Eine ausreichende Wasserversorgung im Camper ist sehr wichtig, wenn man ab und zu auch autark stehen will. Daher werden wir einen großzügig dimensionierten Frischwassertank einbauen. Der Wassertank soll seinen Platz über dem Radkasten finden. Wie wir unsere Frischwasserversorgung gebaut haben verraten wir dir in diesem Artikel – einschließlich eines Mega-Fails!

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Welcher Wassertank soll es werden?

Bei der Frage, welchen Wassertank wir im Wohnmobil einbauen wollen, gibt es verschiedene Aspekte zu überlegen:

  • Volumen und Größe
  • Einbauort
  • Anschlüsse
  • Befüllung

Je größer der Tank ausfällt, desto unabhängiger sind wir in der Wasserversorgung. Allerdings bedeutet ein großer Tank auch, dass er viel Platz wegnimmt. Ebenfalls müssen wir das Gewicht bedenken, das ein voller Wassertank auf der Waage addiert.

Da wir auch den Einbau einer Dusche planen, wollen wir den Tank nicht zu klein bemessen. Ein 20-Liter-Kanister unter der Spüle, wie es in vielen Campervans gemacht wird, kommt definitiv nicht in Frage.

Wir entscheiden uns für einen 100 Liter fassenden Tank, der über dem Radkasten montiert wird. So ist die Frage nach dem Einbauort auch gleich entschieden. Den Tank gibt es passgenau für den Fiat Ducato, der baugleich mit unserem Citroen Jumper ist. So können wir trotz des üppigen Volumens den Platz optimal ausnutzen.

Marcus trägt den Wassertank.

Ganz schön groß…

An Anschlüssen brauchen wir natürlich einen Anschluss, über den wir das Frischwasser entnehmen und einen Weiteren für die Befüllung. Der Wassertank wird direkt unter unserem Bett liegen, so dass wir einen Frischwasseranschluss nach außen legen werden. Für die Befüllung brauchen wir noch einen weiteren Anschluss für einen Belüftungsschlauch. Ob wir Meßsonden installieren werden, um den Füllstand des Tanks im Auge zu haben, entscheiden wir jetzt noch nicht. Die Dinger sind nämlich sauteuer.

Wassertank sicher einbauen

Da der Wassertank ein ordentliches Gewicht im gefüllten Zustand hat, muss er absolut sicher im Fahrzeug befestigt werden. Auch bei einem Unfall sollte er tunlichst an seinem Platz gehalten werden.

Bevor wir den Tank befestigen, müssen wir zuerst das Loch im Boden des Tanks verschließen. Es ist dafür gedacht, einen Wasserablauf durch den Fahrzeugboden zu führen. Das möchten wir aber nicht. Wir wählen eine Fassverschraubung aus Messing, die wir von innen mit einem Messingschraubstopfen verschließen. Nachdem wir in der heimischen Badewanne getestet haben, ob unsere Konstruktion dicht ist, können wir nun den Wassertank einbauen.

Rund um den Tank verläuft eine Nut, die einen Spanngurt aufnehmen kann. Um eine stabile Befestigung für den Gurt am Camper zu gewährleisten, nehmen wir zwei Metallschienen. Die schrauben wir mit Nietmuttern im Holm fest, nach unten verschrauben wir sie am Blech des Radkastens. Damit die Kanten der Schienen den Wassertank nicht beschädigen, kleben wir Holzleisten davor. Jetzt können wir den Spanngurt hinter den Schienen und durch die Nut des Wassertanks zurren.

Marcus schraubt an der Befestigung für den Wassertank.

Alles muss sicher befestigt werden

Das alleine reicht natürlich noch nicht aus. Wir wollen den Tank dagegen sichern, dass er nach vorne kippen oder rutschen kann. Dazu bauen wir ein Gerüst aus Holzlatten, das wir der abgeschrägten Unterseite des Tanks anpassen. Dieses Gerüst wird mit dem Boden verschraubt. Eine weitere Latte verbindet es mit dem Querholm der Fahrzeugseite.

Befestigung am hinteren Teil des Wassertanks.

Eine dicke Schraube befestigt hinten den Tank

Zum guten Schluss schrauben wir am hinteren Fuß des Wassertanks eine dicke Schraube per Rampamuffe in den Boden.

Nun macht alles einen stabilen und sicheren Eindruck.

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Welche Wasserpumpe fürs Wohnmobil?

Es gibt zwei Arten von Wasserpumpen, die in Wohnmobilen üblich sind: Tauchpumpen und Druckwasserpumpen.

Tauchpumpen sind im Wassertank versenkt. Um Wasser zu fördern, muss ein Schalter betätigt werden. Der Vorteil von Tauchpumpen ist der günstige Preis. Nachteile sind, dass nur ein geringer Druck erzeugt werden kann, was besonders doof ist, wenn man eine Dusche plant. Wir haben gehört, dass diese Pumpen meist keine lange Lebensdauer haben.

Eine Druckpumpe wird außerhalb des Tanks installiert. Sie pumpt solange, bis ein bestimmer Druck im System erreicht ist. Öffnet man einen Wasserhahn, so fließt sofort Wasser. Durch das abfließende Wasser sinkt der Druck in den Leitungen und die Pumpe schaltet sich wieder ein. Der große Vorteil ist der konstante Wasserdruck, der ähnlichen Komfort wie zu Hause verspricht. Nachteile sind der höhere Preis und dass bei einem Leck in der Leitung das ganze Wohnmobil überflutet wird. Manche Druckpumpen sind außerdem sehr laut.

Da wir eine Dusche planen, haben wir uns für eine Druckpumpe entschieden. In der Lilie Soft-Serie haben wir eine Pumpe gefunden, die sehr leise arbeitet und mit 2,1 bar den richtigen Druck für unser Wassersystem produziert. Unser Warmwasserboiler ist nämlich für einen Druck von 2 bis maximal 3 bar ausgelegt. So brauchen wir keinen zusätzlichen Druckminderer zu verbauen.

Die eingebaute Wasserpumpe.

Klein und leise ist die ausgewählte Pumpe

Um die Gefahr zu minimieren, dass die Pumpe für eine Überschwemmung sorgt, bauen wir einen Schalter ein. So können wir sie abschalten, wenn wir auf Fahrt sind oder den Camper verlassen. Damit wir auch immer im Blick haben, ob der Schalter an oder aus ist, wählen wir einen mit Beleuchtung. Das Licht signalisiert uns, dass die Pumpe angeschaltet ist.

Installation der Wasserleitungen

Als Wasserleitungen verwenden wir flexible Schlauchleitungen mit 10 Millimeter Innendurchmesser. Bei den Schläuchen achten wir darauf, dass sie für Trinkwasser zugelassen sind.

Da unser Wassertank schon mit mehr Löchern ausgestattet ist als wir brauchen, müssen wir keine zusätzlichen Öffnungen bohren. In zwei der Löcher schrauben wir L-förmige Tankdurchführungen. Eine dient zur Wasserentnahme, die andere zur Entlüftung. Die Löcher, für uns keine Verwendung einfällt verschließen wir mit Hahnlochstopfen – auch ein Tipp aus der Vanausbauer-Gemeinschaft.

Tank mit Anschlüssen für die Leitungen.

Anschlüsse für Wasserentnahme, Belüftung und Frischwasserzufuhr

An die Entnahme schließen wir innen im Tank einen Schlauch an, der bis zum Tankboden reicht – damit wir möglichst jedes Tröpfchen nutzen können. Außen führt der Schlauch zur Wasserpumpe, die wir hinter unserer Küchenzeile auf dem Boden verschraubt haben. Wichtig ist, vor der Pumpe einen kleinen Filter einzubauen, damit keine Partikel in die Pumpe gelangen können.

Hinter der Pumpe führen wir die Schlauchleitung zu einem T-Stück. Hier verzweigen sich die Leitungen in Richtung Küche und Richtung Dusche. Die Dusche werden wir in einem späteren Ausbauschritt anschließen.

Um die Verbindungen zwischen Schlauch und den Muffen abzudichten, verwenden wir Loctite SI 5331. Das ist eine Dichtmasse, die wir um die Gewinde schmieren. Dann wird der Schlauch mit einer Schelle festgezogen und alles ist dicht. Wir finden das als Laien viel einfacher zu handhaben, als mit Teflonband oder Hanf rumzufummeln.

Benötigtes Material

Küchenarmatur anschließen

Für unsere Spüle haben wir uns eine Haushalts-Küchenarmatur zugelegt. Sie sieht schick aus und verfügt über eine herausziehbare Brause.

Wie alle Küchenarmaturen ist sie für Kalt- und Warmwasseranschluss vorgesehen. Im Moment planen wir aber nur einen Kaltwasseranschluss. Viele lösen das so, dass sie einen Blindstopfen auf das Stück Warmwasserleitung setzen, das zum Hahn führt. Das möchten wir nicht, denn so hätten wir ein Stück tote Leitung mit stehendem Wasser. Das ist hygienisch bedenklich, denn dort könnten sich ungebetene Gäste in Form von Mikrooganismen ansiedeln.

Wasserleitungen unter dem Spülbecken.

Die Schlauchleitung wird in zwei Enden verzweigt

Daher teilen wir unsere Kaltwasserleitung unter der Spüle mit einem Y-Stück in zwei Stränge auf. Diese verbinden wir mit dem Kaltwasser- und dem Warmwasseranschluss der Armatur und haben so auf beiden Leitungen ständigen Durchfluss gewährleistet.

Frischwassertank befüllen

Bevor wir Wasser aus unserem Tank entnehmen können, muss er erstmal gefüllt werden.

Wir wollen einen Einfüllstutzen an der Außenseite anbringen. Die erste Herausforderung ist herauszufinden, wo wir den positionieren können. Da der Tank recht hoch ist, muss der Einfüllstutzen noch ein Stück höher angebracht werden, damit der Frischwasserschlauch Gefälle hat.

Klappe und Einfüllstutzen fürs Frischwasser.

Frischwasser-Einfüllstutzen

Der einzige Platz ist in der D-Säule. Das bringt einiges an Gefummel mit sich, denn es ist sehr eng dort. Den Stutzen ins Blech einzubauen ist dafür nicht schwierig. Auf der anderen Seite des Campers haben wir ja schon die Außensteckdose eingebaut und sind daher in Übung.

Unerwartet schwierig gestaltet sich dafür die Suche nach einem passenden Frischwasserschlauch. Wir bestellen zweimal einen 40-mm-Schlauch, aber beide sind viel zu steif. Vom Stutzen im Wassertank bis zur Einfülldose müssen wir den Schlauch in einem sehr engen Bogen verlegen. Wir versuchen, den Schlauch in heißem Wasser geschmeidiger zu machen, aber er ist immer noch zu störrisch.

Schlauch wird von zwei Händen gehalten und leicht gebogen.

Viel zu steif…

Rettung naht in Form eines anderen Camper-Ausbauers, der noch ein Stück Schlauch übrig hat. Das ist endlich flexibel genug, so dass wir unseren Frischwasser-Anschluss fertig stellen können. Vom Tank führt noch der kleine Entlüftungsschlauch zum Einfüllstutzen, damit die Luft beim Befüllen entweichen kann.

Frischwasserschlauch und Entlüftungsschlauch führen um die Ecke.

Endlich geschafft!

Erster Test – ein nasser Misserfolg

Nachdem alles angeschlossen ist, kommt der spannende Moment, das Wassersystem zu testen. Marcus positioniert sich hinten am Tank, ich behalte die Anschlüsse unter der Spüle im kritischen Blick.

Dann heißt es „Wasser marsch!“. Ich drücke auf den Schalter, die Pumpe beginnt mit freudigem Brummen ihre Arbeit. Das ist schon mal erfreulich. Gespannt hocke ich mich wieder vor die Spüle und äuge in den Schrank. Scheint alles trocken zu bleibe. Ich freue mich zu früh. Ein sattes Plopp, gefolgt von einer kräftigen Wasserfontäne schreckt uns hoch. Marcus schreit: „Aus, aus, aus!“, während ich schon zum Schalter hechte und die Pumpe vom Strom trenne.

Ein Blick zur Pumpe unter dem Bett offenbart das Fiasko: der Schlauch, der aus der Pumpe führt, hat sich komplett gelöst und das Wasser sprudelte fröhlich in die Gegend. Eine kritische Fehleranalyse ergibt, dass wir offenbar völlig vergessen hatten, diese Schlauchschelle zu befestigen!

Nachdem wir den Van gründlich aufgewischt und die Schelle festgezogen haben, wagen wir einen zweiten Versuch. Diesmal tropft es ein bisschen unter der Spüle. Das lässt sich beheben, indem wir die Schellen nachziehen. Danach bleibt alles trocken und wir haben fließendes Wasser da, wo es sein soll!

Aus dem Wasserhahn läuft ein Strahl Wasser.

Endlich fließendes Wasser, wo es sein soll!