Mit die­sem Bei­trag über die Insel Rab betei­li­ge ich mich an der Blog­pa­ra­de „High­lights in Kroa­ti­en”, zu dem Nico­le auf ihrem Blog Pas­sen­ger X auf­ge­ru­fen hat.

Im Sep­tem­ber zieht es uns noch­mal Rich­tung Süden. Die Insel Rab in der son­ni­gen kroa­ti­schen Adria ist unser Ziel. Auf dem Weg dort­hin neh­men wir uns Zeit und blei­ben je eini­ge Tage in Graz, Zagreb und an den Plit­vicer Seen. Schließ­lich errei­chen wir über eine gut aus­ge­bau­te Stra­ße über das Vele­bit-Gebir­ge die Küs­te.

Rab Adria Kroatien Pag

Ein atem­be­rau­ben­der Blick aufs Meer

Uns stockt der Atem, als sich auf dem Berg­kamm der Blick aufs Meer öff­net. In strah­len­dem Blau leuch­tet das Was­ser, dahin­ter streckt sich die hel­le Karst­in­sel Pag. Wir kur­ven die letz­ten Ser­pen­ti­nen hin­un­ter bis zu dem klei­nen Ort Kar­lo­bag. 

Rab Adria Kroatien Karlobag

Glas­kla­res Was­ser im klei­nen Fischer­ha­fen

Klei­ne Fischer­boo­te schau­keln im Hafen auf glas­kla­rem Was­ser, eine hel­le Stein­pier erstreckt sich ins Meer. Ruhig ist es hier, kein Tou­ris­ten­rum­mel weit und breit. Es gelingt uns, ein Eis­ca­fé zu fin­den und wir bekom­men zwei gigan­ti­sche Eis­be­cher ser­viert.

Rab Adria Kroatien Karlobag

Köst­lich!

Vom Fest­land nach Rab

Nach die­ser will­kom­me­nen Stär­kung set­zen wir unse­ren Weg fort zum Fähr­ha­fen in Sti­ni­ca. Von dort aus geht es mit der Fäh­re hin­über zur Insel Rab. Die Über­fahrt dau­ert nur knapp zwan­zig Minu­ten, dann errei­chen wir Mišn­jak am süd­li­chen Ende der Insel. Hier gibt es nicht viel mehr außer dem Fähr­ha­fen in der nack­ten Karst­land­schaft, also fah­ren wir sofort wei­ter.

Rab Adria Kroatien

Fähr­ha­fen Mišn­jak

Die Stra­ße führt am West­ufer ent­lang. Wir erha­schen Bli­cke auf die unbe­wohn­te Insel Dolin, die sich vor der Küs­te erstreckt. Sowohl Dolin als auch die­ser Teil von Rab sind grün bewal­det, ein fri­scher Kon­trast zu den kah­len Fel­sen auf der ande­ren Sei­te.

Den gleich­na­mi­gen Haupt­ort Rab pas­sie­ren wir wenig spä­ter. Die Besich­ti­gung heben wir uns für einen ande­ren Tag auf, denn wir müs­sen ganz in den Nor­den nach Lopar. Hier schla­gen wir auf dem Cam­ping­platz unser Zelt auf. Der Cam­ping­platz liegt direkt am Strand und wir nut­zen die letz­ten Stun­den des Nach­mit­tags, um unse­re Füße erst­mals ins Meer zu tau­chen.

Rab Adria Kroatien

Ers­tes Plan­schen im Meer

Der See­ka­jak­kurs, den wir gebucht haben, beginnt erst über­mor­gen. So nut­zen wir den nächs­ten Tag für einen Aus­flug in die Stadt Rab. Die Ursprün­ge der Stadt rei­chen bis in vor­christ­li­che Zei­ten zurück. Lang gestreckt liegt sie auf einer schma­len Halb­in­sel. Vier Kirch­tür­me ragen in einer Rei­he in den Him­mel und bil­den die typi­sche Sil­hou­et­te Rabs. Sie soll an einen Vier­mas­ter erin­nern. Der ehe­ma­li­ge Palast aus dem 17. Jahr­hun­dert dient heu­te als Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. Trut­zi­ge Stadt­mau­ern umrah­men an vie­len Stel­len den alten Stadt­kern. Wir spa­zie­ren durch die typi­schen, engen Gäss­chen und las­sen die Atmo­sphä­re auf uns wir­ken.

Rab Adria Kroatien

Vier Kirch­tür­me, auf­ge­reiht wie vier Mas­ten eines Schiffs bil­den die typi­sche Sil­hou­et­te der Stadt Rab

See­ka­jak­kurs auf der Insel Rab

Der nächs­te Mor­gen über­rascht uns mit einem ordent­li­chem Wind, der in die Bucht von Lopar bläst und das bis jetzt glat­te Meer zu Wel­len und Schaum­kro­nen auf­mischt. Na toll, aus­ge­rech­net heu­te, wo unser See­ka­jak­kurs begin­nen soll!

Kanu­leh­re­rin Nad­ja ist auch nicht begeis­tert von dem stür­mi­schen Wet­ter, doch sie weiß eine Lösung. Wir laden die Boo­te auf den Hän­ger und fah­ren das kur­ze Stück zur gegen­über­lie­gen­den Sei­te der Insel. Hier öff­net sich die Bucht nach Nor­den, so dass der Wind von Land kommt und kei­ne Wel­len auf­wirft.

Rab Adria Kroatien Seekajak

Fer­tig­ma­chen zum Pad­deln

Vor­sich­tig tra­gen wir die lan­gen See­ka­jaks über die Stei­ne am Ufer und las­sen sie aufs Was­ser glei­ten. Die ers­te Her­aus­for­de­rung war­tet schon beim Ein­stei­gen ins Boot. Wir sind die Wild­was­ser­ka­jaks gewohnt, die einen brei­ten, fla­chen Boden und damit viel Sta­bi­li­tät haben. Die schnit­ti­gen See­ka­jaks sind schmal und kip­pe­lig. Das Ein- und Aus­stei­gen wird zu einem feucht-fröh­li­chem Ver­gnü­gen.

Den ers­ten Tag ver­brin­gen wir im geschütz­ten Inne­ren der Bucht und üben, die Boo­te auf Kurs zu hal­ten. Das ist nicht so ein­fach wie bei einem kur­zen, wen­di­gen Wild­was­ser­ka­jak. Wir benö­ti­gen ganz ande­re Tech­ni­ken beim Pad­deln und der Wen­de­kreis so eines Fünf-Meter-Kajaks spot­tet jeder Beschrei­bung.

Rab Kroatien Adria Seekajak

Gar nicht leicht zu manö­vrie­ren

In den fol­gen­den Tagen fei­len wir an unse­rer Tech­nik und wagen uns immer wei­ter aus der Bucht hin­aus. Seit­li­cher Wind und selbst klei­ne Wel­len ver­su­chen uns vom Kurs abzu­brin­gen. Der Rück­weg gegen den immer noch bla­sen­den Sci­roc­co ist ein kräf­te­zeh­ren­der Kampf.

Rab Kroatien Adria Seekajak

Wind­zer­zaust

Wan­dern auf Rab

Nach drei Tagen Kajak­kurs sind wir erschöpft und gön­nen uns einen Pau­sen­tag. Ein biss­chen rela­xen am Strand tut jetzt gut. Nach­mit­tags unter­neh­men wir eine klei­ne Wan­de­rung ent­lang der Klip­pen des Kaps öst­lich von Lopar. Von hier aus haben wir schö­ne Bli­cke in die Buch­ten, in die wir hät­ten pad­deln kön­nen, wenn es nicht so stür­misch gewe­sen wäre.

Die Eidech­se beob­ach­tet auf­merk­sam unser Pick­nick

Auch den fünf­ten und letz­ten Tag des Kajak­kur­ses las­sen wir sau­sen. Wir haben einen Ein­blick ins See­ka­jak­pad­deln erhal­ten, zur Meis­ter­schaft wer­den wir es am letz­ten Tag auch nicht mehr brin­gen. Lie­ber bre­chen wir auf zu einer schö­nen Tages­wan­de­rung.

Rab Adria Kroatien Wandern

Blick von der Steil­küs­te

Direkt vom Cam­ping­platz aus geht es hoch zur Steil­küs­te. Mit schö­nen Aus­bli­cken auf das unter uns schim­mern­de kla­re Was­ser und dem gegen­über im Dunst auf­ra­gen­den Vele­bit­ge­bir­ge zieht sich der Pfad die Küs­te ent­lang. Spä­ter geht es ins Lan­des­in­ne­re, vor­bei an knor­ri­gen Stein­ei­chen und ver­ein­zel­ten Scha­fen. Im gro­ßen Bogen führt der Weg zurück zum Cam­ping­platz, den wir am spä­ten Nach­mit­tag wie­der errei­chen.

Rab Adria Kroatien wandern

Im Hin­ter­grund das Vele­bit­ge­bir­ge

Rab Kroatien Adria wandern

Neu­gie­ri­ge Scha­fe

Heim­rei­se über die Insel Krk

Für die Heim­rei­se wäh­len wir die zwei­te Fähr­ver­bin­dung von Rab. Direkt von Lopar aus fährt eine Fäh­re nach Val­bis­ka auf der Insel Krk. Etwas über zwei­ein­halb Stun­den dau­ert die Fahrt. Lan­ge geht es an der impo­san­ten Steil­küs­te von Krk ent­lang. In Val­bis­ka ange­kom­men fah­ren wir zum Ort Krk, wo wir uns ein Zim­mer suchen und uns den Nach­mit­tag und Abend durch die mit­tel­al­ter­li­chen Gas­sen trei­ben las­sen.

Rab Kroatien Adria Krk

Der Hafen von Krk

Rab Adria Kroatien Krk

Kirch­turm vor Abend­him­mel in Krk

Von der Insel Krk führt eine beein­dru­cken­de Brü­cke hin­über zum Fest­land. Das ers­te Herbst­ge­wit­ter braut sich über dem Sund zusam­men, als wir sie am nächs­ten Tag pas­sie­ren. Ein spek­ta­ku­lä­res Schau­spiel zum Abschied von der kroa­ti­schen Adria.

Rab Adria Kroatien Krk

Abschied von der Adria

Infos zu Rab

Anrei­se:

Es gibt zwei Fähr­ver­bin­dun­gen, wenn du mit dem Auto nach Rab reist. Die län­ge­re und teu­re­re star­tet von Val­bis­ka auf Krk und erreicht nach etwa zwei Stun­den und vier­zig Minu­ten Lopar im Nor­den der Insel. Dafür spart man sich die Stre­cke an der Küs­te ent­lang bis zur nächs­ten Mög­lich­keit über­zu­set­zen. Die­se Fäh­re fährt zwei­mal täg­lich. Die zwei­te Ver­bin­dung fährt in etwa zwan­zig Minu­ten von Sti­ni­ca aus nach Mišn­jak am süd­li­chen Ende von Rab. In der Haupt­sai­son fährt sie stünd­lich. Ach­tung: In älte­ren Infos ist manch­mal noch Jabla­nac als Fähr­ha­fen ange­ge­ben, die­ser wird nicht mehr ange­fah­ren.

Wenn du ohne Auto anrei­sen soll­test, kannst du auch den Pas­sa­gier­ka­ta­ma­ran von Rije­ka aus neh­men.

Unter­kunft:

Ob Hotel, Pen­sio­nen, Feri­en­häu­ser oder Cam­ping­plät­ze – Rab bie­tet Unter­künf­te aller Art. Im Nor­den lie­gen die Ort­schaf­ten Lopar und Supetars­ka Dra­ga, an der süd­west­li­chen Sei­te der Ort Rab, Ban­jol, Barb­at und Kam­por.

Akti­vi­tä­ten:

Ob Wan­dern oder Was­ser­sport aller Art, Rab bie­tet auch in die­ser Hin­sicht vie­le Mög­lich­kei­ten. Sand­strän­de fin­dest du vor allem auf der nörd­li­chen Halb­in­sel Lopar. Unse­ren See­ka­jak­kurs haben wir bei Out­do­or­di­rekt gebucht und kön­nen das sehr emp­feh­len, falls du in die­ser Rich­tung inter­es­siert bist.

Kli­ma:

Wenig über­ra­schend hat Rab medi­ter­ra­nes Kli­ma mit hei­ßen, tro­cke­nen Som­mern und mil­den Win­tern. Dazu gehört die Insel zu den Plät­zen mit den meis­ten Son­nen­stun­den in Euro­pa.