Roadtrip mit Ker­mit 2.0 Tag 1 bis 12

Um die High­lights von Neu­see­lands Nord­in­sel zu ent­de­cken, wen­den wir uns von Auck­land aus Rich­tung Nor­den, in die Pro­vinz North­land.

Unse­re Rei­se star­tet mit viel Orga­ni­sa­to­ri­schem: Ker­mit abho­len, im Super­markt einen Grund­stock an Lebens­mit­teln ein­kau­fen und in unse­rer Airb­nb-Woh­nung unser rest­li­ches Gepäck ein­sam­meln. Es ist bereits spä­ter Nach­mit­tag, als wir Auck­land Rich­tung Nor­den ver­las­sen, um die High­lights des North­lands zu ent­de­cken.

Nordinsel Campervan Freedom Camping

Free­dom Camp am Beach, aber ganz schön eng

All­zu weit kom­men wir nicht mehr. Bei Snells Beach fin­den wir unser ers­tes Free­dom Camp auf der Nord­in­sel, also einen kos­ten­lo­sen, offi­zi­el­len Stell­platz zum Über­nach­ten. Um dort ste­hen zu dür­fen, brau­chen wir den blau­en Auf­kle­ber, der beweist, dass wir „self con­tai­ned” sind. Auch wenn eine öffent­li­che Toi­let­te vor­han­den ist, die wir natür­lich lie­ber nut­zen, als unser Che­mok­lo in Gebrauch zu neh­men.

High­lights in Whanga­rei: Kiwis und Wan­de­run­gen

In Whanga­rei, unse­rem nächs­ten Ziel fah­ren wir zu einem kom­mer­zi­el­len Cam­ping­platz. Schließ­lich will man auch mal wie­der duschen. Und die elek­tro­ni­schen Gerä­te auf­la­den, dazu brau­chen wir Strom­an­schluss. Außer­dem kön­nen wir in der gut aus­ge­stat­te­ten Camp­kü­che sehr bequem unser Essen zube­rei­ten.

Aber erst geht es auf den nächs­ten Vul­kan, der direkt neben dem Cam­ping­platz liegt. Am Beginn des Wan­der­wegs steht eine Schuh­soh­len-Rei­ni­gungs­sta­ti­on, eine Beson­der­heit Neu­see­lands, der wir noch öfter begeg­nen wer­den. Wir schrub­ben und des­in­fi­zie­ren also pflicht­be­wusst unse­re Soh­len, bevor wir den Auf­stieg begin­nen.

Alles sauber?

Alles sau­ber?

Auf dem Gip­fel erwar­tet uns als High­light nicht nur ein tol­ler Aus­blick über Whanga­rei son­dern auch ein kunst­voll behaue­ner Stein als Zei­chen, dass sich hier ein Mao­ri-Hei­lig­tum befin­det.

Maori-Kunst

Mao­ri-Kunst

In der Kiwi-Auf­zucht­sta­ti­on Kiwi North in Whanga­rei sehen wir zum ers­ten Mal den neu­see­län­di­schen Wap­pen­vo­gel. Hier wird ein Kiwi-Paar groß­ge­zo­gen, bevor es in die Natur aus­ge­wil­dert wird. Sehr enga­giert ver­sor­gen uns die Ange­stell­ten des Kiwi­hau­ses mit Infor­ma­tio­nen, dann geht es in das abge­dun­kel­te Gehe­ge. Kiwis sind nacht­ak­tiv. Die­sen hier wird vor­ge­gau­kelt, dass es nachts Tag ist und umge­kehrt, so dass wir Besu­cher sie durchs Unter­holz flit­zen sehen. Es ist ein ech­tes High­light, die­sen gefie­der­ten Urein­woh­nern Neu­see­lands zuzu­schau­en.

Im Dunkeln kann man Kiwis schlecht fotografieren - dafür gibt es dieses Modell

Im Dun­keln kann man Kiwis schlecht foto­gra­fie­ren – dafür gibt es die­ses Modell

Den Nach­mit­tag nut­zen wir zu einer Wan­de­rung zu den 26 Meter hohen Whanga­rei Falls, bevor wir uns noch ein­mal zu einem Free­dom Camp direkt am Was­ser bege­ben.

Whangarei Falls

Whanga­rei Falls

Die Bay of Islands – ein Juwel auf Neu­see­lands Nord­in­sel

Unse­re Fahrt führt uns wei­ter Rich­tung Nor­den. Kur­ven­reich schlän­gelt sich die Stra­ße durch eine hüge­li­ge Land­schaft, grü­ne Wei­den mit zahl­rei­chen Rin­dern sowie Wäl­der domi­nie­ren das Bild. Könn­te auch im Vor­al­pen­land sein, wären da nicht immer wie­der Pal­men und Baum­far­ne.

An der Bay of Islands blei­ben wir zwei Näch­te in Waitan­gi. Einen Besuch der his­to­ri­schen Waitan­gi Trea­ty Grounds, wo der Ver­trag zwi­schen den Mao­ri und Eng­län­dern geschlos­sen wur­de, schen­ken wir uns aller­dings. Der Ein­tritts­preis ist uns zu hoch, auch wenn es sich hier eigent­lich um ein High­light han­delt, besie­gel­te die­ser Ver­trag doch Neu­see­lands Kolo­ni­al­ge­schich­te.

Wir fah­ren statt des­sen mit der klei­nen Fäh­re hin­über nach Rus­sell.

Schiffli fahren - eine unserer Lieblingsbeschäftigungen

Schiff­li fah­ren – eine unse­rer Lieb­lings­be­schäf­ti­gun­gen

Die­ser beschau­li­che Ort mach­te eine stei­le Kar­rie­re, als er vom „Höl­len­loch des Pazi­fiks”, so genannt wegen sei­ner rau­en Gesell­schaft aus Wal­fän­gern und Sträf­lin­gen zur ers­ten Haupt­stadt Neu­see­lands auf­stieg. Bekannt­lich ende­te die­se Kar­rie­re bald wie­der. Ein paar hüb­sche alte Häu­ser und der Aus­blick vom Flagstaff Hill loh­nen den Aus­flug.

Blick vom Flagstaff Hill über die Bay of Islands

Blick vom Flagstaff Hill über die Bay of Islands

In der Bay of Islands kann man auch diver­se Schiffs­tou­ren buchen, was wir nicht gemacht haben. Eine Beschrei­bung einer sehr schö­nen Tour mit Orca-Sich­tung fin­dest du bei Ina in ihrem Genuss­bumm­ler-Blog.

Im klei­nen Ort Kawa­ka­wa machen wir Halt, um ein wei­te­res High­light der Nord­in­sel zu besu­chen: das wohl berühm­tes­te Klo­häus­chen der Welt. Es wur­de von Frie­dens­reich Hun­dert­was­ser gestal­tet, der in die­sem Ort leb­te.

Alles so schön bunt hier

Alles so schön bunt hier

Cape Rein­ga – das nörd­lichs­te Kap Neu­see­lands  

Nach die­sem künst­le­risch wert­vol­len Toi­let­ten­be­such errei­chen wir bald die Aupou­ri Halb­in­sel, die über 100 Kilo­me­ter lang zu Neu­see­lands nörd­lichs­tem Zip­fel führt. Cape Rein­ga war für die Mao­ri der Punkt, an dem die See­len der Ver­stor­be­nen ins Meer glei­ten, um ins Land ihrer Vor­fah­ren zurück­zu­keh­ren.

Über Berg und Tal

Über Berg und Tal

Die Fahrt über die schma­le Halb­in­sel ist beein­dru­ckend. Ab und zu kön­nen wir zwi­schen den grün bewal­de­ten Hügeln rechts und links Bli­cke aufs Meer erha­schen. Manch­mal erschei­nen rie­si­ge gold­gel­be Dünen hin­ter den Ber­gen.

Der Leuchtturm am Cape Reinga

Der Leucht­turm am Cape Rein­ga

Am spä­ten Nach­mit­tag, als wir das High­light Cape Rein­ga errei­chen, sind die Tour­bus­se schon weg. Wir spa­zie­ren den Weg zum Leucht­turm hin­un­ter und bli­cken auf die schäu­men­den Wogen, die sich an der Stel­le bil­den, an der Tas­ma­ni­sche See und Pazi­fik zusam­men­sto­ßen.

Da hinten ist die nördlichste Spitze Neuseelands

Blick auf die nörd­lichs­te Spit­ze Neu­see­lands

Unter uns sehen wir den Fel­sen mit dem hei­li­gen, jahr­hun­der­te­al­ten Pohu­ka­wa-Baum, an des­sen Wur­zeln die Geis­ter ins Meer stei­gen sol­len. Wir sit­zen lan­ge am win­dum­tos­ten Kap und genie­ßen die Aus­sicht von der Spit­ze der Nord­in­sel.

Da unten ist der Geister- Wanderweg

Da unten ist der Geis­ter-Wan­der­weg

Über eine stei­le Schot­ter­stra­ße geht es in die Tapu­tu­potu-Bucht, wo sich ein DOC-Camp­ground befin­det. Wie in Aus­tra­li­en auf den Natio­nal­park-Camp­grounds regis­triert man sich mit den aus­lie­gen­den For­mu­la­ren sel­ber und wirft die Gebühr in einen Kas­ten ein. Außer Plumps­klos gibt es kei­ne wei­te­ren Ein­rich­tun­gen, hier­her kommt man wegen der Land­schaft. Ein­sam sind wir aller­dings nicht, cir­ca 25 Fahr­zeu­ge bevöl­kern die Wie­se.

Wir sind Spätstarter. Alle schon weg bis auf uns ???

Wir sind Spät­star­ter. Alle schon weg bis auf uns

In die­ser traum­haf­ten Kulis­se fei­ern wir am nächs­ten Mor­gen mei­nen Geburts­tag. Weni­ge Kilo­me­ter wei­ter (also eigent­lich zurück auf der Halb­in­sel) bie­gen wir ab zu den rie­si­gen Dünen am Te Paki River.

Sieht hoch aus. Ist es auch.

Sieht hoch aus. Ist es auch.

Bei strah­len­dem Son­nen­schein erklim­men wir die stei­len Sand­ber­ge und wan­dern durch die Land­schaft. Sand­boar­den las­sen wir aller­dings als nicht alters­ge­recht sein.

Geburtstagswetter

Geburts­tags­wet­ter

Kau­ri­bäu­me der Nord­in­sel – Gigan­ten des Wal­des

Wir fol­gen der West­küs­te und hal­ten im Wai­poua Forest, um die größ­ten Kau­ri­bäu­me Neu­see­lands zu bestau­nen. Tane Mahu­ta ist der größ­te von allen und annä­hernd 2000 Jah­re alt. Ehr­fürch­tig ste­hen wir vor dem Gigan­ten des Wal­des. Wei­te­re rie­si­ge Kau­ri­bäu­me sehen wir auf einer Wan­de­rung durch den Wald.

Das ist nicht der größte Kauri. Aber der, an den wir am nächsten dran kamen

Das ist nicht der größ­te Kau­ri. Aber der, an den wir am nächs­ten dran kamen

Die Sied­ler des 19. Jahr­hun­derts sahen in ihnen nur exzel­len­te Holz­lie­fe­ran­ten und dezi­mier­ten die Bestän­de erheb­lich. Ein wei­te­res tut ein ein­ge­schlepp­ter Pilz, der die noch vor­han­de­nen Bäu­me bedroht. Daher auch die Maß­nah­men zur Schuh­soh­len-Rei­ni­gung, damit will man die Ver­brei­tung des Erre­gers ver­hin­dern. Im Moment sieht es aller­dings trau­ri­ger­wei­se danach aus, als ob man den Kampf um die Kau­ri­bäu­me ver­lie­ren wird.

Dar­ga­vil­le auf der Nord­in­sel Neu­see­lands

Nach die­sem wei­te­ren High­light errei­chen wir Dar­ga­vil­le, wo wir bei den Eltern von Ter­ri, einer Schul­freun­din unse­rer Toch­ter für ein paar Tage unter­kom­men.

Northland Dargaville

Home sweet home in Dar­ga­vil­le

Wir genie­ßen es, ein fes­tes Dach über dem Kopf zu haben, beson­ders, da es noch­mal emp­find­lich kalt gewor­den ist. Dar­ga­vil­le ist ein klei­ner, unauf­ge­reg­ter Ort. Hier gibt es zwar kei­ne gro­ßen High­lights, aber wir erkun­den von hier aus die Umge­bung.

Bayleys Beach ist übrigens viel länger als Ninety-Mile-Beach. Aber nicht so bekannt, daher donnern hier auch keine Tourbusse lang

Bay­leys Beach ist übri­gens viel län­ger als Nine­ty-Mile-Beach. Aber nicht so bekannt, daher don­nern hier auch kei­ne Tour­bus­se lang

Vom Winde zerzaust

Vom Win­de zer­zaust

Am benach­bar­ten Bay­leys Beach machen wir eine Klip­pen­wan­de­rung, bei der wir ordent­lich vom Wind zer­zaust wer­den. Die­ser Strand ist viel län­ger als der berühm­te­re Nine­ty Miles Beach wei­ter nörd­lich. Da er aber weni­ger bekannt ist, kön­nen wir hier unge­stört die wil­de Natur der Nord­in­sel genie­ßen.

Auch das Kau­ri­mu­se­um in Mata­ko­he ist sehr inter­es­sant. Anschau­lich wird gezeigt, wie die frü­hen Sied­ler die rie­si­gen Bäu­me fäll­ten und die Stäm­me ver­ar­bei­te­ten. Der Nach­bau eines Säge­werks demons­triert die Ver­ar­bei­tung. Wun­der­schön gestal­te­te Möbel aus Kau­ri­holz geben einen Ein­druck, wie die Wohl­ha­ben­de­ren der Sied­ler leb­ten.

So wurden Kauristämme transportiert

So wur­den Kau­ristäm­me trans­por­tiert

Ganz schön klein, der Reise-Ringel

Ganz schön klein, der Rei­se-Rin­gel

Wir kochen für unse­re Gast­ge­ber typisch deut­sches Essen und wer­den mit neu­see­län­di­schem Lamm­bra­ten und dem Natio­nald­essert Pavlo­va bekocht. In inter­es­san­ten Gesprä­chen mit Pau­li­ne und Simon erfah­ren wir viel über neu­see­län­di­sches Leben.

Auch wenn wir uns hier sehr wohl füh­len, irgend­wann müs­sen wir Ker­mit sat­teln und wei­ter zie­hen. Raus aus dem war­men Nest und hin­aus ins kal­te, win­di­ge Cam­per­le­ben!

Glüh­würm­chen-Höh­le Wai­pu Caves – ein wei­te­res High­light der Nord­in­sel

Auf dem Weg Rich­tung Auck­land machen wir einen Abste­cher zu den Wai­pu Caves. In die­sen Höh­len gibt es Tau­sen­de (oder noch mehr, wer will die zäh­len?!) Glüh­würm­chen. Es gibt meh­re­re sol­cher Höh­len in Neu­see­land. Für die meis­ten muss man Ein­tritt zah­len, aber die­se hier kann man kos­ten­los auf eige­ne Faust erkun­den. Über eine Schot­ter­stra­ße gelan­gen wir zum Park­platz, eine Wie­se vor den Höh­len. Hier ste­hen schon eini­ge Fahr­zeu­ge, über­wie­gend Back­pa­cker, die wie wir für kos­ten­lo­se Attrak­tio­nen zu haben sind.

Bewaff­net mit Stirn­lam­pen machen wir uns auf in die Höh­le. Ein Bach fließt hin­durch, den wir zwei­mal que­ren müs­sen. Mit unse­ren funz­li­gen Stirn­lam­pen kön­nen wir kaum etwas von dem mat­schi­gen und unebe­nen Boden erken­nen und tas­ten uns dem­entspre­chend zöger­lich vor­wärts. Zum Glück müs­sen wir nicht weit in die Höh­le vor­drin­gen, nach der ers­ten Bie­gung des Bach­laufs ist es dun­kel genug. Wir knip­sen die Lam­pen aus und gucken in den Ster­nen­him­mel! So erscheint es zumin­dest, denn über­all an der Decke hän­gen weiß­schim­mern­de Punk­te. Wun­der­schön!

Höhlenexpedition erfolgreich beendet!

Höh­len­ex­pe­di­ti­on erfolg­reich been­det!

Unser letz­tes Camp im North­land bezie­hen wir in Ore­wa etwas nörd­lich von Auck­land. Mit einem Strand­spa­zier­gang schlie­ßen wir den Tag ab

Ker­mit-Log­buch Tag 1 – 12 Nord­in­sel

Unsere Route durchs Northland

Unse­re Rou­te durchs North­land

Kilo­me­ter: 1208

Camps:

 

 

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