Schon als kleiner Junge liebte ich Autos und fand, dass schöne Räder die Optik eines Fahrzeuges aufwerten. Da Balu für uns nicht irgendein Auto ist, wollten wir bei einem Reifentausch von Standardreifen auf Wohnmobilreifen mit einem All-Terrain-Profil und zusätzlich Alufelgen umrüsten.

Die Funktion des Reifens

Der Reifen überträgt die Kraft des Autos auf die Straße und hält es in der Spur. Zudem beeinflusst der Reifen das Fahrverhalten sowie den Verbrauch. Es gibt Reifen für verschiede Einsatzzwecke wie zum Beispiel Sommerreifen, Winterreifen, Rennsportreifen, grobstollige Reifen für den Offroadeinsatz und viele mehr.

Was steht alles auf unseren Reifen

Marcus zeigt den Lesern die Reifenbeschriftung

Was steht alles auf einem Reifen

Standardmäßig sind auf unserem Citroen Jumper Kastenwagen Allwetterreifen der Größe 225/70 R15C 112/110S auf 15 Zoll Stahlfelgen montiert. Diese Größe ist geeignet für einen Lieferwagen, der mal beladen und mal leer unterwegs ist.

Hier zeigen wir dir, was die Beschriftung auf dem Reifen heißt und was sie bedeutet:

225 bedeutet die Reifenbreite in Millimetern, also 225 mm Breite

70 ist das Verhältnis Reifenhöhe zu Reifenbreite in Prozent

R = Radialreifen (eine gängige Bauart des Reifens)

15 = Felgendurchmesser in Zoll (1 Zoll = 25,4mm)

C = Commercial (also ein Reifen für Transporter)

112 = Tragfähigkeitsindex 1120kg

S = Geschwindigkeitsindex bis 180km/h

36/18 = Herstellungsdatum 36. Kalenderwoche im Jahr 2018

Hier sieht man die Reifengröße

Reifengröße der alten 15 Zoll Allwetterreifen

Ein Wohnmobil ist durch seinen Wohnaufbau dauerhaft schwerer, somit ist die Beanspruchung der Reifen höher. Daher wollten wir sobald wie möglich auf eine geeignetere Größe umrüsten.

Die Vorderreifen waren vom Profil mittlerweile nicht mehr so gut. Zwar erfüllten sie die gesetzliche Mindest-Profiltiefe von 1,6mm, wir wollten jedoch auf Nummer Sicher gehen.

Außerdem beschäftigten uns zwei Fragen: Werden wir auf unserer geplanten Europareise auf unwegsames Gelände stoßen wie beispielsweise Schotterpisten? Wie bekommen wir mehr Fahrkomfort in Balu, denn das derzeitige Fahrverhalten empfinden wir als holprig.

Die Entscheidung für einen Reifentyp

Der Felgen- und Reifenmarkt ist recht groß und für uns unübersichtlich. Daher fällt die Wahl einer geeigneten Kombination schwer. Wofür sollen wir uns da entscheiden? Nach reichlicher Überlegung wählen wir größere und breitere Reifen mit einem gröberen Profil.

Der AT-Reifen auf der 16 Zoll Felge sieht schick aus

Ein schicker AT-Reifen auf der 16 Zoll Felge

Den passenden Reifen finden

Nicht jede Reifengröße ist für jedes Fahrzeug zugelassen. Die Daten lassen sich im Fahrzeugschein bzw. in der Zulassungsbescheinigung Teil I finden. Weitere Größen sind mit dem Hersteller der Wohnmobilreifen abzustimmen und gegebenenfalls müssen diese dann im Fahrzeugschein eingetragen werden. Generell passen nicht alle Felgen auf alle Fahrzeuge. Es gibt Fahrzeuge mit 4, 5 oder 6 Schrauben am Rad, das muss als Erstes passen. Die Felgenbreite und der Durchmesser ist auf das Fahrzeug abzustimmen, damit das Rad nicht im Radkasten schleift oder seitlich darüber hinaussteht.

Je größer die Reifen sind, desto besser sind ihre Federungseigenschaften. Die Reifen können mit geringerem Luftdruck gefahren werden, sind dadurch beim Fahren nicht so hart. Das kommt unserem Wunsch nach einem komfortableren Fahren entgegen. Außerdem entscheiden wir uns für All-Terrain-Reifen für unser Wohnmobil, da wir damit auf schlechteren Straßen besseren Grip haben. Der All Terrain-Reifen hat auch eine stabilere Flanke, was ihn auf Schotterstraßen sicherer gegen Beschädigungen macht.

Wir wollten nicht zu einem beliebigen Reifenhändler gehen. Auf Empfehlung kontaktieren wir die im Hessen sitzende Firma Ramto. Diese hat sich auf Wohnmobilreifen und -felgen und auch auf Reifen mit All-Terrain-Profil spezialisiert.

Auf zu Ramto

An einem Freitagmorgen im November fahren wir zu Ramto. Dort empfängt uns Marc, der Chef der Firma und erklärt uns, worauf wir beim Reifen- bzw. Räderkauf achten müssen. Jetzt geht es ans Aussuchen von Reifen und Felgen. Wir fangen mit der Felge an. Wir haben 15 Zoll Räder, können für den Jumper bis 18 Zoll aufrüsten. Allerdings benötigen wir ab 17 Zoll eine Anpassung unseres Tachos, da bei dieser Größe die Anzeigetoleranz überschritten wird. Um diese Arbeit zu vermeiden, entscheiden wir uns für 16 Zoll.

Hier erklärt uns Marc von Ramto den Reifendimensionen

Hier erklärt uns Marc von Ramto Vor- u d Nachteile der unterschiedlichen Reifendimensionen

Beim All Terrain Reifen der Marke General Grabber AT gibt es die für Balu erforderliche Traglast in 16 Zoll mit 225 oder 235mm Reifenbreite. Marc empfiehlt uns die Reifenbreite 235mm, die wir dann auch wählen. Bei der Auswahl der Felge entscheidet bei vorhandener Größe unser Geschmack und der Geldbeutel.

Die Alufelgen erfordern andere Radschrauben. Zusätzlich ordern wir zu diesen pro Rad ein Felgenschloss.

Bei der Reifenbreite 235mm benötigen wir Kotflügelverbreiterungen in Form schwarzer Kunststoffleisten, die vom Ramto Team fachmännisch an den Kotflügeln verschraubt werden.

Schneller Wechsel dank perktem Team

Dann geht der Radwechsel los. Dank pneumatischer Wagenheber und Schrauber geht alles recht fix. Links, rechts, vorne und hinten, ruckzuck hat Balu neue Schuhe. Ein TÜV-Gutachten erhalten wir ebenfalls, dies muss im Wohnmobil mitgeführt werden. Oder man lässt die All Terrain Reifen in die Fahrzeugpapiere eintragen. Das haben wir einige Woche später gemacht, ging schnell und hat 12 Euro gekostet.

Das Rad ist angehoben und der Monteur löst gerade das Rad.

Der eigentliche Radwechsel geht schnell vonstatten

Erste Erkenntnisse auf der Rückfahrt

Auf der Rückfahrt von Ramto nach Hause konnten wir einen ersten Eindruck der All-Terrain-Reifen bekommen. Unserer Meinung nach haben wir jetzt mehr Fahrkomfort. Lauter sind die Reifen auch nicht, jedenfalls wenn man wie wir höchstens 120 km/h fährt. Wie der Wechsel sich auf den Verbrauch auswirkt, werden wir sehen. Bis jetzt sind wir jedenfalls mit unserer Entscheidung zufrieden.