Rheinsteig-Teiletappe im Rheingau: Assmannshausen – Rüdesheim

Wir starten unsere Wanderwoche über den Rheinsteig im Rheingau mit einer kurzen Wanderung zum Eingewöhnen. Uns fehlt noch der letzte Teil der Rheinsteig-Etappe von Lorch nach Rüdesheim. Die insgesamt 22 Kilometer waren uns letztes Mal zu lang, daher sind wir nur bis Assmannshausen gewandert. Die restlichen Kilometer sind ideal, um uns einzulaufen für unsere diesjährige Rheinsteig-Wanderung.
Gasse mit Fachwerkhäusern
Durch die Gassen von Assmannshausen
In Assmannshausen steigen wir erst durch die Gassen des Ortes und folgen später den Rheinsteig-Wegweisern durch den Wald steil hinauf. Hier ist es ruhig, nur ab und zu treffen wir andere Wanderer. Die meisten Ausflügler im Rheingau wählen den bequemen Weg mit dem Sessellift in Assmannshausen hinauf in die Höhe. Als wir uns der Bergstation des Lifts nähern, hören wir schon von Weitem das Stimmengewirr der Menschenmassen.
Marcus wandert durch herbstlichen Wald
Über ruhige Waldwege geht es hinauf
Ab hier ist es mit der Ruhe erstmal vorbei. Viele Spaziergänger sind zwischen den beiden Sesselliftstationen von Assmannshausen und Rüdesheim unterwegs. Dies ist ein beliebtes Ausflugsziel im Rheingau. Da wir ein Wochenende für unseren Urlaubsbeginn auf dem Rheinsteig gewählt haben, ist entsprechend Trubel auf den Wegen.

Wandern durch den Osteinschen Park im Rheingau

Vorbei am Jagdschloss führt der Rheinsteig durch den Osteinschen Park. Benannt ist dieser nach dem Grafen von Ostein, der Ende des 18. Jahrhunderts hier im Rheingau einen Naturpark mit romantischen Bauwerken errichtete. Diese tragen Namen wie Rittersaal, Rossel oder Zauberhöhle. Vom Rittersaal sind nur die einstigen Grundmauern erhalten, aber er bietet einen schönen Ausblick auf den Rhein. Bei der derzeitigen Trockenheit ragen viele Klippen aus dem Fluss.
quadratische Ummauerung über dem Rhein
Die Aussichtsplattform des einstigen „Rittersaals“
Vom Rossel aus erhaschen wir den ersten Blick auf den Mäuseturm von Bingen. Bei hohem Wasserstand wird er vom Rhein umspült, doch jetzt steht er auf einer großen Kiesbank.
der weiße Mäuseturm im Rhein bei niedrigem Wasserstand
Der erste Blick auf den berühmten Mäuseturm
Gina und Marcus sitzen auf einem Felsen, im Hintergrund Bingen und die Nahe
Im Hintergrund sieht man Bingen und die Nahe-Mündung
Nun verlässt der Rheinsteig den stark frequentierten Hauptweg. Auf einem schmalen Pfad wandern wir in einer kleinen Schleife durch den Wald. Wir genießen die Ruhe, bevor wir am bombastischen Niederwalddenkmal wieder mit den Massen der Ausflügler zusammenkommen. Hoch oben steht die riesige Germania und blickt über den Rheingau bei Rüdesheim und die zahlreichen Touristen.
Das Niederwald-Denkmal oberhalb von Rüdesheim
Blick von der Terrasse des Niederwald-Denkmals über den Rhein
Blick von der Terrasse des Niederwald-Denkmals über den Rhein
Auch hier verzichten wir auf die Fahrt mit dem Sessellift nach Rüdesheim. Statt dessen folgen wir den gelben Hinweisschildern, die die Zustiegswege des Rheinsteigs markieren. Über Treppen und durch Weinberge wandern wir hinab nach Rüdesheim.

Rheinsteig-Etappe Rüdesheim – Johannisberg: Mit der Sesselbahn zum Niederwalddenkmal

Der Rheingauer Dom in Geisenheim
Der Rheingauer Dom in Geisenheim
Von unserem Standort in Geisenheim aus fahren wir morgens wieder nach Rüdesheim, wo wir die gestrige Etappe des Rheinsteigs beendet haben. Heute stürzen wir uns in den Touristenrummel der Drosselgasse und stellen uns an der Talstation der Sesselbahn an. Die Gondeln sind für zwei Personen ausgelegt. Sobald wir drin sitzen und über die Weinberge des Rheingaus schweben, lassen wir den Lärm hinter uns. Stille und frische Luft umgibt uns, während wir den Blick über die grünen Hänge bis zum Rhein schweifen lassen.
Schatten der Seilbahn-Gondel auf den Weinbergen
In der Gondel über die Weinberge schweben
Weinberge und Rhein
Ausblick von der Rüdesheimer Seilbahn
Am Niederwalddenkmal angekommen wenden wir uns auf dem Rheinsteig Richtung Johannisberg und sind schnell dem Trubel entkommen. Auf breiten Forstwegen wandern wir durch den Wald. Später durchqueren wir Weinberge. Die meisten Rebstöcke im Rheingau sind schon abgeerntet. Ab und zu hängen noch Reste der kleinen Rieslingtrauben da. Sie verführen zum Naschen und schmecken köstlich süß.
Gina nascht Weintrauben
Süße Trauben als kleine Wegzehrung

Die Abtei St. Hildegard

Unter dem blauen Himmel eines sonnigen Herbsttages wandern wir weiter und erreichen die Abtei St. Hildegard oberhalb von Rüdesheim. Das erst 1904 gegründete Kloster soll die Nachfolge der nicht mehr existierenden Klöster Rupertsberg und Eibingen, wo Hildegard von Bingen gewirkt hat aufrechterhalten.
Abteikirche St. Hildegard
Abteikirche St. Hildegard
Wir schauen uns die Kirche, den prachtvoll blühenden Klostergarten und natürlich den Klosterladen an. Hier können Bücher, Weine aus dem Klosterweingut, Konfitüren und vieles mehr erworben werden. Aus Gewichtsgründen entscheiden wir uns gegen Wein und nehmen nur ein paar Kastanien-Plätzchen mit. Von der Abtei St. Hildegard führt der Rheinsteig über breite Wege durch Weinberge bergab. Später wandern wir über schattige Waldwege. Dass es  Herbst ist, spüren wir ohne die Kraft der wärmenden Sonne sofort und ziehen wieder unsere Fleecejacken an.

Durchs Blaubachtal zum Kloster Marienthal im Rheingau

Durch das Blaubachtal, in dem ein trauriges Rinnsal vor sich hin plätschert wandern wir bis zum ehemaligen Kloster Nothgottes. Scharf wendet sich der Rheinsteig nach rechts. Es geht wieder bergauf auf die Höhen des Rheingaus, auf etwas schmaleren Wegen als bisher. Nachdem wir den Anstieg bewältigt haben, finden wir uns wieder auf einem breiten Waldweg, der als CO2-Waldlehrpfad eingerichtet ist. Verschiedene Infotafeln erläutern die Rolle des Waldes für das Klima. Viele von ihnen sind interaktiv gestaltet. Unserem Spieltrieb kommt das sehr entgegen, ebenso wie das lustige Holzauto.
Marcus sitzt auf einem Baumstamm, der als Auto gestaltet wurde
Sogar Holzautos üben eine große Faszination auf Marcus aus…
Vor dem Ort Marienthal im Rheingau biegt der Rheinsteig als schmaler Pfad ab in den Wald. Wieder geht es hoch, um danach in einem steilen Abstieg das Kloster Marienthal zu erreichen. Durch unsere Trödelei im Hildegardis-Kloster und auf dem CO2-Lehrpfad haben wir länger gebraucht als geplant. Der Rheinsteig schlägt vom Kloster Marienthal noch mal einen Bogen von neun Kilometern durch die Wälder des Rheingau bis zum Ziel in Johannisberg. Der Klostersteig hingegen führt in fünf Kilometern direkt dorthin. So entscheiden wir uns, letzterem zu folgen.
Schloss Johannisberg auf einem grünen Hügel
Schloss Johannisberg
Mit schweren Füßen erreichen wir unser Ziel. Erfreut stellen wir fest, dass es ein Café gibt, in das wir sofort einfallen. Den köstlichen Kuchen haben wir uns heute verdient!
Caféhaus mit Deko-Pferdedroschke
Ein Café! Welch willkommener Anblick nach der Wanderung…

Infos zum Wandern rund um Rüdesheim

  • Etappe Assmannshausen – Rüdesheim: Dies ist ein Teil der Etappe Lorch – Rüdesheim, die uns mit 22 Kilometern zu lang war. Von Assmannshausen nach Rüdesheim sind es etwa 6 Kilometer, ohne den Abstieg nach Rüdesheim. Der Aufstieg in Assmannshausen beträgt etwa 240 Höhenmeter, auf dem Rest der Strecke wanderst du auf nahezu gleichmäßiger Höhe. Eine genaue Wegbeschreibung mit Karte findest du hier: 17. Etappe Rheinsteig: Lorch – Rüdesheim.
  • Etappe Rüdesheim – Johannisberg: Die 18. Etappe des Rheinsteigs ist die erste im Rheingau. Sie startet an der Bergstation der Rüdesheimer Seilbahn und verläuft auf überwiegend guten Wegen über 14,7 Kilometer. Auf- und Abstiege sind moderat. Da sie ins Hinterland des Rheingaus führt, sind Ausblicke auf den Rhein leider selten. Ab Kloster Marienthal besteht die Möglichkeit, über den Klostersteig nach Johannisburg zu wandern und so die Strecke um vier Kilometer zu kürzen. Die genaue Wegbeschreibung ist hier: 18. Etappe Rheinsteig Rüdesheim – Johannisberg.
  • Verkehrsverbindungen im Rheingau: Die Orte, die am Rhein liegen, werden mit der Bahn verbunden. So kannst du in wenigen Minuten zwischen Assmannshausen, Rüdesheim und Geisenheim reisen. Fahrkarten erhältst du an Automaten am Bahnhof. Etwas schwieriger sind die Orte im Hinterland zu erreichen. Hierhin fahren nur Busse, die gerade am Wochenende nur einmal pro Stunde verkehren. Wir machen es deshalb so, dass wir das Auto am Ziel parken und mit Bahn oder Bus zum Anfangspunkt fahren. So können wir uns auf den Fahrplan einstellen und müssen nicht am Ziel noch ewig warten. Über Fahrpläne und Preise kannst du dich auf der Seite der Rhein-Main-Verkehrsbetriebe informieren.
  • Unterkunft: In allen Orten entlang des Rheins findest du zahlreiche Unterkünfte, ob Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich oder Assmannshausen. Du kannst über Portale wie Booking oder AirBnB nach Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder Privatzimmer suchen. Wir haben es auch über die Homepages der einzelnen Orte versucht, aber damit keine guten Erfahrungen gemacht. Meist war es schwierig, mit den Vermietern in Kontakt zu kommen. Wir haben als Standort Geisenheim ausgewählt, da uns Rüdesheim zu rummelig erschien. In Geisenheim gibt es eine gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur in Form von Geschäften, Restaurants und Cafés.
  • Ausrüstung: Für das Wandern im Rheingau benötigst du keine besondere Ausrüstung. Vernünftige Schuhe und witterungsangepasste Kleidung sollten selbstverständlich sein. Wanderstöcke haben wir bei den wenigen, moderaten Steigungen nicht gebraucht.