Der Col­ca Can­yon ist eine der beein­dru­ckends­ten Land­schaf­ten Perus. Mit über 3000 Meter Tie­fe ist er einer der tiefs­ten Can­yons der Welt, dop­pelt so tief wie der viel bekann­te­re Grand Can­yon in den USA.

Schroffe Wände des Colca Canyon, am Grund ein Fluss.

Blick in den Can­yon

Wie kom­men wir zum Col­ca Can­yon?

Es wer­den vie­le Tou­ren dort­hin ange­bo­ten, vom Con­dor-Gucken bis zu mehr­tä­gi­gen Trek­king­tou­ren, die über 1200 Meter in die Tie­fe und wie­der hin­auf füh­ren. Von orga­ni­sier­ten Tou­ren wol­len wir aller­dings erst mal nichts mehr wis­sen. Wir haben die Erfah­rung gemacht, dass man den im Ver­kaufs­ge­spräch gemach­ten Ver­spre­chun­gen nicht glau­ben darf, dass der Zeit­plan meist eng ist und man stän­dig wei­ter gehetzt wird und wir uns in der Grup­pe nicht wohl füh­len. Indi­vi­du­ell rei­sen ist ein­fach unser Ding.

Also schau­en wir uns nach Mög­lich­kei­ten um, auf eige­ne Faust zum Can­yon zu gelan­gen. Bei iPe­ru, der staat­li­chen Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on kann uns die freund­li­che Mit­ar­bei­te­rin die Abfahrts­zei­ten der öffent­li­chen Bus­se nen­nen. Fünf- oder sechs­mal täg­lich fährt ein Bus.

Unser Ziel ist es, die Con­do­re flie­gen zu sehen. Dazu muss man mor­gens am Aus­sichts­punkt Cruz del Con­dor sein. Da wir kei­nen Bock haben, mit­ten in der Nacht los­zu­fah­ren  (was auch mit dem öffent­li­chen Bus mög­lich wäre), pla­nen wir eine Über­nach­tung am Can­yon ein.

Unse­re gro­ßen Back­packs kön­nen wir im Hos­tel unter­stel­len, so dass wir mit leich­tem Gepäck rei­sen. Wir haben uns den Ort Caba­na­con­de am Ende des Col­ca Can­yons aus­ge­guckt. Dort ist es weni­ger tou­ris­tisch als in Chi­vay und es ist von dort näher zum Cruz del Con­dor.

Bunter Bus steht am Busbahnhof.

Klap­per­bus zum Col­ca Can­yon

Im loka­len Bus zum Col­ca Can­yon

Um halb zehn mor­gens stei­gen wir in den Bus, der wie erwar­tet in die Kate­go­rie Klap­per­bus fällt. Sechs Stun­den soll die Fahrt dau­ern. Eine Toi­let­te ist nicht am Bord, also heißt es mit der Flüs­sig­keits­zu­fuhr haus­hal­ten.

Nach­dem wir den Stau in den Außen­be­zir­ken Are­qui­pas hin­ter uns gelas­sen haben, geht es hoch in die Ber­ge. Immer höher steigt die Stra­ße. Wir sehen Vicuñas, die manch­mal vom Bus­fah­rer von der Stra­ße gehupt wer­den müs­sen. Bis auf 4700 Meter Höhe fah­ren wir hin­auf, bevor es wie­der abwärts geht. Der Rand des Col­ca Can­yons liegt auf 3200 bis 3600 Metern Höhe. Schnee­be­deck­te Ber­ge umge­ben uns, die Schnee­fel­der rei­chen bis zur Stra­ße.

Schneebedeckte Berge.

Nein dan­ke, wir möch­ten nicht Ski fah­ren…

Erst vor zwei Tagen hat es geschneit, unge­wöhn­lich für die Jah­res­zeit. Wir haben Glück, dass wir nicht zwei Tage frü­her gefah­ren sind. Es kam zu zahl­rei­chen Unfäl­len auf der ver­schnei­ten Pass­stra­ße, die Bus­se kamen mit Stun­den Ver­spä­tung an.

Die Gegend durch die wir fah­ren ist ziem­lich ein­sam. Ab und zu gibt es klei­ne­re Ansied­lun­gen. Hier steigt schon mal ein Ein­hei­mi­scher zu in den Bus, der in Are­qui­pa haupt­säch­lich mit ein paar Tou­ris­ten besetzt war. Als wir in Chi­vay ankom­men (ers­te Toi­let­ten­pau­se nach vier­ein­halb Stun­den), ist der Bus über­wie­gend mit Bau­ern und indi­ge­nen Frau­en in bun­ten Trach­ten besetzt.

Zwei Frauen mit indigener Tracht und Handy in der Hand sitzen im Bus.

Tra­di­ti­on und Moder­ne – Tracht und Han­dy

Sie füh­ren viel Gepäck mit sich, gro­ße, bun­te Plas­tik­ta­schen, Zent­ner­sä­cke mit Reis, Kis­ten und Kar­tons, das im Gepäck­ab­teil des Bus­ses ver­staut wird. Die Frau­en haben bunt geweb­te Tücher, in denen sie auf dem Rücken wei­te­re Las­ten oder auch Kin­der tra­gen. Bunt bestick­te Hüte sind ein typi­sches Merk­mal der Tracht am Col­ca Can­yon.  Eine Frau trägt ein Lämm­chen auf dem Arm, mit dem sie in dem Bus steigt.

Lammfromm....

Lamm­fromm.…

Von Chi­vay aus fährt der Bus die ein­zel­nen klei­nen Orte am Can­yon ent­lang an. Fas­zi­niert beob­ach­ten wir das Ein- und Aus­stei­gen, Ein- und Aus­la­den. Soviel Lokal­ko­lo­rit hät­ten wir in einem Tour­bus nicht mit­be­kom­men.

Indigene Frau mit kleinem Kind und vielen Taschen steht neben dem Bus zum Colca Canyon.

Mit Kind und Kegel

Zwi­schen den Orten gibt es groß­ar­ti­ge Ein­bli­cke in den Can­yon. Ter­ras­sier­te, grü­ne Fel­der, stei­le, schrof­fe Hän­ge und ein rau­schen­der Fluss in der Tie­fe.

Plateau mit Feldern, dahinter steile Felswände des Colca Canyon.

Fel­der am Rand der Schlucht des Col­ca Can­yons

Caba­na­con­de

In Caba­na­con­de bezie­hen wir das Hos­tel Pach­a­ma­ma*. Es ist bunt und fan­ta­sie­voll ein­ge­rich­tet. Vor allem aber sind die Betrei­ber Spe­zia­lis­ten für alles, was mit dem Col­ca Can­yon zu tun hat.

Wir bekom­men eine Kar­te der Umge­bung und eine Beschrei­bung des Wegs zu einem Mira­dor, den wir im letz­ten Tages­licht noch gehen. Nach den vie­len Stun­den im engen Bus tut die Bewe­gung gut.

Gina steht vor einem bunt geschmückten Gipfelkreuz im Abendlicht.

Im letz­ten Tages­licht zum Mira­dor

Rötliche Wolken am Himmel über schwarzen Bergen.

Wol­ken­glü­hen über dem Col­ca Can­yon

Am nächs­ten Mor­gen bringt uns Besit­zer Lud­wig mit sei­nem 1982er VW-Bul­li zum Cruz del Con­dor. Wir sind noch vor den meis­ten Aus­flugs­bus­sen da.

Sehr gespannt sind wir, ob wir dies­mal mehr Glück haben wer­den mit der Tier­be­ob­ach­tung, nach­dem sich die Brüll­af­fen in den Este­ros de Iberá vor uns ver­steck­ten und es auch im Ama­zo­nas­ge­biet nicht viel Tie­re von nahem zu sehen gab.

Marcus steht neben einem rot-weißen VW-Bulli.

Mar­cus im Glück: Im Bul­li zu den Con­do­ren des Col­ca Can­yons

Am Cruz del Con­dor

Aber da sind sie schon! Auf einem Fels­grat unter uns sit­zen drei Con­do­re und war­ten dar­auf, dass die Son­ne die Luft erwärmt.

Drei Condore sitzen auf einem Felsgrat im Colca Canyon.

Da sinn se!

Con­do­re benö­ti­gen näm­lich ther­mi­sche Win­de für ihren Gleit­flug. Es dau­ert nicht lan­ge, da brei­tet der ers­te der drei sei­ne majes­tä­ti­schen Schwin­gen aus und fliegt los.

Die ande­ren bei­den tun es ihm nach. Mit kaum einem Flü­gel­schlag glei­ten sie ele­gant durch den Can­yon. Wir bekom­men gar nicht genug davon, den schein­bar schwe­re­lo­sen Flug der rie­si­gen Vögel zu bewun­dern.

Condor fliegt durch den Colca Canyon.

Er fliegt!

Noch ein fliegender Condor.

Sie auch…

Um halb neun ist das Heer der Aus­flugs­bus­se ein­ge­fal­len, auf dem Aus­sichts­punkt drän­geln sich Men­schen­mas­sen und die Con­do­re haben sich offen­sicht­lich ent­schlos­sen, Pau­se zu machen. Zeit für uns, zu gehen.

Lud­wig lässt uns ein paar Kilo­me­ter wei­ter am Mira­dor Tapay raus. Von hier aus machen wir eine zwei­stün­di­ge Wan­de­rung über einen stei­len, unweg­sa­men Pfad zurück nach Caba­na­con­de. Kurz erha­schen wir dabei noch­mal einen Blick auf den Con­dor. Schö­ne Aus­bli­cke auf den Can­yon gibt es natür­lich auch.

Steiler Weg aus groben Steinen.

Steil und stei­nig führt der Weg am Col­ca Can­yon ent­lang

Blick in den schroffen Canyon.

Tol­le Aus­sicht

Die rest­li­che Zeit bis zur Abfahrt unse­res Klap­per­bus­ses um 14 Uhr chil­len wir auf der Dach­ter­ras­se des Hos­tels und las­sen uns mit einem Mega-Sand­wich ver­sor­gen.

Die Rück­fahrt ver­läuft ähn­lich bunt und abwechs­lungs­reich wie die Hin­fahrt. Nach sechs Stun­den im engen, rap­peln­den Bus sind wir froh, wie­der zurück zu sein und freu­en uns auf ein ent­spann­tes Wochen­en­de in Are­qui­pa.

Infos zur Tour in den Col­ca-Can­yon

Öffent­li­che Bus­se von Are­qui­pa aus fah­ren mehr­mals täg­lich, die ers­ten sehr früh mor­gens. Tickets erhältst du direkt am Bus­bahn­hof. Die Fahrt dau­ert sechs Stun­den bis Caba­na­con­de am Ende des Col­ca Can­yons, bis Chi­vay am Anfang des Can­yons etwa vier­ein­halb Stun­den.

Sowohl in Chi­vay als auch in Caba­na­con­de gibt es Unter­künf­te und Restau­rants. Wir kön­nen das von uns gewähl­te Hos­tel Pach­a­ma­ma* sehr emp­feh­len. Das Hos­tel hat ein sehr gutes Restau­rant.

Wenn du eini­ge Tage blei­ben möch­test, bie­ten sich Wan­de­run­gen durch den Col­ca Can­yon an. Bei Lud­wig im Hos­tel Pach­a­ma­ma bekommst du Kar­ten und Infos dazu, sogar Aus­rüs­tung wie Wan­der­stö­cke und Ruck­sack kannst du dir dort aus­lei­hen.

Die Con­do­re flie­gen früh­mor­gens, wenn durch die Erwär­mung der Luft ther­mi­sche Auf­win­de ent­ste­hen. Man­che der orga­ni­sier­ten Tou­ren kamen erst rela­tiv spät am Aus­sichts­punkt Cruz del Con­dor an, so dass sie teil­wei­se das Schau­spiel ver­pass­ten.

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