga.

Buntes Schild mit Karawane

Das Tor zur Wüste – von hier aus in 58 Tagen per Kamel nach Timbuktu.

Von Foum Zguid nach Agdz – 142 km

Weiter geht der Roadtrip auf der N12, entlang der Wüste bis Zagora. Immer wieder sehen wir Kamelherden, die sich in der Landschaft verstreuen. Ein Kamel schubbert sich genüsslich und ausgiebig an einem Pfosten am Straßenrand.

Kamel reibt Kopf an einem Leitpfosten

Aaah, das tut gut!

Es handelt sich übrigens bei den Dromedaren nicht um „wilde Kamele“, wie das gerne immer wieder postuliert wird. Die Herden gehören Nomaden, die sie in der Weite der Wüste auf Futtersuche schicken.

Im Ort Zagora geht es lebhaft zu, denn es ist Markttag. Wir halten kurz an, um uns mit ein paar Lebensmitteln zu versorgen. Dann verlassen wir die Wüstenstraße und biegen auf die N9 ab, um die Route durchs Draa-Tal Richtung in den Hohen Atlas zu nehmen.

Das Vallée du Draa ist eine einzige große Oase entlang des Flusses. Millionen von Dattelpalmen säumen ihn, wir blicken immer wieder auf das staubig-grüne Blätterdach. Hier findet der größte Teil der Dattelproduktion Marokkos statt. Überall stehen Händler am Straßenrand und bieten Packungen mit den süßen, klebrigen Früchten an.

Mann reitet auf einem Esel auf der Straße

Eselsreiter im Draatal

Die Örtchen entlang der Straße bestehen vielfach aus Ksars, den traditionellen Lehmdörfern. Auch Kasbahs, die Lehmburgen, säumen hundertfach die Route. Die bräunlich-roten Bauten drohen nach und nach zu zerfallen. Mittlerweile wurden einige als Hotels oder Museum ausgebaut und können so erhalten werden.

Unsere Erlebnisse im Draa-Tal haben wir in diesem Bericht festgehalten: Das Draa-Tal um Agdz in Marokko – Kasbahs und Palmen.

Letzte Etappe unseres Marokko-Roadtrips: Von Agdz nach Marrakesch – 268 km

Von Agdz aus steuern wir unseren Mietwagen über Ourzazate nach Marrakesch. Ourzazate ist vor allem wegen der dortigen Filmstudios bekannt und bei Touristen beliebt. Wir schenken uns gerne den Rummel.

Im Außenbezirk der Stadt halten wir unseren Mietwagen an, um in einem Gemüseladen ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Der Laden ist wie in Marokko üblich winzig. Er besteht aus einem langen, schmalen Gang, auf dessen einer Seite sich die Kisten mit der Ware stapeln. Wir wissen mittlerweile, wie einkaufen geht: wir schnappen uns eine der bereitstehenden Plastikschüsseln, die als Einkaufskorb dient. Nachdem wir ein paar Bananen, Möhren und eine Gurke eingesammelt haben, bringen wir die Schüssel zur Waage.

Kisten mit Obst und Gemüse stapeln sich an der Wand

Im Gemüseladen

Wagschale mit Messinggewichten

Die Waage setzt noch auf Mechanik

Mehrere Männer umringen sie, wer Händler und wer Kunde ist, erschließt sich uns nicht. Ist auch egal, sie strahlen uns alle freundlich an. Der Händler wirft ein paar archaische Messinggewichte in die Waagschale und ich muss lachen. Die Männer lachen mit, und einer, der ein paar Brocken Französisch kann, erklärt uns, welche Vorteile dieses Wägesystem für uns Kunden hat. Derweil gießt der dritte Mann aus der typischen silbernen Teekanne duftenden, süßen Tee in zwei Gläser und reicht sie uns. Während wir das heiße Getränk schlürfen, zeigen sie uns das Nest, das die Ladenkatze für ihre Jungen oben auf den Gemüsekisten gebaut hat. Was für eine herzliche, lockere Atmosphäre! Das sind die Momente, die wir auf unserem Roadtrip lieben!

Hinter Ourzazate schraubt sich die N9 hoch in die Gebirgslandschaft des Hohen Atlas. Spektakuläre Ausblicke auf die bizarren Felsformationen bieten sich in alle Richtungen. Die Straße ist zur Zeit unserer Reise eine Baustelle. Immer wieder kommen wir an riesigen Baumaschinen vorbei. Teilweise wird die Route über Schotterstrecken geführt, es geht langsam, aber stetig voran. Abenteuerlich beladene Lastwagen kommen uns entgegen.

Felslandschaft vor blauem Himmel

Tolle Felslandschaften auf dem Weg zum Tizi’n’Tichka

LKW bis übers Führerhaus hinaus beladen

Passt, wackelt und hat Luft!

Große Bagger

Am Freitag stehen die Baumaschinen still

Auf dem Pass Tizi’n’Tichka erreichen wir 2200 Meter Höhe – der höchste Punkt auf unserem Roadtrip. Als wir den Mietwagen auf der anderen Seite hinunterrollen lassen, verändert sich die Landschaft schlagartig. Eben noch kahle Felsformationen und Wüste, sind wir jetzt von sattgrünen Hängen und plätschernden Bächen umgeben. Was für ein Kontrast!

Grüne Berglandschaft

Hinter dem Pass wird es grün

Wiesen und Wälder

Sattgrün soweit das Auge reicht

Bevor wir das Ende unseres Roadtrips in Marrakesch erreichen, geht es noch mal durch eine eintönige Steppe. Dann tauchen wir ein ins Gewühl der Stadt. Wir sind sehr froh, uns für einen Kleinwagen entschieden zu haben, als wir uns durch die engen Gassen der Medina zu unserem Riad schlängeln.

Abgabe des Mietwagens in Marrakesch

Die Mietbedingungen in Marokko sehen vor, dass der Mietwagen in gewaschenem Zustand abgegeben wird. Also steuern wir eine Tankstelle mit Waschanlage an. Ein großer Tanklaster, der gerade Benzin anliefert blockiert einen großen Teil des Geländes. Im Boden gähnt das Kanaldeckel-große Loch des Tankes, in dem der Schlauch verschwindet. Zwischen Loch und nächstem Fahrzeug ist gerade eine Autobreite frei, durch die wir beherzt durch gewunken werden. Die Autowäsche erfolgt schnell und professionell mit Manpower.

Staubiges Auto vor Waschanlage, daneben Tanklaster

Es geht ganz schön eng zu vor der Waschanlage

Mitarbeiter spritzt mit Schlauch das Auto ab

Autowäsche per Hand

Mit dem nun sauber glänzendem Mietwagen schlängeln wir uns wieder in den Großstadtverkehr. Leider haben wir keine genaue Adresse der Agentur, wir wissen nur, dass sie gegenüber vom Bahnhof sein soll. Der Begriff ist dehnbar, denn wir stellen fest, dass der Bahnhof mehrere Seiten hat. Entnervt vom chaotischen Verkehr biegen wir auf den großen Taxi-Stellplatz hinter dem Bahnhof. Dort geht es auf einen bezahlten Parkplatz, aber wir wollen ja gar nicht parken, sondern die Karre loswerden.

Im Parkplatz-Wärter-Häuschen befinden sich zwei junge Männer. Ich frage, ob sie wissen, wo der Autovermieter das Büro hat. Nein, wissen sie nicht, aber ob ich die Telefonnummer hätte, dann würden sie da anrufen und fragen. Ich reiche ihnen die Unterlagen, doch die Nummer ist dauernd besetzt. So schnell geben die Jungs nicht auf und rufen nun das Büro in Agadir an. Von denen bekommen sie eine andere Nummer in Marrakesch, unter der sie die Agentur erreichen. Ein kurzes Telefonat später ist das Problem gelöst: wir dürfen auf den Parkplatz fahren, ein Mitarbeiter des Autovermieters kommt und übernimmt den Mietwagen. Wieder ein schönes Beispiel für marokkanische Hilfsbereitschaft.

Hier endet unser Roadtrip durch Marokko. Unsere restliche Route zu den marokkanischen Königsstädten bestreiten wir mit dem Zug.

Wie es uns in Marrakesch gefallen hat, kannst du in diesem Artikel nachlesen: Unsere Marrakesch-Tipps – 5 tolle Sehenswürdigkeiten und ein Flop.

Infos zum Roadtrip mit dem Mietwagen in Marokko

  • Buchung: am besten buchst du den Mietwagen für deinen Roadtrip von Deutschland aus. Wir empfehlen, wie oben genannt Billiger-Mietwagen* als zuverlässigen Anbieter. Alle Mietwagen in Marokko werden mit einer Selbstbeteiligung angeboten. Über eine Agentur in Deutschland kannst du den Selbstbehalt ebenfalls versichern. Über die Selbstbeteiligung muss bei Abholung des Mietwagens eine Kaution (in der Regel über Kreditkarte) hinterlegt werden.
  • Straßen: Der Zustand von marokkanischen Straßen ist sehr unterschiedlich. Wenn du mit einem PKW unterwegs bist, musst du darauf achten, für deine Route asphaltierte Straßen zu verwenden. Das sind in der Regel die größeren Verbindungsstraßen. Zum Navigieren haben wir Google Maps (Internet über marokkanische SIM-Karte) oder eine GPS-basierte Navigations-App verwendet. Damit haben wir sogar in der Medina von Marrakesch unser Riad gefunden.
  • Verkehr: Wir empfanden den Verkehr nicht als besonders stressig, außer in der Innenstadt von Marrakesch. Auf den Straßen des Südens ist nicht viel los und es geht entspannt zu. Nachtfahrten haben wir allerdings vermieden, da viel unbeleuchtete Fahrzeuge wie Eselskarren oder Zweiräder unterwegs sein sollen.

    Eselskarren auf der Straße

    Gemütlich mit Eselskarren unterwegs

  • Parken: Parkplätze werden oft von mehr oder weniger offiziellen Parkplatzwächtern bewacht. Sie fordern dafür ein paar Dirham. Es soll vorkommen, dass das Auto beschädigt wird, wenn man nicht bereit ist zu zahlen.
  • Tanken: Es gibt in nahezu jeder Ortschaft eine oder mehrere Tankstellen, so dass die Versorgung mit Benzin nicht schwierig ist. Das Tanken erfolgt immer durch das Personal, das dafür etwa 10 Dirham Trinkgeld erwartet. Du gibst an, welches Benzin du möchtest („sans plomb“ = bleifrei) und wie viel („plein“ = voll) oder den Betrag, für den du tanken möchtest. Die Benzinpreise sind günstiger als in Deutschland, etwa 10 – 11 Dirham (ca. 1 Euro) pro Liter.
  • Reiseführer: Ein sehr guter Reiseführer für den Roadtrip durch Marokko ist von Astrid und Erika Därr: Reise Know-How Südmarokko mit Marrakesch, Agadir und Essaouira* Neben den üblichen touristischen Informationen bietet er genaue Beschreibungen der Strecken, was wir sehr hilfreich fanden.