Unsere nächste Bustour bringt uns in die Stadt Kratie. Der Busfahrer will unser Gepäck nicht im Gepäckabteil unterbringen oder der Stauraum ist schon voll, also kommen unsere Backpacks in den Mittelgang des Buses. Jeder, der von vorne nach hinten oder umgekehrt gehen will, muss unsere Rucksäcke überklettern. Hier in Kambodscha nehmen es die Menschen gelassen.

Unterhaltung im Bus

In der Reihe vor uns finden wir eine kleine Freundin. Stundenlang guckt sie über die Sitzlehne und läßt sich von Victoria und Gina bespaßen.

Ankunft in Kratie

Unser Hotel liegt etwas außerhalb der City. Daher sagen wir dem Busfahrer Bescheid, uns an der Hauptstraße in der Nähe des Hotels rauszulassen. Das klappt sogar. Fünf Minuten später stehen wir schon an der Rezeption und können unser Zimmer beziehen. Das Hotel hat einen Tuktuk-Service. Wir können uns kostenlos in den Ort fahren und abholen lassen.

Außerdem gibt es einen Pool. Und hier in Kratie wollen wir die Flussdelfine gucken. Und die kleine Insel gegenüber anschauen. Es gibt also genug zu tun.

Den Tuktuk-Service nutzen wir noch am späten Nachmittag, um den Sonnenuntergang zu schauen und etwas zu essen. Wir schlendern kurz über den Markt und beobachten dann auf der Uferpromenade eine Gruppe Frauen und Männer beim Open-Air Airobic. Die Sonne sinkt langsam und taucht den Mekong in ein großartiges Licht.

Goldener Sonnenuntergang

Die Flussdelfine im Mekong

Am nächsten Morgen steht nach dem Frühstück ein Tuktuk für die Fahrt zu den Flussdelfinen bereit. Ungefähr eine Stunde gehts über teils holprige Strassen zur Bootsanlegestelle. Die Boote sind klein, daher haben wir zu dritt ein ganzes Boot für uns. Natürlich mit Bootsführer.

Das ist unser Boot

Bitte einsteigen

Ja, wo sind denn die Delfine?

Alle mal zur Seite schauen

Erst fahren wir unter Motor Richtung Flussmitte. Der Bootsführer steht und schaut nach den Delfinen. Da, links, da hinten…, als ich mich umgedreht habe, sehe ich nur noch quirliges Wasser. Die Irrawaddy-Delfine kommen nur kurz zum Luftholen an die Wasseroberfläche und lassen sich sonst nicht gerne blicken.

Flipper ist nicht so scheu! Aber schließlich haben wir Glück. Mal sehen wir zwei, mal drei Tiere an die Oberfläche kommen, zumindest Rücken- und Schwanzflosse sind gut zu sehen. Mehr haben wir auch nicht erwartet.

Delfin in Sicht

Da ist noch einer

Sind wir nah genug an den Delfinen, schaltet unser Fahrer den Motor ab und paddelt weiter. Wie schön, diese Ruhe. Die Motoren der Boote sind doch recht laut. Ich mache mir Sorgen, dass die Delfine wegen der vielen Boote schon taub sein könnten. Wobei während unserer Tour höchstens drei andere Motorboote und einige Kajaks auf dem Wasser sind. So genießen wir nicht nur das Delfin-Watching sondern auch die Bootsfahrt an sich. Nach zwei Stunden gehts zurück zum Ufer und mit dem Tuktuk wieder nach Kratie.

Auf der Rückfahrt kaufen wir an einem Straßenstand Reis im Bambusrohr, eine Spezialität der Region. Mir hat es nicht so geschmeckt, es besteht aus Klebreis mit Bohnen, das nur schwach gewürzt wird. Das Bambusrohr wird erst in den Händen hin- und hergerollt, damit sich der Reis von der Hülle löst. Dann schält man das Ganze ähnlich einer Banane und isst es auch so.

Kratie Reis

Klebreis im Bambusrohr

Den restlichen Tag verbringen wir am und im Pool.

Ausflug auf die Mekong-Insel bei Kratie

Für den nächsten Tag haben wir eine Fahrradtour zur kleinen Insel gegenüber geplant. Räder leihen kann man drüben. Damit sparen wir uns das Verladen der Fahrräder auf die Fähre.

Allein die Überfahrt ist schon ein Spektakel. Das recht kleine Boot, nach deutschen Maßstäben mit einem Fassungsvermögen von ungefähr zwölf Personen, fährt erst los, wenn es voll ist. Oder wenn der Bootsführer meint, es sei voll. Also heißt es erstmal warten. Nach 20 Minuten wirft er den Motor an.

Das Boot ist noch lange nicht voll

Da kommt die Fähre

Fährhafen mit Restaurant und Roller-Taxis

Ganz schön weit zu laufen

Das ist scheinbar ein Zeichen, dass die restlichen Passagiere jetzt auch einsteigen. Es sind 30 Personen und sechs Fahrräder an Bord, als es losgeht. Die Fahrt dauert nur zehn Minuten. Am anderen Ufer gibt es einen breiten Sandstrand. Taxi-Motorroller warten hier auf Fahrgäste, die nicht den Holzweg über den Strand traben wollen. Wir laufen jedoch und kurze Zeit später haben wir drei Fahrräder gemietet.

Kratie Radtour

Kleine Pause auf der Radtour

Einen halben Tag fahren wir auf der Insel herum, es gibt einen Tempel und viel Natur zu sehen. Einige Cafes laden zu Erfrischungen ein. Es ist doch recht heiß die letzten Tage.

Danach reicht die Kraft nur noch für den Hotel-Pool.

Geduld ist gefragt beim Warten auf den Bus

Und auch den letzten Tag mit Victoria und in Kambodscha genießen wir ganz relaxt. Die Bustickets haben wir im Hotel gekauft. Eins nach Ho-Chi-Minh City – Victoria fliegt von da nach Hause – und zwei Tickets nach Laos auf die 4000 Islands.

Am Tag der Abreise fahren wir mit Victoria mit dem Tuktuk zur Bushaltestelle am Rand von Kratie. Die ist etwas kompliziert zu finden und auch die Abfahrtszeit ist variabel. Der Bus nach Vietnam kommt von Laos und hält angeblich zwischen halb zehn und elf Uhr morgens an einer Stelle, die unser Tuktukfahrer hoffentlich kennt. Der Fahrer wartet die ganze Zeit, hält dann den Bus an und Victoria kann einsteigen. So wurde es uns gesagt. Unser Bus ist der entgegengesetzte und fährt im Ort um halb eins ab, genug Zeit, um mit Victoria und dem Fahrer auf ihren Bus zu warten, um sich dann zu verabschieden.

Um kurz nach neun halten wir an einem kleinen Restaurant. Hier scheint der Bus zu halten. Fasziniert schauen wir einer Gruppe Arbeitern zu, die halsbrecherisch versuchen, einen Stahlbehälter vom Kipp-Laster zu laden. Natürlich ohne Kran. Gegen zehn zieht unser Tuktuk-Fahrer seinen Helm abrupt auf (ja, hier fährt man mit Helm) und startet den Motor. Wir fahren zu einer anderen Haltestelle. Hoffentlich ist der Bus noch nicht durch. Wir warten weiter. Unser Fahrer fragt mich, ob er mal mit meinem Handy telefonieren kann. Er ruft das Hotel an, diese fragen bei der Busgesellschaft nach, wo der Bus bleibt. Kommt in zehn Minuten. Inzwischen ist es elf Uhr und wir schauen uns betroffen an. Da kommt endlich der Bus.

Kratie Abschied

Gute Reise, Victoria!

Das Warten hat ein Ende, nach herzlicher Verabschiedung von Victoria fahren wir zurück zum Hotel. Kurze Zeit später werden auch wir zu unserem Bus gebracht. Auf gehts nach Laos.