Nach fast zwei Mona­ten heißt es Abschied neh­men von Argen­ti­ni­en. Mit dem Bus geht es quer über die Anden ins chi­le­ni­sche San Pedro de Ata­ca­ma.

Spielzeugbus in Modelllandschaft?

Spiel­zeug­bus in Modell­land­schaft?

Über unzäh­li­ge Ser­pen­ti­nen schraubt sich die Stra­ße auf 4200 Meter Höhe, durch­quert den Salz­see Sali­nas Gran­des

Endlose Weite auf der Salzebene

End­lo­se Wei­te auf der Salz­ebe­ne

und erreicht die chi­le­nisch-argen­ti­ni­sche Grenz­sta­ti­on am Paso de Jama.

Bye bye Argentina

Bye bye Argen­ti­na

Hier kön­nen deut­sche Beam­te noch was in punc­to Büro­kra­tie ler­nen ?: Alle 42 Pas­sa­gie­re müs­sen sich in einer Schlan­ge an Schal­ter 1 anstel­len, Aus­rei­se Argen­ti­ni­en. Wer fer­tig ist, darf nicht etwa wei­ter zu Schal­ter 2, wo der chi­le­ni­sche Beam­te gera­de ent­spannt, son­dern es wird eine neue Schlan­ge gebil­det. Ein Anstell-Beauf­trag­ter regelt, dass jeder an der rich­ti­gen Stel­le steht. Erst wenn alle 42 Aus­rei­se­wil­li­gen den ers­ten Schal­ter pas­siert haben, beginnt der chi­le­ni­sche Beam­te mit der Arbeit, die Ein­rei­se nach Chi­le zu bestä­ti­gen. So, fer­tig!? Weit gefehlt, denn nun wird jeder Pas­sa­gier zum Bus geschickt, um sein Gepäck zu holen.

Der Bus wartet geduldig - zum Glück! ;-)

Der Bus war­tet gedul­dig – zum Glück! ;-)

Damit wird eine neue Schlan­ge vor Schal­ter 3 gebil­det, dem chi­le­ni­schen Zoll. Chi­le hat sich den Schutz der hei­mi­schen Flo­ra und Fau­na vor aus­län­di­schen Angrif­fen auf die Fah­ne geschrie­ben. Dazu gehört, dass die Mit­nah­me von gefähr­li­chen Arti­keln wie z. B. Äpfeln, Coca-Blät­tern, leben­den und toten Tie­ren etc. ver­bo­ten ist. Das wird streng kon­trol­liert. Wir muss­ten ein For­mu­lar aus­fül­len und nun wird das Gepäck auf ver­däch­ti­ge Gegen­stän­de durch­leuch­tet. Unse­re letz­ten Coca-Bon­bons und ‑Blät­ter haben wir vor der Grenz­sta­ti­on ent­sorgt und den mit­ge­führ­ten Pfef­fer habe ich brav dekla­riert und darf ihn behal­ten.

Die gan­ze Pro­ze­dur dau­ert andert­halb Stun­den. Wir haben uns inzwi­schen süd­ame­ri­ka­ni­sche Gelas­sen­heit ange­eig­net. Es nützt ja eh nichts, sich auf­zu­re­gen.

Auf der chi­le­ni­schen Sei­te geht es zunächst wei­ter hoch, bis auf 4820 Meter. Ver­eis­te Lagu­nen, Salz­se­en, skur­ri­le Fels­for­ma­tio­nen, mit dicken Büscheln Hoch­land­gra­ses bewach­se­ne Step­pen, klei­ne Her­den von Vicuñas, der fast 6000 Meter hohe Vul­kan Licanc­a­bur – die Fahrt ist acht Stun­den 3‑D-Land­schafts­ki­no! So span­nend, dass mir noch nicht mal zwi­schen­durch die Augen zufal­len, wäh­rend sonst ein sanft schau­keln­der Bus Garant für guten Schlaf ist.

Eine von vielen Lagunen

Eine von vie­len Lagu­nen

Sind wir schon auf der Osterinsel? Das sieht doch aus wie Moais

Sind wir schon auf der Oster­in­sel? Das sieht doch aus wie Moais

Steppen und Vicuñas

Step­pen und Vicuñas

Vulkan Licancabur

Vul­kan Licanc­a­bur

San Pedro  (auf ent­spann­ten 2440 Metern) ist ein hüb­scher klei­ner, wenn auch sehr tou­ris­ti­scher Ort. Hier ist das Zen­trum für alle mög­li­chen Tou­ren in die Ata­ca­ma-Wüs­te. Wir infor­mie­ren uns bei meh­re­ren Anbie­tern und buchen schließ­lich für den nächs­ten Tag mor­gens eine Tour zu den Gey­si­ren von El Tatio und nach­mit­tags ins Val­le de la Luna. Über­mor­gen wol­len wir die drei­tä­gi­ge Tour über das boli­via­ni­sche Alti­pla­no bis nach Uyu­ni begin­nen.

San Pedros Kirche aus der Kolonialzeit

San Pedros Kir­che aus der Kolo­ni­al­zeit

Die Gey­si­re von El Tatio

Früh auf­ste­hen ist ange­sagt, denn die Gey­si­re kom­men am bes­ten in den ers­ten Mor­gen­stun­den zur Gel­tung. Um 4 Uhr 30 wer­den wir abge­holt. Fast 100 Kilo­me­ter über Schot­ter­pis­te geht es bis auf 4300 Meter Höhe. Damit ist El Tatio das höchs­te Gey­sir­feld der Welt. Als wir im ers­ten Mor­gen­licht ankom­men, sind es minus 16,5 Grad.

Dick eingepackt gegen die Kälte

Dick ein­ge­packt gegen die Käl­te

Hat­te ich schon mal erwähnt, dass weder früh auf­ste­hen noch Käl­te zu mei­nen Gute-Lau­ne-Trig­gern zäh­len?

Es dampft und zischt...

Es dampft und zischt…

Der Anblick der Dampf­wol­ken und Was­ser­fon­tä­nen, die aus unzäh­li­gen Ris­sen im vul­ka­ni­schen Gestein quel­len und für eine sur­rea­le Atmo­sphä­re sor­gen, ent­schä­digt uns. Wir spa­zie­ren über das Gey­sir­feld, wäh­rend über den Berg­spit­zen die Son­ne auf­geht.

Noch spektakulärer im ersten Sonnenlicht

Noch spek­ta­ku­lä­rer im ers­ten Son­nen­licht

Zurück am Bus hat Fah­rer Edu­ar­do schon das Früh­stück auf­ge­baut, das wir in den wär­men­den Son­nen­strah­len zu uns neh­men.

Wer würde in dieser Kleidung einen Touristen vermuten? ?

Wer wür­de in die­ser Klei­dung einen Tou­ris­ten ver­mu­ten? :-D

Wei­ter geht es zu einem ande­ren Teil des Gey­sir­felds, in dem neben dem größ­ten Gey­sir auch ein Ther­mal­be­cken mit war­mem Was­ser ist. Es bedarf etwas Über­win­dung, sich in der immer noch kal­ten Luft umzu­zie­hen, dafür ist das Gefühl, sich im war­men Was­ser zu aalen umso herr­li­cher.

Hier lässt es sich aushalten!

Hier lässt es sich aus­hal­ten!

Val­le de la Luna

Nach weni­gen Stun­den Mit­tags­pau­se geht es am Nach­mit­tag auf die nächs­te Tour ins Val­le de la Luna.

Mondlandschaft im Mondtal

Mond­land­schaft im Mond­tal

Sei­nen Namen – Tal des Mon­des – erhielt es wegen sei­ner skur­ri­len For­men, die Wind und Was­ser aus sei­nen Fel­sen schlif­fen und an eine Mond­land­schaft erin­nern. Es gibt Fel­stür­me, Sand­dü­nen, einen tro­cke­nen Can­yon, durch den wir uns teils unter­ir­disch zwän­gen.

Die Tres Marías - von denen eine schon der Erosion zum Opfer fiel. Da waren's nur noch zwei...

Die Tres Marías – von denen eine schon der Ero­si­on zum Opfer fiel. Da waren’s nur noch zwei…

Die große Sanddüne

Die gro­ße Sand­dü­ne

Canyoning im Trockenen, nichts für Klaustrophobiker

Can­yo­ning im Tro­cke­nen, nichts für Klaus­tro­pho­bi­ker

Der Höhe­punkt ist der Son­nen­un­ter­gang, der die Ber­ge, dar­un­ter den Vul­kan Licanc­a­bur und die Wol­ken in alle Far­ben der Rot-Oran­ge-Gelb-Lila-Palet­te taucht. (G)

Licancabur in orange

Licanc­a­bur in oran­ge

Licancabur in violett

Licanc­a­bur in vio­lett

Glühende Wolken

Glü­hen­de Wol­ken