Der bekann­te Mäu­se­turm ist nicht die ein­zi­ge Sehens­wür­dig­keit, die die klei­ne Stadt Bin­gen am Rhein zu bie­ten hat. Auf unse­rem Stadt­rund­gang füh­ren wir dich zu den wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten von Bin­gen.

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Park am Mäu­se­turm

Wir begin­nen unse­ren Stadt­rund­gang an der Stel­le, wo die Nahe in den Rhein mün­det. Nach dem Über­que­ren der Nahe-Brü­cke erreichst du den gro­ßen Park am Mäu­se­turm. Wo frü­her einer der größ­ten Ran­gier­bahn­hö­fe Deutsch­lands lag, ist zur Lan­des­gar­ten­schau 2008 ein herr­li­cher Park ent­stan­den. Hier kannst du fla­nie­ren und den Blick auf das mar­kan­tes­te Wahr­zei­chen Bin­gens, den Mäu­se­turm genie­ßen. Zusam­men mit der am gegen­über­lie­gen­den Rhein­ufer lie­gen­den Burg Ehren­fels bil­de­te der Mäu­se­turm eine Zoll­sta­ti­on. Hier muss­ten die Kauf­leu­te, die ihre Waren über den Fluss trans­por­tier­ten ihren Obu­lus bezah­len.

Der Mäuseturm im Rhein vor Bingen

Der Mäu­se­turm im Rhein vor Bin­gen

Die Sage, die sich um den Mäu­se­turm rankt, kannst du hier nach­le­sen.

  • Lei­der ist der Mäu­se­turm als Sehens­wür­dig­keit in der Regel nicht öffent­lich zugäng­lich. Zu bestimm­ten Ter­mi­nen im Früh­jahr und Früh­som­mer ver­an­stal­tet die Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on jedoch Tou­ren zum Mäu­se­turm.

Muse­um am Strom

FAssade des alten Electricitätswerks

Das ehe­ma­li­ge Elec­tri­ci­täts­werk ist heu­te das Muse­um am Strom

Zurück über die Nahe-Brü­cke errei­chen wir bald die nächs­te Sehens­wür­dig­keit, das Muse­um am Strom. Es ist in den Räu­men des ehe­ma­li­gen Elec­tri­ci­täts­werks von Bin­gen unter­ge­bracht. Vom Ein­gang aus bie­tet sich ein schö­ner Blick auf den Rhein mit Mäu­se­turm und Burg Ehren­fels.

Rheinpanorama mit Mäuseturm und Burg Ehrenfels

Rhein­pan­ora­ma mit Mäu­se­turm und Burg Ehren­fels

Das Muse­um ist in drei Abtei­lun­gen unter­teilt. Die größ­te gilt der berühm­tes­ten Toch­ter der Stadt, Hil­de­gard von Bin­gen. Streng­ge­nom­men war sie kei­ne Bin­ge­rin. Über ihren eigent­li­chen Geburts­ort kann nur spe­ku­liert wer­den. Doch da sie zu ihrer Zeit Ruhm als Pro­phe­tin und Visio­nä­rin erlang­te und ihr Klos­ter Ruperts­berg am Rand von Bin­gen grün­de­te, erhielt sie die­sen Bei­na­men.

In der Aus­stel­lung wird Hil­de­gard von Bin­gens Leben nach­ge­gan­gen. Vie­les ist im Dun­kel der Geschich­te ver­schwun­den, vie­les ist Spe­ku­la­ti­on oder Legen­de. Wir fin­den es sehr inter­es­sant ihren Lebens­weg als Frau im 12. Jahr­hun­dert zu ver­fol­gen und unter­schied­li­che Mei­nun­gen dazu gebo­ten zu bekom­men.

Eine wei­te­re Abtei­lung im Muse­um am Strom wid­met sich der Rhein­ro­man­tik. Außer­dem gibt es eini­ges über die Geschich­te Bin­gens zu erfah­ren. Von den Zei­ten der Römer – die mach­ten, was sie über­all mach­ten: eine Brü­cke bau­en – bis zum Mit­tel­al­ter. Wir sind erstaunt, zu erfah­ren, dass Bin­gen im Mit­tel­al­ter eine Stadt von der glei­chen Bedeu­tung wie Köln oder Mainz war. Der Rhein bot mit sei­nen Zoll­ein­nah­men lukra­ti­ve Ein­künf­te, außer­dem lag die Stadt an der Han­dels­stra­ße nach Trier. Davon zeugt heu­te noch der alte Kran, der am Rhein zu sehen ist.

Modell des alten Rheinkrans

Modell des alten Rhein­krans

Zu dem Muse­um am Strom gehört als wei­te­re Sehens­wür­dig­keit der „Hil­de­gar­ten”, in dem vie­le Heil­pflan­zen wach­sen. Hil­de­gard von Bin­gen hat sich auch mit Natur-Heil­kräf­ten beschäf­tigt und dar­über meh­re­re Wer­ke ver­fasst. Die sind aller­dings im Ori­gi­nal nicht mehr erhal­ten, so dass heu­te nicht sicher gesagt wer­den kann, was von die­sen Erkennt­nis­sen tat­säch­lich von Hil­de­gard von Bin­gen stammt oder was spä­ter hin­zu­ge­fügt wur­de.

  • Das Muse­um am Strom ist Diens­tag bis Sonn­tag von 10 – 17 Uhr geöff­net, der Ein­tritt kos­tet 3 Euro für Erwach­se­ne.

Die Alt­stadt von Bin­gen

schmale Gasse mit kleinen Läden

In der Salz­stra­ße

Wen­den wir uns vom Muse­um am Strom wei­ter fluss­auf­wärts, errei­chen wir kurz dar­auf die Alt­stadt von Bin­gen. Vom Rhein führt die Salz­stra­ße mit­ten ins Gesche­hen. Hier wohn­ten frü­her die reichs­ten Kauf­leu­te Bin­gens, die an dem „Wei­ßen Gold” ein Ver­mö­gen ver­dien­ten. Heu­te säu­men klei­ne Läden und hüb­sche Cafés die Stra­ße.

Die Salz­stra­ße führt hin­auf zum Markt­platz. Eine Sehens­wür­dig­keit aus moder­ner Zeit ist der Brun­nen. Er greift ver­schie­de­ne Dar­stel­lun­gen aus der Geschich­te Bin­gens auf, von den Römern über Hil­de­gard von Bin­gen bis ins 20. Jahr­hun­dert.

Marktplatz

Markt­platz

Wie gut es den Bin­ger Bür­gern ging, kann man dar­an sehen, dass die alten Häu­ser am Markt­platz aus Stein gebaut sind, und nicht aus dem sei­ner­zeit übli­chen Fach­werk. Man gönn­te sich etwas.

Burg Klopp

Burg Klopp thront über Bingen

Burg Klopp thront über Bin­gen

Durch die Gas­sen der Alt­stadt gelan­gen wir zu einem Platz, von dem aus eini­ge lan­ge Trep­pen über Ter­ras­sen hin­auf füh­ren zur Burg Klopp. Ursprüng­lich wur­de sie gebaut, um zusam­men mit Burg Ehren­fels und dem Mäu­se­turm den Rhein zu über­wa­chen. Spä­ter ver­schanz­te sich hier der Erz­bi­schof hin­ter trut­zi­gen Mau­ern. Wie vie­le ande­re Bur­gen auch, wur­de Burg Klopp in meh­re­ren Krie­gen zer­stört. In der heu­ti­gen Form wur­de sie im 19. Jahr­hun­dert wie­der­auf­ge­baut, so, wie man sich zur Blü­te der Rhein­ro­man­tik eine Burg vor­stell­te.

Blick über die Dächer von Bingen mit der Martinskirche

Blick über die Dächer von Bin­gen mit der Mar­tins­kir­che

Von der Ter­ras­se der Burg haben wir einen fan­tas­ti­schen Blick über die Dächer der Alt­stadt und den Rhein mit dem Mäu­se­turm.

  • Die Burg sel­ber ist nicht für Besich­ti­gun­gen zugäng­lich, sie beher­bergt die Stadt­ver­wal­tung. Aber man kann den Turm der Burg bestei­gen und von dort noch mehr Aus­sicht genie­ßen. Außer­dem gibt es dort ein Besu­cher­zim­mer über berühm­te Besu­cher der Stadt.

Basi­li­ka St. Mar­tin

Schon von der Höhe der Burg Klopp konn­ten wir die präch­ti­ge rot-wei­ße Kir­che von oben bewun­dern. Wir tau­chen wie­der ein in die Alt­stadt-Gas­sen und lau­fen Rich­tung Nahe, bis wir auf die Basi­li­ka sto­ßen.

rot-weiße Kirche mit großem Baum davor

Basi­li­ka St. Mar­tin vom Nahe-Ufer aus

Wir umrun­den den goti­schen Bau. Das Haupt­por­tal ist außer­halb der Mes­se-Zei­ten geschlos­sen. Ein­lass fin­den wir durch einen klei­nen Neben­ein­gang auf der Rück­sei­te. Die Kir­che wirkt innen ziem­lich dämm­rig. Das ändert sich, als wir den Schal­ter mit der Bezeich­nung „Objekt­be­leuch­tung” drü­cken: Plötz­lich erstrahlt das Got­tes­haus im Licht. Sehr prak­tisch!

Wir wan­dern durch den ein­drucks­vol­len Bau. Beson­ders gefällt uns eine offen­sicht­lich recht moder­ne Skulp­tur des Hei­li­gen Mar­tin, wie er sei­nen Man­tel mit dem Bett­ler teilt.

Skulptur von St. Martin auf dem Pferd und dem Bettler daneben

Das Pferd beob­ach­tet inter­es­siert das Gesche­hen…

Die goti­sche Kir­che wur­de über einem roma­ni­schen Vor­gän­ger­bau errich­tet. Des­sen Über­res­te kannst du sehen, wenn du die Trep­pe zur Kryp­ta hin­ab­steigst. Auch hier ist wie­der ein Licht­schal­ter zur Selbst­be­die­nung ange­bracht.

  • Die Öff­nungs­zei­ten der Basi­li­ka St. Mar­tin sind von April bis Okto­ber 9 – 19 Uhr, von Novem­ber bis März 9 – 18 Uhr.

Die Dru­sus­brü­cke

Eine wei­te­re Sehens­wür­dig­keit von Bin­gen liegt ein Stück nahe­auf­wärts. Wir spa­zie­ren den Ufer­weg am Flüss­chen ent­lang, bis wir zur Dru­sus­brü­cke gelan­gen. Trotz des Namens ist sie nicht römi­schen Ursprungs, doch sie gilt als die ältes­te Stein­brü­cke Deutsch­lands. Sie wur­de ver­mut­lich Mit­te des 11. Jahr­hun­derts gebaut. So kann man ver­mu­ten, dass auch Hil­de­gard von Bin­gen die­se Brü­cke genutzt hat. Ganz ori­gi­nal ist die Dru­sus­brü­cke nicht mehr, denn auch sie wur­de in meh­re­ren Krie­gen zer­stört und danach wie­der auf­ge­baut.

Steinbrücke mit mehreren Bögen

Die Dru­sus­brü­cke über­spannt die Nahe

Im ers­ten Brü­cken­pfei­ler auf der Bin­ge­ner Sei­te befin­det sich eine klei­ne roma­ni­sche Kapel­le. Sie ist nor­ma­ler­wei­se ver­schlos­sen, den Schlüs­sel kannst du dir wohl bei der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on Bin­gen aus­lei­hen. Außer­dem ist sie am Tag des Offe­nen Denk­mals zu besich­ti­gen.

Spa­zie­ren wir ent­lang der Nahe zurück zu unse­rem Aus­gangs­punkt, sto­ßen wir auf eine gro­ße Info­ta­fel zum Klos­ter Ruperts­berg. Die­ses von Hil­de­gard von Bin­gen gegrün­de­te Klos­ter lag auf dem gegen­über­lie­gen­den Ufer der Nahe. Als Sehens­wür­dig­keit kann es heu­te nicht mehr die­nen, denn es wur­de voll­stän­dig zer­stört.

Um sich den­noch einen Ein­druck der his­to­ri­schen Stät­te machen zu kön­nen, hat die Stadt Bin­gen am Rhein ein Oku­lar auf­ge­stellt. Blickt man hin­durch, so zeigt sich das Bild des mit­tel­al­ter­li­chen Klos­ters in sei­ner his­to­ri­schen Umge­bung. Wir fin­den das eine sehr net­te Idee.

Infos zu Bin­gen am Rhein

  • Par­ken: Der Park­platz Gerb­haus­stra­ße liegt am Aus­gangs­punkt unse­res Stadt­rund­gangs im Bereich der Nahe-Mün­dung. Für 4 Euro kannst du dein Auto dort den gan­zen Tag abstel­len.
  • Restau­rants und Cafés: In der Alt­stadt fin­dest du zahl­rei­che Restau­rants, Cafés und Eis­ca­fés. Aus eige­ner Erfah­rung emp­feh­len kön­nen wir in der Salz­stra­ße das Hei­mat No. 5, in dem klei­ne Gerich­te aus loka­ler und Bio-Küche ser­viert wer­den. Sehr lecke­ren Kuchen gibt es in der Kon­di­to­rei Café Rött­gen in der Kapu­zi­ner­stra­ße 28.
  • Unter­kunft: Wenn du län­ger als einen Tag in Bin­gen blei­ben willst, fin­dest du Unter­künf­te in allen Preis­klas­sen bei Boo­king
  • Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on Bin­gen am Rhein: Das Büro der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on liegt am Rhein­kai 21. Wäh­rend der Woche in der Haupt­sai­son ist es von 9 – 18 Uhr, sams­tags von 9 – 17 Uhr und sonn­tags von 10 – 13 Uhr geöff­net. Im Win­ter gel­ten ein­ge­schränk­te Öff­nungs­zei­ten. Einen Über­blick über die Sehens­wür­dig­kei­ten von Bin­gen erhältst du auch auf der Home­page der Tou­ris­ten­in­for­ma­ti­on.

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