Rechts schimmert die Adria in tiefem Blau. Links erheben sich schroffe Felswände in warmen Rotbrauntönen. Die Straße ist gut ausgebaut, trotz der vielen Kurven lässt sich unser Campervan gut fahren. Wir genießen die Aussicht, die sich an jeder Kurve ändert. Die Magistrale führt an der kroatischen Küste entlang, dem südlichen Ziel unseres ersten Roadtrips mit dem Kastenwagen entgegen.

Unser Balu ist noch nicht fertig ausgebaut. Aber Bett, Küche, Tisch und Toilette sind an Bord und damit alles, was wir für unsere Jungfernfahrt benötigen. Wir freuen uns wie Bolle, endlich mit unserem selbstausgebauten Camper unterwegs zu sein.

Sommerliches Zürich

Unser erstes Roadtrip-Ziel ist Zürich, wo unsere Tochter wohnt. Bis wir Balu fertig gepackt haben und alles parat ist, ist es Abend geworden. Aber das macht nichts, wir starten und fahren solange, wie wir Lust haben.

Als uns die Müdigkeit übermannt, suchen wir uns einen ruhigen Parkplatz abseits der Autobahn. Wir sind der einzige Camper und haben eine ruhige und erholsame Nacht. Die erste Nacht in unserem Kastenwagen!

Tag 1  

Strecke: Neuss – Walldorf 300 km

Übernachtung: Parkplatz

Blick aus den Hecktüren des Kastenwagens ins Grüne.

Vorne Parkplatz, hinten grün: Ausblick am ersten Morgen

Am Mittag des folgenden Tages erreichen wir Zürich-Oerlikon. Für Balu finden wir einen Parkplatz entlang der Straße des Wohngebiets. Allerdings nächtigen wir hier nicht im Auto, sondern im Gästezimmer unserer Tochter.

Zürich begrüßt uns mit herrlichem Sommerwetter. Es zieht uns zum See. Das erste Mal in diesem bisher enttäuschenden Sommer draußen zu baden ist großartig. Auch wenn das Wasser des Zürichsees frische 19 Grad hat genießen wir es.

Es gibt Freibäder am See (auf Schweizerisch „Badi“ genannt), aber man darf auch überall vom Ufer aus schwimmen gehen. Das gefällt uns sehr gut.

Später bummeln wir durch die Altstadt von Zürich, die sich im Abendsonnenlicht hübsch präsentiert.

Am Sonntag besuchen wir den Vertikalen Garten im MFO-Park und unternehmen eine kleine Wanderung über den Käferberg.

Du willst noch mehr über Zürich erfahren? Einen ausführlichen Bericht über Zürich hat Anne-Katrin auf Go on travel geschrieben. Und tolle Aussichtspunkte um Zürich findest du hier.

Blick über die Limmat auf Zürich.
Gina und Marcus auf einem Waldweg.

Tag 2 – 3 

Strecke: Walldorf – Zürich 300 km

Übernachtung: Gästezimmer

Über den Chiemsee nach Slowenien

Mit unserer anderen Tochter wollen wir uns in Slowenien treffen, wo sie mit ihrem Freund Urlaub macht. Da wir die Strecke von Zürich dorthin nicht in einem Rutsch durcheilen wollen, planen wir einen Zwischenstopp am Chiemsee ein.

Baumgruppe im flachen Wasser am Ufer des Chiemsee.

Am Chiemsee

Direkt am See befindet sich ein Parkplatz, auf dem das Parken von Wohnmobilen nur tagsüber erlaubt ist. So suchen wir uns eine ruhige Nebenstraße, wo wir ungestört übernachten. Vorher machen wir einen ausgedehnten Spaziergang am Seeufer und schlagen uns in einem urigen Biergarten gepflegt den Bauch voll.

Der Chiemsee war für uns nur ein kurzer Zwischenstopp. Er lohnt aber sicher für einen längeren Aufenthalt. Ganz viele Infos zu Sehenswürdigkeiten und Freizeitgestaltung rund um den Chiemsee findest du bei Phototravellers.

Tag 4 

Strecke: Zürich – Rimsting/Chiemsee 400 km

Übernachtung: Parkplatz in Nebenstraße

Am nächsten Tag fahren wir durch Österreich nach Slowenien. Am Bleder See kommen wir auf dem Campingplatz River Camp unter. Der Platz wurde erst letztes Jahr eröffnet, alles ist nagelneu. Die Waschhäuser machen einen gepflegten Eindruck.

Burg auf steilem Felsen.

Hoch über dem See thront die Burg Bled

Spätnachmittags umrunden wir den Bleder See. Er ist wegen seiner malerischen Lage touristisch sehr beliebt.  Auf einer Seite thront die Burg Bled über dem steilen Abhang, am anderen Ende liegt eine kleine Insel mit einer pittoresken Kirche. Der Spaziergang um den See dauert etwa anderthalb Stunden.

Am folgenden Tag geht es zum benachbarten Bohinj See. Ein langgestreckter See, der in einem dunklen Blaugrün zwischen den umgebenden Berggipfeln schimmert. Mit der Gondelbahn fahren wir zum Gipfel des Vogel und wandern dort auf der Höhe. Nachmittags besuchen wir den Sava-Wasserfall am Ende des Bohinj-Sees.

Gina und Marcus auf einem Berggipfel.

Hoch über dem Bohinj See

Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel verlocken am nächsten Tag zu einer Bootsfahrt über den Bleder See. Wir mieten ein Ruderboot und schaukeln über das blaugrüne Wasser. An der Insel legen wir an, schwimmen eine Runde und machen einen kleinen Rundgang.

Die gemeinsamen Tage schließen wir mit einem leckeren Abendessen in Bled ab. Für die „Jugend“ geht es morgen nach Hause, während wir uns weiter nach Süden orientieren.

Ruder taucht in smaragdgrünes Wasser

Tag 5 – 7 

Strecke: Rimsting/Chiemsee – Bled/Slowenien 300 km

Übernachtung: River Camping Bled

Istrien – Kultur und Natur erleben

Wir fahren dorthin, wo Jorina und Florian herkommen: nach Pula im Süden der Halbinsel Istriens. Dort haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht, von dem aus ein öffentlicher Bus nach Pula ins Stadtzentrum fährt.

Die Angestellten an der Rezeption machen einen lustlosen Eindruck. Wir bekommen einen Plan vom Campingplatz in die Hand gedrückt und sollen uns mehrere Stellplätze aussuchen. Sie würden dann checken, ob diese noch frei seien. Da der Platz riesig ist, dauert es eine Weile, bis wir uns orientiert haben. Eine Stunde nach unserer Ankunft können wir endlich auf unserem Stellplatz einchecken.

Campervan auf dem Campingplatz in Pula

Geschafft! Unser Platz in Pula

Gerne möchten wir am frühen Abend noch eine Runde im Meer schwimmen. Doch als wir feststellen, dass das Wasser trüb ist von den Tausenden angeschwemmten toten Quallen vergeht uns die Lust.

Der Bus bringt uns am nächsten Morgen für kleines Geld in die Innenstadt von Pula. Hier gibt es viel alte Geschichte, die sich in historischen Bauten manifestiert hat. Angefangen vom berühmten römischen Amphitheater über frühchristliche Kirchen bis zum Fort auf dem Hügel.

Amphitheater in Pula.

Römische Ruinen und blauer Himmel

Danach gönnen wir uns einen ruhigen Tag. Vormittags brasseln wir ein bisschen auf dem Campingplatz rum, später wandern wir zu einer schönen Felsenbucht in der Nähe. Dort sonnen wir uns auf dem Felsplateau und schwimmen ein paar Runden. Leider gibt es auch hier viele der kleinen Quallen, die dieses Jahr eine echte Plage in Istrien sind.

Istrien ist mir aus früher Jugend bekannt, als meine Eltern mit uns dort Segelurlaub machten. Darüber habe ich in Kindheitserinnerungen: Reisen in den 60er und 70er Jahren berichtet.

Tag 8 – 10

Strecke: Bled/Slowenien – Pula/Kroatien 250 km

Übernachtung: Arena Camping Stoja, Pula

Premantura – am südlichsten Ort Istriens

Einem weiteren Tipp unserer Kinder folgend fahren wir nur wenige Kilometer weiter nach Premantura, dem südlichsten Ort Istriens. Auch hier landen wir auf einem riesigen Campingplatz. Im Gegensatz zu dem in Pula werden wir freundlich begrüßt. Auf diesem Platz heißt es ebenfalls wieder auf Stellplatzsuche gehen. Wir finden einen schönen Platz unter dem Halbschatten der Pinien und haben sogar Blick auf die türkisfarbene Adria.

Camper unter Pinien vor dem blauen Meer.

So kann man es aushalten…

Gina schwimmt im Meer.

Was für ein Genuss!

Und die Quallen haben es auch nicht hierhin geschafft. Entspannt schwimmen wir im klaren Wasser der ruhigen Bucht und genießen den Spätsommer.

Premantura liegt auf der Halbinsel Kamenjak, die zum Teil als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Wir unternehmen eine Tageswanderung vom Campingplatz zum Kap Kamenjak, der Spitze der Halbinsel. Entlang der Küste geht es über schmale Pfade oder staubige Wege. Unterwegs laden kleine Buchten dazu ein, ein erfrischendes Bad zu nehmen.

Am Kap Kamenjak kommen wir zu den Steilklippen, von denen mutige Menschen ins Wasser springen. Bei unserem Besuch überwiegen eindeutig die Zuschauer. Nur wenige wagen den Sprung von den Klippen.

Auf einem holprigen Pfad gehen wir an der Küste entlang weiter und gelangen zu der lokal berühmten Safari-Bar. Im Bambusdickicht sind überall kleine Sitzgruppen verteilt. Dazwischen stehen fantasievolle Kunstwerke. Wir suchen uns ein Plätzchen für eine kleine Pause, bevor wir den Rückweg zum Campingplatz antreten.

Gina schwimmt im Meer.

Tag 11 – 12

Strecke: Pula – Premantura 13 km

Übernachtung: Arena Stupice

Stadtbesichtigung in Zadar

Da der Wetterbericht regnerische Tage für Istrien prophezeit, machen wir uns auf Richtung Süden. An einem langen Fahrtag kurven wir zunächst über die istrische Halbinsel bis Rijeka. Danach geht es weiter auf der Magistrale. Diese Küstenstraße führt in unzähligen Kurven an der Adria entlang. Schroffe Felsen, blaues Meer, kleine Buchten, in denen Fischerboote schaukeln – trotz der langen Strecke wird es uns nicht langweilig.

Straße an der Felsküste.

Die Magistrale führt immer am Küstengebirge entlang

Wir passieren die großen Inseln Cres, Krk und Rab. In Senj biegen wir einmal falsch ab und stecken kurz in den engen Altstadtgassen fest. Eine Kaffeepause gönnen wir uns in dem kleinen Ort Novo Vindolski, wo wir durch hübsche Gässchen schlendern.

Schließlich geht es noch ein Stück durchs Landesinnere, bevor wir im Dunkeln unseren Stellplatz kurz vor Zadar erreichen. Auf dem Platz stehen nur drei oder vier Wohnmobile. Der Betreiber kommt am nächsten Morgen vorbei, um die Gebühr zu kassieren. Dabei schenkt er uns frische Feigen, die auf dem Gelände gedeihen.

Mit Balu fahren wir nach Zadar hinein, zu einem Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile parken dürfen. Allerdings scheint schon alles voll zu sein. Wir finden keine Lücke, die groß genug für unseren Kastenwagen wäre. Als wir den Platz schon wieder frustriert verlassen wollen, kommt der Parkwächter angelaufen. Er winkt uns in eine Ecke, die wir nicht als Parkplatz wahrgenommen hatten. Hier ist genug Platz für Balu.

Wir haben eine Free Walking Tour gebucht, die uns durch die historische Altstadt von Zadar führt. Von römischen Spuren über romanische und gotische Kirchen bis zu modernen Installationen hat die Stadt viel zu bieten.

Dom und Campanile in Zadar.

In der Altstadt von Zadar

Nachmittags flüchten wir vor einem kurzen Regenschauer in ein Café und überlegen, wo wir als nächstes hinwollen. Stadt hatten wir jetzt erstmal genug, nun steht uns der Sinn nach etwas Ruhigerem. Die Stadtführerin hatte eine Tour zu den vorgelagerten Inseln empfohlen. Wir beschließen, zum Fährhafen zu fahren und dann – ab auf die Insel!

Tag 13 

Strecke: Premantura – Zadar 340 km

Übernachtung: Kamp Marni (Homepage nur auf kroatisch)

Ugljan – ab auf die Insel

Die Inseln vor Zadar sind hervorragend mit Fähren angebunden. Die fahren da so wie bei uns Busse. Wir rollen also kurze Zeit später auf die Fähre nach Ugljan.

Autofähre.

Auf geht`s auf die Insel!

Nach kurzer Überfahrt erreichen wir den kleinen Ort Preko, den Fährhafen der Insel. Über eine schmale Landstraße fahren wir zum Ort Ugljan, kurven durch enge Gassen und über einen Schotterweg hinunter zum Meer. Dort liegt das Camp Marijo. Es ist ein kleiner, familiär geführter Platz, genau nach unserem Geschmack. Tanja, die Chefin zeigt uns einen Platz direkt am Ufer und wir fühlen uns sofort heimisch.

Auf der Terrasse, die als Rezeption und Treffpunkt dient, bekommen wir ein Willkommensgetränk angeboten und halten einen netten Plausch.

Camper steht am Ufer des Meeres.

Ein Platz ganz vorne

Die nächsten Tage verbringen wir super entspannt auf dieser verschlafenen Insel. Wir laufen zu Fuß in den kleinen Ort und machen Spaziergänge entlang der Küste. Kleine Fischerhäfen, hübsch eingerichtete Badestellen, überwiegend von Einheimischen besucht. Ein Supermarkt, ein oder zwei Strandbars und ein hervorragendes Restaurant sorgen für alles, was wir brauchen.

Da es uns hier so gut gefällt, verlängern wir unseren Aufenthalt und bleiben schließlich drei Nächte. Doch so langsam läuft die Zeit für unseren Urlaub aus. Wir müssen an den Rückweg denken.

Kleiner Hafen mit Fischerbooten.

Tag 14 – 16 

Strecke: Zadar – Ugljan 24 km (mit Fähre)

Übernachtung: Kamp Marijo, Ugljan

Triest – eine hübsche Überraschung

Nach so viel Relaxen auf der Insel können wir nun wieder eine Portion Kultur vertragen. So ist unser nächstes Ziel Triest. Ein langer Fahrtag bringt uns über die Magistrale nordwärts.

In Triest finden wir einen sehr gepflegten, dafür auch nicht ganz billigen Stellplatz. Wir kommen im Regen an, machen uns noch schnell was zum Abendessen und verbringen eine ruhige Nacht.

Am nächsten Tag stehen wir früh an der Bushaltestelle vor dem Stellplatz, um in die Innenstadt zu fahren. Der erste Busfahrer lässt uns stehen, weil wir nicht schnell genug kapieren, dass der Einstieg an der hintersten der drei Türen ist. Fängt ja gut an! Doch mit dem nächsten Bus gelangen wir in die City.

Auch hier haben wir eine Free Walking Tour gebucht. Triest hat eine überraschend schöne Innenstadt, nachdem man sich durch den hässlichen Ring von Industrie und Betonburgen gekämpft hat. Die Stadt ist geprägt von der österreichischen K.u.K.-Ära, mit vielen repräsentativen Bauten des 19. Jahrhunderts.

Breiter Kanal, von schönen Häusern gesäumt.

Canale Grande in Triest

Kathedrale hinter grünen Bäumen.

Die Kathedrale in Triest

Nach der recht kurzen, einstündigen Führung bummeln wir auf eigene Faust durch die Stadt. Wir erklimmen den Burgberg mit der alten Kathedrale. Am Canale Grande lassen wir es uns auf der Terrasse eines der zahlreichen Restaurants schmecken. Noch ein paar Einkäufe erledigen, dann kehren wir zu Balu zurück.

Tag 17

Strecke: Ugljan – Triest 320 km

Übernachtung: Mamaca Park Wohnmobilstellplatz

Schloss Miramare

Nachmittags möchten wir uns das Schloss Miramare anschauen, das ganz in der Nähe liegt. In einer etwas nervenaufreibenden Fahrt steuern wir Balu durch den Stadtverkehr von Triest und fahren zum kleinen Jachthafen von Grignano. Dort stellen wir ihn in der Gesellschaft von ein paar anderen Campervans ab und wandern durch den weitläufigen Schlosspark zum Schloss Miramare.

Weißes Schloss.

Schloss Miramare

Das Schloss liegt hoch über der Adria mit einem herrlichem Ausblick. Maximilian, der Bruder des österreichischen Kaisers Franz Josef I., ließ es Mitte des 19. Jahrhunderts errichten. Wir kommen noch rechtzeitig an, um die Räume des Schlosses zu besichtigen. Im Abendsonnenschein wandern wir später zurück zum Stellplatz und verbringen eine ruhige Nacht.

Ausblick aus dem Van auf den Yachthafen.

Stellplatz am Yachthafen

Tag 18

Strecke: Triest – Grignano 40 km

Übernachtung: Yachthafen Grignano

Über Aquilea ins Trentino

Das Trentino steht als nächstes Ziel auf dem Plan. Auf dem Weg machen wir einen Stop in der altehrwürdigen Stadt Aquilea. Hier gibt es ausgedehnte Funde aus römischer Zeit. Das unbestrittene Highlight ist jedoch die Basilika Santa Maria Assunta mit zahlreichen Zeugnissen aus frühchristlicher Zeit. Der heute zu sehende Kirchenbau stammt aus dem 9. – 11. Jahrhundert. Unter dem Boden der Kirche fand man das komplette Fußbodenmosaik der ersten Kirche aus dem 3. Jahrhundert. Ein weiterer Höhepunkt der Besichtigung ist die Krypta der Fresken aus dem 6./7. Jahrhundert mit farbenprächtigen Darstellungen. Wir sind sehr beeindruckt.

Kirche hinter hohen Zypresssen.

Basilika von Aquilea

Zu den römischen Ausgrabungen in Aquilea findest du bei Elena auf Verliebt in Italien einen schönen Bericht.

Den Rest des Tages verbringen wir auf der Straße. Zunächst geht es über das flache Land des Friaul, bis sich allmählich die Alpen vor uns erheben. Langsam geht es hinauf ins Trentino. Am frühen Abend erreichen wir den Lago di Caldonazzo. Der kleine Campingplatz ist gut besucht, aber wir bekommen noch ein Plätzchen.

See umgeben von Bergen.

Lago di Caldonazzo im Abendlicht

Wandertour mit Hindernissen

Hier wollen wir noch mal ausgiebig wandern. Die Suche nach einer Route gestaltet sich ein wenig schwierig. Die interessanten Touren beginnen an einem anderen Ort und der Busverkehr hier ist nicht wirklich brauchbar. Also werden wir mit Balu in den Nachbarort fahren, um von dort zu einer größeren Wanderung aufzubrechen.

Mach nur einen Plan… Am nächsten Morgen plagt mich die Migräne, an Wandern ist erstmal nicht zu denken. So brechen wir am frühen Nachmittag, als es mir wieder besser geht auf, um die Umgebung zu Fuß zu erkunden. Wir folgen Wegweisern, die uns zu kleinen Weilern in der Höhe des Hangs führen. Vorbei an zahlreichen Obstplantagen, die voll hängen mit gelben und roten Äpfeln. Durch die Hänge wandern wir zum Ort San Cristoforo, wo wir in einem Café einkehren und uns mit süßen Kleinigkeiten belohnen.

Gina sitzt auf einer Bank und schaut auf den See.

Tag 19 – 20

Strecke: Grignano – Aquilea – Lago di Caldonazzo 260 km

Übernachtung: Camping Punta Indiani

Über Liechtenstein nach Hause

Die Rückfahrt durch die majestätische Landschaft der Alpen ist wunderschön. Wir fahren über kleinere Straßen von Italien Richtung Schweiz. Die schnellere Strecke würde über die Brenner-Autobahn durch Österreich führen. Wir haben genug Zeit, um über die Landstraßen zu trödeln. So sparen wir auch noch eine weitere Vignette für den Transit durch Österreich.

Camper auf Parkplatz am Ofenpass.

Balu auf dem Ofenpass

Schroffe Berge vor blauem Himmel.

Herrliche Alpenlandschaft

Bei blauem Himmel überqueren wir den Ofenpass, schlängeln uns durchs Engadin und über den Flüela-Pass. Ganz oben auf den Gipfeln liegt Schnee, während in den Tälern sattgrüne Wiesen glänzen. Neben uns plätschert der Inn an der Straße entlang.

Ganz unspektakulär ist der Grenzübertritt nach Liechtenstein. Eine breite Brücke über den Rhein, und schon sind wir im Fürstentum angekommen. Wir besuchen ein befreundetes Paar, mit denen wir einen entspannten Abend verbringen.

Leider hatten wir nicht genug Zeit, um uns länger in Liechtenstein aufzuhalten. Auf Janetts Blog „Teilzeitreisender“ findest du aber ein paar schöne Wandervorschläge für Liechtenstein. Wenn du vorhast, die Hauptstadt Vaduz zu besichtigen, schau mal bei Julia und Felix auf Secluded Time.

Über weitere Zwischenstopps bei der Verwandtschaft im Schwarzwald und in Mainz hangeln wir uns schließlich hoch Richtung Heimat.

Tag 21 

Strecke: Lago di Caldonazzo – Schaan/Liechtenstein 350 km

Übernachtung: Gästezimmer

Tag 22 

Strecke: Schaan/Liechtenstein – Waldkirch/Schwarzwald 280 km

Übernachtung: Gästezimmer

Für die letzte Nacht unserer Reise wollen wir noch einmal im Campervan übernachten. So suchen wir uns einen Wanderparkplatz bei Maria Laach. Ein Bulli, ein Wohnmobil und ein Paar mit Dachzelt leisten uns Gesellschaft. Mit letzterem kommen wir in ein angeregtes Gespräch. Sie erzählen uns vom Hilfseinsatz der Dachzeltnomaden im Ahrtal, an dem sie teilgenommen haben. Wir sind fasziniert von der Arbeit, die diese Freiwilligen dort auf die Beine stellen.

Camper auf Wanderparkplatz.

Tag 23 

Strecke: Waldkirch – Maria Laach 360 km

Übernachtung: Wanderparkplatz Laacher See

Fazit unserer ersten Camper-Tour

Kurz gesagt: Es war großartig!

Auch wenn unser Campervan noch nicht fertig ausgebaut ist, haben wir uns sauwohl gefühlt. Das Bett ist super bequem, lang genug – wir haben fast zwei Meter Liegefläche – und bildet mit den Vorhängen eine kuschelige Schlafhöhle.

Von der Trockentrenntoilette sind wir sehr angetan, es funktioniert hervorragend. Auch unsere Küche hat unsere Erwartungen erfüllt.

Das Reisen mit dem Wohnmobil gefällt uns gut. Jederzeit anhalten und eine Mahlzeit zubereiten zu können ist sehr bequem. Oder abends losfahren und einen Schlafplatz zu suchen, wenn wir müde werden. Wir sind mobil und haben unser Zuhause dennoch dabei.

Der Kastenwagen lässt sich gut fahren. Ob auf der Autobahn oder auf kurvigen Landstraßen, wir sind immer gut zurechtgekommen.

Jetzt geht es mit dem weiteren Ausbau weiter, damit das Reisen mit Balu noch schöner wird. Als Nächstes steht auf dem Plan, ein Duschbad und eine feste Sitzbank einzubauen.