Nach der Boots­tour über den Inle-See müs­sen wir noch zehn Minu­ten bis zum Hotel lau­fen. Wegen Gina’s dickem Knie unter­neh­men wir an die­sem Tag nichts mehr. Ich besor­ge an der Rezep­ti­on Eis­wür­fel und das Knie wird hoch gela­gert und gekühlt. Abends hum­peln wir noch zum nahe­ge­le­ge­nen Nacht­markt, dort gibt es Lecke­res zu essen.

Dickes Knie, aua aua!!

Am nächs­ten Tag ist Ginas Knie schon wesent­lich bes­ser. Küh­lung und Diclo­fe­nac haben Wir­kung gezeigt. Viel lau­fen wol­len wir heu­te trotz­dem noch nicht, aber ein Gang zum Markt ist doch drin. Eng gehts zu auf dem über­dach­ten Markt und wir müs­sen unse­re Köp­fe ein­zie­hen. Unter die als Dach abge­spann­ten Pla­nen pas­sen die Ein­hei­mi­schen bequem ste­hend, wir aber nicht. Das sieht wohl ulkig aus, zumin­dest lese ich das in den amü­siert drein­bli­cken­den Gesich­tern der Markt­frau­en. Neben Obst und Post­kar­ten fin­den wir auch ein Restau­rant, wo wir zu Mit­tag essen.

Als wir den Markt ver­las­sen, beschlie­ßen wir, noch einen Abste­cher zur nahe­ge­le­ge­nen Yada­na Man Aung Pago­de zu machen. Drin­nen gibt es einen gro­ßen gol­de­nen Bud­dha in einer Kam­mer sit­zend. Aber was ist das? Der Ein­tritt in die Kam­mer ist für Frau­en ver­bo­ten. Nur Män­ner dür­fen ganz nah an den Bud­dha ran. Für ein Foto gehe ich dann allein in die Kam­mer.

Na sowas ??

Gol­di­ger Bud­dha

So sieht es aus­sen aus

Spä­ter schau­en wir uns die Außen­an­la­gen der Pago­de an und dann gehts zurück zum Hotel. Das Knie muss noch etwas geschont wer­den.

Den wei­te­ren Abend ver­brin­gen wir mit der Pla­nung der ver­blei­ben­den Tage in Myan­mar. Wir sind schnel­ler als erwar­tet durchs Land gezo­gen. Es gibt noch viel zu sehen, aber das Land strengt etwas an mit sei­ner Quir­lig­keit, der Laut­stär­ke  und dem vie­len Dreck. Ger­ne wür­den wir zum Rela­xen an einen Strand fah­ren, aller­dings sind vie­le Stra­ßen in schlech­tem Zustand. Man sitzt dann für weni­ge hun­dert Kilo­me­ter schon mal zehn Stun­den im Bus. Oder man nimmt den Flie­ger, wobei der nicht über­all lan­det. Vie­le Orte sind noch nicht so vom Tou­ris­mus erschlos­sen und bie­ten daher ein sehr über­schau­ba­res Ange­bot an. Wir kau­fen ein Bus­ti­cket für den über­nächs­ten Tag. Schon die Suche nach dem klei­nen Shop, der die Bus­ti­ckets ver­kauft, ist span­nend, weil auch die Orts­an­ga­ben nicht immer aktu­ell sind. Nach­dem wir das Ticket haben, stellt sich her­aus, dass für das gewünsch­te Datum kein Hotel ver­füg­bar ist.

Am fol­gen­den Tag tau­schen wir die Bus­ti­ckets um und wäh­len einen Flug nach Sitt­we. Dafür bekom­men wir sowohl Flug­ti­ckets als auch eine Unter­kunft.

Beim Ticket­shop lei­hen wir uns dann gleich zwei Fahr­rä­der, um noch zu eini­gen Sehens­wür­dig­kei­ten zu radeln. In der Nähe gibt es ein altes Klos­ter. Es besteht aus zwei Gebäu­den. Eines ist aus Holz, dort leben eini­ge Mön­che.

In die­sem Klos­ter leben noch Mön­che

Das dane­ben ste­hen­de Stein­ge­bäu­de ist viel älter und fällt äußer­lich gar nicht auf. Beim Ein­tre­ten sind wir aber total begeis­tert. In die Wän­de sind Nischen ein­ge­las­sen, in jeder sitzt ein Bud­dha. Es sind meh­re­re hun­dert, wenn nicht tau­send. Eine fas­zi­nie­ren­de Stim­mung nimmt uns ein.

Der Gang isr voll mit Nischen und führt ein­mal kom­plett um das Gebäu­de her­um.

Beein­dru­cken­de Ver­zie­run­gen

Und hier mal von Nahem

Wir fah­ren ein Stück wei­ter mit den Rädern. Es ist eine lan­ge gera­de Stra­ße mit einer Bau­stel­le. Beim Über­ho­len wird immer gehupt. Der Stär­ke­re hupt den Schwä­che­ren zur Sei­te. Nur als Fuß­gän­ger kannst du nicht hupen, du musst zur Sei­te sprin­gen. Aber mein Fahr­rad hat eine Klin­gel, die ich flei­ßig nut­ze.

Hupen erlaubt oder ver­bo­ten?

Da pas­sen wahr­schein­lich noch ein paar Leu­te oben­drauf ??

All­täg­li­ches Bild für die Ver­la­de­küns­te

Wer weiß, was das ist? Macht Krach und fährt in Schritt­ge­schwin­dig­keit

In der Nähe soll es ein Höh­lenk­los­ter geben, das suchen wir. Es geht einen Berg hin­auf, halb radelnd, halb schie­bend. Unse­re Fahr­rä­der haben zwar eine Schal­tung, die­se ist aber in einem recht hohen Gang blo­ckiert, lässt sich nicht ver­stel­len. Auf dem Weg kommt uns eine Grup­pe jun­ger Non­nen ent­ge­gen. Sie sind in oran­ge-rosa geklei­det und tra­gen ihre Sam­mel­ge­fä­ße in den Hän­den. Damit gehen sie in den Ort und sam­meln ihr Essen. Wie in Thai­land auch leben die Non­nen und Mön­che von Spen­den aus der Bevöl­ke­rung.
Nach eini­gem Suchen fin­den wir end­lich das Höh­lenk­los­ter. Ein Mönch begrüßt uns und greift sofort zur Taschen­lam­pe. Wir fol­gen ihm und tau­chen ein in eine magi­sche Welt. Die Höh­le ist nicht tief, aber sie ist voll mit Bud­dha­sta­tu­en in unter­schied­li­chen Grö­ßen, For­men und Far­ben. Wei­ter in der Höh­le schla­fen an der Decke Fle­der­mäu­se. Vom Lich­strahl geweckt, ertönt ein ärger­li­ches Gefie­pe. Eine Trep­pe tie­fer befin­den wir uns im ziem­lich dunk­len Medi­ta­ti­ons­raum. Wir müs­sen unse­re Köp­fe ein­zie­hen, die Höh­le ist hier sehr nied­rig.

Hier gehts in die Höh­le

Ein Nat

Wei­ße Bud­dhas

Mehr Bud­dhas

Noch mehr Bud­dhas

Und noch wel­che

Wie­der draus­sen sehen wir noch eine Baum­schlan­ge, die über uns in den Ästen schläft.

Die­ser Besuch hat uns sehr gut gefal­len. Gut gelaunt stei­gen wir wie­der auf unse­re Draht­esel und fah­ren zurück zum Hotel. Mor­gen früh geht es schon wie­der zum Flug­ha­fen. (M)

Unse­re Tipps zu Nyaung Shwe fin­dest du hier.