Saran­da liegt im Süden Alba­ni­ens an einer weit geschwun­ge­nen Bucht. Die Hafen­stadt ist ein wich­ti­ges tou­ris­ti­sches Zen­trum Alba­ni­ens. Im Som­mer ist hier der Bär los. Neben den Som­mer­tou­ris­ten kom­men auch Tages­aus­flüg­ler aus dem nahe gele­ge­nen Kor­fu sowie Kreuz­fahrt-Pas­sa­gie­re auf Land­gang.

Saran­da bie­tet eine gute Infra­struk­tur an Hotels, Restau­rants und Ver­kehrs­an­bin­dun­gen. Daher wäh­len wir es als Aus­gangs­punkt für die Erkun­dung der  Sehens­wür­dig­kei­ten in der Nähe. Unse­re Aus­flü­ge füh­ren uns nach Butrint, Ksa­mil, dem Blue Eye, Meso­po­tam und Phoe­ni­ke.

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Anrei­se nach Saran­da

Wie erwähnt, star­ten wir unse­re Alba­ni­en-Rei­se in Kor­fu. Wir ver­brin­gen einen Tag in Ker­ky­ra, bevor wir in einer etwa halb­stün­di­gen Fahrt mit dem Trag­flü­gel­boot hin­über zum alba­ni­schen Fest­land rei­sen.

Die Ein­rei­se-For­ma­li­tä­ten ver­lau­fen ent­spannt. Kurz dar­auf ste­hen wir vor dem Hafen­ge­bäu­de auf der Stra­ße.

Die Ange­bo­te der war­ten­den Taxi­fah­rer leh­nen wir ab. Wir bege­ben uns ins Städt­chen, um uns alba­ni­sche SIM-Kar­ten für unse­re Han­dys zu kau­fen. Da Alba­ni­en nicht in der EU ist, gilt hier kein güns­ti­ger Tarif unse­res deut­schen Anbie­ters.

Aus­ge­stat­tet mit den alba­ni­schen SIM-Kar­ten, rufen wir unse­ren Ver­mie­ter an. Die­ser kommt kurz dar­auf ange­fah­ren und holt uns ab.

Blick von oben auf die Bucht von Saranda.

Von unse­rem Bal­kon gucken wir über die Bucht von Saran­da.

Unse­re Unter­kunft liegt ein gan­zes Stück berg­auf, denn die Küs­ten­ket­te des Gebir­ges beginnt gleich hin­ter der Bucht. So haben wir vom Bal­kon unse­res Appart­ments einen umfas­sen­den Blick über die wei­te Bucht.

Erkun­dung von Saran­da

Nach­dem wir uns ein­ge­rich­tet haben, mar­schie­ren wir den Berg hin­un­ter in den Ort. An der hüb­schen Strand­pro­me­na­de reiht sich Restau­rant an Restau­rant. Pal­men rascheln im sanf­ten Wind, das Meer plät­schert in klei­nen Wel­len an den Strand.

Promenade mit Verkaufsständen am Meer.

Die Ufer­pro­me­na­de von Saran­da.

Wir stär­ken uns mit einem köst­li­chen Mee­res­früch­ter­i­sot­to in einem der Loka­le. Danach besich­ti­gen wir die ein­zi­ge his­to­ri­sche Sehens­wür­dig­keit von Saran­da. Im Zen­trum des Ortes wur­den erst 2009 die Über­res­te einer jüdi­schen Syn­ago­ge ent­deckt. Ein Fuß­bo­den­mo­sa­ik, das lei­der abge­deckt ist, zeigt jüdi­sche Sym­bo­le. Die Mau­er­res­te stam­men wohl von Ver­samm­lungs­saal, Biblio­thek und einem ritu­el­len Bade­haus. Ver­mut­lich stammt die Anla­ge aus dem 5. oder 6. Jahr­hun­dert. Damit ist sie eine der ältes­ten Syn­ago­gen der jüdi­schen Dia­spo­ra.

Ausgrabungsstätte mit niedrigen Mauerresten.

Die Res­te der Syn­ago­ge von Saran­da.

Neben den Über­bleib­seln der Syn­ago­ge ragen die dicken Mau­er­res­te der ehe­ma­li­gen Stadt­mau­er in das Gelän­de hin­ein.

Ein wei­te­rer Zeu­ge der alten Stadt­be­fes­ti­gung steht an der Strand­pro­me­na­de im seich­tem Was­ser. Der Back­stein­pfei­ler gehör­te zu einem Wach­turm der Hafen­an­la­ge.

Nach Ein­bruch der Dun­kel­heit erwacht die Strand­pro­me­na­de zu quir­li­gem Leben. Pär­chen, Fami­li­en mit Kin­dern, Cli­quen von jun­gen Män­nern und Frau­en (immer schön nach Geschlech­tern getrennt) fla­nie­ren am Meer hin­auf und hin­ab. Wir schlie­ßen uns an und genie­ßen die laue Abend­luft. Jetzt in der Neben­sai­son sind die zahl­rei­chen Restau­rants nur spär­lich besucht, aber im Hoch­som­mer müs­sen sie aus allen Näh­ten plat­zen.

Aus­flug ins anti­ke Butrint

Mit dem etwa stünd­lich ver­keh­ren­den Lini­en­bus fah­ren wir am nächs­ten Mor­gen nach Butrint. In etwa 40 Minu­ten Fahr­zeit errei­chen wir die archäo­lo­gi­sche Stät­te. Sie zählt zu den wich­tigs­ten Aus­gra­bungs­stät­ten im Mit­tel­meer­raum.

Rechteckiger, massiver Turm in Butrint.

Am Ein­gang von Butrint steht die­ser vene­zia­ni­sche Wacht­turm.

Der Ort war seit frü­hes­ter Zeit stän­dig besie­delt. So fin­den sich hier Res­te der grie­chi­schen, römi­schen, byzan­ti­ni­schen, vene­zia­ni­schen und osma­ni­schen Zeit. Beson­ders zau­ber­haft wirkt die Stät­te von Butrint durch ihre unbe­rühr­te Lage im Grü­nen. Unter Schat­ten spen­den­den Bäu­men spa­zie­ren wir durch das Gelän­de. Immer wie­der blitzt das Blau der Lagu­ne hin­ter dem Grün her­vor.

Gina steht im Schatten der Alleebäume.

Ange­nehm läuft es sich unter Schat­ten spen­den­den Bäu­men durch Butrint.

Mauern von römischen Ausgrabungen im grünen Gelände.

Weit­läu­fi­ge römi­sche Mau­er­res­te mit Thea­ter und Ther­men.

Nach­dem wir den vene­zia­ni­schen Wach­turm am Ein­gang pas­siert haben und durch die Allee spa­ziert sind, errei­chen wir die römi­schen Aus­gra­bun­gen. Hier gibt es ein gut erhal­te­nes Amphi­thea­ter, die Res­te der Ther­men, Ago­ra und Forum zu sehen.

Ein Stück wei­ter erstre­cken sich Über­res­te eines Wohn­hau­ses, das wohl einer rei­chen Sena­to­ren­fa­mi­lie gehört hat. Ver­mut­lich muss­te es irgend­wann wegen des stei­gen­den Was­ser­stan­des auf­ge­ge­ben wer­den.

Als Zeu­gen des byzan­ti­ni­schen Reichs sind die Res­te eines Bap­tis­te­ri­ums und einer Basi­li­ka aus dem 6. Jahr­hun­dert erhal­ten. Der Boden des Bap­tis­te­ri­ums ist mit einem kunst­vol­len Mosa­ik geschmückt. Lei­der kön­nen wir die­ses nicht bewun­dern, denn es ist aus Restau­ra­ti­ons­grün­den mit Sand abge­deckt.

Runde Fläche mit Säulenresten.

Das Bap­tis­te­ri­um in Butrint.

Wand mit runden Steinbögen der Kirche von Butrint.

Die teils restau­rier­te byzan­ti­ni­sche Basi­li­ka.

Wir hal­ten uns etwa drei Stun­den in Butrint auf. Gegen Mit­tag errei­chen immer mehr Bus­rei­se­grup­pen den Ort. Es ist auch von Kor­fu aus ein belieb­tes Aus­flugs­ziel.

Umge­ben ist die his­to­ri­sche Stadt Butrint vom gleich­na­mi­gen Natio­nal­park (Par­ku Kom­be­tar i Butrin­tit). Wer mehr Zeit mit­bringt, kann hier wan­dern, moun­tain­bi­ken oder Kanu fah­ren und die ein­zig­ar­ti­ge Natur genie­ßen.

Infos zu Butrint

  • Öff­nungs­zei­ten: ganz­jäh­rig 8 – 16 Uhr
  • Ein­tritt: 7 Euro
  • Bus: Der Bus von Saran­da star­tet an dem klei­nem Ron­dell mit dem rie­si­gen Euka­lyp­tus­baum ober­halb des Hafens. Ab 7:30 unge­fähr ein­mal pro Stun­de. Fahr­zeit 40 Minu­ten, Ticket 100 Lek (0,80 Euro).
  • Taxi etwa 10 Euro, Han­dy­num­mer für Rück­fahrt geben las­sen.
  • Infos über die archäo­lo­gi­sche Stät­te (auf Eng­lisch): Butrint Foun­da­ti­on

Ksa­mil: Strän­de und tür­kis­blau­es Meer

Auf dem Rück­weg von Butrint stei­gen wir in Ksa­mil aus dem Bus aus.

Ksa­mil war lan­ge Zeit nur ein klei­nes, ver­schla­fe­nes Dorf, bevor es sein Poten­zi­al als Bade­ort ent­deck­te. Es liegt auf einer Halb­in­sel. Rund­um zie­hen sich per­fek­te, wei­ße Sand­strän­de, die in Haupt­sai­son bre­chend voll sind. Jetzt im Mai genie­ßen wir in aller Ruhe unse­ren Strand­spa­zier­gang. Wir gra­ben die Zehen in den wei­chen, war­men Sand und baden die Füße im kris­tall­kla­ren Was­ser.

Gina steht am Strand mit türkisblauem Wasser.

Der wun­der­schö­ne Strand von Ksa­mil.

Drei klei­ne Inseln lie­gen unmit­tel­bar vor den Strän­den von Ksa­mil. Im Hin­ter­grund erhebt sich Kor­fu. Zahl­rei­che Strand­bars und klei­ne Restau­rants säu­men das Ufer.

Mor­bi­den Charme ver­sprüht eine alte Pro­me­na­de, in deren Mit­te ein nied­ri­ges Mäu­er­chen mit Later­nen bestückt ist. Eini­ge der Later­nen sind umge­fal­len, vie­le gebors­ten.

Weg zwischen niedrigen Mäuerchen und mit Laternen in der Mitte.

Die alte Pro­me­na­de von Ksa­mil führt nicht direkt am Meer ent­lang.

Im Ort erhe­ben sich dafür die typi­schen Beton­klotz-Bau­sün­den, die auf­stre­ben­de Bade­or­te nicht nur in Alba­ni­en mit sich brin­gen. Lei­der hat in Alba­ni­en nach dem Fall des kom­mu­nis­ti­schen Regimes ein ille­ga­ler Bau­boom statt­ge­fun­den, der bis heu­te noch nicht ein­ge­dämmt wer­den konn­te.

Für die Rück­fahrt nach Saran­da suchen wir eine Stel­le an der Haupt­stra­ße, wo der Bus hal­ten soll. Durch Hand­zei­chen bedeu­tet man dem Fah­rer, dass man mit­fah­ren möch­te.

Mit dem Miet­wa­gen die Umge­bung von Saran­da erkun­den – Blue Eye, Meso­po­tam und Phoe­ni­ke

Direkt am Hafen lie­gen die Büros meh­re­rer Auto­ver­mie­ter. Wir haben uns nach unse­rer Ankunft gleich einen Miet­wa­gen reser­viert, denn heu­te geht es ins Hin­ter­land von Saran­da. Lei­der ist der Him­mel mit grau­en Wol­ken bedeckt. Kaum sit­zen wir im Auto klat­schen die ers­ten Trop­fen auf die Wind­schutz­schei­be.

Die Karst­quel­le Syri i Kal­ter (Blue Eye)

Nach einer hal­ben Stun­de Fahrt errei­chen wir den Abzweig zur Karst­quel­le Blue Eye. Hier zah­len wir den beschei­de­nen Ein­tritt. Von der asphal­tier­ten Stra­ße zweigt der unbe­fes­tig­te Weg ab, der sich mit einem nor­ma­len PKW leicht befah­ren lässt.

Schotterweg zwischen grüner Vegetation.

Hier geht es Rich­tung Syri i Kal­ter, dem Blue Eye.

Wir haben Glück: der Regen hört auf, ab und zu lugt sogar die Son­ne zwi­schen den Wol­ken her­vor. Am Park­platz brei­tet sich das Flüss­chen, das aus Syri i Kal­ter ent­springt zu einer ruhi­gen, kla­ren Flä­che aus. Es schim­mert sma­ragd­grün.

Über klei­ne Pfa­de und teils etwas maro­de Brück­chen suchen wir den Weg zum Blue Eye. Rha­bar­ber­ähn­li­che Pflan­zen mit rie­si­gen Blät­tern erin­nern uns an süd­ame­ri­ka­ni­sche Nal­cas. Baum­rie­sen sor­gen dazwi­schen für mys­ti­sche Stim­mung.

Grüne, klare Wasserfläche mit Baumstamm unter Wasser am Blue Eye.

Glas­klar und smar­gdgrün.

Marcus steht hinter Pflanzen mit riesigen Blättern.

Wie im Urwald…

Der Quell­topf von Syri i Kal­ter ist kris­tall­klar und schim­mert in tie­fen Blau- und Tür­kis­tö­nen. Eine klei­ne Platt­form von frag­wür­di­ger Kon­struk­ti­on bie­tet Muti­gen die Mög­lich­keit, direkt von oben hin­ein­zu­bli­cken. In der von unten her­auf­wir­beln­den Was­ser­strö­mung kann man sich medi­ta­tiv ver­lie­ren.

Lan­ge währt die medi­ta­ti­ve Ruhe nicht, denn schon ist ein Bus mit Tou­ris­ten ange­kom­men. Das Blue Eye zählt zu den tou­ris­ti­schen Top-Attrak­tio­nen in Alba­ni­en und wird ent­spre­chend fre­quen­tiert.

Marcus steht auf einer Bretter_Plattform über dem Wasser.

Noch haben wir die wacke­li­ge Platt­form über dem Blue Eye für uns.

Blick von oben ins Blue Eye mit türkisem und grünem klaren Wasser.

Auge in Auge mit der Karst­quel­le Blue Eye.

Wir räu­men den lau­ten, ost­eu­ro­päi­schen Besu­chern den Platz und spa­zie­ren noch etwas durch die wil­de Natur.

Die am Park­platz ille­gal errich­te­ten Loka­le wur­den wohl vor eini­ger Zeit abge­ris­sen. Jetzt exis­tiert nur noch eins, aber es herrscht schon wie­der rege Bau­tä­tig­keit. Ob mit oder ohne Geneh­mi­gung ist für uns nicht ersicht­lich.

Infos zu Syri i Kal­ter (Blue Eye)

  • Hin­kom­men: Am bes­ten gelangt man mit dem Auto zur Karst­quel­le. Es gibt auch die Mög­lich­keit, sich aus dem Bus nach Tira­na an der Stra­ße abset­zen zu las­sen und etwa einen Kilo­me­ter zu lau­fen.
  • Ein­tritt: 100 Lek pro Per­son (0,80 Euro)
  • Essen und Trin­ken: Es gibt ein Restau­rant am Park­platz, wir haben es aller­dings nicht aus­pro­biert.

Klos­ter Meso­po­tam

Auf dem Weg nach Syri i Kal­ter fiel uns im Dorf Meso­po­tam ein schö­nes ortho­do­xes Klos­ter auf. Ein Blick in den Rei­se­füh­rer*ver­sprach ein Klein­od.

So hiel­ten wir auf dem Rück­weg im Dorf. Es stell­te sich schnell her­aus, dass das schmu­cke, weiß gestri­che­ne Klos­ter gar nicht das im Rei­se­füh­rer beschrie­be­ne war.

Nach eini­gem Suchen ent­deck­ten wir die gesuch­te Klos­ter­kir­che etwas außer­halb des Dor­fes. Sie liegt auf der ande­ren Sei­te der Land­stra­ße.

Alte Steinkirche hinter Zypressen.

Der Ein­gang zur Klos­ter­kir­che Meso­po­tam.

Die Klos­ter­an­la­ge wur­de im 13. Jahr­hun­dert erbaut. Von der umge­ben­den Mau­er ist nur noch die Rui­ne des West­turms erhal­ten. Wir lan­den vor einem ver­schlos­se­nen Tor, an dem ein Schild mit einer Tele­fon­num­mer ange­bracht ist. Unser Anruf lockt den Wäch­ter der Anla­ge aus einem nahe ste­hen­den Häus­chen. Er schließt uns auf und führt uns zu der alten Kir­che, die zu den kunst­his­to­risch bedeu­tends­ten Kir­chen Alba­ni­ens zählt.

Die Klos­ter­kir­che ist ein kom­pak­ter Bau mit vier Kup­peln. Rät­sel­haft bleibt bis heu­te, war­um es zwei Apsi­den gab. War die Kir­che zwei Hei­li­gen gewid­met? Wur­de hier viel­leicht der latei­ni­sche und der byzan­ti­ni­sche Ritus par­al­lel gefei­ert? Die Grün­de sind im Dun­kel der Geschich­te ver­schol­len.

Innere der Kirche mit hellblauen Bögen und Ikonen im Hintergrund.

Im Inne­ren der Klos­ter­kir­che.

Wandfresken zeigen drei Heilige.

Gut erhal­te­ne Wand­fres­ken in der Apsis.

Im Inne­ren der Kir­che über­rascht uns die freund­li­che, hell­blaue Wand­far­be. Die vier Kup­peln wer­den von einer ein­zi­gen Mit­tel­säu­le gestützt, die nach einem Erd­be­ben 1793 mas­siv ummau­ert wur­de. Auch wei­te­re Säu­len, Pfei­ler und Ver­stär­kun­gen geben Zeug­nis von den Erd­be­ben­schä­den, die repa­riert wer­den muss­ten.

Wir genie­ßen die Stil­le und die freund­li­che Atmo­sphä­re in der Klos­ter­kir­che sehr. Defi­ni­tiv ein High­light, das bis­her von Tou­ris­ten­strö­men ver­schont bleibt.

Infos zum Klos­ter Meso­po­tam

  • Hin­kom­men: Von Saran­da aus kom­mend das Dorf Meso­po­tam links lie­gen las­sen. Nach der zwei­ten Brü­cke scharf rechts abbie­gen, rechts durch ein grau­es Tor und über holp­ri­gen Feld­weg bis zum Ein­gang.
  • Ein­tritt: 100 Lek pro Per­son (0,80 Euro)

Illy­ri­sche Höhen­sied­lung Phoe­ni­ke (Finiq)

Im aus­dau­ernd plät­schern­den Regen fah­ren wir zurück Rich­tung Saran­da. Im Ort Finiq bie­gen wir ab und kur­ven über einer stei­le Stra­ße hin­auf zur Aus­gra­bungs­stät­te Phoe­ni­ke. Der Regen hat stel­len­wei­se klei­ne Erd­rut­sche über die Stra­ße gespült.

Marcus mit Kapuze im Regen.

Es gibt kein schlech­tes Wet­ter, wenn man rich­tig ange­zo­gen ist!

Am ein­sa­men Park­platz erwar­tet uns ein nagel­neu­es Holz­ge­bäu­de. Ein des Ita­lie­ni­schen mäch­ti­ger Wäch­ter ver­langt 200 Lek Ein­tritt pro Per­son. Lei­der hat er kein Wech­sel­geld parat. Wir haben es auch nicht pas­send. Wort- und ges­ten­reich bedeu­tet er uns, wir soll­ten erst mal hin­auf­ge­hen, das Wech­sel­geld bekä­men wir nach­her. Etwas skep­tisch machen wir uns auf den Weg.

Petrus begießt uns auch wei­ter­hin kräf­tig von oben. Beim Lau­fen durch die klatsch­nas­se Vege­ta­ti­on wei­chen unse­re Snea­ker all­mäh­lich durch. Dafür haben wir Phoe­ni­ke für uns allei­ne.

Phoe­ni­ke war in der Anti­ke eine der bedeu­tends­ten Städ­te der Regi­on Epi­rus. Im 5. Jahr­hun­dert vor Chris­tus gegrün­det erleb­te es sei­ne Blü­te­zeit im 3. Jahr­hun­dert v. Chr.

Alte Mauer mit großen Steinquadern in Phoenike.

Res­te der illy­ri­schen Stadt­mau­er von Phoe­ni­ke.

Gleich zu Beginn stau­nen wir über die rie­si­gen exakt zuge­schnit­te­nen Stei­ne der Mau­er­an­la­ge. Wei­ter gibt es die Grund­mau­ern ver­schie­de­ner Gebäu­de, wie Wohn­häu­sern, einen Tem­pel und die Res­te einer Basi­li­ka aus dem 6. Jahr­hun­dert n. Chr. zu sehen.

Unten im Hang wur­de ein gro­ßes Amphi­thea­ter ange­legt. Es fass­te ver­mut­lich 18.000 Zuschau­er. Wir ver­zich­ten auf den Abstieg über den regen­nas­sen Weg und bewun­dern die Anla­ge von oben.

Amphitheater-Reste in einem grünen Hang.

Die Res­te des Amphi­thea­ters.

Kleiner, pilzförmiger Betonbunker.

Bun­ker­bau aus der kom­mu­nis­ti­schen Zeit.

Lei­der sind die Infor­ma­ti­ons­ta­feln spär­lich und oft stark ver­bli­chen. Das ist scha­de, vor allem da der Ein­tritts­preis für alba­ni­sche Ver­hält­nis­se ja schon etwas höher ist. Außer­dem war der Hügel, der schon von den Illy­rern aus stra­te­gi­schen Grün­den ange­legt wur­de, wäh­rend der Dik­ta­tur mili­tä­ri­sches Sperr­ge­biet. Ohne Rück­sicht auf die his­to­ri­schen Struk­tu­ren leg­ten die Kom­mu­nis­ten eine Bun­ker­an­la­ge an. So ragen an vie­len Stel­len die typi­schen Beton­pil­ze her­vor.

Neben den archäo­lo­gi­schen Über­res­ten ist einer der Plus­punk­te von Phoe­ni­ke die wei­te Aus­sicht über die Regi­on. Daher emp­feh­len wir dir, bei dei­nem Aus­flug dort­hin einen Tag mit schö­ne­rem Wet­ter zu wäh­len als wir es hat­ten.

Pflanzen mit gelben Blüten im vordergrund, dahinter regenverhangene Berge.

Bei Son­ne ist die Aus­sicht sicher noch schö­ner.

Der Regen ver­siegt schließ­lich. Ist jetzt auch egal, wir sind völ­lig durch­weicht. Aber immer­hin prä­sen­tiert der Wäch­ter auf dem Park­platz unser Wech­sel­geld. Es ist uns völ­lig rät­sel­haft, wo er es her­be­kom­men hat.

Infos zu Phoe­ni­ke

  • Hin­kom­men: Mit dem Auto von Saran­da kom­mend im Ort Finiq auf die aus­ge­schil­der­te Stra­ße abbie­gen.
  • Ein­tritt: 200 Lek pro Per­son (1,60 Euro)

Auf unse­rem Rück­weg nach Saran­da kur­ven wir über ver­schie­de­ne Dör­fer auf der Suche nach einer Ein­kehr­mög­lich­keit. Lei­der fin­den wir nichts. Das ist viel­leicht im Som­mer in der Haut­sai­son anders. So keh­ren wir nach Saran­da zurück, wo es ein rei­ches Ange­bot an Restau­rants und Imbiss­mög­lich­kei­ten gibt.

Halb eingestürzter Rohbau.

Lei­der auch typisch Alba­ni­en: Ille­ga­le Bau­ten, nicht immer sta­bil.

Infos zu Saran­da

  • Anrei­se per Schiff: Von Kor­fu aus fah­ren meh­re­re Gesell­schaf­ten mit Trag­flü­gel­boo­ten (Fahr­zeit 30 Minu­ten) oder Auto­fäh­re (Fahr­zeit 70 Minu­ten). Je nach Sai­son mehr­mals täg­lich. Tickets gibt es an den Büros am Hafen.
  • Anrei­se per Bus: Von Tira­na aus in 7 – 8 Stun­den mehr­mals täg­lich.
  • Miet­wa­gen: Direkt am Hafen an der Rru­ga Mihat Hoxha meh­re­re Büros. Wir haben bei Teri­ni Tra­vel gebucht.
  • Tou­ris­ten­in­fo: kom­mu­na­le Tou­rist­info an der Rr. Sken­der­beu in der Nähe der Alten Syn­ago­ge, win­zi­ges Büro ohne Beschil­de­rung. Haben wir nicht gefun­den. Gute Aus­kunft z. B. über Bus­li­ni­en haben wir im Info-Pavil­lon an der Strand­pro­me­na­de erhal­ten.
  • Unter­kunft: Wir haben ein sehr schö­nes Apart­ment* mit klei­ner Küche und Bal­kon über Boo­king gebucht. Die Ver­mie­ter waren sehr freund­lich und hilfs­be­reit.
  • Restau­rants: Restau­rants zie­hen sich die gesam­te Ufer­pro­me­na­de ent­lang und sind auch in ande­ren Stra­ßen zu fin­den. Beson­ders emp­feh­lens­wert sind fri­sche Fisch- und Mee­res­früch­te­ge­rich­te. Aber auch Piz­za kannst du gut in Saran­da essen.
  • Ein­kau­fen: Für Obst und Gemü­se emp­fiehlt sich der Ein­kauf auf dem Markt in der Rr. Jonia­net, in der Nähe vom Fähr­ha­fen. Super­markt Alfa fin­dest du in der Rr. Abe­din Dino, eben­falls Nähe Fähr­ha­fen.

Unser Rei­se­füh­rer für Alba­ni­en*