Sardinien mit dem Wohnmobil zu bereisen war schon länger ein Traum von uns. Diesen Herbst haben wir ihn wahrgemacht.

Sardinien ist in erster Linie für seine herrlichen Strände mit karibischem Flair bekannt. Doch das bergige Hinterland hat ebenfalls viel zu bieten. Von Wanderungen im Gebirge bis zu idyllischen Seen reicht das Spektrum.

Wer gerne Sehenswürdigkeiten besichtigt, kommt in Sardinien ebenfalls auf seine Kosten. Die Geschichte der Besiedlung reicht weit zurück und so gibt es archäologische Stätten bis in die Steinzeit zurück zu sehen.

Komm mit auf unsere Reise mit dem Campervan durch Sardinien!

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Anreise nach Sardinien mit dem Wohnmobil

Um mit dem Wohnmobil nach Sardinien zu reisen, musst du eine Fähre nehmen. Es gibt verschiedene Fährverbindungen vom italienischen Festland aus. Auch von Korsika kannst du nach Sardinien übersetzen, allerdings nur im Sommerhalbjahr.

Die gängigen Fährhäfen für eine Überfahrt nach Sardinien sind:

  • Genua
  • Livorno
  • Neapel
  • Civitavecchia (Rom)
  • Savona
  • Bonifacio (Korsika)

Auf Sardinien werden folgende Orte angesteuert:

  • Olbia
  • Porto Torres
  • Cagliari
  • Golfo Aranci
  • Arbatax
  • Santa Teresa (nur im Sommerhalbjahr)

Die meisten Fähren sind über Nacht unterwegs, wenige fahren tagsüber. Eine Übernachtung im Wohnmobil ist auf den Fähren nach Sardinien nicht möglich. Wir empfehlen, bei einer nächtlichen Überfahrt eine Kabine zu buchen.

Du kannst die Fähre entweder bei einem der Buchungsportale wie direct ferries buchen oder direkt bei der jeweiligen Fährgesellschaft. Wir haben uns für letzteres entschieden. Alle Fährgesellschaften haben deutschsprachige Webseiten.

Die Fährgesellschaften, die Sardinien ansteuern:

Da wir von Deutschland aus anreisten, war einer der nördlicher gelegenen Häfen am günstigsten. Am nächsten wäre für uns Genua gewesen, aber von Livorno aus bekamen wir günstigere Tarife. Das rechnete sich auch, wenn wir berücksichtigten, dass es dorthin noch 160 Kilometer mehr zu fahren waren.

Fähre für die Überfahrt nach Sardinien mit dem Wohnmobil.

Die Fähre für die Überfahrt nach Sardinien steht bereit

Für den Hinweg buchten wir eine Tagesüberfahrt. Wir reisten am Abend vorher bis Livorno, übernachteten in der Nähe und fuhren morgens zum Fährhafen.

Die Rückfahrt fand über Nacht statt, dafür buchten wir uns eine Kabine. So kamen wir morgens ausgeruht (und frisch geduscht) in Livorno an.

Wir haben über Sardinia Ferries gebucht. Das Schiff war okay, was Sauberkeit und Zustand betraf. Die Fähre von GNV, mit der wir im Frühsommer nach Palermo gefahren sind, hat allerdings einen gepflegteren Eindruck gemacht.

Sardinien Reiseführer für die Wohnmobil-Reise

Diese Reiseführer haben uns bei der Planung vor und während unserer Wohnmobilreise durch Sardinien immer wieder geholfen. Im allgemeinen Reiseführer findest du viele Infos und Tipps zu den Sehenswürdigkeiten in Städten und in der Natur.

Die beiden Wohnmobil-Guides bieten ausgearbeitete Touren an mit Routen und Stellplatztipps. Wir haben uns davon immer nur einen Teil rausgepickt und ansonsten unsere eigene Route geplant.

Unsere Route und Stellplätze auf Sardinien

Eins vorweg: Wir planen unsere Route nicht minutiös im Voraus. Da wir nicht in der Hauptsaison reisen, ist das nicht nötig.

Unterwegs entscheiden wir nach Lust und Laune – und der Wettervorhersage – wo es als nächstes hingehen soll. Dabei meiden wir nach Möglichkeit bekannte Touristen-Hotspots. Die ein oder andere Sehenswürdigkeit lassen wir uns trotzdem nicht entgehen. So entsteht eine Route zwischen ruhigen Spots in der Natur und manchmal etwas weniger ruhigen Orten zum Besichtigen.

Karte von Sardinien mit der Route der Wohnmobil-Reise.

Unsere Route über Sardinien

Wir kamen nachmittags gegen 17 Uhr in Golfo Aranci an und fuhren von dort ins Landesinnere. Unsere Stellplätze auf unserer Route:

  • Tempio Pausania: kommunaler Stellplatz, kostenlos
  • Vallicciola, Monte Limbara Massiv: kostenloser Stellplatz
  • Lago Coghinas, freistehen
  • Stellplatz Ristorante Casa del Vento, Westküste, 10 Euro
  • Stellplatz S’Abba Druche, Westküste Nähe Bosa, 25 Euro
  • Nähe Santa Giusta, freies Stehen
  • Spiaggia di Scivu, Parkplatz, 11 Euro
  • Insel Sant’Antioco, freies Stehen
  • Giara di Gesturi, freies Stehen
  • Tuili, kommunaler Stellplatz, kostenlos
  • Torre di Bari, Camping La Pineta, 20 Euro/Nacht
  • Monte Albo Massiv, freies Stehen
  • San Giovanni, freies Stehen

Hier geht`s zu unserem Video über unsere ersten Tage Wohnmobilreise in Sardinien:

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Gallura – Sardiniens Granitgebirge

Unser erstes Ziel auf unserer Wohnmobilreise durch Sardinien ist eine Stadt mit dem merkwürdigen Namen Tempio Pausania. Dort steuern wir den gepflegten Wohnmobilstellplatz an, den die Gemeinde kostenlos zur Verfügung stellt. Es gibt Ver- und Entsorgung für Wasser, Mülltonnen und Stromanschlüsse.

Wir müssen zunächst ein paar Reparaturen an unserem Van durchführen, denn auf der Hinfahrt sind einige kleine Pannen aufgetreten. Nachdem das erledigt ist, begeben wir uns zu Fuß in die sehenswerte Altstadt.

Gasse in der Altstadt von Tempio Pausania.

Die Altstadt von Tempio Pausania ist Fußgängerzone

Tempio Pausania ist ein gepflegtes Städtchen. Die Altstadt ist fast vollständig aus Granitsteinen erbaut. Sowohl die Häuser und die Kathedrale als auch das Straßenpflaster schimmern in lichtem Grau. Das gibt dem Ort ein ganz besonderes Flair. Wir schlendern durch die Gassen und lassen uns in einem Café sardische Dolci munden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Tempio Pausania ist der Bahnhof aus den 1930er Jahren. Er gilt als der schönste Bahnhof Sardiniens. In der holzgetäfelten Wartehalle bestaunen wir Gemälde eines sardischen Künstlers. Verschiedene Szenen des Landlebens sind dargestellt.

Reguläre Züge fahren auf der Strecke nicht mehr. Nur im Sommer wird für die Touristen der Betrieb auf der kleinen Schmalspurbahn aufgenommen. Dafür sind wir Ende September zu spät dran.

Bahnhofsgebäude mit hohen Fenstern.

Der Bahnhof von Tempio Pausania

Wohnmobilstellplatz Tempio Pausania, Viale Palmiro Togliatti 3, Ver- und Entsorgung, kostenlos, Strom möglich

Sehenswürdigkeiten in Tempio Pausania

  • Bahnhof
  • Rathaus, Piazza Gallura
  • Kathedrale San Pietro, Piazza San Pietro
  • Oratorio del Rosario, Piazza San Pietro
  • Fonte Nuova, Viale della Fonte Nuova (Heilquellen)
  • Fonte Rinaggiu

Wandern im Monte-Limbara-Massiv

Natürlich wollen wir die großartige Granitgebirgs-Landschaft bei einer schönen Wanderung erkunden. Dazu fahren wir am nächsten Tag hinauf ins Örtchen Vallicciola am Monte Limbara.

Dort befindet sich ein halbfertiger Wohnmobilstellplatz, dessen endgültige Fertigstellung in den Sternen steht. Ver- und Entsorgung sowie Strom sind zwar vorbereitet, aber nicht angeschlossen. Zum Stehen für eine ruhige Nacht ist der Platz geeignet.

Campervan steht auf dem Stellplatz unter einem Baum.

Ruhiger Stellplatz in Vallicciola

Unsere Wanderung haben wir im Rother Wanderführer Sardinien* ausgesucht. Sie ist mit viereinhalb Stunden Gehzeit angegeben. Wir planen gleich 50% mehr Zeit ein, denn mit Fotos und Videos machen, Landschaft bestaunen und Picknickpausen brauchen wir erfahrungsgemäß deutlich länger.

Es geht zunächst auf steinigen Pfaden durch lichten Wald. Nach etwa einer halben Stunde gelangen wir auf die erste Höhe und das Panorama des Gebirges liegt vor unseren Augen. Wir können weit hinunter in die Ebene sehen. Um uns herum die von der Erosion rund geschliffenen Felsformationen in majestätischer Größe. Es geht teilweise steil bergauf und bergab. Aber die immer wieder faszinierenden Ausblicke lassen uns die Anstrengung gar nicht spüren.

Gina steigt einen steilen felsigen Hang bergauf.

Die Wanderung war ganz schön sportlich

Felsgipfel in der Gallura.

Belohnt wurden wir mit tollen Ausblicken

Nach fast sieben Stunden kommen wir zurück zu unserem Van und beschließen, die Nacht hier zu verbringen.

Stellplatz Vallicciola, SP 51, Via Dell‘ Arma Azzurra, kostenlos, kein Service

Innere Gallura und ein Traum-Stellplatz am See

Weindorf Berchidda

Wir kurven vom Monte Limbara Massiv hinunter zum Stausee Lago Coghinas. Auf dem Weg passieren wir das Bergdorf Berchidda, das bekannt ist für seine Weine. Insbesondere der Weißwein Vermentino ist hier beheimatet. Im Museo del Vino kannst du viele Weine verkosten und kaufen.

Der Steinzeit-Altar bei Oschiri

Für uns geht es weiter nach Oschiri. Hier soll sich ein steinzeitlicher Altar befinden, den wir nach ein bisschen Suchen an einem Feldweg finden. Er liegt auf dem Gelände der kleinen Kirche Santo Stefano. Da das Tor zum Gelände verschlossen ist, klettern wir über die Bruchsteinmauer.

Großer länglicher Felsblock mit vielen ausgeschnittenen Nischen.

Ganz schön beeindruckend

Gleich neben der Kirche finden wir den Altare rupestre, einen großen, länglichen Felsblock von etwa zehn Meter Länge. In den Stein sind tiefe quadratische und dreieckige Ausschnitte gearbeitet. Er ist das Zentrum einer steinzeitlichen Grabanlage.

Nostra Signora di Castro

Nachdem wir den Steinzeit-Altar besichtigt haben, fahren wir weiter Richtung Lago Coghinas. An der Kirche Nostra Signora di Castro machen wir auf dem großen, leeren Parkplatz Halt. Von der Terrasse des Parkplatzes haben wir einen weiten Ausblick auf den blauen See und die dahinterliegenden Gipfel der Gallura.

Die Kirche lohnt eine Besichtigung. Sie liegt in einem ruhigen, ummauerten Hof und ist aus rotem Stein gebaut.

Die schmale Brücke, die weiter unten über einen Teil des Sees führt, ist leider gesperrt. So müssen wir einen Umweg in Kauf nehmen, um zu unserem heutigen Ziel am gegenüberliegenden Ufer des Sees zu gelangen.

Lago Coghinas

Wir umfahren das südliche Ende des Lago Coghinas, um der Straße am Westufer entlang Richtung Norden zu folgen. Nachdem wir den kleinen Ort Tuili durchquert haben, zweigt rechts ein Sträßchen ab, das hinunter zum See führt.

Der Weg ist fast bis zum See hinunter asphaltiert. Am Ende fahren wir auf eine kleine felsige Landzunge und finden so einen traumhaften Stellplatz direkt am Lago. Es gab mal eine Strandbar, die zurzeit jedoch zum Verkauf steht.

Der Van steht einsam am Lago Coghinas.

Unser Haus am See

Die einzigen, die außer uns hierhin kommen sind ein paar Fischer, die hier ihre Motorboote ins Wasser lassen. Sie kommen morgens, fahren hinaus auf den See und kehren abends zurück.

Wir verbringen zwei wunderbar ruhige Nächte und einen entspannten Tag an diesem idyllischen Ort. Ein paar kleine Sandstrände laden zum Baden ein. Das Wasser des Lago Coghinas ist Ende September noch angenehm warm.

An der Westküste Sardiniens

Nach der chilligen Zeit am See steht uns der Sinn danach, ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Dazu fahren wir an die Westküste Sardiniens, denn dort liegt das bekannte Alghero.

Alghero

Alghero ist ein pittoreskes Städtchen, das durch den katalanischen Einfluss geprägt ist. Über 400 Jahre beherrschten die Spanier aus Katalonien die Stadt und bauten sie prachtvoll aus. Noch heute siehst du hier zweisprachige Straßenschilder.

Es ist nicht ganz einfach, Alghero mit dem Wohnmobil zu besuchen. Einen städtischen Stellplatz gibt es nicht. Die nächsten Campingplätze liegen außerhalb der Stadt Richtung Norden. Der der Stadt nächstgelegene Platz soll weder besonders schön noch besonders ruhig sein.

Daher beschließen wir, dass wir Alghero nur für einen Tag besuchen und abends weiterfahren werden. Am Hafen befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem wir mühelos unterkommen. Da der Automat, der die Tickets für den Wohnmobil-Tarif ausspuckt defekt ist, dürfen wir zum PKW-Tarif parken. Glück gehabt!

Parkplatz Piazzale delle Pace, Caravan-Tarif (Automat im hinteren Teil des Platzes) 2,25 Euro/Stunde

Wir laufen am Sporthafen entlang und betreten wenig später durch die Bastione della Maddalena die Altstadt. Hier schlendern wir durch die Gassen. Dass Alghero ein Touristenmagnet ist, ist deutlich sichtbar. Souvenirshops säumen die Gassen, eine Touri-Bimmelbahn kreuzt durch die Altstadt.

Wir besichtigen die Kathedrale Santa Maria, die anderen sehenswerten Kirchen bleiben uns verschlossen. Ob das daran liegt, dass gerade Mittagsruhe ist oder an der Nachsaison bleibt im Dunkeln.

Runder Befestigungsturm im Alghero.

An der Seeseite sind die Bastionen in Alghero gut erhalten

Sehr gut gefällt uns die Promenade an der Stadtmauer entlang des Meeres. Mächtige Festungsmauern und Bastionen schützten die mittelalterliche Stadt und sind gut erhalten. Besonders stimmungsvoll ist der Spaziergang am späten Nachmittag. Die Sonne  steht tief über dem Mittelmeer und taucht die Mauern in warmes Licht.

Alghero ist nicht groß. Der Nachmittag hat uns ausgereicht, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen.

Sehenswürdigkeiten in Alghero

  • Altstadt
  • Stadtmauer/Promenade
  • Kathedrale Santa Maria mit Turmbesteigung, Piazza Duomo
  • Chiesa San Francesco, Via Carlo Alberto
  • Chiesa San Michele mit bunter Kuppel, Largo San Francesco
  • Museo Archeologico della Città, Via Carlo Alberto
  • Museo del Corallo, Via XX Settembre

Stellplatz mit Aussicht an der Westküste

So steuern wir im Licht der Abendsonne die kurvenreiche Küstenstraße weiter Richtung Süden. Auf der Fahrt bieten sich herrliche Ausblicke auf die schroffen Felsen der Küste. Die Straße ist gut ausgebaut und lässt sich bequem befahren.

Es ist schon dunkel, als wir unseren Stellplatz am Ristorante Casa del Vento erreichen. Der einfache Platz ist gut besucht, aber wir kommen noch unter. Bei einer leckeren Pizza lassen wir im Restaurant den Tag ausklingen.

Stellplatz Ristorante Casa del Vento, Küstenstraße SP49, 10 Euro/Nacht

Am nächsten Morgen genießen wir den Blick vom Stellplatz über die wild zerklüftete Küste, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Felsige Küste mit vorgelagerten Klippen.

Wilde Westküste

Stellplatz S’Abba Druche

Weit fahren wir nicht, denn es wird Zeit für einen Wasch- und Putztag. Dafür wollen wir den nächsten Stellplatz S’Abba Druche ansteuern Denn dort gibt es nicht nur Duschen, sondern auch Waschmaschinen. Zudem liegt auch dieser Platz sehr malerisch auf einer Felsklippe am Meer und hat Zugang zu drei Stränden.

Die Rezeption liegt direkt oben an der Straße. Von dort aus windet sich der unbefestigte Weg fast einen Kilometer durch den Pinienwald bis zum Gelände des Stellplatzes. Es gibt Parzellen, von denen uns eine Auswahl vom Personal zugewiesen wird. Nachdem wir uns für unseren Platz entschieden und eingeparkt haben, besichtigen wir die Infrastruktur.

Die sanitären Anlagen mit Duschen und Toiletten überzeugen uns nicht so recht. Es gibt eine einzige Waschmaschine und die wird gerade befüllt, als wir ankommen. Da sie drei Stunden läuft, können wir unsere Wäsche erst nachmittags beginnen.

Nach einer ausgiebigen Putzaktion im Van begeben wir uns an den Strand, der wirklich schön ist. Vom Mittelmeer rollt die Brandung in großen Wellen herein. Wir spazieren die drei Strände entlang, die jeweils von kleinen Felsklippen voneinander getrennt sind. Danach werfen wir uns in die Wellen und toben vergnügt im Wasser rum.

Marcus läuft am STrand durchs Wasser.

Strandspaziergang

Leider bekommen wir die Wäsche nicht mehr trocken, zumal es abends anfängt zu regnen. Auch den nächsten Vormittag regnet es weiter, bis wir gegen Mittag vom Platz fahren.

Der Stellplatz S’Abba Druche hat uns nicht überzeugt. Er punktet mit der landschaftlich tollen Lage und den schönen Stränden. Die Parzellen sind recht eng und die Infrastruktur leider recht ungepflegt.

Stellplatz S’Abba Druche, SP49 kurz vor Bosa, 25 Euro/Nacht. Duschen, Toiletten, Waschmaschine, WiFi 1 Stunde/Tag, Ver- und Entsorgung

Bosa

Der Regen hört langsam auf, als wir in das Städtchen Bosa hineinfahren. Der im Reiseführer genannte Parkplatz steht schon voll mit Wohnmobilen. Wir finden jedoch problemlos einen Parkplatz in einer Nebenstraße. Von dort aus laufen wir in die hübsche Altstadt.

Bunte Häuser am Fluss in Bosa.

Blick auf die Altstadt von Bosa

Bosa liegt am Fluss Temo, dem einzigen schiffbaren Fluss auf Sardinien. Wir spazieren über die Brücke. Am Ufer schaukeln bunte Boote und die Fassaden der Häuser strahlen in warmen Farben. Bosa macht einen sehr freundlichen Eindruck.

Auch wenn die Stadt längst kein Geheimtipp mehr ist, geht es doch noch viel ruhiger zu als in Alghero. Über Bosa thront auf dem Hügel das Castello Malaspina. Durch die verwinkelten Altstadtgässchen mit bunten Häusern steigen wir hinauf.

Schmale Gasse mit Treppenaufgang in Bosa.

Steil und schmal sind die Gassen der Altstadt

Im Castello, von dem noch die Befestigungsmauer, einige Türme und die Kapelle erhalten sind machen wir einen Rundgang. In der Kapelle finden sich alte Fresken und von den Mauern haben wir einen traumhaften Ausblick über die Stadt bis zur Mündung des Temo.

Kleine Kirche aus Bruchsteinmauerwerk.

Die Kapelle in der Burg

Sehenswürdigkeiten in Bosa

  • Kathedrale dell’Immaculata, Piazza Duomo
  • Chiesa del Rosario, Corso Vittorio Emanuele
  • Chiesa Carmine, Piazza Carmine
  • Altstadtgassen auf dem Hügel zum Kastell
  • Castello Malaspina mit Chiesa di Regnos
  • Museo delle Conce (Gerbereimuseum), Via Sas Conzas
  • Museo Etnografico Stara, Viale della Repubblica 10

Unser Video über Alghero und Bosa findest du hier:

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An der Westküste Richtung Süden

Von Bosa aus geht unsere Wohnmobil-Reise weiter Richtung Süden. Wir fahren noch ein Stück und suchen uns einen ruhigen Übernachtungsplatz in der Nähe von Oristano. Als nächstes Ziel wollen wir einen der tollen Strände Sardiniens aufsuchen. An der Costa Verde soll es einige sehr schöne geben. Allerdings ist die Zufahrt mit dem Wohnmobil nicht einfach, denn es gibt meist nur unbefestigte Pisten.

Spiaggia di Scivu an der Costa Verde

Nach ein bisschen Recherche finden wir jedoch einen Strand, den wir gut erreichen können. Wir fahren zunächst durch das eindrucksvolle Bergland mit schroffen Felsen und karger Vegetation. Dann geht es hinunter Richtung Küste, in Kurven und Serpentinen führt die schmale, durchgängig asphaltierte Straße hinab. Bald schon können wir das leuchtend blaue Meer erkennen.

Wenig später rollen wir auf den großen, ebenen Parkplatz, der direkt hinter den Dünen liegt. Hier dürfen wir auch übernachten.

Wohnmobil steht auf dem Parkplatz am Meer.

Bei Traumwetter am Meer

Nach einem kleinen Mittagsimbiss machen wir uns auf zum Strand. Über einen Holzplankenweg geht es die Dünen hinunter, bis wir unten angelangt sind. Vor uns liegt der drei Kilometer lange, goldgelbe Strand von Scivu. An den Rändern wird er von rötlichen Felsen gesäumt. Der Sand ist so fein, dass er beim Gehen unter den Füßen quietscht.

Wir genießen die märchenhafte Landschaft bei einem Spaziergang über den einsamen Strand. Die Wellen rollen in einer wilden Brandung auf den Sand. An Schwimmen ist nicht zu denken, aber fröhlich in den Wellen rumtoben macht mindestens genauso viel Spaß.

Abends verschwinden die wenigen PKWs vom Parkplatz, es bleiben nur einige Camper zurück. Wir schlafen gut bei dem leisen Rauschen des Meeres, das gedämpft über die Düne dringt.

Parkplatz Spiaggia di Scivu, 13 Euro/Tag

Nebida – vom Unwetter überrascht

Am nächsten Morgen brechen wir für unsere Verhältnisse ungewohnt früh auf, denn ab acht Uhr würde die Parkgebühr für den neuen Tag fällig.

Unser Weg führt uns kurvenreich durch die Berge zum ehemaligen Bergarbeiterdorf Nebida. Dort hatten wir uns eine Wanderung herausgesucht, die an den Klippen der wilden Küste entlangführt und wunderbare Aussicht auf die vorgelagerten Felsinseln bietet.

Blick auf Steilküste und Felsinseln bei Nebida.

Der Ausblick von Nebida aus

Leider bewahrheitet sich die Wettervorhersage. Wir sind kaum zehn Minuten unterwegs, als dicke graue Wolken und heftige Windstöße das angesagte Unwetter ankündigen. Fluchtartig kehren wir um und hasten im beginnenden Regen zurück zu unserem Van.

Nachmittags wird es wieder sonnig und wir unternehmen den Belvedere-Rundgang in Nebida. Auf einem gemütlichen Spazierweg führt er einmal um den Felsen herum. Relikte der Bergbauzeit wie die halb verfallenen Gebäude der Erzwäscherei und eine der schönsten Aussichten, die Sardinien zu bieten hat machen den Weg zu einem Erlebnis.

Sant’Antioco – ab auf die Insel

Über einen drei Kilometer langen Damm fahren wir auf die Insel Sant’Antioco. Sant’Antioco und die benachbarte Insel San Pietro waren lange Zeit unbewohnt. Später wurden sie von genuesischen und ligurischen Fischern besiedelt, die Baustil, Küche und Mentalität prägten.

Da wir erst gegen Abend ankommen, fahren wir an die südliche Spitze der Insel. Dort finden wir in der Nähe des Genueserturms einen geschützten Stellplatz zwischen der Macchia.

Der Van steht halb versteckt in der Macchia.

Grüner Stellplatz auf Sant’Antioco

Wir planen für den nächsten Tag die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Sant’Antioco-Stadt und eine Rundfahrt über die Insel. Die Westküste ist steil und zerklüftet und soll wunderschöne Feldformationen bieten.

Zunächst geht es nach Sant’Antioco-Stadt. Die langgestreckte Promenade am Hafen entlang bietet viele Parkplätze – alle für Wohnmobile verboten. So landen wir schließlich am nördlichen Ende der Promenade, wo wir vor einer Werft einen großen Parkplatz finden.

Sant’Antioco hat eine hübsche Altstadt. Wir laufen durch die bunten Gassen bis hinauf zur Piazza di Gasperi, wo sich die Basilika erhebt. Leider kommen wir mal wieder zur Mittagspause an. Daher können wir die Kirche und die darunterliegenden Grabkammern nicht besichtigen.

Kirche mit roter Fassade und eingerüstetem Turm.

Die Kirche können wir nur von außen bewundern

Antike Sehenswürdigkeiten in Sant’Antioco

Die Haupt-Sehenswürdigkeit von Sant’Antioco hat zum Glück keine Mittagsruhe. Es handelt sich um die archäologischen Hinterlassenschaften der antiken Herrscher. Von Phöniziern über Punier bis zu den Römern haben sie ihre Spuren hinterlassen. Besonders eindrucksvoll finden wir die phönizische Nekropole. Ausgestattet mit Helmen dürfen wir durch die unterirdischen Grabkammern streifen.

Marcus mit blauem Helm auf dem Kopf.

Fertig für die Expedition in die Unterwelt

Eine weitere Besonderheit ist das Villagio Ipogeo. In den Höhlen, die die Phönizier als Grabkammern in den Felsen gehauen haben, sind später Menschen eingezogen und haben sie als Wohnraum benutzt. Es erinnert uns an die Sassi von Matera, die wir bei unserer Wohnmobiltour durch den Süden Italiens besichtigt haben. Auch diese Wohnungen wurden bis zum Ende des 20. Jahrhunderts benutzt.

marcus geht durch eine niedrige Höhle.

Steinhöhle im Villagio Ipogeo

Als letzte Sehenswürdigkeit besuchen wir das Archäologische Museum. Die Ausstellung widmet sich den Funden des auf dem Gelände gelegenen Tophet, eine phönizische Brandopferstätte. Da in den Urnen die sterblichen Überreste von Kindern gefunden wurden, nahm man früher an, dass hier Kinder geopfert wurden. Neuere Forschungen belegen, dass der Tophet eine besondere Begräbnisstätte für früh verstorbene Babys und Kinder war. Sie sollten auf dem Weg ins Totenreich dem speziellen Schutz der Götter Baal und Tanit unterstellt werden.

Die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Sant’Antioco-Stadt war unerwartet spannend. Daher haben wir mehr Zeit verbracht als geplant und streichen die Inselrundfahrt vom Programm.

Sehenswürdigkeiten in Sant’Antioco

  • Basilika Sant’Antioco, unterirdische Grabkammern
  • Forte Sabaudo mit 360-Grad Ausblick
  • Punische Nekropole
  • Villagio Ipogeo
  • Ethnografisches Museum
  • Tophet und Archäologisches Museum

Hier geht`s zu unseren Abenteuern an der südlichen Westküste Sardiniens:

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Wildpferde auf der Giara di Gesturi

Die Wohnmobil-Reise geht weiter ins Landesinnere. Die Giara di Gesturi ist eine Hochebene, auf der eine der letzten Wildpferdeherden Europas leben. Die gesamte Fläche ist Naturschutzgebiet, das nur zu Fuß oder per Fahrrad erkundet werden kann.

Es gibt vier Zufahrten auf die Hochebene hinauf, von den vier umgebenden Ortschaften aus:

  • Gesturi
  • Tuili
  • Setzi (sehr wenig Parkplätze)
  • Genoni

Die meistgenutzte Zufahrt ist die über Gesturi. Logisch für uns, dass wir uns für die am wenigsten genutzte entscheiden und die Giara über Genoni ansteuern. Auf dem Weg hinauf kommen wir an einer gefassten Quelle vorbei, die wir nutzen, um unseren Wassertank mit dem herrlich frischen Quellwasser aufzufüllen.

Marcus füllt einen Wasserkanister an der Quelle.

Frisches Quellwasser

Der gepflasterte Parkplatz unterhalb des Eingangs zum Naturpark ist leer, wir haben ihn für uns alleine. Wir verbringen eine ruhige Nacht und werden am nächsten Morgen von prasselndem Regen geweckt.

Nachmittags lässt der Regen nach und wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Durch die Giara führen breite Wege. Wir sind sehr gespannt, ob wir die Pferde finden werden. Meist haben wir nicht viel Glück mit Tiersichtungen.

Doch diesmal sind wir erfolgreich. Marcus erblickt als erster das Pferd, das etwas abseits vom Weg unter einem Baum steht und Blätter von den Zweigen zupft. Es schaut uns etwas skeptisch an, scheint aber keine Scheu zu haben.

Dunkles Pferd steht unter Bäumen.

Juhu! Das erste Wildpferd gesichtet!

Später läuft ein Pferd eine Weile auf dem Weg vor uns her, wobei es sich immer wieder nach uns umdreht. Und dann finden wir noch eine ganze Pferdefamilie mit einem Fohlen. Sehr zufrieden kehren wir zu unserem Van zurück.

Wildpferd-Fohlen läuft durch hohes Gras.

Und dann noch ein Fohlen!

Zum Übernachten fahren wir auf den kostenlosen Wohnmobilstellplatz in Tuili, der ganz in der Nähe der Nuraghe Su Nuraxi liegt, unserem nächsten Ziel.

Wohnmobilstellplatz Tuili, Übernachtung kostenlos, Ver- und Entsorgung, Strom möglich

Unser Video über Sant’Antioco und die Giara di Gesturi:

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Nuraghe Su Nuraxi

Nuraghen sind prähistorische Bauten einer vergangenen Kultur auf Sardinien. Überall auf der Insel sieht man die runden Steintürme. Bei Barumini steht eine der schönsten Nuraghen Sardiniens. Su Nuraxi ist als UNESCO-Weltkulturerbestätte anerkannt.

Dementsprechend rechnen wir mit großem Andrang und sind schon morgens um zehn Uhr vor Ort. Die Eile zahlt sich nicht aus, denn die nächste englischsprachige Führung ist erst um halb eins. Also verbummeln wir noch ein bisschen die Zeit bis dahin.

Das Warten lohnt sich, denn die Führung durch die steinerne Festung ist sehr spannend. Die Nuraghe besteht aus einem zentralen Turm, die später von einem Mauerring mit vier weiteren Türmen umschlossen wurde. Noch mal später wurde ein weiterer Ring mit Türmen um den Bau gezogen. Vor den Mauern befinden sich die Überreste des nuraghischen Dorfs. Zahlreiche kreisrunde Fundamente sind gut zu erkennen.

Wir steigen über eine „neumodische“ Treppe hinauf auf den zweiten Mauerring. Von dort aus geht es über schmale Gänge, durch die wir gerade so hindurchpassen und steile, grobe Stufen hinunter in den Innenhof. Die Bauten bestehen aus riesigen Basaltblöcken. Wie die Nuraghier das bewerkstelligt haben, ist heute unbekannt.

Gina steht in einem engen Durchgang aus groben Felsblöcken.

In der Nuraghe Su Nuraxi

Infos zur Nuraghe Su Nuraxi

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  • Adresse: Viale Su Nuraxi, Barumini
  • Öffnungszeiten: Mai – Aug 9 – 20, Sep – Apr 9 – 19:30/18:30/17:30
  • Eintrittspreise: 15 Euro inkl. Führung (Kombiticket mit Casa Zapata u. Centro Lilliu)

Centre Giovanni Lilliu

In einem modernen Gebäude in der Nähe der Nuraghe ist das Centre Giovanni Lilliu zu finden, benannt nach dem Entdecker von Su Nuraxi. Hier gibt es weitere Informationen und Ausstellungen zur Nuraghenkultur und sardisches Kunsthandwerk.

Der Eintritt ist im Ticket für die Nuraghenführung enthalten.

Museo Casa Zapata

Im Ort Barumini, einen kleinen Spaziergang von Su Nuraxi entfernt liegt die Casa Zapata. Der Palast wurde im späten 16. Jahrhundert von der spanischen Familie Zapata erbaut. Bis Ende des 20. Jahrhunderts war er in deren Besitz.

Nachdem die letzte Bewohnerin gestorben war, kaufte die Gemeinde Barumini das Gebäude. Bei den Restaurierungsarbeiten erlebte man eine große Überraschung: Der Adelspalast war über die Reste einer Nuraghe erbaut worden. Ein Hauptturm und drei umgebende Türme sind freigelegt worden. In der Casa Zapata laufen wir über Stege und Glasböden und können unter uns die mächtigen nuraghischen Mauern bewundern.

Infos zum Museum Casa Zapata

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  • Adresse: Piazza Papa Giovanni XXIII, Barumini
  • Öffnungszeiten: Mai – Aug 10 – 20, Sep – Apr 10 – 19:30/18:30/17:30
  • Eintrittspreise: im Kombiticket Su Nuraxi enthalten

Steinzeitnekropole Pranu Muttedu

Unsere Reise in die prähistorischen Zeiten geht weiter. Wir machen noch mal einen Zeitsprung rückwärts in die Steinzeit und besuchen Pranu Muttedu.

Die Nekropole ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten in Sardinien. In der Nähe des Dorfes Goni finden wir den Komplex und rollen kurz vor Öffnungsschluss auf den Parkplatz. Der freundliche Mann an der Kasse versichert uns, dass eine Stunde für die Besichtigung ausreicht.

Wir gehen an einer Reihe von Menhiren vorbei (wieso muss ich jetzt an Obelix denken?) und bewundern mehrere exakt angelegte Kreisgräber. Sie bestehen aus einer zentralen Grabkammer mit mehreren darum gebauten Steinkreisen. Das größte der Gräber hat zwei Findlingsblöcke in der Mitte, aus denen die Grabkammern herausgemeißelt wurden. Ganz schön beeindruckend.

Großer Felsblock mit rechteckiger Öffnung.

Das steinzeitliche Grab

Auf der anderen Seite der Straße geht es weiter. Durch ein kleines Tor betreten wir das Gelände, in dem wir weitere Gräber besichtigen. Auch das kreisförmige Fundament einer Rundhütte ist zu erkennen. Am Ende des Bereichs stoßen wir auf einen Felshügel, in den zahlreiche Grabhöhlen gemeißelt wurden. Diese typischen Felslöcher werden auch domus de janas genannt – Feenhäuser. Die Bevölkerung konnte sich früher nicht erklären, woher die offensichtlich künstlich hergestellten Öffnungen stammen. So kam sie auf die naheliegende Erklärung, dass dort Feen hausen müssten. Ob es nun gute oder böse Feen seien, darüber herrschte Uneinigkeit.

Infos zu Pranu Muttedu

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  • Adresse: SP23, Goni
  • Öffnungszeiten: Sommer 8:30 – 20, Winter 8:30 – 18 Uhr
  • Eintrittspreise: 5 Euro (inkl. Führung sofern verfügbar)

Nuraghe Arrubiu

In der – relativen – Nähe des Örtchens Orroli liegt die Nuraghe Arrubiu einsam in der Berglandschaft. Wir kommen im letzten Tageslicht an und dürfen mit Erlaubnis des Personals auf dem Parkplatz übernachten.

In der Einsamkeit der Berge verbringen wir eine ruhige Nacht. So sind wir pünktlich zur Öffnung des Eingangskiosks fertig.

Arrubiu ist eine große Nuraghe, die ganz auf eigene Faust durchstreift werden kann. An der Kasse gibt es einen Infofolder mit Lageplan und ein paar Erläuterungen. Hier werden noch keine Busladungen mit Touristen hin gekarrt, außer uns sind kaum andere Besucher unterwegs.

Felsmauern in der Nuraghe Arrubiu.

Nuraghe Arrubiu

Entdeckerfeeling a la Indiana Jones stellt sich ein, als wir uns durch enge Durchgänge winden und dämmrige Räume erkunden. Arrubiu gilt als die größte Nuraghenfestung auf Sardinien.

Um den 15 Meter hohen zentralen Turm gruppieren sich fünf weitere Türme in einem Befestigungsring. Weiter außen gab es noch eine Verteidigungsmauer mit sieben Türmen.

Arrubiu bedeutet „Die Rote“. Der Name kommt von den rötlichen Flechten, mit denen die Basaltblöcke überwachsen sind.

Infos zur Nuraghe Arrubiu

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  • Adresse: Coop Is Janas, Localita‘ Su Pranu, Orroli
  • Öffnungszeiten: täglich 9:30 – Sonnenuntergang
  • Eintrittspreise: 5 Euro

Hier kannst du uns auf unserer Tour durch die Nuraghen begleiten:

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Bari Sardo an der Ostküste Sardiniens

Nun zieht es uns wieder ans Meer. Da wir noch mal Wäsche waschen müssen, suchen wir uns einen Campingplatz bei Bari Sardo aus.

Auf dem Camping La Pineta kommen wir zunächst nur für eine Nacht unter, denn der Platz ist gut belegt. Es ist Anfang Oktober und einige Campingplätze auf Sardinien haben schon geschlossen. Entsprechend groß ist der Andrang auf den verbleibenden.

Wohnmbil auf einer Parzelle auf dem Campingplatz.

Ein schattiges Plätzchen

Wir waschen unsere Wäsche (per Hand, da die einzige funktionierende Waschmaschine dauerbelegt ist) und genießen es, Tisch und Stühle rausstellen zu können. Zum Frühstück gibt es frische Brötchen aus dem Campingplatz-Laden.

Am nächsten Tag wird uns eine andere Parzelle zugewiesen, so dass wir doch noch eine weitere Nacht bleiben können. Nachdem gegen Mittag der Umzug erledigt ist – wir müssen darauf warten, dass die bisherigen Inhaber der Parzelle abreisen – gönnen wir uns einen entspannten Nachmittag am Strand. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm und das kristallklare Wasser glitzert in Blau und Türkis. Wie schön!

Gina läuft über einen schattigen Weg auf den Strand zu.

Auf zum Strand!

Das Badevergnügen wird getrübt, als ich beim Schwimmen von einer Feuerqualle gestochen werde. Die Quallen sind im Herbst zwar nicht mehr so häufig wie im Sommer, aber es kann immer noch passieren. Also schnell zurück zum Platz, den Arm mit Essigwasser abspülen und kühlen. Zum Glück verläuft das Ganze glimpflich.

Abends verwöhnen wir uns mit einem schmackhaften Essen im Restaurant des Campingplatzes.

Campingplatz La Pineta, Bari Sardo, Duschen, Toiletten sauber, Waschmaschine, Ver- und Entsorgung, 20 Euro/Nacht

In die Bergwelt vom Monte Albo

Unser nächstes Ziel sind die Berge des Monte-Albo-Massivs, wo wir noch einmal die Natur bei einer Wanderung genießen wollen.

Wir kurven über spektakuläre Bergstraßen hinauf in die Bergwelt. Hinter jeder Kurve begeistern uns neue, fantastische Aussichten. Die Straße SP3 führt mitten hindurch durchs Monte-Albo-Massiv.

Kurz vor unserem heutigen Tagesziel versperrt eine Kuhherde die Straße, Die Kühe schauen uns neugierig an und machen keinerlei Anstalten, von der Fahrbahn zu weichen. Auch als Marcus sich aus dem Fenster lehnt und sie freundlich bittet, doch Platz zu machen, lässt sie das völlig ungerührt. Da ist Geduld gefragt.

Kühe stehen kreuz und quer auf der Straße.

Straßenblockade per Kuhherde

Schließlich trotten sie gemächlich zur Seite und wir können unsere Fahrt fortsetzen.

Einen schönen Übernachtungsplatz finden wir an einer kleinen Nebenstraße. Von hier aus überblicken wir die Berge, die im Sonnenuntergang in goldenes Licht getaucht werden.

Eine abenteuerliche Wanderung

Da wir ja nicht die schnellsten Wanderer sind, haben wir uns eine kleine Tour ausgesucht. Die Wanderung soll auf die Punta Gurturgius führen, von da aus über ein paar weitere Gipfel wieder zurück. Sie geht über sieben bis acht Kilometer und ist mit zweieinhalb Stunden Gehzeit angesetzt. Wir kalkulieren mal vier Stunden für unser Tempo ein…

An der Fontana S’Addo parken wir Balu. Wir sind gleich wieder umringt von den Kühen, die hierher zum Trinken kommen.

Zwei braune Kühe schauen um eine Mauerecke.

Neugierige Kühe

Wanderstiefel geschnürt, Rucksack aufgesetzt und los! Aber was ist das? Der Blick in die Komoot-App zeigt uns, dass wir gar nicht da sind, wo wir dachten zu sein. Mit anderen Worten: Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt 3,5 Kilometer die Straße zurück. Och nee!

Komoot schlägt uns aber einen Weg von hier zur Punta Gurturgius vor. Es sollen nur zwei Kilometer bis dort sein. Dann könnten wir ab da die restliche Runde machen.

Wir wandern los und landen schnell auf kleinen Ziegenpfaden. Anfangs noch gut erkennbar, doch es dauert nicht lange, bis wir zum ersten Mal den Pfad verloren haben. Wir kämpfen uns einmal quer über den Hang durch kniehohe Macchia, bis wir unseren Weg wieder erreichen.

So langsam wird uns klar, auf was für ein Abenteuer wir uns eingelassen haben. Den von der App vorgegebenen Weg gibt es als solchen nicht wirklich. Wir steigen über unwegsames, steiniges Gelände immer steiler bergan. Zwischen uns und der Punta Gurturgius liegt ein Bergkamm, den wir erstmal überwinden müssen. Nach zwei Stunden haben wir gerade mal anderthalb Kilometer geschafft.

Endlich oben

Oben am Kamm angekommen, machen wir eine Lunchpause. Tief unten können wir Balu sehen, der einsam an der Fontana S’Addo parkt.

Gina und Marcus sitzen auf der Höhe des Bergkamms, dahinter Blick ins Tal.

Die Pause haben wir uns verdient

Der Van steht unten im Tal.

Von hier oben sieht Balu so klein aus

Um uns herum klingeln überall die Glöckchen der Ziegen, die hier in den Bergen weiden. Auch eine Kuh liegt entspannt zwischen den Felsen und wundert sich vermutlich, was diese Zweibeiner hier machen.

Es ist noch ein bisschen Kraxelei über Felsbrocken und Spalten, bis wir nach fast drei Stunden endlich die Punta Gurturgius erreichen. Belohnt werden wir für die Mühen mit einem grandiosen Rundblick über das Monte-Albo-Massiv.

Blick über die Berggipfel im Monte Albo Massiv.

Monte Albo Massiv

Die ursprünglich geplante Wanderroute streichen wir und laufen auf dem Wanderweg direkt hinunter zur Straße. Dorthin, wo wir eigentlich hätten starten sollen.

Kurz darauf hält ein Schweizer Wanderpaar mit dem Auto und bietet an, uns mitzunehmen. Das nehmen wir dankbar an, erspart es uns doch noch drei Kilometer entlang der Straße zu latschen.

Noch mal Naturidylle

Der Campervan steht im Grünen in den Bergen.

So ein hübsches Plätzchen

Der Stellplatz der vorigen Nacht war so idyllisch, dass wir beschließen, eine zweite Nacht dort zu verbringen. Vorher gönnen wir uns noch einen Aperitivo mit lokalem Weißwein und einer super leckeren Aufschnittplatte in dem kleinen Restaurant am Abzweig der Nebenstraße. Ein angemessener Abschluss für einen aufregenden Wandertag!

Platte mit Aufschnitt und zwei Gläser Weißwein.

Es schmeckt so gut, wie es aussieht

Ristorante Locanda Ammentos, SP3, Lodè

Hier könnt ihr unsere Wanderung im Video erleben:

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Orosei an der Ostküste Sardiniens

Orosei soll ein hübscher Ort sein. Wir haben uns dort mit Freunden verabredet, die ebenfalls mit dem Wohnmobil auf Sardinien unterwegs sind.

Durch die eindrucksvolle Berglandschaft kurven wir mit unserem Camper hinab in die Küstenebene. In Orosei finden wir schnell einen Parkplatz.

Gasse mit Kopfsteinpflaster, ein blauer Karren steht vor dem Haus.

Hübsche Details in den Gassen von Orosei

Wir gönnen uns einen Mittagssnack in einer Bar, bevor wir die lauschigen Gassen von Orosei erkunden. Typisch für den Ort sind die Häuser mit Bruchsteinfassaden. Einige Kirchen, wie die barocke Pfarrkirche San Giacomo und ein paar hübsche Kapellen lohnen die Besichtigung.

Am Nachmittag treffen wir unsere Freunde und verbringen eine schöne Zeit gemeinsam bei Kaffee und Dolci.

Sehenswürdigkeiten in Orosei

  • barocke Kirche San Giacomo, Piazza del Popolo
  • Oratorio del Rosario, Piazza del Popolo
  • Kapelle Sas Animas, Piazza Sas Animas
  • Sant’Antonio Abate, ehemal. Klosterkirche, Piazza Sant’Antonio
  • pisanischer Turm, Piazza Sant’Antonio
  • Museo Guiso, u. a. historische Puppentheater, Via Musio 2

Die letzte Nacht am Meer

Morgen Abend geht unsere Fähre zum Festland. Daher wollen wir noch ein Stück weiter nördlich fahren. Wir suchen uns einen schönen Platz, wo wir mit unserem Van am Meer stehen können.

Fündig werden wir bei dem kleinen Ort San Giovanni. An den Strandparkplätzen stehen noch zwei andere Wohnmobile, es ist genügend Platz vorhanden.

Der nächste Morgen beschert uns eine tolle Aussicht aus dem Heckfenster auf den Sonnenaufgang über dem Meer. Als Langschläfer haben wir dieses Erlebnis nicht oft.

Sonnenaufgang über dem Meer.

Was für ein Ausblick!

Den Vormittag nutzen wir, um in dem Örtchen noch etwas einzukaufen. Wir laufen um den Hafen herum, in dem viele Fischkutter liegen. Bei unserem Spaziergang durch San Giovanni entdecken wir eine kleine Taverne in einer Seitenstraße. Die Speisekarte hört sich verlockend an. So beschließen wir spontan, zum Abschluss unseres Sardinien-Wohnmobilurlaubs hier einzukehren.

Wir sitzen auf der schattigen Terrasse und genießen ein spektakuläres Menu mit sardischen Spezialitäten und sehr freundlicher Bedienung. Ein gelungener Abschluss unseres Sardinien-Roadtrips!

Taverna Cucina Tipica da Giovanna, Via Bulgaria, 14, San Giovanni

Tipps für den Wohnmobil-Urlaub auf Sardinien

Die beste Reisezeit für Sardinien

Im Hochsommer ist Sardinien heiß und sehr voll. Wenn du auf diese Reisezeit angewiesen bist, solltest du unbedingt rechtzeitig vorbuchen.

Wenn du flexibel bist, ist die beste Reisezeit das Frühjahr oder der Herbst. Die Temperaturen sind mild und die Insel ist nicht überfüllt. Im Frühjahr ist die Wassertemperatur noch frisch, dafür darfst du eine bunt blühende Landschaft bewundern. Wenn du gerne baden gehst, findest du im Herbst noch angenehm warmes Wasser, ob im Meer oder in den Seen.

Die Winter auf Sardinien sind kalt und regnerisch. Nicht gerade das ideale Wetter für einen Wohnmobil-Urlaub.

Straßenverhältnisse auf Sardinien

Die Straßen auf Sardinien sind überraschend gut. Es wurde und wird wohl viel mit EU-Fördermitteln saniert und in Schuss gehalten. Auch im Landesinneren und in den Bergen waren die Straßen in gutem Zustand.

Ortsdurchfahrten sind natürlich manchmal etwas eng. Aber wir sind mit unserem Campervan immer gut durchgekommen.

Es gibt keine mautpflichtigen Autobahnen auf Sardinien, aber ein paar vierspurig ausgebaute Straßen. Auf diesen kann man die Insel schnell von Nord nach Süd und von Ost nach West durchqueren.

Landschaftlich reizvoller sind aber die kleineren Straßen, die sich kurvenreich durch die Gegend winden.

Campingplätze auf Sardinien

Die Campingplätze auf Sardinien haben meist nur in der Sommersaison geöffnet. Viele schließen bereits Ende September, die letzten spätestens Ende Oktober.

Vor allem an der touristischeren Ostküste gibt es zahlreiche Campingplätze, vom 5-Sterne-Platz mit Unterhaltungsprogramm und Pool bis zu kleinen, naturnahen Plätzen. Hier sollte jeder etwas nach seinem Geschmack finden.

Einige Orte im Landesinneren bieten kostenlose Wohnmobilstellpätze an. Hier kann man in der Regel auch kostenlos entsorgen. Will man einen Campingplatz nur zum Entsorgen anfahren, werden oft saftige Gebühren dafür verlangt.

Eine weitere Möglichkeit sind Agriturismo-Plätze auf Bauernhöfen. Dort kannst du meist Kostproben der hergestellten Produkte probieren und kaufen oder dich im hofeigenen Restaurant mit Spezialitäten verwöhnen lassen.

Wildcampen auf Sardinien

Sonnenuntergang über den Bergen von Monte Albo.

Solche Aussichten findest du beim Freistehen in den Bergen

Wie in ganz Italien ist auch auf Sardinien das freie Stehen mit dem Wohnmobil offiziell verboten. Es gibt Gegenden, gerade an der Ostküste, wo du noch nicht mal tagsüber mit dem Wohnmobil parken darfst.

In der Hauptsaison und besonders in Strandnähe wird das wilde Campen kontrolliert und geahndet. Bist du in der Nebensaison und im Hinterland unterwegs, hast du nach unseren Erfahrungen keine Probleme. Dass du keinen Müll hinterlässt, sollte selbstverständlich sein.

Strände auf Sardinien

Strand mit Genueserturm am Ende der Bucht.

Schöne Strände gibt es überall auf Sardinien

Sardinien ist für seine Traum-Strände berühmt. Du findest rund um die Insel schöne Strände. Besonders die Ostküste hat kilometerlange Strände und ist daher touristisch am besten erschlossen.

Die Westküste ist wilder, mit zerklüfteten Felsen und vorgelagerten Klippen. Dort findest du eher einsame Strände in kleinen Buchten, aber auch lange, feinsandige Strände wie die Spiaggia di Scivu, an der wir waren.

An der Süd- und der Nordküste finden sich ebenfalls traumhafte Strände, teils mehr, teils weniger touristisch erschlossen.