[Pres­se­rei­se]

Unser Wochen­en­de in Cochem soll natür­lich auch eine Mosel­steig-Wan­de­rung beinhal­ten. Schon vor eini­gen Jah­ren sind wir beim Wan­dern des Rhein­steigs auf den Geschmack bezüg­lich Fern­wan­der­we­ge gekom­men. Auch wenn wir an unse­rem Mosel-Wochen­en­de nur eine Etap­pe des Mosel­steigs wan­dern kön­nen ist das zum Rein­schnup­pern genug.

"Schöner

Mosel­steig Etap­pe 18: ‑Wan­dern von Cochem nach Beil­stein

Der Mosel­steig besteht aus ins­ge­samt 24 Etap­pen. Da wir nun mal in Cochem sind, star­ten wir nicht an einem der Enden des Wan­der­wegs, son­dern mit­ten­drin. Etwas irri­tie­rend ist, dass die Beschrei­bung der Etap­pe nur in einer Rich­tung, näm­lich von Beil­stein nach Cochem erfolgt. Da wir in Cochem los­wan­dern, müs­sen wir sozu­sa­gen „rück­wärts” den­ken.

Von unserm Hotel am Bun­des­bank­bun­ker suchen wir uns unse­ren Weg, bis wir auf die Mar­kie­run­gen des Mosel­steigs tref­fen. Den Umweg auf die ande­re Sei­te der Mosel­brü­cke, wo die Etap­pe offi­zi­ell beginnt (bzw. endet) spa­ren wir uns. Eigent­lich führt der Weg unter­halb der stei­len Fels­wand der Brau­selay ent­lang. Dort hat es jedoch vor eini­ger Zeit einen Fels­sturz gege­ben, wes­we­gen ein Teil des Mosel­steigs dort gesperrt ist.

Die Umlei­tung führt lei­der wie­der hin­un­ter zur Stra­ße an der Mosel ent­lang. Spä­ter heißt es wie­der auf­stei­gen, durch schma­le Pfa­de und Trepp­chen in den Wein­ber­gen.

Von hier aus bie­tet sich ein schö­ner Blick auf die bun­ten Häu­ser Cochems, die sich in der Mosel spie­geln und auf die majes­tä­ti­sche Reichs­burg, die dar­über thront.

Die bunten Häuser Cochems spiegeln sich in der Mosel

Die bun­ten Häu­ser Cochems spie­geln sich in der Mosel

Unser Weg führt wei­ter hin­auf, bis wir die Apol­lohüt­te errei­chen. Hier trifft der Mosel­steig den Apol­lo­weg, ein Rund­weg, in des­sen Ver­lauf man die Chan­ce hat Apollofal­ter zu tref­fen. Die­ser sel­te­ne und gefähr­de­te Schmet­ter­ling kommt in Deutsch­land nur noch an weni­gen Orten vor. Einer davon ist das Mosel­tal, wo man ihn zwi­schen Mit­te Juni und Mit­te Juli flie­gen sehen kann. Eini­ge gedul­di­ge Natur­lieb­ha­ber sit­zen war­tend am Weges­rand in der Hoff­nung, den Apollofal­ter zu erspä­hen.

Marcus läuft auf einem schmalen Pfad

Wan­dern auf dem Mosel­steig

Wir zie­hen wei­ter unse­res Weges und ach­ten ver­mehrt auf alles, was um uns flat­tert. Lei­der bekom­men wir kei­nen der sel­te­nen Schmet­ter­lin­ge zu Gesicht.

Auf die Höhen des Mosel­steigs

Der Mosel­steig führt nach dem Aus­sichts­punkt Hah­nen­berg wei­ter leicht berg­auf. Belohnt wer­den wir immer wie­der mit gran­dio­sen Aus­bli­cken über das Tal der Mosel. Spä­ter win­det sich der Weg in Ser­pen­ti­nen steil durch ein Wald­stück.

Gina auf schattigem Waldweg

Im schat­ti­gen Wald ist es ange­nehm

Wir genie­ßen den Schat­ten der Bäu­me, denn wir hat­ten nicht damit gerech­net, dass es so heiß wür­de. Der Wet­ter­be­richt hat­te nur Tem­pe­ra­tu­ren von 21 Grad vor­her­ge­sagt, doch die Son­ne brut­zelt ordent­lich und heizt die Schie­fer­hän­ge gewal­tig auf. Nicht umsonst gedeiht der Wein hier gut.

Weißes Haus mit blauen Fensterläden

Ehe­ma­li­ges Pfarr­haus in Val­wi­ger­berg

Wir errei­chen den klei­nen Ort Val­wi­ger­berg mit einer hüb­schen Wall­fahrts­kir­che und einem schmu­cken Pfarr­haus. Nach­dem wir uns eine Pau­se auf einer Bank gegönnt haben, geht es wei­ter. Mal über Wie­sen, mal durch schat­ti­ge Wald­stü­cke führt uns der Mosel­steig. Den Abste­cher zum Eiser­nen Mast, von dem aus man von Cochem bis Beil­stein sehen kön­nen soll, schen­ken wir uns.

Stei­le Pfa­de durch Wald und Wein­ber­ge

Nun geht es recht steil über einen Pfad im Wald berg­ab. Im Kab­ei­ner Bach­tal fol­gen wir dem Lauf des Bäch­leins, über­que­ren es mehr­mals über wack­li­ge Holz­ste­ge.

Marcus auf einem schmalen Holzsteg

Auf schma­lem Steg über den Bach

Reise-Ringel sitzt auf dem Wegweiser nach Bruttig-Fankel

Rei­se-Rin­gel war natür­lich mit auf dem Mosel­steig

Vor Brut­tig-Fan­kel führt der Mosel­steig über einen ehe­ma­li­gen Bahn­damm in den Ort. Hier sind wir wie­der auf Mosel-Niveau. Eine Eisen­bahn­brü­cke spannt sich als gigan­ti­scher Bogen über das Dorf. Die wäh­rend des 1. Welt­kriegs geplan­te Bahn­li­nie ist nie in Betrieb gegan­gen.

Wir ver­las­sen Brut­tig-Fan­kel und stei­gen wie­der hin­auf, bis wir den Aus­sichts­punkt Plaats­kopf errei­chen.

Die Schleuse bei Bruttig-Fankel

Die Schleu­se bei Brut­tig-Fan­kel

Von hier kön­nen wir gut die Stau­stu­fe und die Schleu­se von Brut­tig-Fan­kel unter uns in der Mosel erken­nen. Auch der ers­te Blick auf unser Ziel Beil­stein bie­tet sich uns.

Kurz vor Beil­stein mah­nen uns Warn­schil­der, dass eine anspruchs­vol­le Etap­pe bevor­steht, die Tritt­si­cher­heit und Schwin­del­frei­heit erfor­dert. Es geht steil auf schma­len Pfa­den berg­ab, immer an der Hang­kan­te ent­lang. Eini­ge Abschnit­te sind mit Draht­sei­len gesi­chert. Vor lau­ter Kon­zen­tra­ti­on auf den schwie­ri­gen Weg ver­ges­sen wir bei­na­he, ab und zu die groß­ar­ti­ge Aus­sicht über die stei­len Wein­ber­ge hin­un­ter zur Mosel zu genie­ßen.

Blick auf Beilstein an der Mosel

Blick auf Beil­stein an der Mosel

In Beil­stein führt eine eben­falls stei­le Was­ser­rin­ne hin­un­ter zum Fähr­an­le­ger. Hier endet die­se Etap­pe des Mosel­steigs. Bevor wir jedoch das Schiff zurück Rich­tung Cochem bestei­gen, spa­zie­ren wir in die lau­schi­gen Fach­werk­gäss­chen von Beil­stein. Trotz eines recht gro­ßen Andrangs von Tou­ris­ten fin­den wir ein Plätz­chen in einem Café und beloh­nen uns selbst mit köst­li­chem Kuchen und erfri­schen­dem Eis­kaf­fee.

Fachwerkhäuser in Beilstein

Die hüb­schen Fach­werk­häu­ser von Beil­stein zie­hen nicht nur Wan­de­rer an

Mit einer ent­spann­ten Schiffs­fahrt von Beil­stein nach Cochem las­sen wir den gelun­ge­nen Wan­der­tag aus­klin­gen. Wir keh­ren mit Mus­kel­ka­ter, Son­nen­brand und einem brei­ten Grin­sen im Gesicht zurück.

Silhouette der Burg gegen den Himmel

Im Abend­licht begrüßt uns die Reichs­burg über Cochem

Infor­ma­tio­nen zum Mosel­steig von Cochem bis Beil­stein

  • Infor­ma­tio­nen zu allen tou­ris­ti­schen Fra­gen erhältst du bei der Mosel­land­tou­ris­tik.
  • Die Etap­pe von Cochem nach Beil­stein (oder umge­kehrt) ist 14 Kilo­me­ter lang und gilt als mit­tel­schwer. Es gibt zwei anspruchs­vol­le Teil­stü­cke, die Tritt­si­cher­heit und Schwin­del­frei­heit erfor­dern.
  • Auf der Home­page des Mosel­steigs kannst du alle Etap­pen anse­hen. Auch aktu­el­le Infor­ma­tio­nen, wie zum Bei­spiel Teil­sper­run­gen des Mosel­steigs fin­dest du dort. Es gibt eine App fürs Han­dy, auf der du den Weg ver­fol­gen kannst. Aller­dings funk­tio­niert sie nur, wenn du mobi­les Inter­net hast, was nicht über­all auf dem Mosel­steig gege­ben ist. Daher soll­test du die Kar­te vor­her abspei­chern, was wir lei­der ver­peilt haben.
  • Über die Schiffs­ver­bin­dun­gen auf der Mosel kannst du dich eben­falls auf der Sei­te der Mosel­land­tou­ris­tik infor­mie­ren. Es fah­ren ver­schie­de­ne Schiffs­ge­sell­schaf­ten, je nach Teil­stück.
  • Ein­keh­ren: Es gibt nicht vie­le Ein­kehr­mög­lich­kei­ten auf der Etap­pe des Mosel­steigs. Am bes­ten, du nimmst dir was zum Essen mit. In Cochem und in Beil­stein fin­dest du wie­der eine reich­li­che Aus­wahl an Cafés und Restau­rants.

Offen­le­gung: Zu dem Wochen­en­de an der Mosel wur­den wir von Mosel­land­tou­ris­tik ein­ge­la­den. Wir haben die Über­nach­tung und die Schiffs­fahrt bezahlt bekom­men.

Wei­te­re Arti­kel zum The­ma Wan­dern zwi­schen Wein­ber­gen: