Der Lago Mag­gio­re ist einer der bekann­tes­ten ober­ita­lie­ni­schen Seen. Auf dem Weg in die Emi­lia Roma­gna zur Rei­se­b­log­ger-WG nut­zen wir die Gele­gen­heit, uns in dem klei­nen Ort Bave­no ein paar Tage zu ent­span­nen. Was du in Bave­no unter­neh­men kannst, ver­ra­ten wir dir in unse­rem Bericht.

Anrei­se zum Lago Mag­gio­re

Der übli­che Weg zum Lago Mag­gio­re führt wohl durch den Gott­hard­tun­nel. Unser Navi ist ande­rer Ansicht und so ste­hen wir etwas über­rascht vor der Lötsch­berg-Auto­ver­la­dung. Das Navi sagt: „Fah­ren Sie auf die Fäh­re.” Die Fäh­re ist ein Zug und ein Umkeh­ren, um den Weg zum Gott­hard zu suchen unsin­nig. So len­ken wir das Auto auf den Auto­trans­port-Wag­gon. Kei­ne gute Idee für Tun­nel-Pho­bi­ker, denn es geht durch den tief­schwar­zen, unbe­leuch­te­ten Lötsch­berg­tun­nel. Zum Glück haben wir kei­ne Panik vor Tun­neln.

Auto fährt auf den Autozug

Ab auf die Fäh­re… äh, den Auto­zug

Auf der ande­ren Sei­te der Alpen ange­kom­men ver­fol­gen wir etwas miss­trau­isch die Anwei­sun­gen des Navis. Wir stel­len fest, dass es uns zur nächs­ten Auto­ver­la­dung zum Sim­plon führt. Dies­mal fin­den wir aber den Weg über den Pass, der tol­le Aus­sich­ten über wol­ken­ver­schlei­er­te Berg­spit­zen bie­tet.

Berggipfel und Wolken

Blick vom Sim­plon Pass über die Alpen

Reise-Ringel vor Alpenkulisse

Auch Rei­se-Rin­gel genießt die Aus­sicht

Über Domo­dos­so­la gelan­gen wir an den Lago Mag­gio­re. Unser Ziel­ort ist das klei­ne Bave­no am West­ufer des Lago Mag­gio­re.

Bave­no am Lago Mag­gio­re

Bave­no ist ein Nach­bar­ort des bekann­te­ren Stre­sa. Wir haben in Bave­no eine AirB­nb-Woh­nung gebucht, von der aus wir zu Fuß zur See­pro­me­na­de an den Lago Mag­gio­re lau­fen kön­nen. Das machen wir auch sofort, nach­dem wir uns in der Woh­nung ein­ge­rich­tet haben. Über stei­le, enge Gas­sen geht es hin­un­ter zum See­ufer. Eine lan­ge Pro­me­na­de führt in Bave­no ent­lang des Ufers. Wir genie­ßen die laue Abend­luft und das sanf­te Licht, das das gegen­über­lie­gen­de Ufer des Lago Mag­gio­re in Pas­tell­tö­ne taucht.

Lago Maggiore im Abendlicht

Abend­stim­mung in Bave­no am Lago Mag­gio­re

Wir besich­ti­gen Kir­che von Bave­no, San Ger­va­sio und Protasio und das benach­bar­te Bap­tis­te­ri­um. Die Gebäu­de stam­men aus dem 11./12. Jahr­hun­dert. Die Kir­che selbst wur­de im 18. Jahr­hun­dert umge­stal­tet. Der Kirch­hof wird von einem wun­der­schö­nen Lau­ben­gang umrahmt.

Die Kirche und das Baptisterium in Baveno am Lago Maggiore

Die Kir­che und das Bap­tis­te­ri­um in Bave­no am Lago Mag­gio­re

Fresken im Laubengang

Der Lau­ben­gang an der Kir­che ist mit Fres­ken aus­ge­malt

Auf dem klei­nen Platz vor dem Rat­haus schmü­cken lie­be­voll gepfleg­te Blu­men­ra­bat­ten die Bee­te. Zu unse­rem Erstau­nen sehen wir, dass unter dem Schrift­zug „Bave­no” das aktu­el­le Datum ein­ge­pflanzt ist. Die Zahl wird tat­säch­lich jeden Tag aus­ge­tauscht, wie wir uns in den fol­gen­den Tagen ver­ge­wis­sern.

Rathaus von Baveno

Das Rat­haus von Bave­no

Am Platz fin­den sich klei­ne Geschäf­te wie eine Kon­di­to­rei mit aller­lei Lecke­rei­en und schö­ne Restau­rants. Die Kon­di­to­rei ist schon geschlos­sen, aber wir mer­ken sie uns schon mal für mor­gen vor.

Nach­dem wir im Super­markt noch ein paar Klei­nig­kei­ten ein­ge­kauft haben, keh­ren wir in unse­re Woh­nung zurück. Dort berei­ten wir uns ein schmack­haf­tes Abend­essen.

Von Bave­no nach Ferio­lo am Lago Mag­gio­re

Wir trö­deln am nächs­ten Mor­gen gemüt­lich in den Tag. So ist es fast Mit­tag, als wir unse­re Woh­nung ver­las­sen.

kleine Straße mit Laternen, die zum See führt

Bei herr­li­chem Wet­ter wan­dern wir am Lago Mag­gio­re

Blau­er Him­mel und Son­nen­schein brin­gen den Lago Mag­gio­re zum Leuch­ten. In Flip­flops „wan­dern” wir von Bave­no über klei­ne Neben­stra­ßen und Wege Rich­tung Ferio­lo. Der direk­te Weg wür­de über die Ufer­stra­ße füh­ren. Kein Spaß für Fuß­gän­ger.

Von Bave­no aus geht es zunächst weg vom Lago Mag­gio­re. Wir hal­ten uns links zum Orts­teil Oltre­fi­ume. Dort steht inmit­ten ver­win­kel­ter Gäss­chen eine klei­ne Kir­che, San Pie­tro Mar­ti­re.

kleines Tor und Gasse dahinter

Ver­win­kel­te Gas­sen in Oltre­fi­ume

Kirchenportal mit vier Säulen

Por­tal der klei­nen Kir­che San Pie­tro Mar­ti­re in Oltre­fi­ume

Wei­ter geht es an einem „Park” ent­lang, der den Namen nicht ver­dient. Etwas wei­ter pas­sie­ren wir den Aqua­Ad­ven­ture­park Lago Mag­gio­re. Der ist aller­dings wegen War­tungs­ar­bei­ten geschlos­sen. Neben­sai­son halt…

Wir haben eh nicht vor, uns im Spaß­bad zu amü­sie­ren. Ent­lang grü­ner Hecken set­zen wir unse­ren Weg fort. In Ferio­lo sto­ßen wir aus dem Hin­ter­land wie­der ans Ufer des Lago Mag­gio­re. Wir fol­gen der Pro­me­na­de, bis wir den freund­li­chen und ver­schla­fe­nen Orts­kern errei­chen.

Schiffsanlegestelle in Feriolo

Rast an der Schiffs­an­le­ge­stel­le in Ferio­lo

An der Kir­che zeigt eine Mar­ke, wie erschre­ckend hoch das Was­ser hier mal gestan­den hat. Hoch­was­ser am Lago Mag­gio­re, damit hät­ten wir nicht gerech­net!

So lang­sam mel­den unse­re Mägen Mit­tags­hun­ger. Eine Bäcke­rei oder ande­ren klei­nen Laden fin­den wir nicht. Also las­sen wir uns auf der son­ni­gen Ter­ras­se eines Restau­rants direkt am Lago Mag­gio­re nie­der. Der Ser­vice lässt zwar etwas zu wün­schen übrig. Dafür ent­schä­digt der Blick über die blaue Was­ser­flä­che des Lago Mag­gio­re alle­mal.

kleiner Ort am gegenüberliegenden Ufer des Lago Maggiore

Herr­li­cher Blick über den Lago Mag­gio­re

Zurück in Bave­no ver­sor­gen wir uns in der Kon­di­to­rei mit köst­li­chen Tört­chen. Damit genie­ßen wir den Nach­mit­tags­kaf­fee im Gar­ten unse­rer AirB­nb-Woh­nung.

Ladenfront der Konditorei

Ein klei­ner Abste­cher in die Kon­di­to­rei, bevor es nach Hau­se geht.

Aus­flug zu den Bor­ro­mäi­schen Inseln des Lago Mag­gio­re

Nach­dem wir uns am nächs­ten Tag am Platz vor dem Rat­haus davon über­zeugt haben, dass sie das rich­ti­ge Datum im Blu­men­beet ein­ge­pflanzt haben kau­fen wir uns in der Bäcke­rei Auber­gi­nen-Ricot­ta-Teig­ta­schen fürs Pick­nick.

Eingepflanzte Datumsschrift im Beet

Tat­säch­lich! Das Datum wird täg­lich geän­dert…

weißes Schiff fährt über den See

Eines der vie­len Schif­fe zu den Bor­ro­mäi­schen Inseln im Lago Mag­gio­re

Am Jugend­stil-Fähr­haus von Bave­no erwer­ben wir Tickets für die Fahrt zur Iso­la Madre, eine der Bor­ro­mäi­schen Inseln. Die Inseln im Lago Mag­gio­re sind seit dem 12. Jahr­hun­dert im Besitz der Adels­fa­mi­lie Bor­ro­meo. Spä­ter wur­den sie mit ein­drucks­vol­len Schlös­sern und Park­an­la­gen bebaut.

Die Iso­la Madre

Palazzo

Palaz­zo auf der Iso­la Madre

Die Iso­la Madre ist die größ­te der Bor­ro­mäi­schen Inseln im Lago Mag­gio­re. Heu­te unbe­wohnt, gibt es einen groß­zü­gi­gen Palaz­zo und einen schö­nen Eng­li­schen Gar­ten zu besich­ti­gen. Wir spa­zie­ren durch die Park­an­la­gen. Über­all huschen Eidech­sen über die Kies­we­ge und die son­nen­ge­wärm­ten Mau­ern. Es sind so vie­le, dass wir bei­nah Angst haben, auf eine zu tre­ten. Der Rund­weg führt zunächst am Rand der Insel ent­lang und bie­tet schö­ne Aus­bli­cke auf den Lago Mag­gio­re.

Eidechse sonnt sich auf Steinbrüstung

Zahl­rei­che Eidech­sen genie­ßen Dol­ce Vita auf der Iso­la Madre

Spazierweg am See

Spa­zier­weg am Lago Mag­gio­re ent­lang

Über eine brei­te, fla­che Trep­pe führt der Weg zum Inne­ren der Insel und dem Palaz­zo. Durch das dun­kel­grü­ne Laub der Vege­ta­ti­on schim­mert immer wie­der das blaue Was­ser des Lago Mag­gio­re. Schnee­wei­ße Pfau­en stol­zie­ren über den Rasen. Auch exo­ti­sche Sil­ber­fa­sa­ne beob­ach­ten uns genau­so neu­gie­rig wie wir sie.

Silberfasan auf Rasen

Sil­ber­fa­san auf der Iso­la Madre

Nach aus­gie­bi­gem Spa­zier­gang und heim­li­chem Pick­nick (Essen und Trin­ken ist nur in den Restau­rants der Insel gestat­tet!) nähern wir uns dem Schloss. Vor dem Ein­gang steht die Haupt­at­trak­ti­on der Gar­ten­an­la­ge: eine rie­si­ge Kasch­mir­zy­pres­se. Angeb­lich die größ­te Euro­pas. Zumin­dest die größ­te am Lago Mag­gio­re. Nach­dem sie ein Sturm vor ein paar Jah­ren beschä­dig­te, steht sie nun wie­der mit mäch­ti­gen Stahl­sei­len gesi­chert auf­recht.

Blick vom Palazzo auf die Kaschmir-Zypresse

Blick vom Palaz­zo auf die Kasch­mir-Zypres­se

Der Palaz­zo der Iso­la Madre

Wir begin­nen unse­ren Rund­gang durch den Palaz­zo. Die Räu­me sind mit Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den aus ver­schie­de­nen Wohn­sit­zen der Fami­lie Bor­ro­meo aus­ge­stat­tet, nicht nur hier vom Lago Mag­gio­re. Möbel, Por­zel­lan, Gemäl­de und Livre­en der Bediens­te­ten malen ein Bild des 16. und 17. Jahr­hun­derts. Sehr inter­es­sant ist auch das inte­grier­te Pup­pen­mu­se­um. Büh­nen­bil­der und ver­schie­dens­te Mario­net­ten, die zur höfi­schen Unter­hal­tung dien­ten kön­nen wir bewun­dern. Kul­tur mit­ten im Lago Mag­gio­re.

Schaufensterpuppen mit historischen Livreen

Über­all livrier­te Her­ren

Marionettenbühne

Mario­net­ten­büh­ne zur häus­li­chen Belus­ti­gung

An das Mario­net­ten­mu­se­um wer­den wir spä­ter, bei unse­rem Besuch in Par­ma, noch mal zurück­den­ken. Auch dort gibt es mit dem Cas­tel­lo dei Bur­at­ti­ni ein groß­ar­ti­ges Pup­pen­mu­se­um zu sehen.

Nach dem Besuch des Schlos­ses gelan­gen wir an einen hüb­schen Teich vol­ler See­ro­sen. In den Pavil­lons rings­um ist ein Café unter­ge­bracht. Dort ruhen wir uns bei einem Capuc­ci­no mit Blick auf den Lago Mag­gio­re aus. Der wei­ße Pfau liegt direkt neben uns.

Lila Seerose

Eine von vie­len wun­der­schö­nen See­ro­sen im Teich

Weißer Pfau liegt auf dem Rasen

Chil­len­der wei­ßer Pfau

Mit dem Schiff geht es wie­der zurück nach Bave­no.

Infor­ma­tio­nen zu Bave­no am  Lago Mag­gio­re

Die­ser Arti­kel ent­hält Wer­bung in Form von Affi­lia­te-Links. Die­se sind mit einem * gekenn­zeich­net. Wenn du über die­se Links etwas bestellst, erhal­ten wir eine klei­ne Pro­vi­si­on, mit der du uns hilfst, die Kos­ten für unse­ren Blog zu tra­gen. Für dich ändert sich am Preis natür­lich nichts.

  • Unter­kunft: Sowohl über Boo­king* als über AirB­nb gibt es eini­ge Mög­lich­kei­ten in Bave­no unter­zu­kom­men. Wir schät­zen die per­sön­li­che Atmo­sphä­re von AirB­nb sehr. Außer­dem fin­den wir es gut, eine Küche zur Ver­fü­gung zu haben und nicht jede Mahl­zeit aus­wärts ein­neh­men zu müs­sen.
  • Essen: Eine kla­re Emp­feh­lung für das Restau­rant La Pos­ta am Platz vor dem Rat­haus. Freund­li­cher Ser­vice, excel­len­tes Essen (kei­ne Piz­za!) und mode­ra­te Prei­se. Adres­se: Piaz­za Dan­te Ali­ghie­ri, 16. Geöff­net 12 – 14 Uhr und 18:30 – 22 Uhr. Novem­ber bis März geschlos­sen, eben­so don­ners­tags in den Mona­ten April, Mai und Okto­ber.
  • Gela­te­ria: Rei­che Aus­wahl und sehr lecke­res Eis gibt es in der etwas ver­steckt lie­gen­den Gela­te­ria La Deli­zio­sa. Wenn du vor dem Rat­haus stehst, gehst du die klei­ne Gas­se rechts davon hoch und bist in weni­gen Schrit­ten am Ziel.
  • Ein­kau­fen: Ein klei­ner Car­re­four Super­markt mit sehr freund­li­chem Per­so­nal befin­det sich seit­lich von der Kir­che. Ein etwas grö­ße­rer Super­markt ist vom Stadt­zen­trum Rich­tung Nor­den am Kreis­ver­kehr hin­ter dem Hotel zu Sim­plon. Die Bäcke­rei und Kon­di­to­rei Il For­naio an der Piaz­za Dan­te Ale­ghie­ri kön­nen wir sehr emp­feh­len.
  • Bor­ro­mäi­sche Inseln: Die Inseln Iso­la Madre, Iso­la dei Pes­ca­to­ri und Iso­la Bel­la sind von Bave­no aus mit dem Schiff über den Lago Mag­gio­re in weni­gen Minu­ten zu errei­chen. Für Iso­la Madre und Iso­la Bel­la ist ein Ein­tritts­preis zu ent­rich­ten: 13 Euro Iso­la Madre, 16 Euro Iso­la Bel­la, 21 Euro für bei­de Inseln. Die Iso­la dei Pes­ca­to­ri ist frei zugäng­lich und soll als kit­schig-idyl­li­sches Dorf her­ge­rich­tet sein.
  • Unter­neh­mun­gen: Wenn du eini­ge Tage in Bave­no ver­brin­gen willst, gibt es noch vie­le wei­te­re Din­ge, die du unter­neh­men kannst. Die umlie­gen­den Ber­ge bie­ten Wan­der­mög­lich­kei­ten in allen Län­gen und Schwie­rig­keits­gra­den. Die­sen Wan­der­füh­rer Lago Mag­gio­re* kön­nen wir dir emp­feh­len. Natür­lich gibt es auch über­all Bade­strän­de für die Lieb­ha­ber des nas­sen Ele­ments. Mit dem Schiff kannst du zum Ost­ufer des Lago Mag­gio­re über­set­zen und dort die Gegend erkun­den. Der hüb­sche Lago Orta ist in einer hal­ben Stun­de mit dem Auto zu errei­chen. Aus­flü­ge in die umlie­gen­den Orte wie Locar­no, Asco­na oder sogar Mai­land run­den die Ange­bots­pa­let­te ab.

Wenn du Infor­ma­tio­nen über den nörd­li­chen Teil des Lago Mag­gio­re suchst, schau doch mal beim Blog Wir auf Rei­se. Dort fin­dest du einen sehr inter­es­san­ten Bericht über Urlaub am Lago Mag­gio­re, beson­ders wenn du mit Kin­dern unter­wegs bist.

Und umfas­sen­de Infos über Blog­ar­ti­kel zu allen mög­li­chen The­men, sei es Kunst, Küche, Kul­tur fin­dest du über­sicht­lich und bequem auf der Ita­li­en-Rei­se­kar­te von Ilo­na.

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